» »

Schweigen als ultima ratio

S>ara-hFj#ord hat die Diskussion gestartet


Schönen guten Abend,

"lebe" grade wieder ein Verhaltensmuster, das ich an mir selber auch nicht so wirklich mag.

Aber es geht mir wirklich öfters so, dass ich in Situationen, die mir an die Substanz gehen,

einfach mit Schweigen reagiere; oder einfach mit "kurz angebunden sein".

Ich wurde als Kind so "effektiv" von meinem Vater bestraft, wenn ich Mist gebaut hatte.

Oft wäre mir ne Ohrfeige lieber gewesen, da mein Vater ansonsten auch strahlender Held meiner Kindheit war. Von daher weiß ich, dass das eigentlich kein guter Weg ist.

Ich bin eigentlich auch ein äußerst kommunikativer Mensch. Gespräche mit Menschen sind mir extrem wichtig. Wie die Luft zum Leben.

Ich finde es "noch" okay, einer Situation aus dem Weg zu gehen, bevor sie eskaliert......bevor da verbal Porzellan zerbrochen wird, macht es meiner Meinung nach Sinn, sich erstmal "räumlich zu trennen".

Ich habe dieses Problem manchmal aber auch längerfristig. Besonders in "Beziehungen" (welcher Art auch immer), in denen notorisch Grenzen verletzt werden. Wenn ich bereits öfters darauf hingewiesen habe, dass ich ein bestimmtes Verhalten nicht akzeptieren möchte.

Ich habe heute etwas gelesen darüber, dass Menschen mit Schweigen strafen, um so Macht auszuüben. Ich fühle dabei aber keine Macht, sondern eine absolute Ohnmacht....und werde dabei innerlich immer wütender, weil es ja nicht raus darf, aus Angst vor weiterer enttäuschender Kommunikation :-| .

Noch weitere "Wut-Enttäuschungs-Schweiger" hier?

Antworten
anug2x33


Wer hat sich diese Logik ausgedacht: Macht wird auch durch Schweigen ausgeübt? Das müssen schon ganz spezielle Situationen sein.

Manchmal kann man nur mit Schweigen reagieren - zum eigenen Schutz und zum Schutz der anderen.

SJarahFJjorxd


Hallo aug233 *:) ,

wenigsens ein zweiter Schweiger hier ;-D .

Ich finde auch, dass es in vielen Situationen besser ist, erst wieder zu sich zu finden, bevor man weiter spricht. Ich bin auch so blöde impulsiv manchmal, dass ich sonst Gefahr laufe, was zu sagen, was mir nachher leid tut.

In anderen Situationen erkenne ich es aber auch als falsches Verhaltensmuster von mir. In Situationen, in denen ich denke, schon oft genug erklärt zu haben, dass ich dieses oder jenes Verhalten nicht ertragen kann......hmm.....

aZug2x33


Es gibt ein Sprichwort: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Die Werteverhältnisse haben sich heute noch nicht verschoben.

Es gibt also Situationen, in denen ein Schweigen nicht nur klug ist, sondern sogar sehr wichtig ist.

Einen Lösungsweg für die geschilderte Situation: "immer wieder gesagt, dass ein solches Verhalten nicht akzeptabel ist" ... kann man wahrscheinlich nur bei genauer Kenntnis erarbeiten. In manchen Fällen muss man sich leider entscheiden zwischen den Alternativen: ignorieren, Ultimatum stellen, sich anpassen, ... und andere.

s}chnEeckex1985


Bei mir wurde als Kind das Schweigen dazu benutzt, um emotionale Gewalt auszuüben.

Merke: Nicht Hass ist das Gegenteil von Liebe, sondern Gleichgültigkeit. Und Eltern, die ihre Kinder zur Strafe anschweigen, vermitteln genau dieses.

Grauenhaft.

Ich selbst musste lange nach einem Ausweg aus diesem Schweigen suchen. Kommunikation macht die Klärung von Konflikten erheblich einfacher, als beleidigtes Anschweigen.

K0yna


Noch weitere "Wut-Enttäuschungs-Schweiger" hier?

Ja. Du sprichst mir bei vielen Punkten aus der Seele, ich erkenne Parallelen zwischen deinen und den Erfahrungen, die ich machen musste. Ich war & bin ein kommunikativer Mensch, es gibt mir viel mit Menschen in Kontakt zu stehen und sich austauschen zu können. Ähnlich wie bei Dir, war es mein Vater ebenfalls, der sich, wenn es mal wieder eine Meinungsverschiedenheit gab "kurz angebunden" verhielt. So kam es auch, dass ich durch das Vorleben meines Vaters immer weniger mit Ihm und mit der Zeit auch gegenüber fremder Menschen kommunizierte. Es ging soweit, dass ich ausgelöst durch die Unfähigkeit meines Vaters Konflikte, die vorkommen und im Grunde nicht weiter schlimm sind, zunehmend unter einer Emotionslosigkeit litt. Unter anderem durch diese wurde ich so stark geprägt, dass ich heute unter einer emotionalen Instabilität leide. Sicherlich bin ich damit ein Einzel-/Extremfall, aber ich möchte Dir und den Mitlesenden damit aufzeigen welche Konsequenzen entstehen können (selbstverständlich nicht müssen!)! Bedingt durch meine emotionale Instabilität rutsche ich, als ich die permanente Emotionslosigkeit nicht mehr aushielt, in eine schwere Depression ab. Dank einer stationären Therapie bin ich inzwischen wieder in der Lage Emotionen zu spüren und zu zeigen. Inzwischen kann ich wieder lachen und weinen. Lange habe ich über dieses Thema mit meinem Therapeuten während meines Klinikaufenthaltes besprochen.

Erst mit Hilfe dieser Gespräche bin ich inzwischen in der Lage meine Entwicklung nachzuvollziehen.

Es gibt den Fall des "emotionalen Missbrauches", welchen ich erleiden musste durch die permanente Gefühlslosigkeit und emotionale Kälte, die ich durch meine Vater erfuhr. Allein die Tatsache, dass ich nun weiß, was mir widerfahren ist, hilft mir damit zu recht zu kommen.

Das ist mein Teil, den ich hoffe zu dem Thema beisteuern zu können. Ich hoffe ich konnte helfen.

Gruß

s[chneBckex198x5


@ Kyna

Dein Bericht ähnelt meinem so! :-o

Bei mir war die Mutter die Schweigsame, mit ähnlichen Folgen wie bei dir. Emotionale Abstumpfung, Depression, emotionale Instabilität und psychische Erkrankung. Krass :-o

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH