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Angst zu sterben

FUesarbunxny


Nee das wird kaum was Organisches sein. Ich denke auch immer wieder bei jedem Kopfschmerz "Ist das vielleicht ein Gehirntumor?" Typisch für Angstpatienten, dass man hinter jedem Symptom und beinahe hinter jedem Gedanken eine schlimme Krankheit vermutet.

Mein Tag war heute gar nicht so schlimm. Ich war heut vormittag Lebensmittel einkaufen und habe im Anschluss einen Freund zum shoppen begleitet. Ich habe ja zum Glück keine Agoraphobie d.h. es bereitet mir keine Probleme unter Menschen zu sein (abgesehen natürlich von den schwer depressiven Tagen, wo ich gebückt laufe weil alles an mir sich so schwer anfühlt und es kaum schaffe mich anzuziehen).

Es war eigentlich nett. So wie immer, wenn ich mit meinem Kumpel unterwegs bin. Wir haben rumgescherzt und ich habe ihn beraten. Und immer habe ich mich dabei nun gefragt "Was war die letzten 2/3 Wochen denn nur los mit dir? Das Leben ist doch gar nicht so schlecht oder angsteinflößend?" Aber irgendwas fehlte mir dennoch. Manchmal sah ich mir Leute oder Familien an und dachte dann: Warum sind die nicht traurig? Schließlich wissen die das sie alle eines Tages sterben und ihre Familie getrennt wird?"

Diesen Gedanken an das Sterben kann ich einfach nicht mehr abschütteln. Ich wusste immer das auch ich eines Tages gehen muss, aber dass schien immer noch so weit weg. Mein eigener Tod und auch der meiner Eltern. Aber seit mein Bekannter starb, ohne Krankheit sondern einfach nur wegen eines Ärztefehlers und sich kurz vorher noch ein anderer Unfall ereignete, bei dem beinahe jemand sein Leben verloren hätte, wurde mich wohl erst bewusst, dass es uns jederzeit treffen kann. Das ich so enorme Angst davor habe, ist wohl auch darin begründet, dass ich jetzt noch nicht das erreicht hab, was ich erreichen wollte. Partner, Kinder, Reisen, Karriere... Ich denk immer das es so schade ist, dass man eines Tages von denen weggerissen wird, die man liebt. Und diese Ohnmacht und Ungewissheit des wann und wie, macht mir Angst. Ich habe vor allem Angst vor der Einsamkeit oder zu altern und dabei immer wieder schwer depressiv oder Panisch zu sein und dass dann niemand für mich da ist und ich nur eine Last für alle bin.

Ich rechner mir oft sogar aus, wieviel Zeit mir bestenfalls noch bleibt und wieviel von dieser Zeit ich wirklich für mich nutzen kann. Vor 10 Jahren hab ich schon mal in diesem Forum geschrieben. Damals war ich 19. Das kommt mir noch nicht so lange vor, aber es sind 10 Jahre, die wie im Flug vergangen sind. Da bekomm ich Angst. Aber ich beschäftige mich zur Zeit viel mit dem Tod, lese viel darüber und lese viel Gutes. Das nimmt ein lein wenig die Angst vor dem Tod an sich. Vielleicht habe ich auch eigentlich viel mehr Angst vor dem Leben, der ungewissen Zukunft.

Heute ging es mir relativ gut. Wobei ich immer denke: "Da fehlt was!" Wenn ich darüber nachdenke und merke das die große Panik und das Elends- und Trauergefühl zwar weg sind, glaube ich das es an der Freude und dem Spaß liegt, die immer noch nicht wieder da sind. Ich fühle mich immer noch wie in einer anderen Welt. Meine Umgebung fühlt sich immer noch irgendwie unreal an, trist irgendwie. Ich kann die Schönheit des Lebens noch nicht sehen, denke ich...

Kennt das jemand von euch oder erkennt sich jemand zumindest in Teilen dieser Beschreibung wieder?

H2ubeZrh1


Jaa soo ähnlich ist es bei mir auch..

Ich denke auch ständig übers sterben nach und dass das so schnell gehn kann. Damit komm ich einfach nicht klar, das ich von heute auf morgen weg sein kann, will ja noch so viel erleben und erreichen, deswegen wäre es viel zu früh um zu sterben. Aber ich bekomme die Gedanken einfach nicht weg.. deswegen bekomme ich auch öfters Panik :/

4oAfndxi4


Bei mir ist es meistens so, dass ich mit dem Gedanken an das Sterben anderer schlecht klarkomme. Also, ich habe sehr große Verlustangst, vor allem bezogen auf meinen (viel älteren) Freund. Die äußerst sich dann aber wiederum manchmal so, dass ich selbst Angst habe, an irgendetwas Schlimmem zu erkranken und zu sterben. also sozusagen hypochondrische Angst die ich über mich UND meinen Partner ausbreite

FSeaXrbunnxy


Und was machen wir dagegen? Bzw macht ihr schon was? Therapie oder sonstwas? Ich hatte das vorher nicht. Ich hab schon über den Tod nachgedacht hin und wieder, aber seit meiner ersten Panikattacke vor 3 Wochen ist der Gedanke immer stärker in meinem Kopf gewesen, dann wurde ich depressiv (allerdings auch erst nachdem ich mit den Tabletten anfing) und nun denke ich wirklich 24 Stunden daran, dass all das was ich jetzt habe eines Tages vorbei sein wird. Bei mir dreht es sich um das Sterben meiner Angehörigen UND um meinen Tod bzw. ist dabei auch eine gewisse Angst vor dem Leben enthalten. Wenn keiner meiner Verwandten mehr da ist und ich keinen Partner hab, werde ich einsam sein. Das ist meine größte Angst. Einsam leben und einsam sterben. Und natürlich davor das ich auch jetzt jederzeit sterben könnte, auch wenn ich nicht krank bin (jedenfalls nicht das ich wüsste). Aber man kann ja auch bei einem Autounfall sterben oder sonstwo. Es gibt soviele Möglichkeiten. Mich macht dieses Gedankenkrarussel irre. Ich weiß nicht mehr wie ich das vorher gemacht habe, zu leben ohne ständig die Angst vor dem Tod zu haben.... ???

H)uber9h1


Ich mache noch keine Therapie.

Meine erste Panikattacke hatte ich ende Januar seither gehts mir ständig schlecht und alles dreht sich nur um die Attacken und um die Angst .. Dazu habe ich auch meistens eine Depersonilation :( Ich weiß auch nicht mehr wie ich das vorher gemacht habe mit der ständigen Angst vor dem Tod. Ich denke auch immer gleich Platz was in meinem Kopf und ich werde sterben, weil der sich immer so leer und komisch Anfühl und manchmal alles so unreal ist

4sAcnd8ix4


Ich mache Therapie. Und das tut gut: Ich begreife vieles besser und kann auch einiges verarbeiten. Angst vor dem Sterben, das sagt mein Therapeut zum Beispiel, ist eigentlich immer etwas anderes. Sehr oft Verlust/Trennungsangst. Irgendetwas in einem ist auf einer kindlichen Stufe stehengeblieben und hat ein Entsetzen davor, von seinen Eltern getrennt zu werden. Dieses Gefühl, dass als Kleinkind mal "sinnvoll" war, macht sich selbständig und kann dann zu solchen Ängsten führen. Eine Deutungsmöglichkeit. Ich finde sie schlüssig. Was haltet Ihr davon?

Htubexrh1


Hmm das könnte schon möglich sein.

Verlust und Trennungsangst trifft schon zu.

Vielleicht sollte ich auch mit einer Therapie beginnen

Fxearbxunny


Ja, erkenn mich da auch wieder. Angststörung begann mit dem Tod eines Bekannten und löste die Angst davor aus, dass auch meine Eltern bald sterben könnten und ich eines Tages ganz allein sein werde. Partner habe ich ja auch schon seit 2 Jahren nicht mehr.

Darf ich fragen wie alt ihr seid? Ich selbst bin 29

Ich habe momentan keine Panikattacken mehr oder zumindest nur noch sehr leichte vorm Einschlafen. Ist aber nicht so schlimm. Die Depression macht mir zur Zeit viel mehr zu schaffen. Hab das Gefühl gar nicht da zu sein oder das Gefühl, hier falsch zu sein. Als müsste ich eigentlich woanders sein und dieses Leben nur eine Wartehalle. Mir ist immer langweilig, weil es nichts gibt, wmit ich mich beschäftigen kann, denn mir macht ja nichts Spaß und das Leben und die Zukunft ängstigen mich extrem :(

4oAndix4


Oh, das tut mir leid, Fearbunny. Die Depression hat Dich noch im riff. Aber Du weißt ja: Man muss Geduld haben. Und @Huber: Ich will Dich ja nicht nerven, aber sag mal, bist Dus angegangen, hast Du Dich um Hilfe gekümmert?? Ich werde 37. Panik ist weg. Depression ist und wird immer besser. Aber meine körperlichen (teilweise psychosomatischen Beschwerden) wechseln sich weiter lustig ab und versauen mir fast jeden Tag die Laune. Aber depressiv wirke ich nach außen auch nicht mehr, ich habe den Eindruck, das Citalopram hat mitlerweile (weiß nicht mehr genau, aber ich glaube 6 Wochen??) seine Wirkung voll entfaltet. Bin eiegntlich grade recht dankbar...

Fkearbxunny


@4Andi4 das klingt ja schon einigermaßen vielversprechend. Auch wenn ich mir sehr gut vorstellen kann, dass einen solche Beschwerden wahnsinnig machen, ob psychomatisch oder nicht. Symptom ist Symptom! Ich hoffe das das im Laufe deiner Therapie auch noch besser wird. Drück dir ganz fest die Daumen.

Ja, ich vermute auch dass die negativen Gefühle die ich habe, von der Depression kommen. Manchmal ann ich gar nicht so recht einordnen wie ich meine Gefühle und Gedanken sortieren soll. Man fragt sich immer was für ein unangenehmes Gefühl einen den ganzen Tag begleitet bis mir immer wieder bewusst wird, dass es wohl die fehlenden positiven Gefühle sind, die mein Leben so grau und seltsam machen...hoffe das bei mir die Tabletten auch bald wieder wirken (haben sie ja vor 3 Jahren schon mal) und kann nicht erwarten das die Therapie endlich beginnt!!!

Wünsch euch erstmal eine gute Nacht!

4tAndxi4


Ich frage mich immer wieder, in welchem Verhältnis die somatische Seite einer Depression zur psychischen steht. Also, so in etwa: Habe ich nun einen Serotoninmangel, weil irgendwelche Rezeptoren oder transmitterproduzierenden Systeme oder weiß der Geier was in meinem KÖRPER nicht richtig funktionieren und hilft mir deshalb das Medikament, das mir der Psychiater, ein FACHARZT verordnet hat? Oder hat meine SEELE Schaden genommen (wegen Vorkommnissen meiner Kindheit / meiner Beziehung / dem Stress auf Arbeit oder was auch immer), so dass mir die Psychotherapie hilt bei einem PSyCHOLOGEN? Ich akzeptiere durchaus auch, dass sich das alles gegenseitig bedingt, aber ich habe immer wieder das Gefühl, dass sich da 2 Schulen gegenüberstehen. Die eine, die mein Therapeut verkörpert, der meint, ich muss meine Konflikte klären, mir über bestimmte Gefühle klarwerden etc und sich sicher ist, dass es mir dann dauerhaft besser geht. Die andere, mein Psychiater, der mich einfach nur medikamentös behandelt, nach genetischer Veranlagung für Depressionen in meiner Familie fragt...

Ich lasse mich gerne auf beides ein. Hilft ja auch alles irgendwie. Aber ich würde mich über ein paar Meinungen dazu freuen...

Heube4rhx1


Ich war am Donnerstag beim Kardiologe der dann ein Ultraschall und Ekg gemacht hat und auch mein Herz abgehört hat, bis auf einen zu hohen Puls (100 Schläge) ist mein Herz gesund, auch meinte er ich sollte vielleicht mit einem Ausgleichssport beginnen joggen oder so was. Da ich innerlich sehr unruhig, nervös und angespannt bin was sich am hohen Puls wiedergibt.. ich habe auch wie gesagt immer wieder Gefühle dass ich nicht richtig da bin und mich nicht richtig mit meinem Körper verbunden fühle. Auch das komische Gefühl im Kopf bereitet mir ständig sorgen.. Ich werde jetzt erst mal versuchen bei einem Neurologen einen Termin zu bekommen um auch sicher zu gehn das mein Kopf in Ordnung ist

4WAnd\ix4


Ja mach das! Gut, dass Du beim Kardiologen warst, um auf Nummer sicher zu gehen, aber ich meine mit fachlicher Hilfe auch jemanden, der sich um Deine Psyche kümmert. Neurologe ist gut. Psychiater wärs genauso. Und wie gesagt: Parallel empfehle ich, dass Du Dich um Psychotherapie kümmerst. Viel Glück!

Foear<bunnxy


@4Andi4 Diese Frage beschäftigt mich auch schon sehr lange und ich habe leider keine Antwort darauf. Ich habe manchmal auch den starken Eindruck, das beide auf ihre Art an zwei unterschiedlichen Baustellen arbeiten...ich glaube eine wirkliche Antwort darauf gibt es nicht...jedenfalls heute nch nicht...vielleicht eines Tages

@Huberh1 Das Gefühl man wäre irgendwie gar nicht richtig da, kenne ich zur Zeit echt gut. Ich erlebe zwar jeden Tag, aber nehme dennoch nicht richtig teil. Ich finde jeden Tag so unglaublich langweilig und irgendwie sinnlos. Mir bereitet zur Zeit eh nichts Freude. Vielleicht kommt auch daher das Gefühl nicht richtig da zu sein oder wie in einem Gefängnis zu sein...mich macht das irre. Wie war nochmal das Leben ???

H~u(berh1


Kennt ihr das wenn man plötzlich von einem auf den andreren Moment das Gefühl der Depersonalisation bekommt und sich richtig komisch und nicht richtig im Körper fühlt? Daraufhin bekomme ich dann auch Angstzustände und Angst Ohnmächtig zu werden oder zu sterben? Kommt das alles nur von der Psyche? :-(

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