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Depression ist keine Krankheit

s(chnXecke1x985


@ Schildkröte

Meiner auch :)z

d?estixny25


@ Schildkröte

Darf ich fragen, wie du vom Status "Ich will wieder gesund werden" zu "ich muss damit leben" gekommen bist?

S*cEhGil"dkröt@e0x07


Das hat sich im Lauf der Jahre so ergeben.

Man muss sich entscheiden, ob man damit leben möchte oder halt nicht. Ich hab mich für das Leben entschieden, auch wenn es schwer fällt.

T.ravis |Bicklxe


Wer meint: Leute, die depressionsbedingt ihr Leben nicht in den Griff kriegen, müssten sich nur etwas mehr anstregen (nach dem Motto:"ich strenge mich ja auch an") haben nicht begriffen, dass Depressive sich permanent anstrengen. Es liegt eben nicht daran, dass Depressive sich nicht genug anstrengen, sondern daran, dass es eben psychisch bedingt Widerstände gibt, die um Größenordnungen die normalen Widerstände überragen, und folglich auch die notwendigen Anstrengungen die normalen bei Weitem überragen. Solch große Anstrengungen führen auf Dauer (IMMER und ZWINGEND!) zu totaler Erschöpfung. -> Depression.

Die Unkenntnis (die auch was mit Ignoranz zu tun hat) voarrausgesetzt, ist es schon nachvollziehbar, auf solche "Lebenslegastheniker"-Denunzierungen zu kommen. Deshalb ist es aber nicht richtig. Und dass Destiny25 das Problem in dem charakteristischen und eben nicht zu bewältigenden Ausmaß nicht kennt, ist eher Glück als Verdienst.

Ich habe das Buch, um das es hier geht, übrigens gelesen, und muss sagen, dass der Verfasser des Artikels den Autor gründlich missverstanden und/oder aus dem Zusammenhang gerissen und falsch zitiert hat. Josef Giger-Bütler hat schon ganz ordentlich Ahnung von der ganzen Sache und ist genau NICHT der Meinung "Die sollten sich mal zusammenreißen!" Depression als Nicht-Krankheit hinzustellen ist eine Sache der Definition, und, so wie der Autor das (tatsächlich) macht völlig legitim. Ich bin mir sicher, dass die Meisten die hier auf Grund des Artikels meckern Gefallen an dem Buch fänden.

S7innestJätexr


Ich bin mir sicher, dass die Meisten die hier auf Grund des Artikels meckern Gefallen an dem Buch fänden.

Sarrazin-Effekt? OK, zumindest hast du mich neugierig genug gemacht. Ich werde es lesen.

d$esti|ny[25


Die Unkenntnis (die auch was mit Ignoranz zu tun hat) voarrausgesetzt, ist es schon nachvollziehbar, auf solche "Lebenslegastheniker"-Denunzierungen zu kommen. Deshalb ist es aber nicht richtig. Und dass Destiny25 das Problem in dem charakteristischen und eben nicht zu bewältigenden Ausmaß nicht kennt, ist eher Glück als Verdienst.

Ich habe in meinen Posts weder von charakterliche Schwäche der Betoffenen, noch was von Faulheit gesagt. Ich bin nur der Meinung, dass eine gewisse Eigenmotivation von Nöten ist, die die meisten der Betroffenen sicherlich aufbringen, ich übrigens auch.

Das Thema ist viel zu Komplex, viel zu varriable um definitiv geltende Antworten für alle zu finden. Jeder geht mit dieser Geschichte anders um. Die Wahrheit wird, wie so oft, irgendwo dazwischen liegen.

Schönen Tag noch.

L+ich9tKrisQtallxxX


Danach kam die Phase "ich will wieder gesund werden" und dann "ich muss mit der Krankheit leben". Das ist jetzt mein aktueller Status.

Geht mir auch so. Ich habe zwar wohl in Relation gesehen noch keine so lange Leidensgeschichte,wie viele,aber leider viele Rückschläge in der Therapeutensuche etc. wegstecken müssen.

Für mich fühlt es sich auch so an,dass ich mit der Krankheit leben muss,das Beste draus machen halt-irgendwie....

s0chn5ecke1x985


Für mich fühlt es sich auch so an,dass ich mit der Krankheit leben muss,das Beste draus machen halt-irgendwie....

Den Gedanken finde ich sehr wichtig und richtig, vor allem, um in schweren Phasen angemessen mit der Krankheit umgehen zu können. Wie ist das eigentlich bei eurem Umfeld?

Meine Familie hat ewig gebraucht, um auch nur in Betracht ziehen zu können, dass ich wohl nie mehr so werde, wie vor der Krankheit. Erst seit ich stationär in der Psychiatrie war (vor ca. 1/2 Jahr) konnten wenigstens meine Eltern meine Krankheit ernst nehmen. Meine Geschwister leugnen nach wie vor, dass ich psychisch krank bin. Für die sind Depressionen halt mit einem "stell dich nicht so an" abgetan. Meine Erkrankung hat mein soziales Umfeld sehr ausgedünnt, weil ich mich nicht näher mit Menschen beschäftigen möchte, die mit mir und meiner Krankheit nicht umgehen können. Ich hab lange genug gelogen und den Schein gewahrt.

kgeLinstxein


Da regt mich schon der Titel auf. Was für eine Unverschämtheit, sowas zu behaupten. :|N

Und wer denkt, Depressionen seien hausgemachtes Gejammer, Schwarzmalerei und Faulheit, dem wünsche ich kurzum selbst eine. Bin gespannt, wie ihr da wieder rauskommt – mit ein bisschen Energie und Aufwand müsste es ja gehen, ne.

v2ago


@ schnecke1985

Meine Erkrankung hat mein soziales Umfeld sehr ausgedünnt, weil ich mich nicht näher mit Menschen beschäftigen möchte, die mit mir und meiner Krankheit nicht umgehen können.

Ich denke, dass jeder Verständnis für die Erkrankung seiner Mitmenschen aufbringen sollte.

Aber kannst Du Verständnis für andere Krankheiten anderer und gar fremder Menschen aufbringen?

s#chneck5e1$98x5


Lieber vago, falls du hier auf meine Beiträge in einem anderen Faden anspielst, möchte ich dich bitten, dies hier zu unterlassen. Das gehört nicht hierher und ist außerdem diffamierend, weil du mir mangelnde Empathie unterstellst. Hättest du meinen Beitrag hier gelesen, dann wüsstest du, dass ich mich auf emotionaler Ebene auf keine Rechtfertigungen mehr einlasse. Und schon gar nicht lasse ich mir von dir gewisse Gedankengänge unterstellen.

Squ@nf[low"erv_73


Langwierige Krankheiten dünnen das soziale Umfeld gerne aus – und da psychisch noch schwieriger ist als ein offensichtlicher Beinbruch mit Gips etc., wird es da halt noch heikler. Da zeigt sich halt, wer ein echter Freund ist.

Ich hatte in den letzten Jahren viele OP's mit Einschränkungen, die aus der Problematik resultieren. Es ist was Körperliches, hat mein soziales Umfeld aber auch ausgedünnt.

Und auch mich verändert: Ich habe für kleinliche Jammereien anderer (ein bisschen Rückenschmerzen, ein bisschen Kopfweh) einfach nicht mehr viel Verständnis. Man ist mir z.T. mit miesen Vorurteilen begegnet – und meine Reaktion ist entsprechend. Nur weil ich krank bin und sich mein Umfeld ausdünnt, muss ich nicht den Seelenmülleimer für alle spielen und Verständnis zeigen, welches man mir auch nicht entgegenbringt (warum auch immer, da ist wohl von Arroganz bis Überforderung und Ratlosigkeit alles vorhanden).

Warum soll es jemand mit Depressionen anders gehen? Warum soll man selber dankbar für das kleinste Bisschen Verständnis sein UND für alles auch Verständnis zeigen? Muss man sich das Verständnis so "erkaufen" oder "verdienen"? NEIN!

LnichtK5ris>taZllxxX


Den Gedanken finde ich sehr wichtig und richtig, vor allem, um in schweren Phasen angemessen mit der Krankheit umgehen zu können. Wie ist das eigentlich bei eurem Umfeld?

Sehr zweischneidig. Mein Vater versteht es gar nicht,für ihn ist es eben nur Einbildung,Faulheit etc. , meine Mutter ist da offener und verständnisvoller,hat aber auch Probleme,es nachzuvollziehen,was man ja auch nicht übel nehmen kann,ein Mensch,der es nicht kennt,kann es einfach nicht nachvollziehen.

Habe auch nur noch wenige Freunde,aber die,die ich habe,stehen voll zu mir und begegnen mir auch mit Unterstützung und Verständnis,genau wie mein Partner.

snchnecbk(e198x5


Ich wollte hier nur nochmal klarstellen: Ich bin den Leuten nicht böse, die mit meinen Problemen nicht klar kommen. Ich nehme mir diese Freiheit ja auch heraus.

M(olli!enche7n


Meine Depressionen haben mein Umfeld auch ausgedünnt. Jetzt habe ich die Depressionen hinter mir gelassen, mein Umfeld ist immer noch dünn und ich vermisse niemanden.

Ich denke nicht, dass man Verständnis erwarten kann oder jeder Verständnis haben sollte. Und geheucheltes Verständnis oder "politisch korrekte" Rücksichtnahme nützen mir nichts.

@ schnecke1985

Wie ist das eigentlich bei eurem Umfeld?

Eltern, vor allem Vater: Kein Verständnis. Hält Depression für "Luxus" und "Dir geht's zu gut" und "Du hast nie echte Probleme gehabt". %-|

Ehemann: Nicht wirklich Verständnis im Sinn von Nachvollziehen (mangels eigener Erfahrung), aber einfühlsamer Umgang damit.

Darüber hinaus habe ich es nur Leuten erzählt, von denen ich vorher schon ahnte, sie würden es verstehen (u.a. weil selbst betroffen), was dann auch zutraf.

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