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Seroquel, Tod durch Herzinfarkt mit 39

SDunfl4owser_73


@ Dilles:

Es gab vor wenigen Wochen ein Urteil, nachem Zwangsmedikation ebenfalls richterlich angeordnet werden muss. Stellt sich praktisch halt wieder mal die Frage, was man mit einem akut tobenden Patienten macht, der auch von vier Personen kaum gebändigt werden kann.

Grundsätzlich schwieriges Thema... aber immer wieder auch aufschlussreich, wie sehr ein Unterschied zwischen Psychopharmaka und anderen Medikamenten gemacht wird. Nach OP's schluckt jeder ziemlich bedenkenlos alles, was er hingelegt bekommt...

W)eißkSittexl


Laut Wotan3 zwang der Betreuer seinen Bekannten die Tabletten zu nehmen, so dass ich davon ausgehe, dass diesbezüglich ein Beschluss vorlag.

1200mg waren auf Dauer zu hoch. Ich denke, dass man besser auf ein hochpotentes Neuroleptikum hätte wechseln sollen.

Aber das sind alles nur Vermutungen.

Doil7les


Stellt sich praktisch halt wieder mal die Frage, was man mit einem akut tobenden Patienten macht, der auch von vier Personen kaum gebändigt werden kann.

Ich wurde von 6 Personen überwältigt und fixiert. Im Nachhinein muss ich sagen es war absolut richtig. Den Ärzten, die jeden Tag sehen was wie zu stoppen ist, sollte man die Freiheit geben zum Wohle der Patienten dies anzuordnen. Wir haben leider eine Vergangenheit die auch gezeigt hat , dass es auch verbrecherische Ärzte gibt.

In der Klinik in der ich war wurden zur Nazizeit psychisch Kranke zum Busfahren mit Einleitung von Auspuffgasen geschickt. Der Totenschein lautete dann Tuberkulose.

Von daher verstehe ich die Justiz , wobei diese sich auch fragen muss welche Rolle sie während dieser Zeit gespielt hat.

Jlan74


Naaaaaja..

Bürger- und Menschenrechte sind ein unglaublich hohes Gut, eines der höchsten, welches wir in unserem Staat haben, und ich denke, das ist gut so.

Von daher muss die Hürde, jemandem diese abzuerkennen (und darum geht es – Beschränkung der Freiheit und Selbstbestimmung) schon hoch und rechtlich abgesichert sein.

D*illexs


@ Jan

in einer Phase in der ich mich befand war ich nicht ich selbst. Mein Hirn machte sich wohl selbstständig, und ich bin froh dass es eingefangen wurde. Wobei in der Phase der Manie habe ich unvorstellbare Dinge gedacht und ausgeführt, ich glaube dass Menschen wie van Gogh oder Mozart Manisch waren. Ich hatte z.B. Schulterschmerzen und habe durch abtasten eine völlig stimmige Zeichnung des Schultergelenks gezeichnet, nebenher habe ich die Verteidigungsrede von Sokrates gelesen und nebenher noch einen Entwurf eines Sportzentrums gemacht dies von 1 Uhr bis 6 Uhr ohne Schlaf bin ich dann arbeiten gegangen. Das Hirn ist zu undenkbaren Dingen fähig, wir nützen allenfalls 10 % davon, wenn wir normal sind. In dieser Phase kann man Dinge aus dem Hirn abrufen die völlig verschollen waren man ist kreativ und empfindet Schlaf als störend.

J<an7x4


Jo glaub ich Dir alles, aber ist jetzt auch kein Widerspruch zu dem was ich geschrieben hab, oder?

S unfloBwer_73


@ Dilles:

Finde es gut, dass Du Deine Perspektive so offen schreibst... Fand bei spiegel.de anlässlich des Artikels zu dieser neuen Rechtssprechung ( [[http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/zwangsbehandlungen-im-notfall-sind-erlaubt-a-878229.html]] ) die Kommentare erschreckend bis absurd; da wurde halt auch nur auf NS-Zeit und "freies Entscheidungsrecht" angespielt. Aber was machen, wenn jemand krankheitsbedingt eben NICHT mehr entscheiden kann?

Mich hat die Diskussion einfach wütend gemacht – genauso wie der Einstiegsbeitrag des Fadens hier.

S7unflow6er_7x3


1200mg waren auf Dauer zu hoch. Ich denke, dass man besser auf ein hochpotentes Neuroleptikum hätte wechseln sollen.

Hochpotent als Dauermedikation? Da sind Spätdyskinesien doch quasi vorprogramiert!

Nzuraroihyxon


Nun, wenn man als fremd- oder selbstgefährdent eingestuft wird, kann man bis zu 48h zur eigenen und der Sicherheit anderer auf eine "geschützte" Station verfrachtet werden. Für alles weitere braucht es eben ein PsychKG, und das gibt es nicht mal eben so, man wird da genauer unter die Lupe genommen und befragt. Seine Rechte abgesprochen bekommt man in keinem Fall einfach so, und es ist meist tatsächlich auch im Interesse des Patienten.

Ob in den 48h Stunden schon medikamentiert werden darf im Notfall weiß ich nicht. Vielleicht kann Sunflower dazu noch etwas beitragen.

Ich wurde damals langsam bis auf 800mg Seroquel (300-200-300) hochgefahren und abgesehen von einer fehlenden Wirkung (passiert eben) hatte ich nur einen leichten Schwindel. Beim Absetzen gab es dann keine Probleme. Man sagte auch, dass man kurzeitig die Dosis auch erhöhen kann, dass es aber auch gute Alternativen gibt und mann eine Wirkung durch höhere Dosen nicht immer erzwingen kann.

Heute bin ich mit Hochpotenten Medikamenten, von denen ich vergleichsweise wenig nehmen muss relativ stabil eingestellt, zum ersten Mal seit nun fast 12 Jahren. Ich habe schon dutzende Medis benutzt und keines hat geholfen. Manche Patienten sind da einfach etwas komplizierter gestrickt. Ich bin davon überzeugt, dass mit Zeit und Vertrauen jeder eingestellt werden kann auf eine optimale Kombination, und sich dann die Nebenwirkungen doch in Grenzen halten.

SquInflowver_73


Die 48 Stunden sind eine eher schwammige Faustregel. Offiziell heißt es, dass eine Zwangseinweisung ohne VORHERIGE richterliche Entscheidung (und wann hat man die im akuten Notfall!) durch das Ordnungsamt möglich ist. Allerdings muss eine richterliche Begutachtung bis zum Ablauf des Tages, der dem Beginn des Freiheitsentzugs folgt eingeholt werden.

D.h. wird jemand SOEBEN zwangseingewiesen, muss bis Ende des morgigen Samstags der Amtsrichter entschieden haben. 48 Stunden würde ja heißen bis Sonntag Abend!

I.d.R. wird ein PsychKG dann zudem auf 48 Stunden beschränkt – und man schaut dann, ob der Betroffene entlassen werden kann, freiwillig offen/geschlossen bleibt – oder das PsychKG verlängert werden muss. Letzteres ist selten der Fall, da die ersten 2-3 Tage oft so weit stabilisieren, dass die Patienten erkennen, dass FREIWILLIGE Hilfe Sinn macht.

Ein PsychKG hat auch NICHTS mit einer "Betreuung" zu tun. Die wird so schnell nicht ins Leben gerufen...

Der erste Schritt nach Einlieferung eines Patienten ist eben das PsychKG, d.h. Anruf des diensthabenden Richters.

Zwangsmedikation:

Ich kenne aus dem praktischen Alltag nur die Regelung VOR dem aktuellen Richterspruch – bei einem vorsichtigen Chefarzt. Da war ganz klar: EINMALIGE Medikation bei Einlieferung, um jemanden überhaupt irgendwie zu beruhigen, galt als okay. Weil da die Gefährdung für den Patienten selber oft sehr groß war (wenn jemand konstant mit dem Kopf vor eine Wand schlägt bspw.). Aber da in den Fällen dann eh eine Fixierung & Sitzwache erforderlich ist (was auch genehmigt werden muss), wurden der Richter immer DIREKT eingeschaltet. Ggf. telefonisch, gerade in ländlichen Regionen kennt man sich ja (so viele Richter und Ärzte gibt's halt nicht). D.h. da verlässt man sich für einige Stunden gegenseitig auf die Schilderung und das mündliche Okay. Aber wirklich nur ganz kurz. Alle weiteren Medikationen müssen dann ggf. auch vom Richter bewilligt werden.

Interessanterweise ist es so, dass die einen Patienten halt wirklich das PsychKG, Fixierung etc. brauchen. Viele aber noch so weit ansprechbar sind, dass sie im Zuge des Aufnahmegesprächs einer Medikation zustimmen können. Okay, das läuft dann über "Wir können Ihnen was Beruhigendes geben / Etwas geben, wovon die Stimmen weggehen". Das ist keine megatolle Aufklärung, aber zumindest ein Einverständnis des Patienten. Solange die noch so weit ansprechbar sind, stimmen sie meist selber zu.

Problematisch sind nur die Fälle, die mit Rettungswagen und 2-4 Polizisten gebracht werden müssen. Wenn man dann aber innerhalb einer Woche mehrere z.T. erheblicher verletzte Person beim Personal hat (Armbruch, Stichwunden, Bisswunde, Schlüsselbeinbruch, Nasenbruch & Gehirnerschütterung), wird halt erstmal Haldol oder ordentlich Benzos gegeben, damit die Situation für alle entschärft wird. Gerne macht es keiner, aber bei sowas steht dann die Gefärdung für ALLE im Vordergrund, und dann wird halt zwangsmediziert. Und dann der Richter informiert. Wobei in so einer Situation die Behandlern rechtlich relativ abgesichert sind, wenn sie einmalig Medikamente geben und erst dann den Richter informieren. Weil alles andere absolut nicht praktikabel ist.

Denn solche massiven "Ausraster" sind ja keine Böswilligkeit, sondern Ausdruck, wie schlecht es jemandem geht.

Letztlich ist die somatische Behandlung ja ähnlich: Ein Bewusstloser, der auf der Straße eingesammelt wird, bekommt ja auch erstmal Notfallmedikamente. Gegen die Behandlung kann er sich dann ja immer noch wehren (bspw. das KH verlassen). Nur wird diese Vorgehensweise bei Verkehrsunfällen einfach nicht angezweifelt, wenn jemand bewusstlos ist. Bei nicht ansprechbaren Psychiatrie-Patienten ist das alles aber viel heikler. Ist ja auch gut so, aber macht in drastischen Fällen den Alltag echt schwierig und grenzwertig illegal.

Manche Patienten sind da einfach etwas komplizierter gestrickt. Ich bin davon überzeugt, dass mit Zeit und Vertrauen jeder eingestellt werden kann auf eine optimale Kombination, und sich dann die Nebenwirkungen doch in Grenzen halten.

Ja. Leider fehlt oft das Durchhaltevermögen, den x. Anlauf zu nehmen... Aber Fakt ist leider, dass man bei vielen Medikamenten nur grobe Vermutungen hat, wie sie genau wirken. Ist halt nochmals komplexer als der Bereich der somatischen Medikamente.

NBurwarihyxon


Ja, der infividuelle Unterschied beim möglichen Wirkungsspektrum ist enorm, besonders weil Medikationskombination häufig die Regel sind und nicht die Ausnahme. Bis man etwas findet kann es einem echt vergehen, das nimmt vor allem auf das Vertrauen in die Medizin, das Personal Einfluss. Ich habe Gott sei Dank einen Arzt an der Hand, der auf mein Gefühl stark gehört hat und so haben wir eine gute Kombi finden können.

So wie du das schreibst wegen dem PsychKG ergibt das Sinn. War da nicht mehr aktuell und habe es nie selber erleben müssen, obwohl das auch mehrfach im Raum stand. Wenn man einigermaßen noch irgendwie Aufnahmefähig ist verstehe ich gut, dass man lieber die Medikamentierung zulässt als die etwaigen Konsequenzen. Eine Entrechtung habe ich allerdings nie erlebt, es wurde meist, wenn noch möglich, sehr auf den Patienten eingegangen.

Mein "Transport" in die Klinik in schlechteren Zeiten (heute bin ich ziemlich stabil) war auch nur unter scharfer Bewachung (drück ich mal so schwammig aus) möglich.

S+unflowe"r_73


Was doch letztlich zeigt, dass ein PsychKG so schnell eben nicht in die Wege geleitet wird... Selbst, wenn die Umstände der Aufnahme mal etwas unschöner sind. ;-)

Und soweit ich es erlebt habe (vielleicht das Glück einer Kleinstadt-Klinik?!): Es bemühen sich alle sehr um den Patienten. Nur der eine oder andere ältere Polizist ist mal etwas... "überfordert".

WSeißDkittexl


@ Sunflower_73

Hochpotent auch nicht auf Dauer. Aber man kann es niedriger dosieren.

t[aanja20x16


hallo ja das ganze ist jetzt mal n paar jahre her

aber ich habe selber erfahrungen mit seroquol und nehme dieses tatsächlich nur zum sedieren da es keine antidepressive antipsychotischen wirkungen hat auch nicht bei 750mg am tag was ja schon die grenze überschreitet somit habe ich es morgens abgesetzt da es mich extrem sediert...

ich selber leide unter krassen nebenwirkungen wie genereller puls über 120 bei bewegungen nach einnahme auch schin 170-180 schläge in der minute welches zu einem herzinfarkt führen kann meine kinderärztin sagte bereits das ich dieses teufelszeug dringend absetzten sollte mien problem ist aber das ich eine sucht entwickelt habe und selbst kleinste schritte die dosos abzusetzen bringen mir entzugserscheinungen somit fällt es schwer diese abzusetzen es wäre aber gesundheitlich sehr wichtig da ich durch seroquol diese nebenwirkungen habe :

krampfanfälle

durchgängiges herzrasen

nach ruhe deutlich abfallenden blutdruck mit tendenziell steigendem puls

abnormale träume bis hin zu mord träumen

bei niedrigerer dosierung schwere entzugserscheinungen

und

deutlich verminderte geistige entwicklung

das alles lässt sich auf das seroquol zurückführen welches ich seit 2013 einnehme bis dezember letztes jahr noch 750mg am tag da ich aber morgens jetzt dipiperon bekomme gleicht es denn entzug aus sollte ich jedoch abends keine nehmen ist nicht einmal an schlaf zu denken

ich war bereits mehrfach auf intensivstationen sowohl wegen diesem herzrasen als auch auf neurologischen intensivstationen wegen der entstandenen epilepsie dank seroquol

ich rate jedem der dieses medikament nimmt es inerhalb von 3 monaten auf 500mg täglich zu minimieren wenn möglich sogar auszuschleichen da es halt organe stark schädigen kann

naja mal schauen wer das mal liest

lg tanja 2016

S)unfflo:wer_x73


ich rate jedem der dieses medikament nimmt es inerhalb von 3 monaten auf 500mg täglich zu minimieren wenn möglich sogar auszuschleichen da es halt organe stark schädigen kann

Und ich rate dazu, eine solche Entscheidung IMMER nur nach ärztlicher Rücksprache zu treffen, statt eigenmächtig rumzuspielen. Bei vernünftiger Kommunikation und vorliegenden Befunden (EKG etc.) wird kein Arzt sich weigern, eine Änderung vorzunehmen.

deutlich verminderte geistige entwicklung

Und da kann man nie sicher sein, ob es an dem Medikament oder der Grunderkrankung liegt...

Kurzum: Bitte Vorsicht mit derartigen Beiträgen, deren Befolgen für andere Betroffene üble Folgen haben kann!

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