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Zu zweit happy, in Gruppen deprimiert, was ist nur los mit mir?

B[rauneGsledersxofa


Hey Leute,

ihr sprecht mir aus der Seele.

Wenn ich mit ein, zwei Leuten unterwegs bin oder mit einer etwas größeren Grußße, wo ich ALLE ziemlich gut kenne, habe ich kein Problem. Man schätzt sogar meine offene und lustige Art.

Sobald die Gruppe aber noch größer wird und ich viele nicht kenne, hört es auf. In der Schule war ich immer total zurückhaltend und schüchtern und bin deshalb oft gemobbt worden, weil ich mich nie gewehrt habe. Ich glaube in dieser Zeit ist mir etwas abhanden gekommen und dass wird eine gesunde Portion Selbstbewusstsein sein, anders kann ich mir das nicht erkären.

Morgen ist Haloween und mein Freund und ich sind eingeladen. Es werden viele viele Leute kommen. *zitter* Aber mein Freund weiß von meinem Problem (natürlich) und denkt nicht daran mich zuhause zulassen. Das ist eigentlich auch gut so, bloß nicht den Schwanz einziehen. :[]

SNkarab=aeHus94


Ich erkenne mich auch seeeehr wieder in dem, was hier geschrieben wird. :-D Ich hielt mich sonst immer für einen Sonderling, daher ist es sehr beruhigend zu lesen, wie vielen Menschen es ebenso geht.

Mich belastet das alles nun nicht mehr sonderlich, da es keine Eltern mehr gibt, die mich auf Familienfeiern mit schleifen und im Freundeskreis bin ich eigenständig genug, es abzulehnen, derartigen Veranstaltungen beizuwohnen. Man kennt mich schließlich inzwischen schon als den stillen Skara, abwesend und angepisst vor sich hin starrt. :-X Das hohle, stumpfsinnige Geblubber, der Lärm, das Gekicher, die lauten Stimmen, jeder labert durcheinander. :|N :(v Ich werde da von Minute zu Minute verächtlicher und verschwinde nach kurzer Zeit in einen geschützten Raum - und sei es nur eine Treppe im Flur. :-X

Ich kann zu viel Gesellschaft nicht leiden und erspare mir das so gut und so oft es nur möglich ist.

Aber mein Freund weiß von meinem Problem (natürlich) und denkt nicht daran mich zuhause zulassen. Das ist eigentlich auch gut so, bloß nicht den Schwanz einziehen. :[]

Kann ich nicht verstehen. ":/ Wenn du nicht magst, dann magst du nicht. Wenn ich Lust haben sollte, wider Erwarten, gehe ich auch mal mit meinem Freund mit. Aber wenn ich nicht will, dann nicht. Ich alleine entscheide, wenn ich mich motivieren und mitreißen lasse. Niemand sonst kann über mich verfügen. Ich kenne mich selbst und meine Grenzen gut genug und die Vergangenheit hat mir gezeigt, dass mir Gesellschaft in der Gruppe kein einziges Mal gefallen hat.

Man muss nicht aus allem ein psychisches Problem machen, das es zu lösen gilt. Ich schätz mich jetzt nicht grad gestört ein, nur weil ich sowas nicht leiden kann und lieber alleine bin. Ist halt meine Persönlichkeit. So viel und so wenig. Introvertiert zu sein ist keine Krankheit sondern es ist ein Bedürfnis, sich zu schützen - in dem Fall vor zu vielen Eindrücken, zu viel Lärm, zu vielen (dummen) Menschen. ;-D

S&irTeVleamMaxrk


Ich möchte nochmal kurz wegen der Diskussion auf Seite 2 einwerfen, dass introvertiert etwas anderes ist als schüchtern. Ich denke, das sind zwei Kategorien, die komplett unabhängig voneinander bestehen. Deshalb hilft es nichts, einem Schüchternen zu sagen, er sei eben introvertiert oder "ich selbst bin introviertiert und das ist doch gut so".

Es gibt Leute, die von ihrer Art her sehr wohl Kontakt wollen und kommunikativ sind, aber das nicht leben können, weil sie gleichzeitig auch schüchtern und gehemmt sind. Für diese stellt es eine Belastung dar. Es geht nicht darum, dass diese Leute introvertiert sind und extrovertiert werden wollen. Sie sind es bereits (natürlich mit Abstufungen im Einzelfall zwischen diesen Polen. Ist hoffentlich klar)

Wer wirklich introvertiert ist, kann das vielleicht nicht so ganz nachvollziehen und muss natürlich auch nichts ändern. Allerdings sollte man aufpassen, da nichts durcheinander zu bringen und von sich auf andere zu schließen.

J$an7x4


Hab das nur überflogen aber geht mir genauso.

Ich denke, sowas ist schon ein Indiz für eine ziemlich tief gehende Problematik, wobei ich da weniger an soziale Phobie denke (auch aufgrund meiner eigenen Erfahrungen, mir gehts ja genauso), sondern eher in richtung narzisstische Störung..

Grob gesagt, das gekränkte Ego einer Person mit Minderwertigkeitskomplexe kann schlecht damit umgehen, wenn es "einfach mal nur im Hintergrund ist". Wenn mal keiner mit einem redet, wird dies als zurückweisung empfunden. Keine Substanz und Stabilität. Nur die Sicherheit in der 2er-Situation, dass man den anderen jetzt "für sich alleine hat", führt zu guten Gefühlen. In der Gruppe sofort Gefühle von Minderwertigkeit, Einsamkeit, ausgeschlossen-fühlen. Also zumindest ging/geht es mir so. War früher richtig schlimm, mittlerweile allerdings viel besser geworden.

Wenn man da nicht reflektiert mit sich selber umgeht sondern sich in bestimmte Verhaltensmuster dann unreflektiert reinfallen lässt, passiert das, was leider so oft passiert.. dass seelisch verletzte Personen aufgrund ihrer nicht aufgearbeiteten Problematik sich destruktiver Kompensationsmuster bedienen (anstatt dem Problem auf den Grund zu gehen) und dabei selber zu Arschlöchern werden.

Konstruktiv wäre in etwa "ich fühle mich in Gruppen nicht wohl. Welches Problem habe ICH, dass das so ist?"

Destruktive Kompensation eher: "Das mit den Gruppen kann ich mir auch sparen. Eh alles nur oberflächlich, doof und langweilig. Die anderen Leute sind mir einfach zu blöd. Am besten ich gehe ihnen aus dem Weg".

SYkaraba\e}us94


Es gibt Leute, die von ihrer Art her sehr wohl Kontakt wollen und kommunikativ sind, aber das nicht leben können, weil sie gleichzeitig auch schüchtern und gehemmt sind. Für diese stellt es eine Belastung dar.

Ja, und wie will man das denn unterscheiden können? Ich bin auch schüchtern und ängstlich, aber kann mich, wenn ich das so will eloquent integrieren und mich in den Mittelpunkt drängen. Zuweilen besitze ich sogar das Bedürfnis, weil ich weiß, dass ich klug bin und man mir gerne zuhört.

Vielleicht stellt es nur deswegen eine Belastung dar, wegen dem Gruppenzwang und den Erwartungen an sich selbst? Die Mehrheit ist kommunikativ und gesellschaftsfähig, man selbst aber nicht, dadurch steht man weniger gut da und ist wütend auf sich, weil man einfach nicht die eigenen Bedürfnisse akzeptiert? Wäre doch auch möglich. Für mich gibts zwischen introvertiert und schüchtern/gehemmt/ängstlich/sozial phobisch nur einen wirklich sehr schmalen Grat.

May341 bringt es auf Seite 2 auf den Punkt:

...weil man sich letztendlich immer die gleichen Geschichten anhören muss und jeder in erster Linie an sich denkt: Es wird sich gegenseitig gestichelt, ausgelacht, viel geprahlt, gerne von sich erzählt, aber ungerne zugehört. Man ist mit anderen zusammen, um sich zu messen und zu vergleichen und um sich über andere zu stellen, auch wenn das keiner offen zugeben würde. So funktioniert unsere Gesellschaft und ich habe keine Lust, da mitzumachen...

Wie kann man sich denn sowas wünschen? :-/ Erschließt sich mir nicht. Um das auszuhalten muss man schon ziemlich platt und abgestumpft sein. Und ich bin dankbar und stolz auf mich, dass ich mich in einer solchen Umgebung nicht wohl fühle. Klar dass ich dann ängstlich und phobisch werde und depressiv - schließlich will ich ja auch weg. ;-D

Bezogen war das außerdem auf die Halloween Party. Selbst gewählte Gesellschaft (Interessen- und Glaubenstreffen, Schwule...) mag ich manchmal durchaus. Ich vertrete halt die Meinung, wenn man von Herzen auf eine Party will, dann hat man auch vorher die Hosen nicht voll. Indem man sich trotzdem dort hin drängt, ignoriert man doch jeden Impuls, jede innere Regung, die darum bittet, es nicht zu tun.

w{illgesSundseixn


@ Jan74 und SirTelemark

Eure beiden Beiträge sagen so ziemlich alles aus! Ich fasse kurz für mich zusammen:

1. Erst rausfinden, ob man introvertiert (und damit vielleicht glücklich) ist oder ob man eigentlich eher gerne in Kontakt treten würde (exrtovertiert), aber sich nicht traut (schüchtern).

2. Im zweiten Fall das ganze aus der eigenen Perspektive betrachten, und sich eingestehen, dass man selber das Problem hat und nicht der Rest der Umwelt "oberflächlich, dumm, angweilig, aufgesetzt, usw (Liste kann mit den typischen Wörtern, die von solchen "Gruppenmeidern" (wie ich auch oft einer war!!!) immer genannt werden) ergänzt werden ;-)

Allen, denen es so geht wie mir (und den anderen, die sich hier wiederfinden), viel Erfolg beim Eingestehen :)*

wxill-gesuxndsein


@ Skarabeus94,

da bist du mir zuvor gekommen... Aber ich seh das echt anders:

Vielleicht liegt es an der Gesellschaft, mit der du dich normalerweise umgibst... Ich habe dieses Thema mal haargenau so gesehen wie du und hab dann (als extrem verkopfter ostdeutsch aufgewachsener) ein Jahr in Los Angeles gelebt, kannst du dir vorstellen, wie es mir da ging? Ich habe zwar eine sehr selbstbewusste Ausstrahlung aber die ist (wie für nen ordentlichen Narzissten) oft aufgesetzt!

Jetzt zu meinem Punkt: In LA wird zu mind. 90% nur über Belanglosigkeiten (Nicht unbedeingt Oberflächlichkeiten, aber einfach unwichtiges Zeug) geredet (nicht übertrieben!!! wobei das natürlich auch von der Gesellschaft häng, in der man ist ;-) ). Am Anfang dachte ich auch:

Es wird sich gegenseitig gestichelt, ausgelacht, viel geprahlt, gerne von sich erzählt, aber ungerne zugehört. Man ist mit anderen zusammen, um sich zu messen und zu vergleichen und um sich über andere zu stellen, auch wenn das keiner offen zugeben würde. So funktioniert unsere Gesellschaft und ich habe keine Lust, da mitzumachen...

Aber das stimmt oft nicht, wenn man erst mal seine eigenen Probleme einsieht und nicht von vornerein den Fehler im Außen sucht. Ich habe irgendwann gesehen, dass es kein unterbewusst böswilliges "sich über den anderen stellen und nur von sich erzählen ist"! Die Leute haben einfach genossen, dass sie stundenlang über nichts wichtiges reden können und dabei ganz banalen Spaß haben :-)

(Da nimmt man als Deutscher natürlich schnell die Beine in die Hand :-D )

SPkarabadeusx94


willgesundsein, teilweise gebe ich dir damit durchaus Recht, ich war nämlich auch schon in den Staaten, New York, und war dort wirklich überwältigt von den lieben Menschen. All meine Vorbehalte waren wie weg geblasen, dort war ich schon der Star, weil ich von Germany kam. Man hat auf freundliche, durch und durch ehrliche, authentische Weise Kontakt zu mir gesucht und das war einfach... x:) Ich hab dort von keinem erlebt, dass sich dermaßen übereinander gestellt wird wie hier. Ich habe kein Konkurrenzdenken kennen gelernt. Ich bin angestrahlt worden von fremden Menschen. Es war einfach so spannend und lustig. Auch in Italien - dort sind die Menschen sooooo herzlich.

Hier in Deutschland jedoch... :-| Der gleiche Mist wieder. Mir gehts da auch überhaupt nicht darum, dass jemand sich in den Mittelpunkt stellt und nur von sich erzählt - umso besser, triffts wenigstens nicht mich und das Licht fällt nicht auf mich. Das ist nicht das Problem. Ich habe auch hier in Deutschland schon Gegenden kennen gelernt, in denen die Menschen zufriedener sind, folglich auch weniger gejammert und geneidet wird, aber das ewige Lästern und Sticheln und Bewerten ist einfach ein Problem. Nicht meins. Sondern eins der Gesellschaft. Teilweise bedeutet es nämlich wirklich, sich an den Pranger zu stellen, wenn man Gesellschaft sucht. Das ist so eine ekelhafte, scheinheilige Gesellschaft, Interesse wird geheuchelt, um etwas bestimmtes zu erreichen. Das ist zutiefst manipulativ. Und genau das ist es, was mich stört - die Gesellschaft ist oft einfach nicht ehrlich und authentisch. Sowas kann ich nicht ertragen, das widert mich an. In einer Gruppe, wo ich mich ehrlich angenommen fühle, habe ich keine Abneigung, auch das kommt vor.

Man muss einfach unterscheiden können, ob man gerne an dem Ort ist, an dem man sich aufhält oder nur die Umstände einen dazu drängen. In der Schule z. B. stellt sich die Frage wohl nicht. :-X Genauso wenig wie in Familie und Freundeskreis, wo man vorher schon weiß, es werden einige Personen da sein, die man einfach nicht sehen und ertragen kann. So einen Ort suche ich dann nicht auf. Wenn man sich dennoch zwingt, ist es für mich ganz logisch, dass man sich dann unwohl fühlt.

B"raunesleHd$ergsofxa


Ich alleine entscheide, wenn ich mich motivieren und mitreißen lasse. Niemand sonst kann über mich verfügen.

Wer sagt denn, dass mein Freund über mich verfügt, wenn er möchte, dass ich mitkomme, statt zuhause allein rumzugammeln? Er und meine Schwester sind bisher die einzigen Menschen gewesen, die sich wirklich dafür interessieren, wie es mir geht und die mir das Gefühl geben, sicher zu sein.

Mein Freund schleift mich nicht an den Haaren mit und wird im Laufe des Abends bei mir bleiben und sich nicht auf einmal verdrücken. Er macht das gut so.

Und bevor es heißt, dass ich von ihm abhängig bin- nein, bin ich nicht. Ich bin eine starke Persönlichkeit und weiß, was ich will. Mir machen bloß große Gruppen mit unbekannten Leuten Angst, ansonsten bin ich taff.

J.anS74


Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass diese "oberflächlichen, langweiligen, smalltalkenden Gruppenmenschen, die man lieber meidet, da man ja tiefgründiger ist", wenn man sie dann mal für sich betrachtet, durchaus auch interessant, vielschichtig, sensibel etc sind. Man tut ihnen wirklich unrecht. Im Grunde hochgradig arrogant, arrogant nur basierend auf der eigenen Unsicherheit.

Umgekehrt kann es allerdings auch "gute Freunde in 2er-Beziehungen" geben, die sich in Gruppen als regelrechte Selbstdarsteller entpuppen und sich ständig in den Vordergrund drängeln und einem "die Show stehlen". Da kann man allerdings auch durchaus mal die Qualität der 2er-Freundschaft anzweifeln.

Und mal dem Skarabäus zuwink :-)

S#k ara^baeusx94


Hallo Jan! @:) :-D

*zurück wink*

EMhem#aliger _Nutz+er (#53H0218x)


Ich möchte nochmal kurz wegen der Diskussion auf Seite 2 einwerfen, dass introvertiert etwas anderes ist als schüchtern. Ich denke, das sind zwei Kategorien, die komplett unabhängig voneinander bestehen. Deshalb hilft es nichts, einem Schüchternen zu sagen, er sei eben introvertiert oder "ich selbst bin introviertiert und das ist doch gut so".

SirTelemark

Danke; ich finde es immer wieder "schön", wenn Schüchternheit (bis hin zu sozial-phobischen Zügen) mit Introversion gleichgesetzt werden. Das ist nicht dasselbe!

Ich bin z.B. introvertiert aber nicht schüchtern.

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