» »

Einmal depressiv, immer depressiv?

F{earbQunxny hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin 29 und war das erste Mal "krank" mit 14 Jahren, konnte das Ganze damals aber nicht einordnen. Ich denke diese Phase zog sich über ein halbes Jahr damals, ich war immer aggressiv, grüblerisch, ängstlich und launisch. Meine Eltern schoben es wohl auf die Pubertät. Gott sei dank ging das aber vorüber. Dafür kam es dann 5 Jahre später mit aller Heftigkeit wieder. Mit 19 in der Nacht eine Panikattacke und von dort an, hatte ich mich Panikattacken und Depressionen zu kämpfen. Erste Behandlung in Klinik mit Medikamenten und eine Therapie bei eine Psychologin, die ich jedoch als nicht sonderlich fähig empfand. Nach etwa 2 Jahren hatte ich es überstanden. Dann ein Rückfall mit 25 Auslöser möglicherweise eine sehr schwierige Partnerschaft, Arbeitsstress und der Tod eines Familienmitglieds). Da ließ ich mich jedoch sofort behandeln und es wurde nicht so extrem schlimm. Nun mit 29 wieder ein Rückfall wie es aussieht. Er scheint auch nicht so heftig, aber ich bin recht emotions- und antriebslos. Kann nicht schlafen oder nur sehr schwer, habe besonders in der Nacht oft Herzrasen und Schweißausbrüche. Allein heute habe ich 2 Mal grundlos geweint- Alles scheint schon wieder so hoffnungslos. Nun sehe ich mir Youtube Videos über Depressionen an und leider auch die Kommentare darunter und diese machen alles Andere als Mut. Da schreiben Leute sie leiden seit 20 jahren an Depris und schreiben das sei nicht heilbar. Das hat mich sehr stark entmutigt und mich noch trauriger und hoffnungsloser gemacht. Ich will nicht mein gesamtes Leben alle 4 - 5 Jahre so schwer krank sein. Ich überlege jetzt mit 10mg Cipramil anzufangen. Habe die Tabletten immer noch hier, weiß aber, dass es zu Beginn der Einnahme oft zu einer Verstärkung der Symptome kommt und habe Angst. Was sagt ihr dazu? Für ein paar aufmunternde Worte wäre ich sehr dankbar!

Antworten
T rTavDis Bickxle


Du hast natürlich nicht "grundlos" geweint. Das ist der Knackpunkt bei der ganzen Sache. Da liegt wohl emotional einiges im Argen bei Dir, sicherlich Dinge, die auch schon länger als 15 Jahre zurückliegen. Diesen Dingen auf die Schliche zu kommen würde dich schon viel weiter bringen. Du musst diese Gefühle irgendwie zu packen kriegen, lernen sie voneinander abzugrenzen, und versuchen den Zweck zu verstehen. Das ist eben ein bisschen kompliziert und wahrscehinlich hörste das auch nicht zum ersten Mal.

Ich kann Dir jedenfalls sagen, daß sich ein Hinhören sehr wohl lohnen kann. Man erlebt mehr gute und weniger schlechte Tage. Man kann eine Depressive Störung begradigen. WIe restlos, kann ich dir nicht sagen, aber Depressionen sind kein Schicksal, das man hinnehmen muss. Mach noch eine Therapie! Und lies ein paar Bücher zu dem Thema.

Ich war auch etwa so alt wie Du, da hat es sich dann langsam zum Besseren gewendet. Völlig beschwerdefrei bin ich auch jetzt (noch) nicht, (wer ist das schon!?) aber diese lähmende Verzweiflung ist heute (ehrlich!) kein Thema mehr. Nur Mut.

H=ell!as


hallo fearbunny, das wo du schreibst, hab ich auch so ähnlich erlebt :-) hatte auch schon ein par rückfälle von depressionen, habe wie du auch viel darüber gegoogelt und gelsen und mich entmutigt, das viel schreiben das sie jahre schon damit zu tun haben und und und, aber glaub mir es geht immer vorbei, du must nur mut haben, arbeitest du? was machst du sonst so? kannst dich gerne austauschen

lg hellas :)^

F\ear/bunxny


Hallo ihr Beiden, danke für die lieben Beiträge. Bei mir ist es so, das mit 19 eine Angststörung diagnostiziert wurde, die damals von Depressionen begleitet wurde. Die Panikattacke kam damals mitten in der Nacht, wenige Tage darauf schlichen sich nach und nach die Depressionen dazu.

Diesmal fing es eher mit leichten Depressionen an. Da dieses Jahr ein paar traurige Dinge passiert sind, dachte ich, es wäre kein Wunder, dass ich oft grüble und mich irgendwie nicht mehr richtig freuen kann. Ich weiß nicht wie weit ihr mit Angststörungen Erfahrung habt, aber nun ist es so, dass ich ständig so einen Druck im Kopf habe, mein Körper vibriert und mir immer leicht übel ist. Dazu diese quälenden Gedanken und die Ängste, dass ich wieder in so einen schlimmen Zustand geraten könnte wie vor 10 Jahren. Jeden Morgen horche ich in mich hinein, wie es mir geht und ziemlich schnell nach dem Erwachen ist dieses leicht quälende Gefühl da. Es ist nicht wie in einer Depression das ich nicht aufstehen kann. Ich kann alles erledigen, aber mit begleitet vom starken Grübeln und irgendwie einem stark bedrückendem Gefühl im Hinterkopf. Zu Beginn hatte ich diese Ängste nur Nachts vorm Einschlafen. Sobald ich am Einschlafen war, begann plötzlich mein Herz zu rasen und ich stark zu schwitzen, so dass ich sofort wieder ehllwach war. Jetzt ist meine größte Überlegung, ob ich schon mal mit meinen Tabletten beginnen soll, weil ich so schnell keinen Termin beim Psychiater bekommen werde und ich nicht will, dass sich alles so verselbstständigt. Andererseits habe ich Angst, dass mit den Tabletten alles schlimmer wird in der ersten Woche. Denn erfahrungsgemäß, wurde die Symptome zu Beginn der Einnahme verstärkt und ich habe Anfang nächster Woche zwei wichtige Termine. Nun bin ich hin- und hergerissen.

Hyelxlas


hallo fearbunny, kenne das nur zu gut bei mir fing es auch mit 15jahren an mit ne angststörung, angst vor krankheiten, vor hirnhautentzündung, weil ein guter kumpel das hatte und fast ums leben gekommen ist, danach hatte ich richtige ängste von der krankheit, weil es ja sehr anstekend ist, irgendwie hatt das mir so ein schok eingejagt das ich halt extreme ängst und depressionen hatte, nach ner zeit über einem jahr ging es irgendwann vorüber, dan mit 20 ein rückfall, weil ich geschlechtsverkehr hatte ohne gummi, und ich irgendwelche symptome hatte und mir aids einbildete, allso dachte ich, ich hätte aids, fehler von mir war das ganze googeln, und mich reinsteigern in die ängste, nach einem test 3monate später, war der test negativ :-) hatte ich glück, aber die ängst vor aids und depressionen hielten trozdem 1jahr an, bis sie wider von selber verschwanden ohne hilfe von terapeuten, und jetzt bin ich 25 jahre alt und hatte vor 6monaten wider einen rückfall,dieses mal wider selber schuld, ich habe ne zeit lang extrem drogen konsumiert, party szene halt viel unterwegs gewesen im nacht leben, ja dadurch hatte ich nen hefftigen entzug gemacht, nach 2wochen war der entzug mehr oder weniger überstanden, aber die ängste und depressionen und panikattacken hielten weiter an, bis ich es nicht mehr aushielt und zum arzt gegangen bin, seit dem krieg ich antidepressivas, und durch das viele googeln über ängste und depressionen ob es heilbar ist oder man sein leben lang damit kämpfen muss und auch negative meldungen liest wurde ich nur noch depressiver und zwangsgrübler, :-) ja im moment geht es mir recht gut, aber eben nicht ganz, grüble ab und zu immer noch, aber jetzt holl ich mir wenigstens proffesionelle hilfe, weil dieses mal es sehr hefftig war und ich sogar angst hatte, teilweise noch habe, das ich verrückt werde, weill ich so extreme panik und angst attacken hatte, dank den medis sind sie mehr oder weniger weg.

lg hellas :)^

SlchwarAzerKTeSe


Fearbunny,

Warst du schon bei einem allgemeinarzt um einen kompletten gesundheitscheck zu machen? Insbesondere einen ausführlichen Bluttest. Wenn nicht mach das mal. Bei so heftigen Körperlichen Reaktionen, kann da auch eine physische Ursache am Werk sein.

Ich würde dir auch raten, zucker, brot und getreideprodukte zu vermeiden. Das hält den insulinspiegel konstant und stabilisiert Körperliche Stoffwechselvorgänge, was leztendlich das Wohlbefinden enorm steigert (persönlich getestet)

Vielleicht hilft dir auch sport, am besten eine Teamsportart, was dich von deinen Sorgen ablenkt.

Und das wichtigste ist die Angst zu akzeptieren und nicht dagegen innerlich zu kämpfen. Es ist nur ein Gefühl, das nächste mal wenn du Angst oder Panikatake bekommst wehr dich nicht dagegen, beachte sie nicht, dein Körper regelt es von alleine. Konzentriere dich auf die schönen Dinge im Leben, denke an Glück und Gesundheit. Suche jeden Tag nach Anzeichen dass es besser geworden ist. Es ist deine Einstellung die den Unterschied macht.

Probier das aus, wenn du merkst, dass es wirklich besser geworden ist, kann ich dir gerne noch einpaar spezifische Tipps geben. :-)

Ffear<buKnxny


Ich werde heute zu meinem Arzt gehen und ein Blutbild machen lassen. Einen Termin bei einem Neurologen zu bekommen, ist dagegen viel schwerer. Wartezeiten bis mind. 4 Monate, egal wo ich anrufe. Was von einem depressiven Menschen abverlangt wird, ist enorm. Wenn man bei seiner Suche nach Hilfe dann auch noch auf herrische und unfreundliche Praxishelferinnen trifft, ist das besonders niederschmetternd. Ich werde dann jetzt wohl einen Termin für Juli (!) machen, ich hab ja keine Wahl. Einen Psychologen zu finden, ist noch schwieriger. Wartezeiten bis zu einem Jahr. Meine Güte...ich bekomme die Tabletten glücklicherweise von einem Bekannten der im Krankenhaus arbeitet. Sonst wüsste ich jetzt gar nicht was ich machen soll, außer zur Rettungsstelle zu gehen, aber dafür ist es nicht schlimm genug. Ich hab tagsüber keine Angstanfälle - immer nur wenn ich versuche zu schlafen. Heut Nacht war ich klatschnass geschwitzt. Ich hätte heute eigentlich arbeiten müssen und um 5 Uhr früh aufstehen müssen. Dieser Druck einschlafen zu müssen, hat mich dann natürlich erst recht nicht einschlafen lassen. Dann hab ich mich heut Morgen entschlossen mich krank zu melden. Nach dieser Entscheidung bin ich dann endlich eingeschlafen, obwohl ich mich jetzt trotzdem wie gerädert fühle. Puh...man ist das alles anstrengend :(v

Jwo7ri


Vor etwa 14 Jahren hatte ich eine kompletten Zusammenbruch: Burnout und Depressionen. Ich war damals etwa 1,5 Jahre nicht arbeitsfähig, bekam Medikamente und Therapie. Dann schien alles gut und ich war voller Lebensfreude und Tatendrang.

Doch bereits nach 3 Jahren ging es wieder los. Diesmal habe ich selbst viel schneller erkannt, dass etwas nicht stimmt und ging rechtzeitig zum Arzt, so dass diese Episode "nur" ein dreiviertel Jahr dauerte. Zwischendurch gab es immer kleinere Tiefs, die ich aber als normal abtat, nach dem Motto "schlechte Tage hat jeder mal".

Doch weitere fünf Jahre später der nächste Einbruch. Ich fragte den Arzt, ob das jetzt immer so weitergeht. Er meint, dass es durchaus sein kann, dass man nach einer so schweren Ersterkrankung eine gewisse Neigung zu wiederholten depressiven Episoden haben kann.

Das Gute ist,, dass ich die Symptome inzwischen selbst gut deuten kann und mir somit rechtzeitig die notwendige medikamentöse Unterstützung holen kann, bevor es so richtig schlimm wird. Dabei ist es von Vorteil, dass ich von Anfang an bei dem selben Arzt in Behandlung bin. Da kann ich auch ohne viel TamTam + kurzfristig mein Rezept bekommen.

Übrigens haben doch die meisten Neurologen/Psychiater einmal die Woche eine Notfallsprechstunde "ohne Termin". Da muss man zwar Wartezeit mitbringen, aber man wird auf jeden Fall behandelt.

H2ellxas


ja die depressiven episoden sind schon ne harte zeit, vorallem wen ein rückfall passiert, dan denkt man nur noch hatt das alles ein sinn, ein lebenlang mit solchen rückschlägen zu kämpfen ":/ aber eben immer kopf hoch egal wie hart es ist :-) man muss härter sein, was mich nicht umbringt macht mich stärker :)^ ;-D

und leute wollte euch fragen, habt ihr neben medikamentös, auch ne terapie oder so gemacht?

lg hellas

FXearvbuniny


Ich habe mit 19 eine Therapie gemacht, die mir leider nicht viel gebracht hat, weil die Therapeutin ungeeignet war. Es sollte damals eine Verhaltenstherapie sein, jedoch haben wir immer nur über meinen Tag und meine Hobbies geredet. War also mehr eine Gesprächstherapie ohne Ergebnis.

Ich denke auch das ich einfach vorbelastet bin. Ich vermute auch das ich das erste Mal bereits leicht depressiv mit 10/11 Jahren war. Ich hatte als Kind oft leicht Panik, wenn ich Abends im Bett war und plötzlich nicht wusste woran ich denken soll. Das trat erst auf, nachdem wir aus der Stadt ins Umland gezogen sind. Ich wollte damals nicht umziehen, hab sehr gelitten, weil ich meine Freunde nun nur noch sehr selten gesehen habe und in der neuen Heimat erst spät Freunde fand. Das war ein gravierender Abschnitt in meinem Leben, der mir lange überhaupt nicht bewusst war. Seitdem habe ich auch starke Verlustängste.

Diese schweren Depressionen mit 19 waren für mich ein traumatisches Erlebnis, dass ich bis heute nicht überwunden habe. Jedes Mal wenn ich darüber rede, kommen mir die Tränen und ich denke ich müsste dieses Erlebnis eigentlich dringend in einer Therapie verarbeiten.

Bei mir ist es ähnlich wie bei dir Jori. Hab diese Episoden im Abstand von etwa 3-4 Jahren, aber sie sind immer weniger intensiv geworden, weil ich heute auch schneller reagieren kann. Damals wusste ich nicht woran ich leide und dachte einfach nur ich bin verrückt und schwach. Heute weiß ich es besser.

Ich kann gut damit leben, dass ich Zeit meines Lebens Medikamente nehmen muss, da mein Gehirn offensichtlich einen Defekt hat, den man kontrollieren muss. Die Angst die ich jedes Mal habe (auch wenn es sich bisher immer als unbegründet erwiesen hat) ist, dass ich denke, ich werde in dieser stark depressiven Phase über Jahre oder für immer bleiben. Man googelt ja dann blöderweise und liest dann Berichte über Menschen die offensichtlich behandlungsresistent sind. Und das macht mir dann Angst obwohl ich eigentlich weiß, dass ich erst am Freitag mit meinen Medikamenten begonnen habe und sich gerade in den ersten 2 Wochen die Symptome verstärken, ehe die Tabletten dann beginnen zu wirken. Man weiß das, aber wenn man in seinen Ängsten, in seiner Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit gefangen ist. Für mich ist das schlimmste Symptom zur Zeit dieses Gefühl gefangen zu sein. Das Gefühl ist Abends am stärksten. Habe auch Angst vor dem Enschlafen, weil ich da immer dieses plötzliche Herzrasen und die Schweißausbrüche bekomme und mich so elend fühle. Dauert dann immer nen ganzen Moment bis man wieder runterkommt und kostet Kraft. Vor allem bim ich danach wieder hellwach. Mein Arzt hat mir Tavor verschrieben, falls ich wieder nicht schlafen kann. Aber ich versuche es heute nochmal ohne. Beruhigungsmittel nehme ich nur sehr ungern. So...und damit erstmal eine gute Nacht euch allen. Bin morgen sicherlich wieder hier ;-) Danke euch sehr für eure Unterstützung. Das hilft unglaublich viel!

Hlellzas


und wie gehts voran? nimmst du ADs?

lg hellas

F}eayrbunxny


hallo hellas,

ich hab keine beruhigungsmittel genommen und habe die letzte nacht durchgeschlafen. ich schlief zwar mit kalter angst im nacken ein, aber dafür hab ich gut geschlafen und sogar gut geträumt :)^ halte dich auf dem laufenden :)z

HOelrlas


ah oke super tiptop :)^ immer dran denken es wird besser

lg hellas

Tte,sctralxe


leider leider, gibt es in psychatrischen Medizin, genau wie in der somatischen, unheilbare krankheiten. ich glaube nicht, das ein depressiver, wirklich ganz und gar geheilt werden kann, eine melancholische schwingung, wird immer in seiner seele sein...

HGellxas


@ testrale das würd ich nicht so sagen,

klar gibt es melancholische schwingungen, aber es gibt auch leute vorallem die nur eine depressive episode durch machten.. aber es stimmt auch das die narben nie ganz heilen oder man halt schneller zu einer neuen episode neigt.. lg hellas

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH