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Mein Mann ist in der Psychiatrie

H"yaziwnt}hxe hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Gemeinde,

ich brauche einfach etwas Unterstützung und Austausch und hoffe, dass mir hier einige helfen können. Ich kann meine Gedanken und Gefühle nicht mehr ordnen und seh gerade irgendwie keinen Weg für mich.

Mein Mann ist seit einer Woche wegen Angst- und Panikstörungen in der Psychiatrie. Er ist freiwillig gegangen.

Und ich erkenne mich selbst nicht wieder. Seit er davon gesprochen hat, dass es vielleicht für ihn die einzige Möglichkeit ist, stehe ich neben mir. Zuerst bin ich völlig hysterisch geworden und habe ein paar Tage gebraucht, mich überhaupt auf diesen Gedanken einzulassen. Nachdem ich es konnte, ging es mit der Einweisung plötzlich ganz schnell. Die Woche über war sehr anstrengend, die Arbeit und die Besuche bei ihm, ich konnte nicht viel nachdenken. Jetzt, am Wochenende, werde wieder immer niedergeschlagener. Er war gestern Abend kurz zu Hause, seitdem fange ich mich kaum noch. Ich bin beim Telefonat mit ihm in Tränen ausgebrochen und kann mich seitdem kaum noch beruhigen.

Ich kann nicht einmal sortieren, was genau ich fühle, warum ich so reagiere. Ich habe furchtbare Angst vor vielem. Dass er nicht wieder nach Hause kommt. Dass er den Rest seines Lebens damit kämpfen muss. Dass er wieder nach Hause kommt und wir der Situation nicht gewachsen sind.

Der behandelnde Arzt spricht mittlerweile von fünf Wochen Aufenthalt. Mein Mann soll sich Zeit lassen, die er braucht. Ich habe Angst, er kommt monatelang nicht nach Hause. Ich habe Angst, er kommt nach Hause, und nichts wird wieder wie früher.

Ich habe das Gefühl, ich zerbreche daran.

Wie kann ich damit klarkommen?

Antworten
k'amillxchen


Lass dich mal trösten. Sicher kannst du damit klarkommen!

Sieh es mal so: zum Glück hat dein Mann sein Leiden erkannt und möchte etwas dagegen tun!

Kopf hoch und alles Gute euch beiden! Be supportive!

HFyanzi(nt>he


Ich weiß nicht, wie ich den Kopf heben soll und damit klarkommen soll, wenn ich das Gefühl habe, dass ich kaum atmen kann.

Wnolfnga:ng


Dein Mann hat eine Angst- und Panikstörung und er hat sich aus eigenem Entschluss in eine Kinik begeben um Hilfe zu bekommen. Das war sehr klug von ihm!

Du, Hyazinthe, scheinst aber nun wiederum panisch auf dieses Ereignis zu reagieren. Das ist sogar verständlich, denn du hast Angst vor den Veränderungen, die sich ergeben können. Können! nicht müssen! Wahrscheinlich hast du dich mit deinem Mann (und Kindern?) darauf eingerichtet, so zu leben, wie es bisher geklappt hat und nun kommt dieses Gebäude ins Wanken. Es ist klar, dass dann auch bei dir panische Gefühle aufkommen. Kannst du dir auch Hilfe suchen?

Dass er nicht wieder nach Hause kommt. Dass er den Rest seines Lebens damit kämpfen muss. Dass er wieder nach Hause kommt und wir der Situation nicht gewachsen sind.

Warum sollte er nicht wieder nach Hause kommen? Er sucht Hilfe und Heilung und danach wird er wieder nach Hause kommen! Oder gibt es irgendeinen konkreten Anlass, der dich daran zweifeln lässt? Gewiss kommen bei einer derartigen Therapie sehr viele Probleme auf den Tisch, die auf den ersten Blick keinen rechten Zusammenhang mit der Angststörung haben, doch dann wird sicherlich auch eine Lösung dieser Probleme erarbeitet. Natürlich ist sein Weg der seelischen Heilng nicht beendet, wenn er wieder nach Hause kommt. Aber wenn ihr beide wollt und (wie bisher) fest zusammen steht, so wird sich sicher ein Lösung finden lassen. Es wird immer weiter gehen und es wird sich immer eine Lösung finden lassen.

Ich kann dir aber aus eigener Erfahrung sagen, dass fünf Wochen Aufenthalt in einer solchen Klinik sehr kurz sind. Das mag es geben, doch 5 Monate erscheinen mir wahrscheinlicher, ohne nun genauer deinen Mann und seine Probleme zu kennen. Da kannst du nur abwarten und da müssen alle Beteiligten sehen, wie es sich entwickelt.

Vielleicht mag es dir eine kleine Hilfe sein, wenn ich dir berichte, dass ich vor etwa 20 Jahren aus ähnlichen Gründen auch stationär in einer Klinik war. Ich war drei Monate drin. Es war eine sehr lehrreiche Zeit für mich, von der ich noch heute profitiere! Danach bin ich wieder zu meiner Familie zurück – warum auch nicht? Seither lebe ich ganz froh und zufrieden (jedenfalls so im Rahmen des üblichen.) Wenn du Genaueres wissen willst, so kannst du mir auch eine PN schreiben.

KQetzterixn


:)D

Sieh es mal so: zum Glück hat dein Mann sein Leiden erkannt und möchte etwas dagegen tun!

:)^

wpisesmanx86


oft ist eben diese einsicht das problem vieler kranker... du kannst dich eher glücklich schätzen, dass er sein problem selber erkannt hat :)z

LjaedySuUe


Liebe Hyazinthe,

sicher ist das schwer, wenn man mit Ereignissen konfrontiert wird, die die Lebensplanung in Gefahr bringen.

Aber versuche es mal nicht so schlimm zu sehen.

Es ist gut, dass Dein Mann es bei sich erkannt hat und sich helfen läßt.

Es würde ihm aber die Situation/seine Heilung erschweren, wenn er wüßte, dass Du in seiner Abwesenheit völlig am Rad drehst.

Bitte setze ihn nicht mit Deinen "irrationalen" Ängsten zusätzlich unter Druck.

Also komm runter, beruhige Dich, lenke Dich ab, warte erstmal ab und verliere die Hoffnung nicht.

Es ist nichts verloren!!

Solltest Du auf Dauer tatsächlich nicht damit klarkommen, hole Dir ärztlichen Rat ein bzw. Hilfe.

ES gibt auch Gesprächsgruppen von Angehörigen – vlt hilft Dir ein solcher Austausch um auch zu sehen, dass Du damit nicht alleine stehst.

Ich hab leicht reden, meinst Du?

Nein, nur einen sehr nahen Verwandten, der auch bald eine stationäre Therapie beginnen wird.

Alles Gute :)* :)* :)*

KDetz,erixn


Kliniken bieten oft auch sog. "Angehörigengespräche" mit dem Patienten, seinem Therapeut und wichtigen Bezugspersonen an, vielleicht ist das auch noch eine Möglichkeit für dich.

W(olfSganxg


die Arbeit und die Besuche bei ihm, ich konnte nicht viel nachdenken. Jetzt, am Wochenende, werde wieder immer niedergeschlagener. Er war gestern Abend kurz zu Hause, seitdem fange ich mich kaum noch. Ich bin beim Telefonat mit ihm

Es gibt Kliniken, die schränken während der ersten Zeit Besuchen und Telefonate sehr ein. Völlig verbieten können sie es im Zeitalter der Mobil-phones nicht mehr, doch das hat schon seinen ernsthaften Hintergrund. Es ist durchaus förderlich, wenn der "Patient" und seine Familie vorerst nur wenig Kontakt haben. Nach einiger Zeit kann man das auch wieder lockerer sehen, doch jetzt merkst auch du, Hyazinthe, dass es weder dir noch deinem Mann gut tut.

H0yaziLnthe


Danke für eure Antworten.

Ich weiß selbst, dass es eine große Diskrepanz zwischen einem rationalen Umgang mit der Krankheit und dem Entschluss meines Mannes gibt und der emotionalen Reaktion darauf meinerseits.

Aber mit Gefühlen ist das so eine Sache, sie sind nicht richtig oder falsch, sie sind da, und ich kann mit ihnen nicht umgehen.

Du, Hyazinthe, scheinst aber nun wiederum panisch auf dieses Ereignis zu reagieren. Das ist sogar verständlich, denn du hast Angst vor den Veränderungen, die sich ergeben können. Können! nicht müssen!

In einem Ratgeber für Angehörige habe ich gelesen, dass es falsch ist, davon auszugehen, dass es danach so wird wie vorher, sogar kontraproduktiv. Und ich kann mir im Moment auch einfach nicht vorstellen, wie das anders sein sollte. Jeder Gedanke wird von der Überlegung begleitet sein – was ist, wenn es wieder passiert? Wie stabil sind die Pfähle, auf denen wir unser Leben aufbauen wollen?

Warum sollte er nicht wieder nach Hause kommen? Er sucht Hilfe und Heilung und danach wird er wieder nach Hause kommen! Oder gibt es irgendeinen konkreten Anlass, der dich daran zweifeln lässt?

Also, dass er irgendwann wieder nach Hause kommt, sagt mir mein Verstand schon. Aber mein Gefühl ist, dass es vermutlich danach nicht ausgestanden sein wird. Dafür gibt es sogar tatsächlich einen konkreten Anlass, nämlich den Auslöser der Störung, der nicht behoben werden kann. Er wird also dieser auslösenden Situation sein ganzes Leben lang immer wieder ausgesetzt sein.

Ich kann dir aber aus eigener Erfahrung sagen, dass fünf Wochen Aufenthalt in einer solchen Klinik sehr kurz sind. Das mag es geben, doch 5 Monate erscheinen mir wahrscheinlicher, ohne nun genauer deinen Mann und seine Probleme zu kennen. Da kannst du nur abwarten und da müssen alle Beteiligten sehen, wie es sich entwickelt.

Siehst du, und genau das ist es, was mich so panisch macht. Ich habe erst fest darauf gebaut, dass er Ende dieser Woche wieder nach Hause kommt, nun glaube ich längst nicht mehr daran, dass die fünf Wochen reichen werden. Ich glaube, es wird ein langgezogener Schrecken werden, wann immer man sich auf die Entlassung freut, wird die Ohrfeige kommen und der Aufenthalt doch wieder verlängert.

Es würde ihm aber die Situation/seine Heilung erschweren, wenn er wüßte, dass Du in seiner Abwesenheit völlig am Rad drehst.

Bitte setze ihn nicht mit Deinen "irrationalen" Ängsten zusätzlich unter Druck.

Das weiß er sowieso, wir stehen uns viel zu nahe, als dass ich das irgendwie verheimlichen könnte. Und ich will auch nicht, dass plötzlich Lügen zwischen uns stehen, auch wenn die Wahrheit weh tut.

ES gibt auch Gesprächsgruppen von Angehörigen – vlt hilft Dir ein solcher Austausch um auch zu sehen, dass Du damit nicht alleine stehst.

So etwas suche ich, aber hier in der Nähe gibt es nichts.

Es gibt Kliniken, die schränken während der ersten Zeit Besuchen und Telefonate sehr ein. Völlig verbieten können sie es im Zeitalter der Mobil-phones nicht mehr, doch das hat schon seinen ernsthaften Hintergrund.

Das sieht diese Klinik ganz anders. Ich weiß auch nicht, ob ich das will, am besten ging es mir in der letzten Woche, wenn ich ganz lange bei ihm war. Ihm ging es genauso.

Wisst ihr, im Endeffekt bin ich ja nicht blöd und weiß, dass ich es schätzen sollte, dass er es selbst erkannt hat und sich Hilfe sucht, auch wenn mich die Begleitumstände dieser Entscheidung sehr zweifeln lassen, aber gut.

Mein Problem ist, dass ich selbst überhaupt nicht stabil bin, und ich weiß das auch. Ich bestreite mein Leben nur, weil er immer für mich da ist, mich auffängt. Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Und gerade jetzt, wo sich beruflich gerade eben viel für mich verändert hat und ich ihn umso mehr brauche, um meinen Alltag irgendwie zu bestreiten, ist er plötzlich weg. Ich weiß, dass das sehr egoistisch klingt. Aber ich muss irgendwie versuchen, die nächsten Woche – Monate – zu überstehen, ich muss mein Leben über diese Zeit völlig neu einrichten und das in einem umso größeren Maße, je länger es dauert – wo fange ich denn jetzt an?

Ich habe solche Schuldgefühle, dass ich nicht besser klarkomme, dass er mich als Stütze braucht, und ich einfach zusammenbreche, aber ich weiß nicht, was ich machen soll?

Hilfe suchen, ja. Wo?

W[olfgganxg


Aber mein Gefühl ist, dass es vermutlich danach nicht ausgestanden sein wird. Dafür gibt es sogar tatsächlich einen konkreten Anlass, nämlich den Auslöser der Störung, der nicht behoben werden kann. Er wird also dieser auslösenden Situation sein ganzes Leben lang immer wieder ausgesetzt sein.

Der Auslöser der Störung wird nicht behoben sein, doch er muss lernen damit umzugehen und angemessen darauf zu reagieren. Angemessen bedeutet nun eben nicht in panischen Angstreaktionen, sondern besser...

KLetezferiIn


So etwas suche ich, aber hier in der Nähe gibt es nichts.

Hast du mal direkt in der Klinik nachgefragt? ???

Viele Kliniken bieten das auch bei sich an.

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