» »

1 Packung Alprazolam 0,5 mg (50 Stück) pro Monat zu viel?

S/ilvAelxie


Wäre es lächerlich gewesen, diesem Menschen Buprenorphin zu verordnen?

Aber bitte, da läufst du offene Türen ein. Schwer depressive Menschen bekommen doch eine Langzeitverordnung von Psychopharmaka, und – ebenso Schmerzpatienten – //wenn es nicht anders geht, //auch von süchtig machenden (von Ausnahmen wiederum abgesehen).

S8innesxtäter


Gibt noch eines (außer Chloralhydrat): das was auch zum Entzug eingesetzt wird: Distraneurin

Wieder was gelernt. :-)

Du kannst doch nicht ernsthaft wünschen, dass eine Gesellschaft sich totkranke Menschen auf diese Art regelrecht "heranzüchtet"?

Nein, natürlich nicht. Ich denke mir nur, besser abhängig von einem Substitut, als totgesoffen.

S]ilveDlie


Aber wo ziehst du die Grenzen? Bekäme jeder psychisch angeschlagene Mensch unterschiedslos auf Verlangen lebenslang psychogene Wirkstoffe verordnet, statt sich seinen Problemen zu stellen und diese zu verarbeiten – was ja in den überwiegenden Fällen durchaus Aussicht auf Erfolg hat – wäre das deine Lösung?

pUhili?pp1x00


Ich bin echt erstaunt über das Ausmaß und sehe hier meine eigene Meinung sowie auch Sinnestäters Äußerung bestätigt:

Scheinbar gibt es nur zwei Sorten Ärzte, eine, die Benzos für die Ausgeburt der Hölle hält, und die andere, die sie wie Smarties verteilt. So was wie ein vernünftiger Mittelweg, die Medikation an den tatsächlichen Bedarf anzupassen, das ist etwas was ich eigentlich von einem Profi erwarte.

Silvelie du hast natürlich Recht damit, dass eine Dauermedikation, z.B mit Benzodiazepinen, nicht gerade gesundheitsfördernd ist. Der Punkt ist aber, und weder ich noch Sinnenstäter propagieren für den Langzeitmissbrauch, wie du ihn netter Weise genannt hast, dass Ärzte dieses Medikament als Dauermedikation verschreiben wenn wirklich gar nichts mehr anderes hilft. Richtig, nicht gerade gesund, aber wärst du an der Stelle und müsstest dich entscheiden zwischen "Zuhause hinwegetieren, dafür aber nicht Abhängig und deiner Meinung nach also gesund" oder der Dauermedikation mit Benzodiazepinen wodurch wieder ein normales Leben möglich ist, wie würdest du dich wohl entscheiden? Ich möchte aber nicht als Verfechter der Benzodiazepine für den Langzeitgebrauch dastehen, sondern gebe nur meine Erfahrung sowie die anderer wieder, dass dies in speziellen Fällen die einzigste sinnvolle Lösung ist. Es geht auch nicht um Benzodiazepine an sich, was indirekt auch meine Thread Fragestellung beinhaltet, sondern darum das ich einfach ein stinknormales Leben ohne Angst und Panik führen möchte, und bevor das wieder kritisiert wird, mir wurde erst nach ca. zwei Jahren Leiden und Zurückziehen Alprazolam verschrieben. Falls sich davon mal abgesehen doch noch jemand an der Lösung meines Problemes interessiert: Mir war zu Beginn meiner Behandlung ständig übel und ich hatte depressive Vertsimmungen – > mir wurde also Citalopram verschrieben und mir ging es wieder wunderbar, zumindest ca. einige Monate / halbes Jahr lang. Dann wurde ich zunehmend nervöser, Unruhe, leichtes Zittern und ständige Aufgeregtheit, was ich der enstandenen Angst zuschreibe. Also wurde mir (nein nicht sofort und nicht wie smarties) Alprazolam verschrieben und mir ging es wieder gut, bis eben auf die kleineren Nebenwirkungen, aber dafür kann ich wieder fast normal leben.

Was ich damit sagen will, es fing alles mit Antidepressiva an, mir gings gut und erst daraufhin kam nach einiger Zeit dieses Angst/Panik-Problem hinzu, ohne das ich jemals zuvor besonders ängstlich oder sonstiges war, mir also bis jetzt ein einziges Rätsel.

Das wäre das zu lösende Problem, entstand diese Angst evtl. aufgrund der Antidepressivaeinnahme? und weiterhin: Ich bin auch offen für jedes andere Medikament das genauso wirkt wie Alprazolam, sprich anxiolytisch.

S,ilUveliFe


Phillip

dafür aber nicht Abhängig und deiner Meinung nach also gesund" oder der Dauermedikation mit Benzodiazepinen wodurch wieder ein normales Leben möglich ist, wie würdest du dich wohl entscheiden?

Nicht dass hier ein falscher Eindruck aufkommt: Ich habe Verständnis für jeden einzelnen Menschen, der sich schwer tut mit dem Leben und als Brücke – auch längerdauernd – unterstützende Medikamente braucht.

Gerade die Benzoes halte ich jedoch fast schon für mehr Fluch als Segen, da sie eben so sehr abhängig machen (können).

Den Haken sehe ich in deiner, für dich gesehen, durchaus verständlichen Argumentation hauptsächlich im Gewöhnungseffekt und der Auswirkung auf deine körperliche Gesundheit. Wobei es sicherlich Ausnahmefälle gibt, in denen eine lebenslange Einnahme das kleinere Übel sein mag. Nur daraus einen generellen Anspruch abzuleiten – das finde ich falsch. Allzu schnell gäbe es Menschen die die "Gelegenheit", jede Arbeit an sich selbst zugunsten dieser Tabletten fallenzulassen, aufgreifen würden, ohne dass es wirklich notwendig wäre (was auch ein Psychiater nicht immer zuverlässig im Vorfeld schon entscheiden kann, meine ich). Was in meinem Verständnis heißen kann, sich selbst aufzugeben.

p1hivlipp1x00


Ich hatte noch nie Probleme mit Angst oder sonstigem, bis ich eben Antidepressiva nahm und diese Angst/Panik/Unruhe nach einer Weile auftrat. Siehst du die Ursache deiser "Angst" also darin?

S'ilvexlie


Genau das ist ja eine der möglichen Kontrawirkungen, dass genau das auftreten kann, was sie bekämpfen. Es kann also gut möglich sein. Vielleicht für dich ein Anlass, etwas anderes auszuprobieren?

pihirlippe10x0


So etas in der Art hatte bzw habe ich auch vor, nur, da ich ja die oben gannte Dosis Alprazolam täglich nehme, führt das doch dazu, so stell ich mir das zumindest vor, dass ich nicht beurteilen kann ob ein anderes Antidepressivum tatsächlich Besserung bereitet da ich ohne Alprazolam eben "Entzugserscheinen" habe bzw. eher durch den Gewöhnungseffekt ogenerell ängstlicher bin. Sprich: Angenommen ein anderes AD wirkt so gut wie ich ich es mir vorstelle bzw wie es sein sollte, auch anxiolytisch, dann werde ich diesen Effekt ja nicht merken da ich mein ALprazolam brauche und ohne, egal wie gut das AD auch ist, ängstlich und unruhig sein werde. Das ist so der Grund warum ich nicht gleich auf ein anderes AD umsteige (+ Zeit bis das AD wirkt)

pjhilip{p10x0


Eine Zwickmühle....

S?islveDlxie


Philipp, dazu solltest du dich mit deinem Arzt beraten, besser nicht auf eigene Faust..... Aber das, was du hier gerade sagst, deine Furcht vor Entzugserscheinungen, zeigt leider am eindrucksvollsten das Nachteilige an der Geschichte auf. Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg für dich findest.

pvhilaippx100


Erst einmal Danke ! :-) aber zur Verteidigung des Alprazolams, ohne dieses Medi hätte ich das, was ich jetzt in diesem Zeitraum erreicht habe, und das ist einiges, nie geschafft.

Mit der Gewöhnung hast du natürlich Recht, keine Frage, ich möchte jetzt die Schuld auch nicht auf andere projetzieren (allein schon weil sonst noch irgendjemand die Projektion nach Freud hier mit ins Spiel bringt), aber eine genauere Beratung und genaueres Eingehen auf mein Problem von Seiten der Ärzte hätte ich mir doch gewünscht.

Srilv+elKie


Es gibt solche Ärzte; gib nicht auf und suche dir den richtigen.

LgK,10


@ Sinnetstäter

Mir fehlt gerade etwas die Zeit, vielleicht schreib ich nacher noch was dazu:

Vor kurzem habe ich eine Reportage gesehen, in der ein schwer depressiver Schweizer von seinem Psychiater die Absolution für eine Euthanasie bei Dignitas erhalten, und diese dann auch durchgezogen hat. Wäre es lächerlich gewesen, diesem Menschen Buprenorphin zu verordnen?

Du meinst den mit bipolarer Störung, der letztendlich für assistierten Suizid freigegeben wurde, stimmts? Die Doku kenne ich.... war ganz interessant.

@ Philipp

Keiner möcht dir die Benzos abstreitig machen wenns dir scheisse geht. Citalopram nem angstgestörten zu geben halt ich für sehr grenzwertig, weils selber angstartige Zustände induzieren kann. Und nochmals. Alprazolam ist ungeeignet, rede mit nem Psychiater ob ein Umstieg auf Diazepam / Oxazepam möglich ist. Flutet nicht so schnell an, wirkt länger, mehr Metabolite, flutet langsamer ab => Suchtrisiko nicht ganz so hoch.

L<Kx10


So und nochmal jetzt etwas ausführlicher

@ Sinnestäter

Wikipedia ist nicht das Maß aller Dinge und in medizinischen Fragestellungen teilweise voller Fehler.

Dass ich es lächerlich finde einem Depressivem Opioide zu geben ist... äh nicht ganz so einfach zu beweisen. Das könnte jetzt daran liegen dass es unter Umständen nicht so leicht durch die Ethikkommission zu bringen ist, jemand dem es psychisch schlecht geht, noch Betäubungsmittel zu verabreichen (mit denen man sich verhältnismäßig einfach suizidieren kann).

So, dann also unmöglich ist ein Entzug von Diazepam nicht, aber langwierig. Was ich mit unmöglich meinte, die Rückfallsquote ist hoch, es ist nicht ganz ungefährlich. Gib mal Benzodiazepine, Entzug, langwierig ein oder ersetze langwierig statt gefährlich – was auch immer, du wirst sicher fündig.

Und ich bleibe dabei, gerade bei ner generalisierten Angststörung etc. gibt es super Möglichkeiten das therapeutisch zu bekämpfen. Man hat zwei Ansätze, einen palliativen und einen kurativen. Sobald man auf der Schiene ist dass man sich auf Langzeitbehandlung von Benzos / Opioiden etc. begibt wirds sehr schwierig sofern man interesse hat da nochmal rauszukommen.

Ich halte das Vorgehen für hochgradig gefährlich, weil es kein konstruktiver Ansatz ist, außer man stempelt die Betroffenen zu Todgeweihten ab, denen man... eigentlich sowieso nicht mehr helfen kann. Ne GAS oder manifeste Depression und ne handfeste Sucht dann nämlich im Doppelpack zu bekämpfen wird ein Unterfangen sein, wo sich so ziemlich jeder die Zähne ausbeisst.

Das ist der Hintergrund. Der von dir beschriebene Fall war manisch depressiv wenn ich mich recht erinnere, ich halte das Vorgehen – Suizid hier öffentlich zu gewähren für mehr als fragwürdig. Weil irgendwann jegliche Transparenz fehlen wird – aber ist ein anderes Thema.

Theoretisch gibts therapieresistente psychische Störungen, in Ausnahmefällen setzt man auch z.B Ritalin bei schweren Depressionen ein. Und es gibt psychische Störungen die mit dem Leben des Betroffenen nicht vereinbar sind. Gerade auf dem Thema kann man viel machen. Sicher wenn jemand vor dem Selbstmord steht und man ihn nur noch mit Opiaten "kurieren" könnte – dann gebe ich dir recht. Dann betrachte ich das wirklich als palliative Situation. Die Frage ist – bringts was? Deine wundersame Studie – 3 Teilnehmer (von den ganzen 10) haben wegen Dysphorie abgebrochen! Aber hier Leuten die vielleicht ne GAS, Panikattacken oder sowas haben, gleich pauschal mit Benzodiazepinen zu versorgen – das halt ich für höchst fragwürdig.

Deine Aussagen bezogen sich auch nicht auf Suizidenten sondern ganz lapidar halt auf "chronisch Depressive". Lösung ist das keine. Also was ich mich frage, was soll der zu erreichende Zielpunkt mit Benzogabe sein? Sich noch 5 zugedröhnte erträgliche Jahre ermöglichen?

Sprich: Angenommen ein anderes AD wirkt so gut wie ich ich es mir vorstelle bzw wie es sein sollte, auch anxiolytisch, dann werde ich diesen Effekt ja nicht merken da ich mein ALprazolam brauche und ohne, egal wie gut das AD auch ist, ängstlich und unruhig sein werde. Das ist so der Grund warum ich nicht gleich auf ein anderes AD umsteige (+ Zeit bis das AD wirkt)

So super wie Alprazolam wird kein anderes AD wirken. Weil Alprazolam eben ein Suchtgift ist.

Was ich dir aber sagen kann, ADs wirken zwar "antidepressiv" erst nach 3 Wochen bis Monaten, die angsthemmende Wirkung setzt bei einigen aber unmittelbar ein. Trazodon beispielsweise.

Das wirkt auch sehr effektiv gegen Angst, das entspannende Gefühl fehlt wohl allerdings oder was sich halt bei Benzos so einstellt.

Und nochmals, weg von Alprazolam, wenn schon Benzo, Diazepam. Auch kein Lorazepam. Ich versteh nicht wieso manche Ärzte so borniert sind und nicht mal begreifen dass wenn sowas schon verschrieben wird, ausgerechnet die Präparate genommen werden müssen die man noch am schwersten kontrollieren kann.

S)innnesXtät#er


phillip100, sorry, daß ich deinen Thread kapere, ich finde es nur gerade einfach zu interessant ;-)

Das könnte jetzt daran liegen dass es unter Umständen nicht so leicht durch die Ethikkommission zu bringen ist

Ethik...das ist sone Sache. Wir halten es für ethisch korrekt, unsere Haustiere (zu denen nicht wenige Menschen eine stärkere Bindung haben als zu anderen Menschen) zeitnah von ihrem unheilbaren, oder unfinanzierbaren Leiden zu erlösen. Bei Menschen gilt die Anwendung der Palliativmedizin als ethisch. Also Leidunterdrückung bis zum natürlichen Ende.

Die Crux bei psychischen Erkrakungen ist, daß niemand genau sagen kann, wann jemand unheilbar ist. Die "Heilung" selbst ist undefinierbar. Im Prinzip kann man nur vom Patienten ausgehen, dem es gut, schlecht, erträglich, oder unerträglich geht.

Ab wie lange "unerträglich" gesteht man einem Menschen zu, ihm mit konventionellen Mittel nicht helfen zu können? Was muß man alles probiert haben?

Wäre es ethisch korrekt, ihn nach dem Durchprobieren von zehn verschiedenen Antidepressiva der Palliativmedizin zuzuführen? Nach dem 5ten Jahr erfolgloser Therapie? Dem dritten Klinikaufenthalt? Nach Elektro/Magnetkrampf-Therapie? Wann hat ein Mensch genug gelitten, um Anspruch auf (eine immerhin mögliche) Linderung zu haben?

Aktuell: Niemals.

Und das kann, meiner Meinung nach, nicht der Weisheit letzter Schluß sein.

mit denen man sich verhältnismäßig einfach suizidieren kann

Oki, eingesehen. Bei Buprenorphin ist das aber zumindest etwas schwerer als bei anderen Opioiden.

bei ner generalisierten Angststörung etc. gibt es super Möglichkeiten das therapeutisch zu bekämpfen

Kein Widerspruch.

Ne GAS oder manifeste Depression und ne handfeste Sucht dann nämlich im Doppelpack zu bekämpfen wird ein Unterfangen sein, wo sich so ziemlich jeder die Zähne ausbeisst.

Ebenfalls.

Für mich bleibt aber eine Sucht, genauso wie andere Langzeitnebenwirkungen, eben eine Nebenwirkung. Unerwünscht, lästig, möglicherweise furchtbar, und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintretend. Als Behandler tue ich mir leicht, dem Patienten jahrelang meine "das wird schon irgendwann, wir machen mal so weiter"-Sicht der Dinge aufzuzwingen. Die Frage ist aber doch, was will der Patient?

Mit der möglichen Erfahrung anderer Medikamente und deren Nebenwirkungen im Hinterkopf, hätte er überhaupt die Möglichkeit, für sich selbst zu entscheiden: Nein, ich kann es ertragen/überwinden, ich setze mich diesem Risiko nicht aus, oder Ja, es ist zuviel für mich, mein Leben ist so nicht lebenswert?

Ich bin ein Verfechter der freien Willens, und, auch wenn das vielleicht naiv ist, ich bin der Meinung, wenn man einem erwachsenen Menschen alle nötigen Informationen in die Hand gibt, dann hat er alle Mittel, um die für ihn selbst richtige, oder auch falsche, in jedem Fall aber individuelle und selbstverantwortliche Entscheidung zu treffen. Alles andere wäre eine Entmündigung.

Trotz (latenter) Angststörung liegt bei mir die Packung Valium seit vielen Jahren nur teilgeleert in der Schublade. Analog dazu die Schachtel Tavor. Analog dazu, trotz chronischer Schlafstörung, die Schachtel Zopiclon. Ich bin informiert, und habe nicht die Absicht, süchtig zu werden. Verwende die drei genannten eben wie Paracetamol bei Kopfschmerzen – ab dem Punkt "unerträglich", Mund auf und rein damit. Ich habe eine Möglichkeit, gegen eine Ausnahms-Situation anzugehen, und das ist eine verdammt gute, die Lebensqualität immens steigernde Sache. Und ich würde wirklich Einiges dafür geben, wenn es diese Notbremsen in Form von Opioiden oder Ritalin auch für Depressionen gäbe. Lucky me: Ich empfinde Situationen nur sporadisch als unerträglch.

Natürlich besteht bei dieser Form der Anwendung die Gefahr einer Abhängigkeit. Besteht bei mir, besteht bei jedem Anderen.

Was tun, wenn es passiert?

Nunja – dann passiert es eben. Vielleicht komme ich wieder davon weg. Vielleicht nicht. Vielleicht lebe ich, zuerst bedröhnt, dann zeitbedingt normalisiert bis an mein (möglicherweise verfrühtes) Lebensende. Vielleicht werde ich, z.B. durch so etwas wie eine paradoxe Wirkumkehr, zu einem Entzug oder einem Medikamentenwechsel gezwungen. Vielleicht multipliziert sich mein Ausgangsleiden. Vielleicht lebe ich, relativ zu meinem hypothetisch unsüchtigen Ende gesehen, im Rahmen meiner persönlichen Möglichkeiten glücklich bis ans Ende. Wer weiß das?

Und viel wichtiger: Wer gibt jemandem das Recht, diese von Unsicherheitsfaktoren durchseuchte Entscheidung für mich zu treffen? Immer im Hinterkopf, daß jede konventionelle Behandlung auch nur ein Schuß ins Blaue (dafür mit geringerem Risiko) ist?

Sicher wenn jemand vor dem Selbstmord steht und man ihn nur noch mit Opiaten "kurieren" könnte – dann gebe ich dir recht. Dann betrachte ich das wirklich als palliative Situation. Die Frage ist – bringts was?

Viel mehr die Frage ist wohl – woher soll man wissen, wann jemand vor dem Suizid steht? Wer es plant, und sich selbst sicher ist, wird es wohl kaum seinem Arzt auf die Nase binden. Würde es Leben retten, wenn man einem Patienten proforma eine Packung Opioide in die Hand drückt, mit dem Hinweis "Wenn es Ihnen mal so schlecht geht, daß sie keinen anderen Ausweg mehr wissen"? – don't know.

Ich bin selbst zwiegespalten. Ich finde es, gelinde gesagt, unverantwortlich, daß eine seit Jahrhunderten bewährte Waffe gegen Depression und Suizidalität zum absoluten Tabu erklärt wird. Über das Wie einer praktischen Anwendung bin ich mir aber trotzdem unschlüssig.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH