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Selbstentfremdet, nie wirklich wach, Gedächtnisstörungen

P&rincxeps hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

Kurzum: Seit einiger Zeit fühle ich mich massiv selbstentfremdet. Wann genau das eingesetzt hat, kann ich nicht recht benennen, jedoch muss es relativ plötzlich vor sich gegangen sein.

Die Symptome: Nun, ich kann es nicht einmal richtig sagen. Es ist, als wäre ich ein leicht anderer als der, der ich noch vor wenigen Wochen war. Abgesehen von einer allgemeinen Lustlosigkeit treten Nervosität und Konzentrationsstörungen auf, hin und wieder fallen wir Namen oder Bezeichnungen partout nicht ein. Die Dinge haben gewissermaßen ihre Konturen verloren, ich kann sie nicht mehr wirklich klar greifen – das meinte ich damit, dass ich "nie richtig wach" sei.

Das macht das ganze Leben natürlich ganz schön trist und langweilig. Gut, ich hatte auch länger ein Alkoholproblem, sagte ich mir – ein circa dreiviertel Jahr lang jeden Abend was trinken kann ja nun ganz folgenlos nicht bleiben. Gerade einmal vor knapp einer Woche beschloss ich, damit aufzuhören – kein Wunder, dass ich jetzt was merke. Ich seufze und sagte zu mir, nun ja, arbeite halt an dir und alles wird wieder.

Nach einiger Zeit allerdings begriff ich, dass es das allein wenigstens keineswegs sein kann. Denn noch vor wenigen Wochen, zwei, drei, war ich trotz des regelmäßigen Alkoholgenusses wesentlich klarer – und auch das Konzentrieren fiel mir leichter. Nachdem ich beschloss, dass ein bleibender Hirnschaden durch Alkoholkonsum, zumindest wenn man nicht gerade die Treppe abwärts fällt und mit dem Schädel aufprallt, ja wohl schleichend und nicht von einem Tag auf den anderen einsetzen wird, wurde ich noch unsicherer. Um Entzugserscheinungen auszuschließen, trank ich sogar probeweise ein Bier, und das, obwohl ich keinerlei Lust darauf hatte. Vorhersehbarerweise zeitigte es absehen von einer unangenehmen Benebelung keinerlei Wirkung.

Schlafentzug, sagte ich mir und beschloss, einige Tage mal richtig auszuschlafen. Das machte das Ganze nur unbedeutend besser: Zwar fühlte ich mich insgesamt fitter, aber der Geist blieb benebelt und unklar.

Ich weiß, dass das alles sehr allgemein klingt – aber vielleicht gibt das ja dennoch ein paar Hinweise. Was sollte ich tun? Nichts scheint zu helfen – weder lesen noch entspannen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

Antworten
p}rinQzesshin.amyg]daxla


Wie viel und was hast du denn zuvor über welchen Zeitraum hinweg getrunken? Wann hast du aufgehört? Und bist du zurzeit irgendwelchem besonderem Stress ausgesetzt? Und wie sehen deine Schlafgewohnheiten in der Regel aus?

p^rinzesysin.2amygdxala


Ach ja, und wie siehts es mit sonstigen Drogen und Medikamenten bei dir aus?

PIri'ncxeps


Hallo,

wie gesagt ein dreiviertel Jahr so gut wie allabendlich. Bier, zwei bis fünf (eher selten). Sonstige Entzugserscheinungen spüre ich keine. Keine Drogen, keine Medikamente. Allerdings sehr viele Zigaretten. Stress: Naja, gewissermaßen. Ich habe mir um meinen Alkoholkonsum natürlich große Sorgen gemacht, was mich ja auch zum Aufhören bewegte. Der Entschluss ist wie gesagt gerade einmal eine Woche her, davor hatte ich bereits ein paar Wochen seltener getrunken, eher jeden zweiten oder dritten Abend was.

Auch ansonsten sind in meinem Leben ein paar Dinge passiert, allerdings für sich genommen nichts weltbewegendes darstellen. Ein Konzertort, an dem ich Stammgast war, wurde geschlossen, ich bin aus einem Projekt ausgestiegen, an dem ich anfangs beteiligt war, solche Dinge. Das alles hat mir zwar zugesetzt, aber katastrophal ist das alles an und für sich nicht...

pSrin}zess3inw.amyxgdala


Als erstes, sehr gut, dass du aufgehört hast, regelmässig zu trinken! Weiter so ;-)

Also, dein Alkoholabsusus war kein allzu schwerer, es ist sehr, sehr unwahrscheinlich dass du aufgrund dessen bleibende Schäden davon getragen hast.

Allerdings weiss man, dass für das Auftreten gewisser Entzugssymptome keinesfalls immer eine langjährige oder schwere Alkoholabhängigkeit erforderlich ist, weil das stark von der individuellen Veranlagung abhängig sein kann.

Deine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen können also sehr wohl ein Entzugssymptom sein.

Bei deinem Gefühl, dich selbst verändert zu haben, kann ich hier jetzt nur schwer sagen, was Ursache oder Wirkung ist, vielleicht bist du gerade in einer "Entwicklungsphase", du hast ja offensichtlich beschlossen, einiges in deinem Leben zu verändern, hast das Trinken aufgegeben, bist aus diesem "Projekt" ausgestiegen... Klar, dass du dich dabei auch selbst veränderst und dann ist es ein gutes Zeichen, dass du dich selbst und deine Veränderung so aufmerksam wahrnimmst. Wenn man eine starke Veränderung durchlebt, dann kann es sein, dass man sich sozusagen erst einmal wieder selbst "kennenlernen" muss.

Welche Qualität hat denn dieses Gefühl der Veränderung? Angenehm, unangenehm, neutral?

Und wie sieht es von dem hier bereits Geschilderten mit deinem Gemütszustand aus? Ausgeglichen? Stabil? Oft traurig? Gleichgültig?

Wie sieht es denn mit dem Schlafen aus? Kannst du gut einschlafen und durchschlafen? Empfindest du deinen Nachtschlaf als erholsam? Wann gehst du in der Regel zu Bett und wie lange schläfst du nachts durchschnittlich etwa? Wie sieht dein Tagesablauf aus? Hast du tagsüber Pflichten, geregelte Abläufe, treibst du Sport?

p{ringzessin.aBmygdxala


Ich habe in einem deiner alten Fäden gerade gelesen, dass du diese Konzentrationsstörungen und diese Müdigkeit schon länger mit dir rumträgst.

Du hast auch geschrieben, dass du einen Nervenzusammenbruch hattest.

Bist du noch in Behandlung?

P}r9incexps


Hmm... Erst mal danke für die ausführliche Antwort! : )

Es ist beruhigend, dass es sich um ein Entzugssymptom handeln kann. Auf der Suche nach Entzugssymptomen habe ich lediglich Schilderungen von körperlichen Entzugserscheinungen finden können, von denen ich wie gesagt keine habe. Das würde zugleich auch erklären, warum ich paradoxerweise den Eindruck habe, gesammelter gewesen zu sein, als ich noch jeden Abend benebelt war!

Mein Leben hat tatsächlich mehrere Planänderungen in den letzten Jahren und verstärkt in den letzten Monaten durchgemacht. Dennoch: Mein momentanes Selbstgefühl hat nichts angenehmes an sich, es ist beunruhigend, sehr enervierend, sich nicht konzentrieren zu können und noch dazu ist mir ziemlich fad und trist. Üblicherweise macht mir das Nachdenken und Lernen Spaß – da ist es kein Wunder, dass einem fad wird, wenn man das eben nicht mehr sehr gut tun kann. Aber es macht auch nichts anderes so viel Spaß wie früher. Beim verzweifelten Versuch, das zu beheben, trinke ich drei Pott Kaffee, woraufhin das mit dem Konzentrieren sowieso in die Tonne gekloppt werden kann. ; )

Zugegeben, ich habe keine besonders gesunde Lebensweise – aber früher hat mir das nie solche Schwierigkeiten bereitet! Die Arten meiner Tätigkeit bringen es mit sich, dass ich viel sitze und mich wenig bewege.

Wenn man mich schlafen lässt, gehe ich immer sehr spät ins Bett, stehe sehr spät auf und gehe an meine (kreative) Arbeit. Das war schon immer so – und ist bei mir normal. Allerdings gehe ich ja nun mal die halbe Woche auch im Büro arbeiten. Das bringt es mit sich, dass ich regelmäßig völlig unausgeschlafen bin...

Wie gesagt – früher war das z.T. auch nicht viel anders, war aber gar kein Problem! Ich habe den Eindruck, urplötzlich um Jahre und Jahre gealtert zu sein...

pYrin<zessin./am{ygdGala


Wie alt bist du denn? Und wie viele Stunden schläfst du denn nun in etwa durchschnittlich jede Nacht?

PbriZn9cOeps


Ich bin bald 27 – müsste solche Späße also noch theoretisch locker vertragen. : )

An der freien Tagen schlafe ich 8-10 Stunden die Nacht. An den Bürotagen schwankt es zwischen 7 und 4.

Zu den älteren Problemen: Aufgefallen ist mir natürlich auch schon, dass meine Formulierungen sehr ähnlich klingen wie die von damals – und mehr noch, auch damals war zeitweise verstärkter Alkoholkonsum der Auslöser, wenn auch über wesentlich geringere Dauer (die Erscheinungen waren allerdings auch weniger intensiv). In Behandlung bin ich leider nicht – habe es immer wieder versucht, aber nicht sehr viel Glück mit den Therapeuten gehabt, zumindest mir hat es nie so richtig gepasst.

p1rinzesgsin..amy[gdalxa


Also wenn deine Angaben hier richtig sind (soll jetzt keine Unterstellung sein, dass du hier beschönigst, aber die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen hier unbeabsichtigt ihr tatsächliches Schlafpenum deutlich überschätzen, was sich zeigt, wenn sie dann ein Schlaftagebuch führen), dann sollte es daran eigentlich nicht liegen.

Mein momentanes Selbstgefühl hat nichts angenehmes an sich, es ist beunruhigend, sehr enervierend, sich nicht konzentrieren zu können und noch dazu ist mir ziemlich fad und trist. Üblicherweise macht mir das Nachdenken und Lernen Spaß – da ist es kein Wunder, dass einem fad wird, wenn man das eben nicht mehr sehr gut tun kann. Aber es macht auch nichts anderes so viel Spaß wie früher.

Das klingt nicht schön. Hast du mit deinem Hausarzt schon darüber gesprochen? Wenn nein, solltest du unbedingt bei ihm vorstellig werden, vor allem bei deiner Vorgeschichte.

In Behandlung bin ich leider nicht – habe es immer wieder versucht, aber nicht sehr viel Glück mit den Therapeuten gehabt, zumindest mir hat es nie so richtig gepasst.

Ich würde dir dennoch raten, einen erneuten Versuch zu wagen, bevor du wieder auf einen Zusammenbruch hinsteuerst. Warst du in der Vergangenheit bei Pychotherapeuten in Behandlung oder bei einem Psychiater?

Und wie ist es mit deinem sozialen Umfeld? Hast du stabile soziale Beziehungen? Ist in deiner Familie alles in Ordnung oder hast du da zusätzlichen Stress? Und bekommst du da oder am Arbeitsplatz Rückmeldung darüber, dass jemandem eine Veränderung an dir aufgefallen ist?

HDelTlxas


hallo princeps, genau das was du beschreibst, hab ich auch, genau die gleichen symptome, und dazu noch sone beklemmungsgefühl und benommenheit im kopf, muss auch noch dazu sagen, das ich antidepressivas nehme und dazu regelmässig alkohol trinke am wochenende :(v aber hab auch seit 2wochen damit aufgehört

@prinzessin.amygdala wie es aussieht kennst du dich damit aus :-/ könnte es bei mir durch die ADs kommen?

lg hellas

pxrinzSessi+n.amy9gdalxa


Hallo Hellas,

Antidepressiva können viele Nebenwirkungen haben, Alkohol kann diese verstärken. Das man es vermeiden sollte, Alkohol zu trinken wenn man ADs einnimmt, weisst du vermutlich.

Welche ADs nimmst du denn ein?

Liebe Grüße!

HIellaxs


hallo prinzessin.amygdala, ja ich weiss das ADs viele nebenwirkungen haben, aber ich frage mich ob ein par nebenwirkungen bleiben? ich nehme abends 15mg mirtazapin und morgens eine tablette wellbutrin, ich weiss nicht ob es vieleicht auch eine wechselwirkung ist..

lg hellas

pqrinzessin).amyxgdala


Hallo Hellas,

wie lange nimmst du diese Medikamente denn schon ein?

Man muss sich erst an die Veränderungen durch die Medikamente gewöhnen, dieser Anpassungsprozess kann einige Zeit dauern.

Nimmst du noch weitere Medikamente ein?

Mirtazapin kann auf jeden Fall diese starke Müdigkeit hervorrufen. Eigentlich sollte diese aber durch Wellbutrin ausgeglichen werden.

Du solltest auf jeden Fall den Alkohol weglassen, da dieser in Verbindung mit den ADs solche unerwünschten NWs, wie sie hier beschrieben wurden, auslösen könnte.

Hast du schon mit deinem Arzt darüber gesprochen? Evtl. muß die Dosierung angepasst werden.

Liebe Grüße!

HTellaxs


hallo prinzessin. amygdala

ich nehme die medis schon ungefähr 8monate, das mirtazapin bin ich am absetzen, weil ich keine lust mehr habe, wie ein emotionsloser, abwesender zombie herum zulaufen :-/ weil ich irgendwie gemerkt habe seit ich diese medis nehme, bin ich nie ganz bei mir, und fühl mich irgendwie beklemmt, klar eins muss ich sagen, gegen die depressionen und ängste hat es sehr geholfen, aber trozdem kammen nebenwirkungen die mir angst machen..

ne frage hätte ich noch können antidepressivas auch zwangsgedanken auslösen?

lg hellas

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