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Mit Kleinkind zum Psychologen?

Vrali[taxan hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben,

ich hätte mal eine Frage an euch und würde gerne eure ehrliche Meinung dazu hören.

Es geht um meine Schwester 3 1/2 Jahre alt.

Sie ist eigentlich das totale Papa Kind obwohl mein Papa nur am Wochenende zuhaus ist wegen Montage. Sie telefonieren aber jeden Tag und am Wochenend unternehmen sie sehr viel.

Leider, hat mein Papa sich vor 3 Wochen plötzlich stark verändert. Es fing an das er zuhause nur geschlafen hat und wenn er wach war sehr agressiv wurde auch gegenüber der kleinen.

Als er dann im Krankenhaus war kam raus das er Hirnblutungen hat. Es began eine Torutur. Er wurde auf die Intensiv station verlegt und dann in ein anderen Krankenhaus. Dort liegt er seit 1 1/2 Wochen im Koma.

Seitdem er im Krankenhaus ist hat meine Schwester ihn nicht gesehen. Sie fragt häufig nach ihm und sag das Papa schnell wieder gesund werden soll und das sie ihn vermisst.

Meine Mutter ist jeden Tag da für 2 Stunden. Ich versuche natürlich auch viel zu helfen, geh mit der kleinen auf die Kirmes oder Shoppen. Aber immer fragt sie wann wir nach Hause zu mama fahren.

Da sich das alles noch lange hinziehen wird bin ich der Meinung das man vielleicht mal einen Psychologen hinzuziehen soll der Erfahrung mit solchen Situationen hat und weiß was das richtige ist.

Was meint ihr? Übertreibe ich?

Liebe Grüße

Antworten
w+arLum 4dexnn


Du kannst die psychologische Hilfe vlt auch einfach für dich in Anspruch nehmen und nachfragen wie du am besten auf ihr Verhalten und ihre Fragen reagierst.

GIbt es eine Möglichkeit,dass die Kleine den Papa sieht und auch verinnerlichen kann,dass er so schnell nicht nach Hause kommen kann?

VoalJitaaxn


Also sehen kann sie ihn nicht.

Auf die Intensivstation haben Kinder keinen Zutritt.

Für meinen Vater wäre es vielleicht zu anstrengend (man weiß ja nie was man im Koma so mitbekommt) und ich glaube es wäre für meine Schwester sehr traumatisch wenn sie den Papa sieht, er nicht antwortet, beatmet wird, die ganzen Schläuche und geräusche. Sie versteht das alles ja noch gar nicht.

b-ert|hapap!penh>eim


Hey, ich finde es super, dass Du viel miot der Kleinen unternimmst.

Es ist schön, dass sie jemanden hat.

Bei der Psychologischen Hilfe von kirchlichen oder sonstigen sozialen Einrichtungen bei Dir in der Nähe wird man Dich kostenfrei beraten

und die können Dir dann auch bei Bedarf weiterführende Hilfe anbietenn.

Da gibt es zum Beispiel: Caritas, ASB, Amt für Soziale Dienste, Profamilia (wobei die ihren Schwerpunkt auf Sexualität und Schwangerschaft haben, aber sicher auch weiterhelfen können)

Ansonsten weiß euer/eure Kinderarzt/-ärztin vielleicht Rat?

Nicht in Form von Tabletten aber eventuell können nützliche Einrichtungen, Selbsthilfegruppen etc vermittelt werden?

Liebe Grüße und ich hoffe, dass es Euch allen bald wieder besser geht!

V!alitaxan


Ansonsten weiß euer/eure Kinderarzt/-ärztin vielleicht Rat?

Den wollte ich fragen wenn ich das nächste mal mit meinem Sohn da bin (muss einmal die Woche hin) hat aber momentan Urlaub.

Ich will auch gar nicht auf Tabletten aus, einfach nur das sie keinen Schaden davon trägt. Es ist schwer für uns alle aber wir verstehen was da los ist. Sie weiß er liegt im Krankenhaus und schläft sehr viel. Aber irgendwann lässt sie sich mit der Erklärung nicht mehr abspeisen. Sie will auch zum Papa.

DTasklHeinxeN.


Ich finde überhaupt nicht, das du übertreibst.

Eine Bekannte von mir hat sich grade Hilfe für ihre Tochter geholt, weil die nach der Trennung der Eltern immer stiller wurde.

Heute gibt es so viele Angebote. Warum soll man sie nicht nutzen. Stellen wurden dir ja genannt. Evtl könntest du noch bei der Krankenkasse nachfragen.

Und Respekt, das du deiner Mutter und deiner Schwester so hilfst. Und einen dicken Tröster an dich! Ist ja auch dein Dad.

V#alitaxan


Danke DaskleineN

Ja mir fällt es natürlich auch schwer. Ich komm aber aus der medizinischen Branche und hab viel gesehen darum schockiert der anblick mich nicht so. Aber das man nicht wirklich 100ro weiß was er hat und ob er nochmal wird... das ist beschissen.

Natürlich helfe ich meiner Mutter wo ich kann. Ich hab zwar schon eine eigene Familie und wohne auch etwas weiter weg aber ich versuche so oft ich kann dahin zu fahren, letzte Woche beinahe täglich.

Wie gesagt ich werde mal den Kinderarzt fragen. Sie wird zwar nicht stiller aber sehr sehr anhänglich an meine Mutter und meinen Bruder. Wenn er nicht da ist wird sie auch direkt nervös und fragt andauernd wo er ist. Bestimmt aus Angst weil unser Vater auch plötzlich weg war.

Ipndi0vi~duaFlist


Es tut mir Leid, was ihr gerade durchmacht, und Hut ab, dass du dir solche Gedanken um deine Schwester machst.

Wie gesagt ich werde mal den Kinderarzt fragen.

Kannst du natürlich machen, aber du solltest die Antwort nicht überbewerten. Sei dir bewusst, dass er nicht wirklich als Fachmann antwortet, sondern eher mit einer persönlichen (wenn auch vllt. punktuell erfahrungsgestützten) Meinung. (Wenn ich Revue passieren lasse, was ich in der Hinsicht schon so alles von Ärzten gehört habe... :=o)

Also einschlägige Beratungsangebote, wie sie schon erwähnt wurden, scheinen mir allemal besser und fundierter. Aber das Wichtigste, wichtiger als jeder Psychologe für das Kind, seid jetzt Ihr, die verbliebenen Bezugspersonen! Wenn die Beratungsangebote Euch dabei helfen können, selbst mit der Situation klarzukommen und dem Kind weiterhin Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, ist schon viel gewonnen und größerem seelischen Schaden vorgebeugt.

Und: Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, bedeutet nicht etwa, dem Kind etwas "vorzuspielen". Denn es spürt Eure Sorgen ja sowieso, deshalb ist es besser, wenn diese auch in kindgemäßer Weise thematisiert und für das Kind begreifbar werden. Das ist es, wobei ihr euch sehr gut helfen lassen könntet und solltet.

CsatWibllows


Ich war als Kind in der gleichen Situation und habe meinen Vater fast ein Jahr lang nicht gesehen, weil der im Koma lag. Ich wäre dankbar gewesen für professionelle Hilfe, es war schlimm, jeden Abend bei einer anderen Tante zu warten bis die Mama vom Krankenhaus kommt. Weil ich auch "erst" 4 war, wurde mit mir nicht drüber geredet, was jetzt mit dem Papa ist. Damit habe ich heute noch zu kämpfen.

Daher finde ich persönlich deinen Ansatz ganz gut. Ich habe auch gute Erfahrungen mit der Frauenberatungsstelle gemacht, da sind auch Psychologen, die sich ganz gut und kostenlos und schnell mal mit einem hinsetzen und alles bequatschen. :)^

C?hancJe0_0"7


Hallo Valitaan,

sehr sehr anhänglich an meine Mutter und meinen Bruder. Wenn er nicht da ist wird sie auch direkt nervös und fragt andauernd wo er ist. Bestimmt aus Angst weil unser Vater auch plötzlich weg war.

Genau das habe ich mir schon bei Deinem ersten Beitrag gedacht, als Du schriebst, sie möchte immer schnell wieder zur Mutter. Das halte ich für total normal, dass da Verlustangst auftaucht, die Mutter/der Bruder könnten auch "plötzlich" weg sein. Für ein Kind in diesem Alter ist es wohl gefühlt so. Gerade, da sie ihn nicht besuchen kann.

Ich fände es wichtig, ihr den Vater möglichst 'greifbar' zu erhalten. Natürlich kann sie nicht ins Krankenhaus auf die Intensivstation. Das würde sie mehr verunsichern, als ihr helfen. Gäbe es denn die Möglichkeit, ein Foto vom "schlafenden" Papa zu machen, auf dem so wenig wie möglich Schläuche und Geräte zu sehen sind? Sozusagen als Beweis, dass der Papa wirklich noch in der Nähe ist und Zeit braucht.

Ebenso könnte es dem Kind helfen, dass sie indirekt eine Verbindung zum Papa halten kann, indem sie ihm Bilder malt oder ihr ein gesungenes Lied aufnehmt (was ihr wirklich dem Papa vorspielen könnt). Da wäre es – falls das mit den Fotos realisierbar ist – toll, wenn die Kleine dann ein Foto bekommen könnte, auf dem der Papa MIT dem Bild zu sehen ist. Ich denke schon, dass sie das beruhigen könnte.

Was ich ganz wichtig finde ist, ehrlich zu ihr zu sein. Aussagen, wie "Der Papa ist bald wieder gesund" würde ich nicht tätigen (das schreibe ich eher vorbeugend, ich denke, wenn Du aus der Branche kommst, wirst Du das auch wissen). Auch Traurigkeit über die Krankheit des Papa's würde ich klar äußern. Die Kleine spürt sie sowieso. Die Traurigkeit zu überlächeln verwirrt sonst nur. Dann seid lieber gemeinsam traurig und benennt die Dinge (kindgerecht) beim Namen.

Valitaan, es tut mir sehr leid, dass es Deinem Papa derzeit so schlecht geht. Ich finde es toll, wie sehr Du Dir Gedanken um die kleine Schwester machst. So oder so bist Du ihr jetzt schon eine riesige Hilfe. Bitte habe nicht das Ziel, jeden Kummer von Deiner Schwester fernhalten zu können. Das ist leider nicht möglich und würde vermutlich Dich selbst dauerhaft überfordern. Ihre Angst, dass die Mama auch weg "gehen" könnte, ist ja nicht unberechtigt und diese wird ihr so schnell auch niemand nehmen können. Sie hat einen tollen Halt in Dir und wird lernen, damit umzugehen, solange sie das Gefühl hat, ihre Angst wird erkannt und ernst genommen (also nicht heruntergespielt). Ja, ich denke, das allein könnte eine riesige Hilfe für sie sein.

Alles Gute für euch alle! :)*

CGhantce0x07


@ Individualist

Und: Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, bedeutet nicht etwa, dem Kind etwas "vorzuspielen". Denn es spürt Eure Sorgen ja sowieso, deshalb ist es besser, wenn diese auch in kindgemäßer Weise thematisiert und für das Kind begreifbar werden.

Während ich noch so vor mich hin tipper, hast Du es schon wunderbar auf den Punkt gebracht. ;-) @:)

V;ali3taxan


Vielen Vielen Dank das ihr euch die mühe macht und antwortet.

Ich finde es auch sehr wichtig ehrlich zu sein. Meine Mama spielte anfangs mit dem Gedanken ihr zu sagen das er arbeite wäre aber das hielt ich auch nicht für richtig. Sie weiß Papa ist im Krankenhaus, ist krank und schläft. Sie wünscht sich halt sehr oft das er wieder gesund wird und wir sagen darauf das wir uns das auch wünschen.

Das mit dem Foto ist wirklich eine gute Idee.

Sie malt ihm viele Bilder und er hat auch Bilder von ihr und seinem Enkel am bett stehen. Was vorpielen dürfen wir ihm leider (noch) nicht. Die Ärzte haben angst das er darauf zu emotional reagiert und die Werte sich verschlechtern (man weiß ja nie was er so mitbekommt).

Wovor ich immer nur angst hab ist folgendes. Erst waren alle traurig, dann gings ihm besser alle waren froh und auf einmal verschlechterte es sich wieder. Immer dieses hin und her und sie versteht das nicht. Darum denke ich das es besser wäre jemanden miteinzubeziehen der sich mit sowas auskennt.

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