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Angst zu sterben

H+ub4erxh1


Mein Arzt hat mir empfohlen keine Antidepressiva zu nehmen, da beim Absetzten Selbstmordgedanken entstehen würden.. Ich habe mir jetzt so Rescue tropfen gekauft, für den Notfall. Hat jemand Erfahrungen damit ? Und sind diese bei Angstzuständen wirkungsvoll? Liebe Grüße ;-)

FwearXbunnxy


Ok offensichtlich bist du nicht bei einem Neurologen. Das beim Ausschleichen eines Antidepressivums Selbstmordgedanken auftreten, hör ich das erste Mal. Die traten bei mir eher auf als ich keins nahm. Natürlich sind Antidepressiva nicht bei jedem Symptom die Lösung. Aber du solltest auf jeden Fall mal zu einem Spezialisten und dich dort beraten lassen.

FqearbCunny


Jetzt nochmal was zu mir und meinem Tag ;-)

Ich bin heut Nacht spät ins Bett gegangen, weil ich immer die Angst davor habe, dass ich kurz vor dem Einschlafen die Panik bekomme. Der Gedanke bei dem ich jedes Mal kurz vorm Einschlafen hochschrecke ist: "Oh Gott...dieses Leben - dein Leben - wird definitiv eines Tages beendet sein. Du bist dann einfach weg. Und jede Nacht steuerst du einen Schritt deinem Ende entgegen." Ja, mit diesem Gedanken schrecke ich auf, begleitet von Herzrasen, Schweiß und einem schrecklichen Elendsgefühl.

So auch vorgestern Nacht, darum das Hinauszögern meines Zubettgehens gestern Abend. Aber geschlafen hab ich heute Nacht dann recht gut, fest und lange. Heute früh bin ich selbstständig aufgestanden, hab gegessen, mich angezogen und bin in die Stadt gefahren. War fast ein bisschen stolz auf mich. Hab mich dann in der Stadt mit meiner Mama getroffen. Wir waren ein bisschen schlendern, gekauft hab ich mir nichts. Hätte ich irgendwie auch unsinnig gefunden, denn bei jedem Teil das mir vllt hätte gefallen können, dachte ich: "Wozu?" Ansonsten war es ok. Ein bisschen anstrengend, ich wurde sehr müde (bin es immernoch) und zwischenzeitlich etwas traurig, wenn ich die Leute beobachtete, die offensichtlich das tolle Wetter genossen und sich schon auf den Sommer freuten und ich so in meine Gedanken und Ängste verkrochen war, dass ich daran nicht so recht teilhaben konnte. Aber alles in allem bin ich heute hoffnungsvoller als ich es gestern war (so scheint es wenigstens). Immerhin schaffe ich es mich anzuziehen, zu schminken und die Haare zu machen. Ich finde es zwar irgendwie nicht so recht sinnvoll, denke immer ich könnte genausogut ungeschminkt und in Jogginghose rausgehen, aber ich versuche alles so zu machen, wie zuvor auch.

Und Andi ich gebe dir Recht: Das Schreiben und der Austausch hier, sind sehr hilfreich. Für mich ist es eine Form der Therapie und man kann die Zeit totschlagen, wenn man nicht weiß wohin mit sich und seinen Gedanken...

4NAndix4


Mmh "Rescuetropfen"... Schau halt, obs Dir hilft... Mir kommt das ein bisschen vor wie mit dem Luftgewehr auf Elefanten zu schießen (Spatzen – > Kanonen, die Umkehrung) :-) Nein im Ernst. Wenns hilft, ist es gut. Falls nicht (und überhaupt): begib dich unbedingt mal zu einem Fachmann. Hast doch nix zu verlieren! Und "Selbstmordgedanken beim Absetzten" – das kommt mir komisch vor. Vielleicht hast du was verwechselt. Es kommt beim Einschleichen vor, dass sich suizidale Gedanken verstärken können. Ob das auch beim Absetzen passieren kann? Kann schon sein, aber dann ist es wahrscheinlich eine kurze Phase, und im schlimmsten Falle gehts Dir wieder so schlecht wie vorher. Ich will hier gar keine Werbung für die Pharmaindustrie machen, aber nach etwa 4 Wochen überwiegen bei mir die Vorteile des Medikaments klar alle bisher aufgetretenen Nachteile bei weitem.

Fearbunny, auf die Gefahr hin, dass Dus weiter oben geschrieben und ich es überlesen habe: Hast Du eher eine Panikstörung oder eine generalisierte Angststörung diagnostiziert bekommen? Bei mir ist die Panik noch recht neu, aber depressive Verstimmungen und viele (vor allem auf meinen körperlichen Zustand bezogene) Ängste kenne ich schon 20 Jahre (bin Mitte, Ende 30).

FFearbbunnxy


Mir hat man damals gesagt ich hätte eine generalisierte Angststörung. Ein Freund meinte jedoch das sich Depressionen auch schlicht in Panikattacken äußern können. Daher bin ich mir unsicher was genau ich habe. Aber vor 10 Jahren begannen meine Depressionen auch mit einer Panikattacke und ich hatte dann mehrere davon, teilweise Herzrasen nonstop. Das war krass!!

Ich glaube jedoch eher das ich unter rezidivierenden Depressionen leide. D.h. jedes Mal in einer schwierigen Lebensphase oder nach einem Verlust etc. laufe ich Gefahr depressiv zu werden. Darum überlege ich, die Medikamente jetzt lebenslang zu nehmen.

Das mit der Panik ist eigenartig bei mir. Tagsüber habe ich das nie.

Nur bevor ich Nachts die erste Panikattacke bekam (das war vor etwa 3 Wochen) und dann depressiv wurde, habe ich bereits einige Wochen zuvor gemerkt, das ich labil war. Ich saß morgens oft in der Bahn zur Arbeit und hatte ein mulmiges Gefühl. So als wäre eine Panikattacke nicht weit. Sie kam aber nie. Ich hatte zuvor auch oft negative Gedanken, aber ich hatte nicht das Gefühl depressiv zu sein. Nur etwas unzufrieden und traurig, weil einige traurige Dinge passiert sind. Hielt das also für normal.

Kann also nicht wirklich sagen, was ich konkret habe. Hab erst im Mai einen Termin beim Psychologen bekommen :(v

4lAndi\4


Oh je... das dauert ja ganz schön lange, bis Du zum Psychotherapeuten kommst. Wohnst wohl auf dem Land? Ich konnte meinen sozusagen "reaktivieren": meine Therapie ist jetzt ca. 2 Jahre her. Auch bei mir dürfte es sich um rezidivierende Depresssionen handeln, nur hats mich halt noch nie so schlimm erwischt wie dieses Mal. Der Anfang war ähnlich wie bei dir: Insgesamt über Wochen ein Gefühl der "Instabilität", viele ängstliche Gedanken. Dann plötzlich eine große Panikattacke, gefolgt von vielen kleineren. Schließlich Depression mit ganz vielen psychosomatischen Beschwerden, die mir das Leben zur vorhölle machen.

Was sagen denn Deine betreuenden Ärzte? ich vermute (laienhaft), dass Du Deine Medis nicht lebenslang nehmen musst. Du solltest Dich vielleicht besser im Auge haben und sie früher nehmen, wenn Du merkst, dass du Dich auf dem "Weg nach unten" befindet. Ein psychisch kranker Freund hat mir mal gesagt: Er fühle sich wie ein Diabetiker. Unheilbar krank, aber man lernt immer besser, damit umzugehen, so dass er nicht mehr in extreme Zustände fallen muss....

E-llzagOanxt


Huberh1

das mit den Selbstmordgedanken beim Absetzen hab ich auch noch nie gehört. Mach deinem Hausarzt verständlich wie ernst die Situation ist und bestehe dann wenigstens auf ein Notfallmedikament. Ich geh immer mit einer Art Einkaufszettel zu meinem Hausarzt und bekomme dann was ich möchte ;-) Also natürlich weiß ich damit umzugehen und weiß auch um die "Gefahren". Habe als Notfallmedikament Tavor/Lorazepam (macht bei Dauereinnahme aber abhängig) und zusätzlich hab ich mir noch Promethazin geben lassen. Das macht nicht abhängig, wirkt aber nicht ganz so ergiebig wie Tavor. Vielleicht dosiere ich aber auch zu gering, bin erst dabei mich ranzutasten.

F^e%ar{buxnny


Am Tag 9 meiner Cipramil Einnahme, scheint zumindest mein Antrieb wieder da zu sein. Hab Wäsche gewaschen, aufgeräumt und mich sogar zum Joggen überreden lassen. Sinn darin sah ich natürlich keinen und Freude an all diesen Tätigkeiten hatte ich auch eher weniger, aber ich hab diese Dinge ja zuvor auch getan und versuche meine Tage so normal wie möglich zu gestalten. Man will irgendwie nicht zulassen, dass eine Krankheit den Tagesablauf bestimmt.

Zumindest war mir heute nicht mehr nach rumliegen und die Müdigkeit, mit der ich bis gestern noch zu kämpfen hatte, schien mir heute auch etwas weniger zu sein.

Meine Familie und ein Freund mit dem ich heute telefonierte meinten auch, ich würde mich viel fröhlicher anhören (Ich mache Witze und lache) aber dennoch bin ich innerlich nicht die Alte. Die Welt um mich rum fühlt sich einfach trist an. Mir ist ständig so unsagbar langweilig, aber Lust etwas zu unternehmen habe ich auch keine. Und ich habe immer noch Angst vorm Einschlafen. Die Angst begleitet auch unterschwellig meinen Tag. Ich hab immer ein ganz leicht mulmige Gefühl im Bauch und manchmal wird das Gefühl des Eingesperrtseins stärker. Ich kann meine Gedanken aber dann auf etwas anderes steuern oder ich mach dann irgendwas um mich abzulenken. Irgendwie verbringe ich die Tage so, als würde ich einfach nur versuchen sie rumzukriegen und das Beste draus zu machen. Freunde von mir gehen heut Abend aus. Normalerweise würde ich da wohl mitgehen wollen, aber heute bin ich froh das ich nicht muss und gleichzeitig find ich es auch wieder schade das ich nicht kann. Merkwürdige Gefühle habe ich zur Zeit! :/

E{lVlaganxt


Fearbunny,

ich hab die Beiträge hier nicht ganz 100% gelesen, aber du schriebst doch dass du eine stationäre Therapie gemacht und deine Ängste besiegt hast oder? Und wieso ist nun wieder alles da? Weil du mit der Therapie zu schnell aufgehört hast?

Fiearbu2nny


Nein, ich hab keine Therapie gemacht. Ich war vor etwa 4 Jahren in einer TK, aber Therapie gab es wegen finanziellen und personellen Engpässen keine. Mir wurde empfohlen eine zu machen im Anschluss an die TK, da es mir aber so schnell wieder richtig gut ging (nach etwa 3 Monaten war alles restlos überstanden), hab ich das nie in Angriff genommen.

Die Ängste die ich diesmal hab, sind auch etwas anders. Letztes Jahr gab es einen plötzlichen Todesfall in meiner Verwandtschaft und dieses Jahr verstarb ein enger Bekannter. Beide waren noch keine 60 Jahre alt und beide starben ganz plötzlich. Das kann Ängste bei mir ausgelöst haben, gepaart mit der Angst das ich einmal allein dastehen werde (ohne Familie und Rückhalt, denn ich bin schon lange ohne Partner und weiß auch nicht ob ich Kinder will, weil ich Angst habe meine Neigung zu Depressionen an sie weiterzugeben). Die Panikattacken die ich jetzt habe, schicken mir im Gegensatz zu früher einen konkreten Gedanken (der mich an sich den ganzen Tag begleitet, aber in den Panikattacken wie in konzentrierter Form auf mich einkracht und mich regelrecht elend fühlen lässt) "Eines Tages ist dieses Leben definitiv vorbei"! Früher hatte ich diese Attacken auch tagsüber und ich wusste nicht wovor ich da genau Angst hatte. Diesmal weiß ich es. Und ich wurde jedesmal im Anschluss an die Attacken depressiv. Also waren die immer der Beginn einer Depression. War ich nicht depressiv, hatte ich keine Panikattacken (und zwar über Jahre nicht). Darum weiß ich nicht, ob man bei mir überhaupt von einer Panikstörung sprechen kann ???

HJubherhC1


Diese Ängste sin manchmal sehr extrem. Es regt mich dann schon auf das mir mein Arzt keine Antidepressiva verschreiben will :(

Die Pflanzlichen Beruhigungsmittel helfen da nicht wirklich viel..

aber woher kommt manchmal die Angst zu sterben..? Echt total schlimm auch immer der Gedanke gleich umzufallen einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden .. und dieses Gefühl neben sich zu stehen und nicht wirklich da zu sein macht mich echt total fertig.. :-/

F"ear)bEunny


So gehts mir auch grad. Heute an Tag 10 habe ich meine Dosis von 10Mg auf 20Mg erhöht. Heute morgen gegen 10 Uhr eingenommen und seit heut Nachmittag bin ich plötzlich unruhig und ich hab die ganze Zeit wieder so eine Angst - als würde jemand mich die ganze Zeit im Nacken packen. Mir ist flau im Magen und ich weiß gar nicht wohin mit mir und meinen Gedanken. Heute wäre ein Beruhigungsmittel nicht schlecht. Da ich aber schlauerweise vorher dachte ich brauche keins (hatte die Anfälle ja immer nur kurz vorm Einschlafen und konnte mich sehr schnell beruhigen), habe ich keins geholt. Blöd! Weiß gar nicht wie ich heut schlafen soll. Ich fühle heute so eine tiefe Verzweiflung in mir und bin heut so hoffnungslos obwohl bis heute Mittag noch verhältnismäßig alles ok war. Meine Gefühle gehen heut auf und ab. Mal denke ich sogar kurz: "Alles nicht so schlimm. Wird wieder besser." Und dann kommt wieder diese Verzweiflung und Leere. Meine Güte, wie lang soll ich das aushalten?! Ich würd gern morgens mal wieder aufwachen und keine Angst vor dem neuen Tag haben, sondern mich wieder auf etwas freuen ohne die ganze Zeit dieses eklige flaue Gefühl im Magen zu haben und diese Leere in mir und die irren Gedanken in meinem Kopf!!!

H+ubperxh1


Genau soo denke ich auch :(

Kein Tag vergeht eigentlich ohne Ängste .. Kaum auszuhalten.

Manchmal denkt man es geht aufwärts und dann doch wieder diese Rückfälle ins tief..

Was nimmst du zur Beruhigung?

F!earb7uLnxny


Hab Tavor verschrieben bekommen. Denke ich hol es morgen aus der Apotheke.

Jedes Mal wenn ich einen positiven Gedanken habe, kommt kurz danach der Gedanke "Aber sterben musst du sowieso". Versteh plötzlich gar nicht mehr wie ich mit dieser Gewissheit ein fröhliches Leben führen konnte. Und dabei ist das erst ein paar Wochen her... :-/

F<emar~bunxny


Ich muss sagen heute ist es ganz schlimm! Die letzten 2 Tage waren ja schon minimal besser. Aber heute hab ich auf einmal ständig die Angst ich sehe unscharf und hab Angst blind zu werden. Auf einmal krieg ich sogar davon Panik. Voll heftig!!! Kommt das davon das ich heute die Dosis erhöht habe?? Ich hab echt schiss!

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