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Depression ist keine Krankheit

S%innejstätexr


Tja, diese Nichtkrankheit...hin und wieder würde ich sie mit Kußhand gegen eine echte Krankheit eintauschen.

Die Einschränkungen, die ich dadurch habe, sind so massiv, daß ich manchmal Querschnittsgelähmte beneide. Denn die können wenigstens oberhalb der Fraktur ein lebenswertes Leben führen.

Und dann wieder, in den guten Momenten, schelte ich mich einen undankbaren, unempathischen Dummkopf für solche Gedanken. Der Querschnittsgelähmte kann eben nicht alle paar Tage mal aufstehen und Fußball spielen.

Und wieder zurück im Loch denkt man sich: Na wenigstens erfährt der nicht ständig dieses "Guck mal, schön hier oben, gell?" plus dem darauffolgenden Arschtritt und zurück in den Keller. Er wird nicht ständig mit der Nase darauf gestoßen, was er alles nicht mehr kann.

{:(

L4ichtKGrisHtalxlxX


Und wieder zurück im Loch denkt man sich: Na wenigstens erfährt der nicht ständig dieses "Guck mal, schön hier oben, gell?" plus dem darauffolgenden Arschtritt und zurück in den Keller. Er wird nicht ständig mit der Nase darauf gestoßen, was er alles nicht mehr kann.

Das empfinde ich genauso und treibt mir gerade fast Tränen in die Augen,weil das absolut so ist,wie Du das beschreibst. :°(

sUchineMcke1x985


Diesen Vergleich habe ich auch schon für mich gezogen :-/

Ich arbeite gerne und viel kreativ und nichts ist für mich schlimmer, als dass der Kopf von Ideen übersprudelt, ich aber nicht die Kraft habe, einen Stift in die Hand zu nehmen und eine Skizze, eine Notiz zu machen. Ganz ehrlich: Wenn ich mich wirklich auf den Gedanken einlassen würde, alles zu durchdenken, was ich nicht kann, dann werde ich definitiv verrückt, dann bin ich einfach nur noch voller Wut :-(

Ich versuche also, mich daran zu halten, was ich kann. Manchmal schaffe ich es, eine Grenze zu überschreiten, ein bisschen mehr Freiheit der Krankheit abzutrotzen – aber es bleibt ein langwieriger, schwieriger Prozess.

H@a#tarxi


gegen eine echte Krankheit eintauschen. ~Sinnestäter

Dann würde auch jeder sehen, dass und was los ist und nicht verständnislos gucken... Oder nach Erklärungen fragen, die man selbst nicht liefern kann... :-|

smavaxra


ja,*nichtkrankheit*,das ist das,was die gesellschaft,u.u.auch die freunde und familie sehen wollen.

und genau das macht man sich dann selbst so zu eigen,dass ich mich selbst so viele jahre nicht verstanden habe,mich selbst übergangen habe,mich selbst gescholten habe,streng dich an,sei nicht so faul.und selbst damalige beste freundinnen,die mir*halfen*,ja,es tut mir leid,dass du dein leben nicht in den griff bekommst,aber du musst halt.......endlich mal .....blabla....in wirklichkeit haben sie ihr eigenes ego gesonnt,sich selbst im besten licht dargestellt.dafür musste ich nichts tun,ausser *dankbar*sein :°( :|N

zum glück hab ich das erkannt,naja,nach 10oder20jahren ":/ .und die freunde,die ich nun hab,sind wenige,aber die wirklichen :)_ :)_ .

da hast du recht,schildkröte,ein gefundenes fressen für die psychater,zum glück kann man sich ja selbst einen suchen.und wenn ich in die schublade gesteckt werde,in ruhe gelassen werde,mir mein rezept abholen kann,solls mir recht sein.

die einschränkungen,die man hat,da kann ich den vergleich mit einem gelähmten schon verstehen.

bei mir ist es einerseits die totale wut,wie mit uns als kindern umgegangen wurde.dass mir meine lebensgeschichte und mein daraus resultierendes handeln so viel verbaut hat.dass ich teilweise nicht erkannte,nicht wusste.in folge dann selbst das internalisierte,was die eltern mir antaten und mich in jahrzehntelanger schmerzhafter arbeit davon befreien musste.da stand ich dann vor dem scherbenhaufen,der mein leben war .

andereseits bin ich sehr traurig,weil ich jetzt im rückblick sehe,wie auch meine kinder gelitten haben und besonders meine jüngere tochter,die jetzt so krank ist.damit will ich nicht sagen,ich mache mir unendlich schuldgefühle.nein,aber ich bin mit dem ganzen herzen eine mutter,die sich wünscht,dass es ihren kindern gut geht und sie glücklich sind.und wenn ein kind dann so sehr leidet,dass es nicht mehr leben will,sich verletzt,etc,dann muss ich aufpassen,nicht selbst in einen abgrund zu fallen.

DANN HABE ICH EINE SOLCHE SAUWUT AUF MEINE MUTTER!!!!!!

so,nicht erschrecken,leute,es musste mal raus.

zum glück habe ich einen kern in mir,der aus widerstand,wut,kraft,glauben,bildung,liebenden menschen,spiritualität,vll.auch überlebenswille besteht.ich lass mich nicht unterkriegen.soabld ich wieder land sehen kann,mach ich weiter.

euch allen hier :)* :)* :)* :)* :)*

MCollEienMchen


@ LichtKristallxX

Bewegt Dich noch sehr,ja?

Ja und nein. Die Sache an sich, das "Monster", ist ja raus. Aber das Gefühl, das ich dabei hatte (bei der "Geburt" des Monsters, wenn man so will), werde ich halt nicht so schnell vergessen.

@ Sinnestäter

Die Einschränkungen, die ich dadurch habe, sind so massiv, daß ich manchmal Querschnittsgelähmte beneide. Denn die können wenigstens oberhalb der Fraktur ein lebenswertes Leben führen.

Scheiße, solche Gedanken hatte ich früher auch. :-o

@ savara

:°_

Snchild8krWötex007


DANN HABE ICH EINE SOLCHE SAUWUT AUF MEINE MUTTER!!!!!!

Wut auf seine Mutter hat wohl jeder Depressive, denn sie hat ja "Mitschuld" daran, dass man lebt und man wäre doch viel lieber tot.

S}innest,äter


Wut auf seine Mutter hat wohl jeder Depressive

Kleiner Einspruch: Nein habe ich nicht. Offen gestanden habe ich keine Wut auf niemanden, viellecht mal abgesehen von den Frauen, die sich mir gegenüber in einem interessanten Muster verhalten haben. Aber innerhalb meiner Familie, und das frustriert jeden Psychoanalytiker, finde ich, auch mit Gewalt, keine Fehler.

Ich glaube, eine Depression ist ein Mischmasch aus Veranlagung, und Erfahrung. Vielleicht gibt es manchen etwas, die "Schuld" auf die Eltern oder irgendwelche Erfahrungen abzuwälzen. Die Wahrheit aber, so glaube ich, liegt in einem genetisch bedingtem dünnen Fell.

sdchneck!e1985


Wut ist bei mir eher Ausdruck der Krankheit, wenn ich mit Wut an meine Mutter denke, dann bin ich grade wieder in einer kranken Phase. Wenn ich stabil bin, dann hat die Vernunft die Wut eigentlich ganz gut im Griff :-)

Wutfrei zu leben gibt mir sehr viel Lebensqualität.

suava=rxa


wut zu haben und sie zu fühlen,durch sie hindurchzugehen hat mir sehr geholfen.denn wenn es nicht erlaubt ist auf den menschen wütend zu sein,der einem solche schrecklichen dinge angetan hat,kommt man ja irgendwie auch nicht weiter in seiner entwicklung.und für mich heisst das ja nicht jemanden die verantwortung zuzuschieben.

der erkenntnisprozess hat mir geholfen,meinen standpunkt zu finden,mich abzugrenzen von den menschen,die mir so viel leid zufügten(also in der kindheit)und meine eigenen wertmassstäbe zu finden,meine lebensqualität,einfach das zu leben,was ich für richtig erachte.die verantwortung für mein leben.obwohl ich mir in jungen jahren so oft wünschte,nicht geboren worden zu sein.

liebe grüsse

syavHarxa


mollienchen :)_ :)_

S\innestRätexr


denn wenn es nicht erlaubt ist auf den menschen wütend zu sein,der einem solche schrecklichen dinge angetan hat,kommt man ja irgendwie auch nicht weiter in seiner entwicklung

Nochmal zur Erläuterung: Ich finde Wut auch eine prima Sache. Ich freue mich immer, wnn ich ausnahmsweise mal wütend bin, so blöd sich das anhört. Wut ist besser als alle stumme Lethargie, und gut für den, der sie fühlen kann.

Wenn ich der Meinung wäre, meine Eltern hätten irgendetwas verbrochen, dann würde ich mit Herzenslust wütend auf sie sein. Aber mir fällt nichts ein, was sie falsch gemacht haben könnten.

M3oll^ienxchen


@ Sinnestäter

Die Wahrheit aber, so glaube ich, liegt in einem genetisch bedingtem dünnen Fell.

Jein. Sicherlich spielt das auch eine Rolle, aber alleiniger Grund ist das sicherlich nie.

Ich habe eine Bekannte, die ist zwar nicht depressiv, jedoch – ich sag's mal nett: etwas verschroben, unsicher, in vielen Dingen ziemlich kindlich, trotzig, bockig, also weit entfernt von einer souveränen Erwachsenen. Früher war sie extrem ängstlich, das hat sie irgendwie abgelegt. Selbstsicherer ist sie dadurch aber nicht geworden. Die betont auch immer, sie hätte ja sooooooo tolle Eltern gehabt. Trotzdem: Wenn ich mir sie so ansehe, stelle ich mir das Kind von ja soooo tollen Eltern irgendwie anders vor.

Ich will Dir damit jetzt nicht sagen "Doch, deine Eltern sind schuld!", aber auch Eltern, die immer lieb und nett zu ihrem Kind waren, können irgendeine Verhaltensweise an sich gehabt haben, die das Kind verunsichert, zurückgezogen, selbstzweifelnd gemacht haben.

Man sagt ja z.B., eine ängstliche Mutter bringt oft ängstliche Kinder hervor. Nicht, weil sie ihnen dauernd irgendwas verbietet und ihnen aktiv Angst einjagt, sondern einfach, weil sich die Angst der Mutter auf das Kind überträgt. Das Kind merkt: Die Mutter ist total unsicher und hat Angst. Also muss es ja einen Grund dafür geben. Schon hat es auch Angst.

SfinnestWätxer


Wenn ich meiner Mutter, einer Kinderkrankenschwester, glauben kann (und ich habe keinen Grund, das nicht zu tun) dann war ich ab Geburt jemand, der "fremden" Menschen mißtraut hat, geweint, sobald ich aus der vertrauten Umgebung entfernt wurde.

Meine Erinnerung setzt ein an dem Punkt, an dem meine Mutter mit mir (um mich zu "sozialisieren") in verschiedene Sportvereine gegangen ist. Ich wollte nirgendwo mitmachen, aber sobald die Aufmerksamkeit von mir weg war, bin ich alleine die Klettergerüste hoch und runter geturnt.

Ich mochte (und mag) keine lauten Stimmen, bin vor den "Weiberabenden" in unserem Haus immer davongelaufen, es dauert lange, bis ich Vertrauen fasse, aber wenn, dann ist dieses Vertrauen quasi unkaputtbar.

Ich wurde nicht geschlagen, und nicht vernachlässigt. Das einzig Negative, das mir einfällt, war eine gewisse "Leistungserwartung" – schlechte Schulnoten, da erinnere ich mich an die enttäuschten Blicke meiner Eltern, und die haben mehr wehgetan als Schäge es gekonnt hätten.

Ansonsten habe ich an meine Kindheit nur positive Erinnerungen. Kaminfeuer, und mein Dad, der mit uns Turnübungen davor gemacht hat. Viele Ausflüge mit meiner Mutter und meinem Opa an den Tagen, an denen mein Dad für seine Weiterbildung lernen mußte.

Nein, mir fällt wirklich nichts ein, was da falsch gelaufen sein könnte. Die ersten wirklich negativen Erinnerungen, die kommen aus der Zeit, als ich begonnen habe, mich für Frauen zu interessieren. Da habe ich dann aber, scheinbar mit zu blumiger Erwartung (ich kannte es ja nicht anders), mehrere Male ziemlich tief ins Klo gegriffen.

LRichtKKrist allxxX


Ich finde das ganz toll,was für eine Offenheit und gegenseitiges Vertrauen hier in diesem Faden herrscht ! :)_ @:) :)*

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