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Große Sorge um die Eltern, was sollen wir bloß machen?

XSyGia&nxna hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich wohne mit meinem Freund zusammen, nur 1 Straße von meinen Eltern entfernt. Zu ihnen habe ich ein sehr inniges Verhältnis, auch leben meine Tiere bei ihnen (weil mein Freund seinen Hund mit in die Whg. brachte), so dass ich jeden Tag drüben bin, um zu helfen, mich um die Tiere zu kümmern, etc. Da es viele Tiere sind. dauert alles seine Zeit, so dass ich erst abends wieder nachhause komme. Dann habe ich noch 2 Nebenjobs, die anschließend oder zwischendurch gemacht werden. Alles in einem recht stressig, macht mir aber auch Spaß. Ich war jahrelang depressiv, habe mich verkrochen, so dass ich es jetzt genieße "viel um die Ohren" zu haben.

Aber: meine Eltern bauen immer mehr ab und das macht mich total fertig...seit knapp 1 Jahr wissen wir, dass mein Dad Lungenkrebs hat :°( (durch Bestrahlung wurde der Tumor kleiner bzw. hat grad Stillstand), dazu kommt, dass er kaum noch laufen kann durch Arteriosklerose, hatte nen Bypass, es entzündete sich aber, so dass er wieder entfernt werde mußte. Seitdem kann mein Dad fast nur noch mit dem Auto einkaufen fahren, zu Fuß schafft er es nicht mehr, es fehlt ihm ein Stück Vene. Dann muss er noch Tabletten nehmen weil Herzrhytmusstörungen festgestellt wurden und er baut immer mehr ab, wird schächer, usw. :°( Sein Arzt sagt nur, die Schwäche kommt vom Tumor, er gibt ihm z.B. nix aufbauendes, etc. Ok, die Ernährung ist nicht die beste, aber meine Mom und ich können noch so reden, mein Dad ändert nix daran.

Dann meine Mom......starke Skoliose und damit heftigste Rückenschmerzen, ist kaum noch in der Lage, etwas im Haushalt zu machen, weil sie z.B. nicht lange stehen oder gehen kann. :°( Sie schläft viel, oftmals den halben Tag, steht dafür nachts auf, versorgt dann u.a. die Tiere nochmal. Sie geht kaputt vor Sorge um meinen Dad, weint viel, flüchtet in den Schlaf, wie sie selbst sagt. Haushalt sieht immer schlimmer aus, ich versuche, da was zu schaffen, aufzuräumen, etc. mir fehlt aber auch die Zeit. Mein Dad versucht es auch, schafft aber auch kaum etwas.

Hinzu kommt noch, dass die beiden evtl. aus ihrer schönen, großen Wohnung rausmüssen, da die neue Eigentümerin Eigenbedarf angemeldet hat....Prozess läuft, wir haben Rechtsschutz, aber der Anwalt ist nicht so bemüht, er rät meinen Eltern stets, sie sollen sich ne neue Whg. suchen, was die beiden aber weder können noch wollen....es ist doch ihre Heimat! :°( Mein Vater hat etliche Atteste von Ärzten, dass er nicht räumungsfähig ist, aber es scheint nicht viel zu bringen.....

Die Sorgen fressen uns alle auf....ich war selbst früher drepressiv bzw. habe noch den Hang dazu....möchte meinen Eltern so gern mehr helfen, auch finanziell und villt, noch nen 3. Job annehmen, aber dann hätte ich noch weniger Zeit.....mein Freund beschwert sich schon, dass ich nie zuhause bin, wir haben oft Streit, auch wegen Geld, es kühlt immer mehr ab zwischen uns. :°(

Ich bin allein nicht stark genug, meine Eltern komplett zu unterstützen, Geschwister oder andere Familienangehörige gibt es nicht, auch keine Freunde, die helfen könnten. Mich macht die ganze Situation genauso fertig, ich weine viel und habe Angst, auch wieder depressiv zu werden :°(

Was kann ich tun? Ich möchte den beiden so gern helfen!!!!! :°(

Antworten
X0yGiaknna


Hm....ich hatte hier so auf Hilfe gehofft...hat niemand einen Tip für mich? :°( Es wird immer schlimmer bei meinen Eltern; meine Ma hat gestern bis zum Abend nur geschlafen, mein Dad war schon sauer, weil er sich (mal wieder) das Essen allein machen mußte und hat sich deswegen angemacht, sie hat nur noch geweint, fühlt sich völlig hilflos :-(

Ich schaffe es physisch nicht, beide Elternteile komplett zu stützen (!). Außerdem weiß ich nicht, wie ich das anstellten sollte, denn ich bin ja schon den ganzen Tag drüben und helfe.....ich bin von morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr dort!! Und gehe stets mit nem schlechten Gewissen wieder in meine Whg. zurück zu meinem Freund......

Gibt es irgendwelche Stellen, wo ich um Rat fragen kann?!?!?

AFleoonxor


Du könntest mal mit dem Hausarzt reden wie es mit einer Pflegestufe ausschaut.

Wenn es finanziell drin ist wäre eine Haushaltshilfe eine Entlastung.

XQe!n\obinxe


So wie Du es schilderst, dürfte bei beiden eine Pflegestufe drin sein und somit auch Geld für zusätzliche Hilfe. Dass Du die Pflege nicht allein wuppen kannst, das ist klar. Erkundige dich mal bei ambulanten Pflegediensten, was sie leisten könnten, was es kostet und ob nicht einiges dann wirklich aus der Pflegestufe bezahlt werden kann.

Auch ist ein eventueller Umzug für die beiden natürlich nicht so schön, alte Bäume verpflanzt man nicht mehr, den Spruch kenn ich von meinen Eltern auch ... aber mal ganz im Ernst, wären die beiden nicht im Betreuten Wohnen mit angeschlossener Pflege gut aufgehoben?

Dort hätten sie auch Kontakt zu anderen Mitbewohnern, mir scheint, sie sind aufgrund ihrer Krankheiten doch sehr an ihr häusliches Umfeld gebunden und vielleicht ist es auch psychisch einfach zu eng ...

Was dann mit Deinen vielen Tieren wird, das wäre natürlich zu überlegen. Sind die denn so unverträglich mit dem Hund deines Freundes?

XayG,ianna


Danke ihr beiden. Aber ich "pflege" nicht meine Eltern, sondern ihre und meine Tiere ;-)

Eine Pflegestufe bekämen beide nicht, außerdem würden sie das auch nicht wollen, sie würden auch kein betreutes Wohnen wollen; genau das wurde ihnen nämlich schon sehr ironisch von der Wohnungseigentümerin empfohlen :-/

Meine Eltern hängen sehr an ihrer Whg., ein Umzug würde ihnen den Rest gegen...zumal wir nichtmal umziehen können...wer soll das alles schleppen?! Habe selbst starke Probleme mit meinem Rücken, mein Freund ist auch nicht mehr fit.

Nein, das eigentliche Problem sind zum einen die psychische Belastung meiner Mom durch die Krankheit meines Vaters, und zum anderen halt die Whg, plus finanziellen Sorgen. Die Whg. ist nicht mehr in Schuss, es muss dringend aufgeräumt werden, aber allein schaffe ich das nicht, es sind ja auch nicht meine Sachen (ok, ein paar noch, aber nicht viele). Und wie soll aufgeräumt werden, wenn meine Mom den ganzen Tag schläft?

Wir haben Kaninchen....bei meinen Eltern haben die Süßen viel Platz zum Toben; bei mir in der eh zu kleinen Wohnung hätten sie stets den Hund vor der Nase, ok, er ist sehr lieb, aber Kaninchen werden schnell panisch :-/

Wir bräuchten eine Hilfe in Richtung Psychologie, o.ä. – aber die Wartezeiten beim Therapeuten sind endlos lang....... :°(

Amlueonpor


Eine Pflegestufe bekämen beide nicht, außerdem würden sie das auch nicht wollen, sie würden auch kein betreutes Wohnen wollen; genau das wurde ihnen nämlich schon sehr ironisch von der Wohnungseigentümerin empfohlen

Auch wenn es schwer zu vermitteln ist: manchmal müssen sich auch alte Leute mit der Realität abfinden. Wenn Pflege notwendig ist, dann ist das eben so und dann muss man da mal durch.

Das Theater (inklusive Umzug) hatten wir auch mit meiner Oma.

O+ptiXmism9us


XyGianna

Auf die Gefahr hin, unsensibel zu wirken.... ich entschuldige mich dafür schon mal im Vorfeld... Du müsstest fast zaubern können, um all das unter einen Hut bringen zu können.

1.

Was sind das für Tiere, die Dir gehören und die noch dort sind? Ich weiss sehr gut, wie sehr man an einem Tier hängen kann, sie sind nicht selten auch Familienangehörige. Aber vielleicht wäre es eine erste Entlastung, wenn die Tiere woanders ein gutes Plätzchen kriegen könnten, wo Du sie auch besuchen könntest?

2.

Wenn Deine Eltern doch umziehen würden – mit entsprechend tatkräftiger Hilfe – in eine kleinere Wohnung, dann hätten sie auch weniger zum Haushalten. Mir ist ebenfalls bewusst, dass es schwer ist "alte Bäume" zu verpflanzen. Eine kleinere Wohnung wäre vielleicht auch preislich günstiger?

3.

Statt dann einem 3. Job, der Dich früher oder später in der Gesamtheit zerreissen würde, könntest Du dann evtl. den Einkauf und einige Arbeiten im Haushalt für Deine Eltern erledigen?

4.

Vergiss über Deinen Eltern Deine Partnerschaft nicht, sonst hast Du bald ein neues Problem...

5.

Eine wirklich gute Lösung gibt es vermutlich nicht wirklich, aber GEMEINSAM kann man von allen unbefriedigenden Lösungen vielleicht die beste finden.

Du beschreibst eine sehr schwere Lebenssituation – für alle Beteiligten. Ich wünsche Euch allen viel Kraft und dass Ihr Euren Mut behalten könnt.

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

XRenobdiSne


Deine Mutter könnte auch depressiv sein, da ist das viele Schlafen auch ein Symptom, also könnte eines sein. Wart Ihr schon mal beim Neurologen?

XbyGian'na


@ Aleonor:

naja, was heißt alte Leute, meine Eltern sind 60 und 64 Jahre alt....also noch nicht wirklich "alt" ;-)

Sie würde zerbrechen, wenn sie ausziehen müßten.....und ich auch! Hänge sehr an meinem Elternhaus. Außerdem würden sie niemals klein beigeben, der Eigentümerin gegenüber....das ist so ein Miststück....da würde ich auch bis zum letzten kämpfen :=o

@ Optimismus:

ja, ich muss "zaubern"... manchesmal weiß ich auch nicht, wie ich das alles schaffen soll, aber dann reiße ich mich wieder zusammen und es läuft...

unsere Tiere würden wir niemals (!) im Leben abgeben... das würde uns alle umbringen, sie sind unser Lebensinhalt und bringen viel Sonne ins Dunkle. Sollten meine Eltern eines Tages nicht mehr da sein, nehme ich die Tiere natürlich zu mir, das ist selbstverständlich und auch schon besprochen. Dann muss hier eben halt umgebaut werden bzw. ist fraglich, ob ich dann noch mit meinem Freund zusammen bin... klingt vielleicht blöd, aber er ist nicht mehr der Jüngste, außerdem haben wir auch viel Streit (meist ums Geld).

Haushalt mache ich ja, soweit die Zeit reicht. Einkaufen schaffe ich allein nicht, weil es zu schwer wird (habe keinen Führerschein), aber mein Dad fährt mit dem Auto und ich hole anschließend die Tüten hoch.

Fakt ist: meine Mom lässt sich eigentlich schon seit Jahren fallen... genauer: seit dem Tod ihrer Mutter vor 10 Jahren. Hab ihr schon immer gesagt, sie hat die Trauer nie überwunden, sie hat es immer abgestritten, wollte "Haltung" bewahren. Da fing es an, dass sie nicht mehr viel machen konnte... bügeln, etc. Im Schlafzimmer liegt ein riesiger Haufen Wäsche, der dringend gemacht werden muss, und da müssten wir zusammen ran. Jetzt noch der Krebs bei meinem Dad... es stürzt alles ein... und sie braucht dringend Hilfe...nur woher?!?! Wir wohnen in der Großstadt, aber ich weiß nicht, ob es evtl. Beratungsstellen etc. gibt. ":/

Wtolf'gaxng


Wie alt sind die Eltern?

Eine Pflegestufe bekämen beide nicht, außerdem würden sie das auch nicht wollen, sie würden auch kein betreutes Wohnen wollen;

Ich bin beinahe sicher, dass sie eine Pflegestufe bekommen. Sie haben dann je nachdem Anspruch auf mehr oder weniger Hilfe im Haushalt und bei der Körperpflege und auch sonst.

Gegen eine Eigenbedarfsklage kann man wenig unternehmen. Man kann es ein bisschen hinauszögern, doch irgendwann werden sie weichen müssen und dann wird das Problem nur noch sehr viel grösser, wenn sie sich nicht rechtzeitig um eine neue Wohnung bemüht haben.

Niemand geht gerne in ein Altersheim. Das ist immer eine grosse Umstellung. Die Eltern wollen kein betreutes Wohnen – aber von dir wollen sie sich betreuen lassen? So richtig gut ist das nicht, denn dabei wirst du kaputt gehen, so lese ich es aus deinem Post heraus. Die Eltern können ihre Ansprüch nur durchsetzen, solange du mitmachst und ihnen die Unterstützung gewährst. Ich möchte damit nicht sagen, dass du hartherzig sein sollst, doch ein gewisser "Schubs" in Richtung Wohnheim könnte für die Situation der Eltern durchaus förderlich sein. Es gibt sehr viel Leute, für die die Vorstellung in einem Wohnheim zu leben ein Horror war und später haben sie sich doch sehr wohl gefühlt in der Gemeinschaft der Menschen, mit denen sie dann zusammen lebten.

Achte auch auf dich und achte darauf, dass du nicht zu kurz kommst.

A;le6onoxr


Außerdem würden sie niemals klein beigeben, der Eigentümerin gegenüber... das ist so ein Miststück... da würde ich auch bis zum letzten kämpfen

Um der einen auszuwischen die Gesundheit und das psychische Gleichgewicht ruinieren? Mit der Konsequenz dann früher zu versterben? Dann wird die Wohnung auch frei ...

XRyGiatnna


@ Xenobiene:

jap, sie ist depressiv, sie hat es endlich vorgestern zugegeben, obwohl ich es schon lange ahnte und es ihr auch auf den Kopf zugesagt habe (ich war ja selbst jahrelang depri, kenne die Symptome). Ihr Neurologe kennt sie schon jahrelang, aber ich halte nicht viel von dem, er verschreibt schnell ein Psychopharmaka und das wars dann. Fragt man ihn nach nem Therapeuten, sagt er nur: schauen sie ins Internet, aber nehmen sie einen, der auf Kasse behandelt....mehr nicht :-/ Wir stehen ziemlich "doof" da........ :-(

Wuolfgxang


Ich habe nun das Alter der Eltern gelesen. So sehr alt sind sie ja nicht – eigentlich so alt wie ich? ":/ :-D

Mit 60 kann man sich noch umstellen. Da wird einfach kein Weg dran vorbei führen. Dass du den Vermieter nicht magst, das ist dein gutes Recht, doch er sitzt am längeren Hebel...

Beratungsstellen gibt es verschiedene: Diakonisches Werk, Sozialamt, verschiedene Heime direkt ansprechen – die haben Erfahrung!

Hier kannst du die Heime in deiner Umgebung ansehen:

[[http://www.pflegelotse.de/%28S%28ghgtgm2xiiczuaitmltnqvyx%29%29/presentation/pl_intro.aspx?krankenkasse=vdek]]

XGyGixanna


Mhh, ich schreibe einmal noch, dass ein Pflegeheim nicht in Frage kommt...... :-/ Denke, für sowas sind meine Eltern auch noch zu "mobil". Und kann ein Eigentümer wirklich zwei kranke Menschen an die Luft setzen ??? Ich meine, mein Dad hat diverse Atteste, die ihm Räumungsunfähigkeit bescheinigen......das geht doch dann nicht so einfach....zumal sie sehr fadenscheinige Begründungen für den Eigenbedarf angibt.....das Gericht will sie nochmal überprüfen.....

Axleoxnor


Selbst wenn sie da wohnen bleiben können: ein Vergnügen wird das mit einer sickigen Vermieterin sicher nicht.

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