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Depression ist keine Krankheit

SUirFTelemxark


so weit ich weiß, wird heutzutage meisten Therapie und Behandlung mit Medikamenten gemacht. Die Medikamente holen den Patienten erst einmal aus dem Schlimmsten raus, so dass vernünftig mit ihm arbeiten kann und dann kann man sich an die Therapie machen.

Was für Lösungsvorschläge bietet der Autor denn? Er sagt, dass es jeder aus eigener Kraft schaffen könne. Aber wieso werfen sich dann Leute vor den Zug, wenn es doch so einfach ist? Jedenfalls halte ich das alles für Unsinn – gefährlichen Unsinn.

SWunflo"wer_73


Burn-Out ist definitiv eine Mode-Diagnose. Da rollt jeder Psychotherapeut schon mit den Augen...

Aber:

Depressionen sind eine Krankheit. Sind sowohl im ICD-10 als auch DSM-IV als Erkrankungen enthalten. Im ICD-10 gibt es halt für JEDE anerkannte Erkrankung einen Code – und die ganzen affektiven Störungen (versch. Depressionsformen) nehmen dort großen Raum ein.

Fakt ist auch, dass die Zahl der Depressionskranken deutlich zugenommen hat. Mittlerweile muss jeder 4. Deutsche damit rechnen, im Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression zu erkranken. Und diese Zahlen basieren NICHT auf Selbsteinschätzungen, sondern objektiver und kritischer Diagnostik durch Fachleute, die die Störungskriterien sehr eng anwenden.

All diese Dinge treffen auf BurnOut nicht zu. Die Diagnose gibt es nicht – und oft steckt da nur eine Depression hinter. Da gibt es halt feine Nuancen.

Aber die Existenz einer so gravierenden Erkrankung wie Depressionen zu leugnen, widerspricht sämtlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen.

S}unfloOwer_P7x3


Behandlungsansätze:

In leichteren Fällen reicht eine gute Psychotherapie (v.a. Verhaltenstherapie). In mittleren bis schwereren Fällen geht es nur mit Antidepressiva ZUSÄTZLICH.

Nur Medikamente ohne Therapie sind keine gute Idee.

In ganz schweren Fällen kann man noch die sog. Elektrokrampftherapie ausprobieren. Das sind dann aber sehr schwere, medikamentenresistente Fälle.

Einfach nur "Arsch hochkriegen" hilft nicht – wird im Rahmen einer umfassenden Therapie aber auch verlangt.

S:irT:elem2aGrk


Mittlerweile muss jeder 4. Deutsche damit rechnen, im Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression zu erkranken.

:-o jeder 4.? Ich habe gehört, es beträfe jeden 10. Ich habe das aber nur vom Hörensagen. Was stimmt denn nun? (wobei auch jeder 10. schon sehr viel ist)

HVinatxa


Kurz zum Thema Burn-Out: Uns wurde in den ganzen Vorlesungen zu affektioven Störungen auch gesagt, dass Burn-Out zwar vorliegen kann, aber so gut wie nie als alleinstehende Krankheit. Oft ist das Burnout, diese Erschöpfung und was alles dazu gehört, nur eine bestimmte Ausdrucksform einer Depression.

on topic: dieser Autor gehört für mich einfach mal ***. Das was er da von sich gibt hilft den Leuten mal gar nicht. Ich kenne viele, die mit Depressionen zu käpfen haben. Wenns mit 'arsch hochkriegen' getan wäre hätten wir nicht so viele (z.T. auch prominente) Selbstmorde.

S"inCnesxtäter


Sunflower_73

Nur Medikamente ohne Therapie sind keine gute Idee.

Mal interessehalber: warum nicht?

Mal am Beispiel Angststörung:

Therapie = den Patienten dazu bewegen, sich so lange immer wieder der Angst auszusetzen, bis sich das Hirn neuverdrahtet hat und die Situation keine Angst mehr auslöst.

Medikament = der Patient hat keine Angst mehr bzw. sie ist so weit runtergedimmt, daß es sich den angstauslösenden Situationen aus eigenem Antrieb heraus aussetzt (sind ja nicht mehr schlimm), was widerrum die Neuverdrahtung bewirkt.

Worin siehst du den Unterschied?

d|estiiny2x5


Man sollte alles bisschen Differenzieren.

Wenn jemand meine Meinung wissen möchte, ob die Depression eine Krankheit ist, muss ich jein sagen.

Natürlich wird sie weder durch Baktterien noch Viren ausgelöst. Da muss eine "Ursachenkette" vorliegen, damit es zum Ausbruch dieses Zustandes kommt. Darin liegt ja auch der Hund begraben. Es ist ja nicht eine Krankheit im klassischen Sinne, es ist ein Status, Zustand, ausgelöst durch psychische Faktoren.

Das heißt, Gefühle, Denken und Verhalten spielen hier auch eine Zentrale Rolle. Natürlich kann man mit Hilfe von AD versuchen, den Hirnstoffwechsel positiv zu beeinflussen. Aber bis heute ist nicht geklärt, wie sie genau helfen. Darüber hinaus helfen die bei 1/3 aller Patienten überhaupt nicht.

Jeder geht damit anders um. Einige ergeben sich, andere Rennen immer gegen eine Wand, andere finden irgendwie wieder heraus.

Am Ende ist "Arsch hochkriegen" auch entscheidend. Ohne das geht es nunmal nicht.

Ich bin der Meinung, man muss es aktiv angehen. Funktioniert mal mehr, mal weniger gut aber es funktioniert. Mit oder ohne AD..sollte jeder für sich selbst entscheiden.

S*i;n[nestZätexr


Natürlich wird sie weder durch Baktterien noch Viren ausgelöst.

[[http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/depressionen-machen-viren-und-bakterien-depressiv-588430.html Guck mal hier]]

dbestiFny2x5


Das meinte ich ja mit "Ursachenkette". Natürlich könnten auch physische Faktoren eine Rolle spielen.

Fakt ist jedoch, bis heute ist nicht geklärt, wie die Depression genau entsteht.

Auch haben wissenschaftliche Studien darauf hingedeutet, dass es nur mit Medis allein nicht getan ist, da die Rückfallquote um einiges höher ist als bei Medi+Therapie.

Im Grunde ist vieles reine Spekulation. Am Ende könnte jeder irgendwo recht haben, genauso gut falsch liegen.

Avs*igxa


Oder man nimmt den Rest seines Lebens Antidepressiva.

Ich denke, es kommt auf viele Faktoren an. Wenn ich eine Psychotherapie machen würde dann müsste das abends sein. Und dann müsste mich der Psychotherapeut erst mal stark machen gegen die Anfeindungen, der Leute, die..siehe mein Beitrag ganz oben.

Mein Denkansatz zu meiner letzten Frage war der: Ich bin traurig, antriebslos, habe vielleicht Angst. Und dann kommt der Therapeut und will dass ich dies, das, jenes in Angrif nehme. Ich kann aber nicht. (Vielleiciht auch dadurch dass der Hirnstoffwechsel gestört ist)

L'ic0htKr istallxxX


In ganz schweren Fällen kann man noch die sog. Elektrokrampftherapie ausprobieren. Das sind dann aber sehr schwere, medikamentenresistente Fälle.

Ja,das habe ich gesehen in einer Spiegel-Reportage. Dazu wurde die Person unter Vollnarkose gesetzt und ein epileptischer Anfall ausgelöst-das ist doch das,was Du meinst,richtig?

707Fe!rWgreis


die Frage ist für mich: Was ist eine echte Depression und was nicht?

Vaemrsa


Ich bin zum Thema geteilter Meinung. Ich denke, wenn Depressionen tatsächlich vererbte Stoffwechselstörungen im Gehirn sind und sich demnach auch nicht durch Einflüsse von Außen (Therapie, Hobbies, Freunde etc) sonderlich beeinflussen lassen, kann man von einer echten Krankheit sprechen.

In vielen Fällen entstehen Depressionen aber durch äußere Umstände. Durch zuviel Stress oder allgemeines Unglück. Wenn dem so ist, kann man daran arbeiten und sich im Grunde auch selbst heilen z.B. durch positivere Denkweise, Veränderung der Situation etc.

Heilbarkeit ist doch kein Indikator für Krank/Nicht Krank ":/

M(olliLencxhen


"Vererbt" oder "erworben" auch nicht.

ZHwackx44


Am Ende ist "Arsch hochkriegen" auch entscheidend. Ohne das geht es nunmal nicht.

destiny25, das schreibt sich so einfach hin. Das Chrakteristikum mittelschwerer bis schwerer Depressionen ist aber gerade, dass der Patient will, ABER NICHT KANN. Deine Äußerung ist deshalb so gefährlich, weil sie von ernsthaft depressiven Patienten als Schlag ins Gesicht empfunden werden kann. Herabsetzende Äußerungen wie "Der soll sich halt endlich mal zusammenreißen", "Das habe ich selbst viel schlimmer gehabt", "Dahinter versteckt sich nur Faulheit" können sogar Anstoß zum Suizid sein, wenn sie, von Freunden oder nahen Verwandten ausgesprochen, dem Patienten das hoffnungslose Bild vermitteln, dass selbst die ihm Nächststehenden ihn nicht mehr verstehen. Immerhin nehmen sich 15% depressiver Patienten das Leben.

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