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Mittlere bis schwere Depression – ist jemand davon geheilt?

n]ajanxagut


Ich hatte damals 20 mg Citalopram genommen gegen eine gut ausgeprägte Erschöpfungsdepression. Die ersten zwei, drei Wochen (bei voller Dosierung, Einschleichen fand ich unnötig *lach*) waren extrem, ich noch tausendmal träger und antriebsloser als vorher. Dann hat sich ein Schalter umgelegt, und ich war wieder so wie vor der Depression.

Aber solche synthetischen Sachen machen doch eigentlich nur kaputt.

Nein, das sehe ich anders. SSRI rücken den Hirnstoffwechsel zurecht, der bei Depressiven nicht stimmt. Mit dieser Krücke hatte ich wieder genug Kapazitäten frei, um gegen die Gründe für meine Depression anzugehen und andere Verhaltensweisen und Ansichten zu erlernen. Und als die sich gefestigt hatten, habe ich das Medikament wieder abgesetzt. Ein Antibiotikum nimmst du ja auch, solange du noch Beschwerden hast, und dann ein bisschen drüber hinaus.

@ Alex:

Leider spricht jeder Mensch ein bisschen anders auf die Medikamente an, d. h., eventuell hast du nur das Richtige noch nicht gefunden. Ich hätte allerdings auch wenig Lust, so lange zu probieren, bis eines funktioniert. Bist du denn in Therapie?

DKaskdleinexN.


Gefunden habe ich eigentlich gar keinen Psychiater. Der hat mich gefunden. War nämlich mein Chef :-)

Ich bin Sozialarbeiterin und war im suchttherapeutischen Bereich tätig. Mein Chef ist Psychiater, meine Kollegen waren teilweise Psychologen und meine direkte Kollegin Gesprächstherpeutin.

Während meines Studiums und der Arbeit habe ich zig Supervisionen mitgemacht und 2 Semester galten fast ausschließlich der Selbstreflexion

Ich weiß, wo ich Probleme habe, wo meine "Energieräuber" sitzen, wie ich sie nenne. Ich weiß, irgendwann muss ich mit einem "fremden" Psychologen reden. Aber noch bin ich nicht so weit. Ich möchte erstmal wieder langfristig Boden unter den Füßen spüren bevor ich mich an die Räuber traue.

Die Medikation hat mein Hausarzt mit mir zusammen festgelegt.

Es gibt zig Arten von Depressionen, noch mehr Medikamente dagegen, verschiedene Therapien und die Menschen sind auch alle unterschiedlich. Ich würde also wirklich jeden Depressiven raten, sich in professionelle Hände zu begeben. Du kannst deine Probleme beim Hausarzt ansprechen. Entweder kennt er selbst gute Leute oder du kannst dir von deiner Krankenkasse eine Liste schicken lassen.

mzusvkatnuxss


Also mir wurde vom Psychotherapeuten damals eine mittlere Depression diagnostiziert und nach einem Jahr, jede Woche eine Sitzung (a 50 Minuten) war ich geheilt und jetzt 1 1/2 Jahre nach Therapiebeginn gehts mir wieder richtig gut.

Tut mir leid wenn ich das so sage, aber meiner Meinung nach helfen Medikamente alleine nur sehr sehr bedingt. Sie hellen natürlich auch, aber um aus einer Depression (und vielleicht auch noch mehr psychischer Störungen, da eine Depression oft auch ein Symptom von anderen Störungen ist) muss man sich in eine Psychotherapie begeben um sie richtig zu behandeln. Entweder ambulant bei einem Therapeuten in deiner Stadt oder Nähe, oder stationär in die Psychiatrie. Ich halte von Medikamente nix und habe auch nie welche genommen, aber da muss man auch sehen oder entscheiden ob sie nötig sind. Aber einfach nur Medis einwerfen und warten das es besser wird, klappt meiner Meinung nach nicht.

Also such dir einen Psychotherapeuten!

AEleBxGxBW


@ najanagut

Zur Zeit nicht.

@ Alle

Wie kann man sich denn so eine Gesprächstherapie besser vorstellen?

Ich war zwar mal bei sowas bei einer karitativen Einrichtung, aber das Ganze war irgendwie nicht professionell oder überzeugend.

M@ano3n43


Aber einfach nur Medis einwerfen und warten das es besser wird, klappt meiner Meinung nach nicht.

Aber manchmal muss man Medis einwerfen, um aus dem tiefen Tal heraus zu kommen und wieder Kraft für die Verarbeitung zu bekommen....

Ich denke auch, dass es einen Unterschied macht, warum man Depris hat; ob es organisch ist oder ob einen Schicksalsschläge nieder werfen!

AQlex}GBxW


Und warum helfen manche Mittel, Andere aber wiederum nicht?

Ich habe ja auch erzählt, dass ich Doxepin und Citalopram in einer Dosis von einer Viertels-25mg-Tablette *nur* unter der Woche genommen habe und die Müdigkeit trotzdem nie weg ging. Wäre das besser geworden, wenn ich sie kontinuierlich in einer hohen Dosis genommen hätte?

DyaskMleixneN.


Naja, jeder Mensch ist halt unterschiedlich. Ob eine höhere Dosis etwas verändert hätte, weiß ich nicht, aber Kontinuität ist halt schon wichtig.

Habe die letzten 3 Tage vergessen, meine Tabletten zu nehmen. Ich merke es dann schon, das ich mich anders fühle.

MHanaon43


Ich habe ja auch erzählt, dass ich Doxepin und Citalopram in einer Dosis von einer Viertels-25mg-Tablette *nur* unter der Woche genommen habe und die Müdigkeit trotzdem nie weg ging. Wäre das besser geworden, wenn ich sie kontinuierlich in einer hohen Dosis genommen hätte?

Ich würde die Medis am WoEnde nicht absetzen; es gibt welche, deren Wirkung Du erst nach vielen Wochen verspürst... Und Nebenwirkungen verschwinden manchmal auch nach Wochen.

Aber eine AD das müde macht (für manche Hibbels ja vielleicht richtig)-

da würde ich wechseln....

k@nu]bbel:inchxen


hi alex,

mein mann hatte ne schwere depression vor 9 jahren, er wollte sich damals umbringen ":/

heute kann ich sagen, dass er geheilt ist. klar, latent ist man immer gefährdet, aber es geht ihm sehr gut. aber das war ein langer weg %-|

geholfen haben 3 dinge, die er gleichzeitig angegangen ist und die glaub ich für viele depressive menschen unerlässlich sind:

erstmal der gang zum psychologen, klar - der ist schwer zu finden, aber da musst du eben durch. damit einhergehend psychopillchen, bei ihm warens auch citalopram. und der eigene antrieb, die lebensumstände, die zur depression führen, zu ändern (wenn man selbst was dran ändern kann. bei ihm wars die arbeit).

es war langwierig, er war fast 5 jahre bei der psychologin. du darfst nicht den fehler machen und denken, dass das nach kurzer zeit wieder gut ist...du brauchst geduld, aber mit dem richtigen psychologen kriegst du das hin :)z

PS: ich halte viel von homöopathie, aber nicht in diesem fall... ":/

A5lex[GBW


@ manon43

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es welche gibt, die nicht müde machen. Wie beschrieben, machen mich Citalopram, Doxepin und Seroquel in *geringsten* Dosen sehr müde.

@ knubbelinchen

5 Jahre? Und nach welcher Zeit gab es eine signifikante Änderung in der Psyche?

kqnu3bbelinxchen


das schlimmste war mit einnahme der tabletten weg. aber um ohne tabletten wieder leben zu können und glücklich sein zu können, war jahrelange therapie nötig

A:lexGxBW


Und was waren ungefähr die Terminzeiten? Nach einem Jahr 1x pro Monat, nach zwei Jahren alle zwei Monate?

kanubb!elin"chen


anfangs wöchentlich, dann alle 2 wochen :)z

sHchn-eclke19x85


Ich versteh deine Medikation nicht so ganz... Seroquel ist ein Neuroleptikum, das eher dämpfend wirkt.

Du brauchst nach deiner Beschreibung aber eher ein antriebssteigerndes Medikament, z.B. Venlafaxin. Hat dir ein Psychiater diese Medis verschrieben? Wenn nein, dann unbedingt zum Psychiater gehen.

Die Medis müssen allerdings durchgängig genommen werden, sonst kannst dus gleich lassen. Also jeden Tag zur gleichen Zeit.

A,l=e4xGxBW


Die wurden alle von 2 verschiedenen Psychiatern verschrieben.

Gleiche Zeit – meinst du damit Abends von ca. 18 bis 20 Uhr oder z. B. wirklich 20 Uhr?

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