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Partner mit 'aggressiver Depression' - wie helfen?

BGelixnea hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Wende mich mit meinem Anliegen mal ganz vertrauensvoll ans Forum, in der Hoffnung ein paar gute Ratschläge zu bekommen, vielleicht ja sogar von Betroffenen.

Die Situation und sicherlich auch der Auslöser für das Verhalten meines Freundes ist dass wir seit zwei Jahren eine Fernbeziehung führen,die aber Anfang nächsten Jahres wieder ohne Entfernung dazwischen sein wird/würde. Momentan sehen wir uns jedes Wochenende. Auch mit seinem sonstigen Leben scheint er total unzufrieden, ändern tut er jedoch nichts. Allerdings ist er wenn er normal ist auch super drauf, man würde ihm nie so eine schlechte Laune unterstellen. Im mehrwöchigen Abstand wird er dann aus heiterem Himmel für eine gewisse zeit, meist mehrere Tage ungenießbar, grummelig, wütend und aggressiv mir gegenüber, ohne erkennbaren Grund. Hält mir ständig vor wie zickig ich bin, was ihm alles missfällt an mir und dass er aus verschiedenen Gründen auch die Beziehung nicht mehr will. Zwischenzeitlich redet er such nicht mit mir, ist nur am gruebeln. Er hat sämtliche typische Anzeichen, die man in Verbindung mit einer Depression bringen kann: Er hat zu nichts Lust, keine Energie, zerbricht sich den Kopf über sinnlose Kleinigkeiten, hat massive Schlafstörungen, Herzschmerzen, überhaupt überall Schmerzen,aber die Ärzte finden nichts. Er ist auch nicht bereit sich wg seiner Psyche behandeln zu lassen. Nach einem wutdurchtränkten Tag sucht er abends wieder Zuneigung. Meist entscheidet er sich in diesen Depri-Phasen für einen Schlussstrich bei unserer Beziehung,jedoch bereut er alles im Nachhinein und entschuldigt sich und sagt wie sehr er mich braucht. Mittlerweile komme ich insofern damit zurecht, dass ich mir immer sage 'es ist die Krankheit'. Aber irgendwann weiß ich auch nicht mehr was ich glauben kann und was nicht. Ich möchte ihm unbedingt helfen, aber ich kann ihm keine Zuwendung geben, wenn er mich kurz vorher mal wieder beschimpft und verletzt hat. Oder sollte ich doch? Was kann ich nur machen?

Bin dankbar über jeden Tip.

Grüße.

Antworten
Bnelin`exa


Hat denn noch nie jemand solche Erfahrungen mit dem Partner gemacht? Oder ist/war vielleicht jemand von euch aggressiv bzw. wütend oder aufbrausend während einer depressiven Phase?

VG belinea.

mxarikqa stexrn


wenn er dich verletzt, das auf seine krankheit schiebt und bicht bereit ist, sich deswegen behandeln zu lassen, ist sein problem nicht die krankheit, sondern das er einfach ein arschloch ist und dein problem ist, dass du versuchst, dir das schön zu reden.

tut mir leid, aber ich kann dir keinen besseren rat geben, als dich von ihm zu trennen, solange er nicht bereit ist, etwas zu ändern.

o]ctaYvixa


Aus meiner Sicht kannst du ihm nicht wirklich helfen. Ich könnte mir vorstellen, dass er auf dem Weg (oder schon ist) in eine Depression ist. Das müsste aber ein entsprechender Facharzt diagnostizieren und ggf. behandeln. Das will er aber anscheinend nicht. Mach du dich aber bitte nicht zu seinem "Therapeuten".

Du schreibst, er ist mit seinem sonstigen Leben auch unzufrieden. Was bedeutet das genau? Kein Arbeit? Familie?

Ich möchte ihm unbedingt helfen, aber ich kann ihm keine Zuwendung geben, wenn er mich kurz vorher mal wieder beschimpft und verletzt hat. Oder sollte ich doch?

Da gibt es mit Sicherheit verschiedene Sichtweisen. Ich kann dich aber vollkommen verstehen. Wenn mich jemand beschimpft, dann würde ich ihm/ihr nicht das Köpfchen streicheln, sondern wär emotional eher distanziert. Und aus meiner Sicht solltest du sein Verhalten nicht noch fördern, indem du ihm nach solchen Aktionen gut zuredest. Dich verletzt das und das sollte er auch kapieren.

DAireKrxuemi


Zum einen bist du kein Fachmann, um so eine Diagnose zu stellen, zum anderen muss ER die Einsicht haben, dass etwas mit ihm nicht stimmt und einen Arzt aufsuchen, um sich helfen zu lassen. Wenn er nichts ändern will, bist du machtlos und solltest entscheiden, ob du so wirklich leben willst.

SGnäc\ka


Hast Du schon einmal in einer "guten Phase" mit ihm darüber gesprochen, wie sehr Du darunter leidest, wenn er so mit Dir umgeht? Vielleicht könnt Ihr irgendwelche Absprachen treffen - z.B. dass Ihr immer kurz absprecht, ob er gerade in einem Tief ist und Euch dann eventuell an diesem Wochenende nicht seht oder so...

Dieses Grübeln und Unerreichbar Sein (und allein damit schon verletzend) habe ich auch schon erlebt bei einem Partner. Irgendwann war der Leidensdruck so groß, dass ich schon fast die Beziehung beendet hätte, weil ich ihn nicht noch zusätzlich mit meinen "Empfindlichkeiten" belasten wollte - obwohl ich ihn liebte ohne Ende. Da begann er dann doch eine Therapie - bzw. wir gemeinsam - um unsere Liebe zu retten. Was auch gelang - wir sind immer noch ein Paar

BQelinDexa


Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

Ich versuche, alles möglichst objektiv zu sehen und auch marikas Kommentar ist mir zuvor schon durch den Kopf gegangen. Jeder andere hätte meinem Freund schon den Mittelfinger gezeigt... Warum ich so an ihm hänge - keine Ahnung. Vielleicht habe ich doch die Hoffnung, dass er diese Phasen irgendwann angeht/überwindet. Und die Zeit zwischen diesen Phasen, also mehrere Wochen, ist wirklich superschön.

Ihr habt recht, sein Therapeut bin ich nicht, aber ich liebe ihn und will ihm helfen. Wenn er eine "gute Phase" hat, dann reden wir nicht über diese "schlechten Phasen" (außer dass er sich bei mir für alles entschuldigt), das würde nur die kurze Zeit am Wochenende, in der wir uns sehen, auch noch versauen. Aber das werde ich nun doch endlich mal offen ansprechen, wenn er sich wieder beruhigt hat. So kann es ja nicht weitergehen. Hatte immer noch gehofft das würde sich ändern, da unsere Zeit, die die Fernbeziehung noch andauert, eigentlich absehbar ist.

@ Snäcka:

das freut mich für euch! Ich hoffe, wir/er kriegen/t das auch gebacken!

Dass wir uns an den "bestimmten" Wochenenden nicht besuchen habe ich auch schon überlegt, aber meistens kommt diese Depri-Stimmung von einem auf den anderen Moment und ist nicht vorhersehbar.

m}uska"tnuRss


Da kannst du leider nichts machen. Natürlich bleibst du bei ihm, du liebst ihn und willst nicht das die Depression ein Trennungsgrund ist. Da musst du für dich selbst die entsprechenden Schlüsse ziehen wie du damit umgehst, denn so etwas kann halt auch sehr lange dauern. Ich war auch mal ziemlich depressiv, kann mich nicht an Agressivität erinnern, aber man will einfach nicht von einem Nahestenden oder Verwandten irgendeinen "super guten" Rat. Da kann nur der Therapeut helfen. Sei seine Freundin, so wie du das für richtig hältst und habe auch in gewissen Maßen Verständnis, aber im Großen und Ganzen musst du für dich ausmachen wie du damit umgehen kannst.

gUraZu:m


Ich frage mich wie du ihn helfen willst. Verständnis für sein Verhalten und wenn nie Konsequenzen drohen,

lässt seine Welt immer größer werden und deine immer kleiner.

Und wer weiss schon wie viel von seinen Verhalten krankhaft ist. So verhalten sich Männer auch gerne, wenn sie noch eine andere Frau haben und manchmal nicht wissen ob und für welche sie sich entscheiden sollen.

sorry

aRdriavhaxna


Du bist doch nicht seine Therapeutin. Das kannst Du nicht leisten. Ein Partner kann eine Depression nicht therapieren. Falls es eine sein sollte.

axdriahFana


Vielleicht nennst Du seinen schlechten Charakter auch nur Depression, weil Du Angst vor einer Trennung hast?

S2nräckxa


Belinea, ich kann Dir nur raten, unbedingt das Gespräch zu suchen. Solange Ihr in dieser Spirale seid - er ist fies, entschuldigt sich wieder, Du verzeihst ihm, Ihr habt ein paar schöne Wochen, und dann geht es wieder von vorne los - ergibt sich (für ihn) auch kein Druck, Hilfe (professionelle!) in Anspruch zu nehmen.

Bei meinem Mann hat es damals auch eine Weile gedauert, bis er den Antrieb und die Einsicht hatte, anzufangen, an sich zu arbeiten. Und anfangs kam er auch nur mit Hilfe von Medikamenten so weit aus dem Loch, dass man überhaupt eine Gesprächstherapie beginnen konnte. Ich war nie seine "Therapeutin", aber Stütze und Motivatorin - und auch ich habe viel an mir gearbeitet und gelernt. Auch heute gibt es noch Tiefs, aber der gemeinsame Weg hat uns stark gemacht, und wir wissen jetzt, dass wir uns notfalls Hilfe von außen holen müssen, um eine Krise zu überwinden.

Ich bin schon etwas verwundert, wie hart die meisten Kommentare hier ausfallen.

Ich wünsche Euch ganz viel Mut und Kraft!

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