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Einmal depressiv, immer depressiv?

FFearbpunn?y


Mein Arzt meinte auch von Heilung kann man bei depressiven Menschen nicht sprechen. Aber man kann die Symptome ausschalten und in den Phasen zwischen meinen Rückfällen war ganz und gar nichts von einer melancholischen Schwingung zu merken - ich habe mein Leben genossen :-) Zustimmen würde ich allerdings insofern, dass ein Mensch der zu Depression neigt (das bin ich leider definitiv und insbesondere seit meiner traumatischen depressiven Episode 2002) immer achtsam sein und auf die Signale seines Körpers achten muss. Ich habe meine Signale leider übersehen, aber es gab sie bereits vor 3 Monaten. Besonders nach schweren Lebensereignissen läuft man Gefahr eines Rückfalls.

Gestern Abend war ich mit einer Freundin unterwegs. Was essen und quatschen und da hatte ich das erste Mal ein paar schöne Stunden wo ich mich gefragt habe "Was war denn los mit dir? Dir gehts doch super, alles ist ok!" Dieser Zustand hielt an bis ich ins Bett ging. Da ich gestern das erste Mal wieder allein geschlafen habe, fing ich wieder an über den Sinn des Lebens zu grübeln und vor dem Einschlafen überfiel mich plötzlich wieder die Panik das ich bald sterben muss. Hab sie aber schnell überwunden und nicht bis um 5 Uhr früh wach gelegen sondern dank eines Hörspiels (anstelle des Fernsehers mit dem ich sonst immer einschlafe) 10 Minuten später fest geschlafen und wiederholt einen schönen Traum gehabt.

H5e+l,lcaxs


Mein Arzt meinte auch von Heilung kann man bei depressiven Menschen nicht sprechen. Aber man kann die Symptome ausschalten und in den Phasen zwischen meinen Rückfällen war ganz und gar nichts von einer melancholischen Schwingung zu merken - ich habe mein Leben genossen Zustimmen würde ich allerdings insofern, dass ein Mensch der zu Depression neigt immer achtsam sein und auf die Signale seines Körpers achten muss.

ja wie du sagst stimmt es, wenn man unter heilung versteht 1mal und nie wieder, dan lehnt man sich zu weit ausem fenster, aber das die depression weggeht und man wie vorher weiter leben kann, das ist absolut machbar, aber mann muss halt auch wissen das man anfälliger auf rückfälle ist als die die es noch nie gehabt hatten und man muss immer mit einem rückfall rechnen und bereit sein.

Gestern Abend war ich mit einer Freundin unterwegs. Was essen und quatschen und da hatte ich das erste Mal ein paar schöne Stunden wo ich mich gefragt habe "Was war denn los mit dir? Dir gehts doch super, alles ist ok!"

ja kenn das auch, man denkt, man braucht die tabletten nicht mehr oder ne terapie braucht man nicht mehr, es ist halt wie weggeblasen die depression. bis man wider anfängt zu grübeln dan gehts wider loss mit der panik dies das.

über was grübelst du alles? bin auch ein grübler, ist richtig mühsam und quälend

lg hellas

FIear8bquxnny


Oh was ich so grüble? Vieles! Über den Tod, wie er ist, ob ich in die Hölle komme wenn es eine gibt und ob ich da bis in die Ewigkeit bleiben muss, und was ist die Ewigkeit? Wenn es keine Ewigkeit gibt, ist meine Seele dann auch endlich und wenn ja, wo kommt sie nach dem Ende hin? Also schon über Dinge, auf die ich eh keine Antwort bekomme. Aber auch darüber, was die Zukunft bringt. Werde ich einsam sein? Wann werden meine Eltern sterben und wenn sie sterben und ich wieder depressiv werde (wovon ich ausgehe) wie komm ich damit klar, wenn keiner mehr für mich da ist? Wofür lohnt es sich noch zu leben wenn ich keine Familie mehr habe? Werd ich einen Partner finden der meine depressiven Episoden aushält und mich unterstützt und trotz allem liebt oder werde ich einsam sterben? Sollte ich Kinder bekommen, auch wenn die Gefahr besteht das sie auch eine depressive Neigung haben könnten?

All diese Dinge quälen mich den ganzen Tag. Ich denke über sowas auch nach, wenn ich keine depressive Episode habe, aber seltener und die Gedanken belasten mich dann auch nicht. Manchmal tauchen sie auf, beunruhigen mich für einen Moment und sind dann wieder weg.

Momentan leide ich nicht. Aber mir ist immer extrem langweilig, weil mir ja nichts Spaß macht und ich irgendwie nur die Tage rumkriegen will. Ich erinnere mich das das bis vor kurzem noch anders war. Da hatte ich Spaß am shoppen oder daran Freunde zu treffen. Momentan kann ich das zwar machen, finde es aber sinnlos. Denke die ganze Zeit darüber nach, ob das was ich gerade tue die Realität ist. Ich frage mich ob unsere Dimension die einzige Existenz ist. Irgendwie fehlt etwas oder ich fühle mich fehl am Platz. Nehme nicht wirklich teil am Leben. Ich kann es ganz schwer beschreiben. Angst habe ich nur noch Abends kurz vorm EInschlafen. Ich habe Angst vor einer neuen Panikattacke. Der Tag danach ist auch immer etwas grauer und ich werde den ganzen Tag begleitet von einem leichten Angstgefühl das mir im Magen und im Nacken sitzt. Dieses ist latent irgendwie zur Zeit aber sowieso immer da. Vielleicht geht es, wenn die Panikattacken gehen. Und ich hoffe das sie gehen. Ich hoffe ich löse mich nicht auf, denn das denke ich manchmal wenn ich dieses Leben und diese Dimension und diese Existenz in Frage stelle...alles in allem doch recht anstrengend dieses Leben! %-|

a)u"g23x3


der letzte Text: ..."...alles in allem doch recht anstrengend dieses Leben!" kommt darauf an, was als Vergleichsmaßstab verwendet wird. Sicher lernen wir Menschen kennen, die für uns scheinbar leichtfüßig durchs Leben kommen - auf der anderen Seite, die sich sehr schwer tun.

Depression ist kein Schicksal, das für ein Leben lang gilt.

Ich möchte sogar behaupten, sie ist ein notwendiger Bestandteil des Lebens. Holt mal aus Zeitungsarchiven die Aktienkurse der letzten 20 oder 30 Jahre, zumindest seit es den Index DAX gibt. Wo haben wir den schon gesehen? Bei 4000 wie auch bei fast 10000 Punkten, wer schlau war hat bei 4000 gekauft und bei 10000 verkauft.

Übertragen auf das eigene Leben: bei Niedergeschlagenheit (anderer Ausdruck für Depression) die Kräfte mobilisieren, um aus dieser Situation heraus zu kommen. Dazu kann man sich Hilfe holen. Das macht Sinn. Auch die eigene Anstrengung in dieser Situation ist sinnvoll.

Wer sich dann auf dem ansteigenden Ast der Kurve befindet, der ist gut beraten, wenn er die Erfahrungen aus dem Tief verwertet, Sicherungen einbaut, mit seiner Energie sorgsam umgeht und Reserven für die nächste Talfahrt anlegt.

Mut zur Zukunft!

HJellWas


was ich noch sagen wollte, ab und zu denke ich, ja jetzt bist du übern berg, du hast es überwunden, dan wenn ich später wider anfannge zu grübeln, zieht es einem extrem runter, fearbunny ich grüble auch wie du über alles nach, sinnloses grübeln macht einem schon zu schaffen.

lg hellas

FAearbPunnxy


@ Aug233:

Da hast du schon recht. Mal abrutschen ist ok. Auch ein oder zwei depressive Episoden sind ok...aber ich hab das schon zum 4. Mal. Das letzte Mal erst vor 3 Jahren. Jedes Mal gleich so tief abzurutschen ist nicht normal.

Am Freitag nehme ich die Medis 2 Wochen. Bisher geht es mir nicht gut. Eher schlechter. Ausnahme: Ich kann wenigstens schlafen und träume sogar gut. Ich weiß auch nicht wie ein Medikament mir diese Hoffnungslosigkeit und diese extreme Angst vorm Tod nehmen soll. Der ist ja nunmal Fakt und das gibt es keinen Ausweg. Ich weiß zwar das ich diese Angst vorher nicht so enorm hatte und einfach gelebt habe, aber jetzt hab ich keine Ahnung mehr wie das war und warum ich damals nicht ständig ans Sterben gedacht habe. Ich fühl mich hier so vollkommen fehl am Platz, das ich mich manchmal am liebsten einfach auflösen würde. Es zerreisst mich innerlich sobald ich an die Zukunft denke.... :-(

HvelOlas


ja ich kenn das alles auch, hab auch schon die 4 episode jetzt und das mit 25 ":/ aber eben hab nie eine terapie gemacht und nehme zum ersten mal medis.

F:ear>buxnny


Heute ist Tag 15 mit den Medikamenten und Tag 5 mit der Dosis von 20mg (Hatte am Sonntag von 10 auf 20 erhöht). Montag und Dienstag ging es mir einigermaßen ok. Mittwoch auch noch. Hab mich dann auf die Arbeit gewagt. Danach war es wieder schlimm, als ich gemerkt habe, dass ich mich zum Feierabend gar nicht auf mein Zuhause freue. Vorletzte Nacht war schlafen nur mit Beruhigungsmittel möglich und letzte Nacht hab ich mich ohne in den Schlaf gequält und schreckliche Sachen geträumt. Hab mich gleich wieder krank melden müssen auf der Arbeit. Momentan geht es mir einfach nur hundeelend und ich seh keinen Ausweg aus all diesen negativen Gefühlen! Ich kann nicht mehr, es wird ja immer schlimmer statt besser!! :-(

a;ug2x33


Medikamente sind die eine Seite - wo ist die andere Seite: Gespräche?

Ohne gezielte Gespräche über die bedrückenden Situationen wird es wohl nicht gehen. Gespräche muss nicht gleich Therapie heißen, auch Gespräche mit etwas kundigen und geduldigen Menschen können helfen.

FLeadrbunny


Ja, ich rede viel mit meiner Mama und mit Freunden darüber was mich bedrückt. Ich werde auch eine Therapie machen, aber du weißt ja wie das mit den Wartelisten ist. Das wird dauern. Ich bin jedenfalls nicht allein. Ich weiß ja auch wodurch meine Ängste ausgelöst wurden, aber da meine Angst der Tod ist, weiß ich eh nicht wirlich was eine Therapie da helfen soll. Sterben müssen wir schließlich alle und was mich in meinem Leben erwartet (Zukunftsängste), kann mir auch kein Psychologe vorhersagen.

Manchmal am Tag hab ich ganz kurze Momente wo ich denke das alles wieder gut wird, aber kurz danach ist es wieder schlimm. Als ich vor 2 Wochen mit den Medis anfing, war ich nicht annähernd so schwer depressiv wie jetzt. Mir tut schon den ganzen Tag mein Herz weh und ich bin immer verkrampft und stark angespannt. Freue mich über gar nichts. Das ist wirklich ganz schlimm das es innerhalb von 2 Wochen so einen Abfall gab. Ich fürchte ich komme hier nicht mehr raus!

H3enllaxs


fearbunny mal ne frage, welche medis nimmst du jetzt? und hast du bei jeder episode medis genommen?

lg hellas

G)err^chenx2


Hallo ihr 2, Fearbunny und Hellas!

Auch ich teile das leid mit euch! Bin 22 und habe meine dritte Epidose. Nehme zur Zeit das erste mal Medikamente und ich finde sie helfen schon. Obwohl gestern wiedereinmal die dunklen Depressionsgefühle durchkamen und ich dann gleich wieder einen Angstanfall bekam mit Herzrasen und Schwitzen, da ich Angst hatte, das es wieder von vorne los geht!

Hatte mit 17 meine erste Phase! Doch ich konnte das damals noch nicht so genau einschätzen was das ist, und befasste mich auch nicht so extrem damit, was gut für mich war! Und so verging es nach ca. 3 Monaten

Die zweite Phase mit 19, und die dauerte ca. 5-6 Monate. War für mich bisher fast die schlimmste, obwohl die jetzige mit 22 auch schlimm war/ist. Es ist halt so am Anfang war sie sehr sehr schlimm, nehme dann jetzt auch zum ersten Mal Medikamente und sie geben mir irgendwie stabilität. Es ist nur die Angst dass es wieder so wird.

Und meine Grüblerein gehen am meisten über meine Zukunft, genau wie es Fearbunny beschreibt, genauso ist es! Finde ich einen Partner der mich so akzeptiert, was mache ich wenn meine Eltern tot sind, werde ich alleine sein, ist es Verantwortungslos von mir Kinder zu zeugen, da ich da meine Gene weitergebe.... usw. Und das was mir bis jetzt am meisten spaß in meinem leben gemacht hat soll nichtmehr sein! Mit meinen Freunden in den Urlaub fahren und es mal einmal im jahr richtig krachen lassen! dann der nächste grübelgedanke, was wenn ich in zukunft im Urlaub depressiv werde.....

Und ich bin auch davon überzeugt, dass JEDE DEPRESSION VORBEI GEHT!

Bin genau wie ihr ein Internet Junkee ;-) durchforste alles über das Thema... usw. Und habe auch Angst negative Sachen zu lesen! Da spürt man richtig wie einen innerlich die Angst aufzieht.

Ja, jedenfalls würde mich freuen wenn wir uns ein bisschen austauschen könnten!

FNearbu{nny


Hallo,

gibt es euch noch in diesem Forum?

Wie geht es euch inzwischen?

Meine Mutter ist letzte nSommer an Krebs erkrankt, aber sie erholt sich gerade.

Mir ging es ab Ostern wieder schnell viel besser, hatte ein recht gutes Jahr, aber wieder ein kleines Tief als ich von Cipramil auf Citalopram umgestellt werden sollte.

Das ging leider gar nicht und dann wurde ich wieder umgestellt – diesmal auf Cipralex.

Das hilft etwas besser, aber anscheinend nicht so wirklich gut.

Ich bin von 20mg die ich bei Cipramil hatte auf 10mg Cipralex runter. Aber momentan hänge ich wieder seit einigen Tagen durch. Hatte auch ein kurzes Down um den Jahreswechsel rum.

Also so richtig gut ist es leider bisher nicht geworden. Ein Zustand den ich gut ertrage, aber Freude gibt es in meinem Leben zur Zeit nicht wirklich – eher Sorgen.

Werde aber bald meine Therapie firtsetzen. Hatte letztes Jahr im Sommer eine begonnen und damit ging es mir ganz gut. Leider hat diese ihre Praxis aufegeben und endlich scheine ich eine neue Therapeutin gefunden zu haben.

Ich hoffe das es mit ihr klappt.

Alles Gute euch!

Z-wa<ck44


Der Übergang von 20 mg Cipramil auf 10 mg Cipralex war keine echte Dosisänderung: Cipralex enthält nur die wirksame Komponente der beiden Spiegelbildisomeren, Cipramil auch die unwirksame.

Wenn Du auf Dauer mit einem Antidepressivum nicht zurecht kommst, sprich mit dem behandelnden Arzt. Es gibt jede Menge Alternativen. Ich selbst habe 20-30 ADs ausprobiert. Im übrigen kann man auch unterschiedliche ADs miteinander kombinieren und auf diese Weise fast eine maßgeschneiderte Medikation erreichen.

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