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Ich hasse meine Mutter

f8ret8tchen$10x10 hat die Diskussion gestartet


Ja, der Titel klingt echt hart, aber zurzeit empfinde ich nur Hass. Ich (24) kann einfach nicht mehr.

Alles fing mit meiner Geburt an. Ich war nicht erwünscht, nur ein Ausrutscher. Mein Vater wollte nie was mit mir zu tun haben. Kurz nach der Geburt, schob mich meine Mutter bei meiner Oma für ein paar Monate ab. Sie hatte einen neuen Freund und mit dem hat sie den ganzen Tag gesoffen. Ich war ihr egal.

Als ich 10 war, passte mein Onkel öfters auf mich auf, wenn meine Mutter wohin musste. Leider trank er immer sehr viel und wurde dann ziemlich aufdringlich. Er hat mich nicht richtig vergewaltigt, aber fast. Das ging etwa 2 Jahre so, bis ich es meiner Vertrauenslehrerin anvertraute. Ich musste dann zu einem Psychologen. Anzeigen wollte ich meinen Onkel nicht. Es vergingen ein paar Monate und es war auf einmal wieder wie vorher. Er machte zwar nichts mehr, aber jeder tat so, als ob es nie geschehen war. Hat mich ziemlich verletzt.

Dann war da noch mein Stiefvater: Er war schwerer Alkoholiker. Meiner Mutter war es egal, hauptsache er brachte das Geld nach Hause. Ich als Kind hab immer mit ihm geschimpft, wenn er wieder mal wo drüber flog. Als er dann seine Arbeit verlor, war auch meine Mutter mit mir weg. Da war ich knappe 15. Wir zogen in eine kleine Wohnung.

In dieser Zeit lernte ich meinen Ex kennen. Als meine Mutter erfuhr, dass ich einen Freund hab, bekam ich kein Geld mehr von ihr. Nicht mal essen, Kleidung oder Geld für Schulbücher. Sie war der Meinung, dass nun mein Freund zuständig ist. Ich kannte ihn damals erst eine Woche. Trotzdem tat er es. Nach einem halben Jahr, ich war noch nicht mal 16, sprach sie die ganze Zeit davon, wann ich denn endlich ausziehe. Wird doch zeit.

Die Situation eskalierte, als ich kochte und vergessen hab einen!!!! Teller abzuwaschen. Sie nahm den Teller schmiss ihn auf den Boden und schrie mich an, ich solle verschwinden. Dann meinte sie noch, dass wenn ich gehe, nicht mehr nach Hause kann, weil sie sich umbringt. Dann nahm sie neben mir Tabletten und Alkohol. Mein Freund brachte mich dann zu seiner Familie, wo ich ein paar Wochen lebte. Dann hatte sich die Situation ein wenig beruhigt.

Noch ein halbes Jahr später bin ich dann endlich ausgezogen. Da fing dann der Konkurenzkampf zwischen mir und meiner Mutter an. Sie wollte immer alles besser haben als ich und vergönnte mir gar nichts. Sie war sogar froh, wenn es mir schlecht ging.

Angerufen hat sie mich nur, wenn es ihr schlecht ging um zu jammern. Ja, das konnte sie gut. Aja und sie ruft mich auch an, wenn sie wieder mal Probleme mit ihrem neuen Mann hat, der auch Alkoholiker ist. Jede Woche heult sie mir in das Telefon, was er denn schon wieder gemacht hat. Mich macht das echt schon fertig.

Naja und am Dienstag hat sie was gesagt, was mich ziemlich schockiert hat:

Dein Onkel arbeitet nächste Woche in deiner Gegend. Der kann ja bei dir schlafen, ihr habt bestimmt euren Spaß.

Ich war echt verletzt, hab keinen Ton mehr rausgebracht.

Wenn ich meine Oma nicht hätte, wäre mein Leben sicher bergab gegangen. Sie hat mich aufgefangen. Sie war wie ein Mutterersatz für mich. Ich bin ihr so dankbar.

Auch sie meinte, dass meine Mutter nie eine Kind bekommen hätte sollen. Sie ist einfach nicht dafür geschaffen.

Mein eigentliches Problem ist, dass ich meiner Mutter einfach nicht die Meinung sagen trau. Ich weiß nicht wovor ich Angst hab. Ich schlepp das jetzt schon ziemlich lange mit mir herum, aber ich mache nichts dagegen. Warum ist sie nur so? Was hab ich ihr denn getan? Ich bin echt traurig. Keine Ahnung wie ich mich noch verhalten soll......

Antworten
BYlauer1LoCtus


Sorry, wenn das jetzt nen bissl hart klingt oder so, aber...wenn ich du wäre würd ich den Kontakt zu deiner "Mutter" abbrechen...komplett...

Am besten nochmal Umziehen, Telefonnummer ändern und nicht mehr rausrücken usw.

Deine Mutter ist krank und verhält sich deswegen so...da kannst du nix dafür, aber du kannst auch nix dagegen tun. Du kannst ihr nicht helfen! Und sie möchte deine Hilfe wohl vermutlich auch gar nicht!

fSrett8chen1y010


Umziehen muss ich nicht, sie ist mich noch nie besuchen gekommen.

Aber ich hab mal versucht den Kontakt abzubrechen, da hat sie mich richtig terrorisiert. Hatte über 50 Anrufe in Abwesenheit am Handy. Noch dazu hat sie meine ganze Familie angerufen und ihnen gesagt, was ich denn eigentlich für ein arges Kind bin.

Irgendwie trau ich mich dann doch wieder nicht, den Kontakt ganz abzubrechen, weil sie ja doch meine Mutter ist.

H*oney,_Bun`nxy91


warum tust du dir das nur an?

sie ist zwar deine biologische mutter, aber war sie wirklich je eine MUTTER für dich? :°_

brich den kontakt ab, erkläre deiner familie, WARUM du das tust.

JEDER, aber auch wirklich JEDER mensch wird dafür verständnis haben.

und wenn nicht kannst du auch auf diese verzichten! :°_ :)* :)*

deinen onkel würde ich im übrigen nicht da schlafen lassen, aber das ist dir sicherlich auch klar :°_ :°_

f8retbtchRen1k01x0


Oft weiß ich selbst nicht, warum ich mir das antue. Manchmal denk ich mir, dass sie sich geändert hat, doch dann enttäuscht sie mich wieder.

Ich weiß nicht, warum ich es nicht schaffe den Kontakt endgültig abzubrechen. Aber so quäle ich mich nur selbst.

Meinen Onkel werd ich selbstverständlich nicht bei mir übernachten lassen. Ich find es einfach nur traurig, dass sie so eine Aussage gemacht hat.

sQnoqwwxitxch


Theoretisch könntest du deinen Onkel auch heute noch anzeigen. Mir ist es so mit meinem Vater in der Kindheit ergangen, deshalb weiß ich das. Ich hab ihn aber auch nicht angezeigt, hätte es nicht gekonnt. Meine Mutter hat damals auch davon gewusst und mir noch vor 6 Monaten gesagt "besser du als ich" Was ich damit sagen will, du bist nicht alleine :°_ :)* :)* :)*

Ganz wichtig ist, dass du das verarbeitest. Warst du mal in Therapie? Ich würde dir auch raten den Kontakt abzubrechen, aber ich habs selbst auch nie geschafft. Du kannst nur überleben, wenn du das verarbeitest. Weiß denn der Rest der Familie was da vorgefallen ist ??? Und wieso wurde damals keine Anzeige erstattet, von der Lehrerin ???

a+nnaZlida


Der Kommentar mit dem Onkel...unfassbar :-o :-( Ich bin wirklich geschockt. Ist er der Bruder deiner Mutter? Oder deines Vaters?

fsretttcnhenx1010


Warst du mal in Therapie?

Ja, aber nur wegen meinem Onkel und da war meine Mutter auch immer anwesend in den Sitzungen.

Weiß denn der Rest der Familie was da vorgefallen ist ??? Und wieso wurde damals keine Anzeige erstattet, von der Lehrerin

Ja, der Rest der Familie weiß bescheid, aber eigentlich alle tun so, als ob nichts vorgefallen wäre. Außer meine Oma :-)

Ich hab keine Ahnung warum sie ihn nicht angezeigt hat. Vielleicht, weil es meine Familie nicht wollte?!

Ist er der Bruder deiner Mutter? Oder deines Vaters?

Der Bruder meiner Mutter.

M*olli4enc{hen


Telefonnummer ändern, neue Handynummer, ggf. umziehen. Anders geht's hier, glaube ich, nicht.

ahnnailixda


Das ist einfach nur noch krank...Wie kann eine Mutter dabei zusehen, wenn jemand ihrem Kind wehtut? Auch wenn es nur der Bruder ist.

Es klingt, als hätte deine Mutter ein großes, psychisches Problem. Ich hoffe sehr, dass du dich endgültig von ihr lösen kannst. Diese Frau scheint dich unglücklich machen zu wollen. Lebe dein eigenes Leben, aber es wäre besser ohne sie wie es scheint. Sonst machst du dich nur kaputt :°_

AfVM-3Joannxe


Lass die Schatten hinter Dir.

Hasse sie nicht, denn Hass ist eine Art innerer Beteiligung.

Brich den Kontakt komplett ab.

Neue Rufnummern zulegen und wenn Du kannst, auch umziehen. Kontakt zur Oma aufrecht erhalten unter der Prämisse, dass sie darüber schweigt, wo Du bist, wann du sie besuchst und deine Nummer nicht weiter gibt.

Mach Dich frei von dem Ballast, der nicht deiner ist.

Eine Therapie wäre nicht schlecht. Sie gibt Dir vielleicht neue Denkanstöße, wie Du damit besser umgehen könntest.

Es ist sehr traurig, so etwas lesen zu müssen und für Dich natürlich noch mehr, aber man kann sich seine Eltern nicht aussuchen.

Wohl aber kannst Du Dir eine eigene, bessere Welt gestalten, Deine Wahlfamilie suchen.

:°_

LPadyxSue


Liebe frettchen1010,

........Ich weiß nicht wovor ich Angst hab. Ich schlepp das jetzt schon ziemlich lange mit mir herum, aber ich mache nichts dagegen. Warum ist sie nur so? Was hab ich ihr denn getan? Ich bin echt traurig................

ich denke, Du hast in deiner Kindheit viele seelische Misshandlungen erleiden müssen und leidest immer noch darunter/daran. Das Fatale bei misshandelten Kindern ist, dass sie sich selber die Schuld dafür geben.

Davon mußt du Dich frei machen. Du hast keine Schuld!! Du hast ihr nichts getan!!

Warum deine Mutter so ist? Das weiß ich auch nicht, aber ich bin sicher, sie ist selber in ihrer Seele krank (durch die Alkoholsucht) und kann/konnte Dir nie die Mutter sein, die Du verdient hättest. Du hast ihr gar nichts getan, sie hat schließlich dich ins Leben gerufen – Gott sei Dank hattest Du wenigstens Deine Oma, die Dich etwas auffangen konnte.

Ich denke auch, dass es Dir guttun würde, zu Deiner Mutter mehr Distanz zu bekommen – Du bist nicht verantwortlich für sie. Aber Du bist für Dich selber verantwortlich und Du hast das Recht Dich von Dingen zu befreien die Dir nicht guttun – auch wenn es die Mutter. Sie weiß ja auch ganz genau, dass sie es mit Dir machen kann und nutzt Dich aus.

Das ist sehr schwer, denn unabhängig von unserem Alter sehnen wir uns alle nach der Liebe, Anerkennung und Geborgenheit die wir mit dem Begriff "Mutter" verbinden.

Es heißt nicht umsonst, dass viele Suchtformen "Mutterersatz" sind.

Bitte lerne Dich abzugrenzen (NEIN sagen – auch was z.Bspl. das Ausjammern Deiner Mutter bei Dir betrifft – das sind ihre Probleme – nicht Deine!) und dieser Onkel wird selbstverständlich nicht bei Dir übernachten, schau, dass er erst gar nicht in deine Nähe kommt.

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, solltest Du Dir ärztliche Hilfe suchen in Form einer Therapie, die Dir bei der Aufarbeitung des ganzen Ballastes Deiner unschönen Kindheit hilft.

Vlt. hat dann Deine Trauer um die Mutter, die sie Dir nicht sein konnte, ein Ende.

Liebe Grüße @:)

IAndivJidu%alixst


frettchen1010

Es tut mir leid, was ich da lesen muss. :)_ Ich schließe mich den anderen an und empfehle dir ebenfalls einen konsequenten Kontaktabbruch, jedenfalls vorerst, für die nächsten Jahre. Bist du genügend Kraft und inneren Abstand hast, um ggf. erneut darüber entscheiden zu können. Ein Kontaktabbruch muss ja nicht endgültig sein, kann es aber. Das ist deine Freiheit! Vorerst aber, kurz- und mittelfristig, scheint er mir das Beste. Auch die Oma wird dafür Verständnis haben und dich weiter unterstützen, denke ich.

Allerdings, ein Kontaktabbruch wäre nur die "äußerliche Befreiung" und bedeutet noch nicht, dass du dann auch innerlich freier wirst (auch wenn er das sicher sehr begünstigt). Ein Problem bleibt dir, wenn du nicht VORHER damit aufräumst:

Mein eigentliches Problem ist, dass ich meiner Mutter einfach nicht die Meinung sagen trau. Ich weiß nicht wovor ich Angst hab. Ich schlepp das jetzt schon ziemlich lange mit mir herum, aber ich mache nichts dagegen.

Mein Vorschlag: schreib ihr einen Brief, bevor du ggf. den Kontakt konsequent abbrichst. Per Brief ist es leichter als von Angesicht zu Angesicht, da kannst du deine Worte in Ruhe überlegen, und sie kann dir nicht ins Wort fallen oder unsachlich und verletzend werden. Schreib ihr die Meinung, lade alles ab, was sie dir seelisch aufgebürdet hat, damit du wenigstens einmal mutig deine Stimme gegen diese Frau erhebst, die so lange eine höllische, destruktive Macht über dich hatte (was ja auch deine Angst erklärt).

Das könnte ein wichtiger "innerer Befreiungsschlag" werden - gegen deine Angst und gegen die verinnerlichte Bedrohrung. Vielleicht, ich weiß es nicht, reicht sogar schon ein symbolischer Schritt, indem du den Brief vorerst gar nicht abschickst, aber verbunden mit dem Bewusstsein, es jederzeit tun zu können.

Knatha*Matxze


liebe frettchen,

es ist traurig das es immer wieder solche sachen gibt.

Ich schließe mich den anderen an...brich den kontakt ab und LEBE .... sei auf eine gewisse art und weise egoistisch, es ist dein leben und fang es endlich an :)* ich denke auch das es gut ist wenn du dir hilfe suchst und da lernst wie du kraftvoll damit umgehen kannst, wenn du in einigen jahren bereit bist deiner mutter (wenn man diese so nennen kann) erneut gegenüber zu treten wirst du viel stärker sein und hoffentlich mitten im leben stehen... richtig...es ist deine mutter aber sie darf nicht dein leben beherrschen, du kannst stolz auf dich sein schon einige schritte in die richtige richtung gemacht zu haben.

ich wünsche dir ganz ganz viel kraft und wünsche dir das du es schaffst dich los zusagen und stark genug zu werden.

hoffe du schreibst weiter hier

l.g.

fyrett#chein101x0


Ich danke euch allen fur die Ratschläge. Es tat schon mal gut, alles niederzuschreiben.

Ich denke die Idee mit dem Brief werd ich beherzigen. Da kann sie mir nicht ins Wort fallen.

Auch weiß ich, dass es sicher besser ist, wenn ich den Kontakt ganz abbreche. Ich hoffe nur, dass ich es durchziehe. Vielleicht sollte ich wirklich eine Therapie machen?!

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