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Depressionen mit 18?

h!ilfUloseCanjxa hat die Diskussion gestartet


Guten Abend!

Ich möchte euch hiermit meine Geschichte erzählen. Ich bin gerade 19 Jahre alt geworden und bin psychisch im Moment wieder am Ende. Ich bin ständig müde, esse nur noch und ab und an stellt sich eine total Apathie und leere ein. Ich sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben. Es ist doch jeder Tag der gleiche. Gut, ich mache viel mit meinen Freunden, jedoch habe ich nicht immer die Kraft dabei zusein – diese Müdigkeit und Trauer plagt mich. In der Arbeit muss ich mich ständig konzentrieren nicht einem Weinkrampf zu verfallen. Ein großes Problem ist auch diese ständige "Verlustangst" – ich kann z.B. keine Beziehung eingehen, da ich weiß, dass ALLES ein Ende hat! Von meinem Arzt habe ich Citalopram 20mg bekommen, diese nahm ich auch, setzte sie wieder ab, weil es mir plötzlich besser ging. Ich habe auch schon versucht fachmännische Hilfe in Form von Psychotherapie zu holen, jedoch kam ich nie durch, oder es war besetztet. Dies sah ich als Zeichen, dass ich so etwas nicht brauche. Außerdem sind es bei mir so Phasen: Einen Tag geht es mir gut, einen nicht, drei Tage geht's mir gut, drei Tage wieder schlecht. So, meine Frage: Ist fachmännische Hilfe bei mir Notwendig, oder ist das nur eine schlechte Lebensphase? Ah, hinzukommt, dass ich das in abgeschwächter Form vor einen Jahr schon einmal hatte. Es war jedoch plötzlich vorbei. Aber seit 2 Monaten geht das jetzt schon so. VIELEN DANK! Anja

Antworten
h?ilf6lPoseDanjxa


...Ah, ich habe vergessen zu schreiben, dass mein Puls immer zwischen 80 und 110 ist – NIE unter 80.

E<le<onora


Lass beim Hausarzt ein großes Blutbild machen und abchecken ob es organische Ursachen (z.B. Schilddrüse) geben könnte. Wenn dem nicht so ist, würde ich mich an einen Therapeuten/Psychiater wenden.

Im Grunde würde ich sagen dass in deinem Alter eine ziemlich steile Identifikationsphase läuft, die einem gut und gerne ein paar Stimmungsspeziefische Höhen und Tiefen drückt – allerdings nicht in diesem Ausmaß.

Das du die Tabletten abgesetzt hast (eigenständig?) könnte ein/der Fehler gewesen sein – denn das Medikament ist dazu da das es dir besser geht. Nach dem absetzen ist es dann durchaus klar, dass es dir schlechter geht. Daher sollte man die Medikation immer in Absprache mit dem Arzt verwenden/absetzen.

Grundsätzlich: Depressionen sind in jeder Altersklasse möglich.

*:)

h1ilfl1osekanja


Hallo! Erstmal danke für deine Antwort! Meine Blutwerte sind alle perfekt. Das war das erste dass getestet wurde. Identifikationsphase? Noch nie davon gehört. Jedoch hat solche Symptome niemand in meinem Freundeskreis. Stehen mit beiden Beiden im Leben. Ich habe es eigenständig abgesetzt, da ich nicht dachte mir würde es NICHT wegen der Medis besser gehen. Außerdem hatte ich durch Citalopram überhaupt keinen Orgasmus mehr – was auch eine Belastung war.

E]lUeonxora


Identifikationsphase? Noch nie davon gehört.

Den Namen hab ich mir auch ehrlich gesagt selbst zurecht geschustert. Ich und viele Bekannte hatten von 18-20 unsere nachdenklichen, melancholischen, teilweise depressiven Phasen. Haben darüber nachgedacht wie das Leben weiter geht und ob jetzt 'der Spaß vorbei ist'. Da mir das in den letzten Jahren noch viele dieser Altersklasse erzählt haben, dachte ich das es ein normaler Vorgang ist.

Jedoch hat solche Symptome niemand in meinem Freundeskreis. Stehen mit beiden Beiden im Leben.

Ist immer die Frage ob man es anderen anmerkt – aber wie gesagt: In dem Ausmaß wie du es beschreibst halte ich es nicht für eine 'normale Phase'.

Ich habe es eigenständig abgesetzt, da ich nicht dachte mir würde es NICHT wegen der Medis besser gehen.

Wie kamst du darauf?

Außerdem hatte ich durch Citalopram überhaupt keinen Orgasmus mehr – was auch eine Belastung war.

Warum hast du das dem behandelnden Arzt nicht geschildert?

htilflIosea*njxa


Warum hast du das dem behandelnden Arzt nicht geschildert?

Vielleicht, weil ich keine Kraft habe wieder zum Doc zu gehen.

Ich und viele Bekannte hatten von 18-20 unsere nachdenklichen, melancholischen, teilweise depressiven Phasen. Haben darüber nachgedacht wie das Leben weiter geht und ob jetzt 'der Spaß vorbei ist'.

Ich habe nicht Angst, dass "der Spaß vorbei ist", da ich im Moment keinen Spaß empfinde. Mir gibt nur zu Bedenken, dass ich dies jetzt in starker Form habe. Wie gesagt, vor einem Jahr schon einmal gehabt. Mein damaliger Freund hat die Beziehung beendet, da er das nicht verstanden hat. Schließlich ist man nicht mehr die selbe Person, die man mal kennengelernt hat. Aber das ist ein anderes Thema und Schnee von gestern. Jedoch habe ich nicht die klassischen Symptome: Ich schlafe gut, zu gut! Jedoch kann ich ständig schlafen und bin dauermüde. Ich esse nur noch, Depressive würden das Gegenteil machen (ich pauschalisiere das jetzt einfach mal). Sehr oft habe ich Phasen, in denen ich denke: "Anja, wie kannst du dein Leben schnellstmöglich und schmerzfrei beenden?" Oh Gott, mit 30 Jahren bin ich wahrscheinlich dann psychisch unheilbar krank, so wie viele unserer Patienten (bin MFA)...

E$leo,noxra


Vielleicht, weil ich keine Kraft habe wieder zum Doc zu gehen.

Hast du denn Gefühl deine Situation ohne Hilfe ändern zu können? ":/ Wenn dem nicht so ist, solltest du dich noch ein Mal aufbäumen. Es ist nichts was dir schadet – im Gegenteil. Dein Grübeln schadet dir. :)_

Ist schwer sich auf zu raffen. Hab auch schon seit längerem vor endlich zum Psych zu gehen – aber das Warten macht's nicht besser.

E8le{onoxra


Oh Gott, mit 30 Jahren bin ich wahrscheinlich dann psychisch unheilbar krank

Ich denke nicht.

tvhe shJadoxwgirl


Wie sehen deine Schilddrüsenwerte aus?

Ansonsten könnten es natürlich Depressionen sein – die Symptome sind schließlich nicht immer gleich. Das Citalopram einfach so absetzen, war auch nicht gut – solche Medikamente sollen, selbst wenn es dem Patienten besser geht, noch etwas weiter genommen werden.

Vielleicht, weil ich keine Kraft habe wieder zum Doc zu gehen.

So hart es klingt: Da musst du durch. Wenn du ohne Hilfe nicht wieder auf die Beine kommst, bleibt ja nichts anderes. Geh zum Arzt, erkläre ihm alles und dann siehe weiter @:)

Orgasmusprobleme bringen allerdings viele AD's mit sich. Da müsstest du ansonsten durchprobieren, wenn du die Medis wirklich brauchst.

t'eaCm-p@laxyer


Hilflose Anja,

du hast es geschafft, hier zu schreiben und auf Antworten zu warten. Das ist ein Anfang.

Ich war vor 3 Jahren in ganz ähnlicher Situation wie du. Aus heutiger Sicht kann ich dir folgende Ratschläge geben:

Bitte geh zu einem Psychiater, also einem Nervenarzt (es war für mich unklar, ob der von dir angesprochene "Doc" ein solcher ist, oder ob es dein Hausarzt ist). Psychiater haben Termine auch sehr kurzfristig (2-5 Tage), nehmen sich ca. 10 min für die Schilderungen eines Patienten, und verschreiben in der Regel Medikamente, in deinem Fall Antidepressiva. Nimm bitte die Medikamente nach ihren Hinweisen (sie wirken oft erst nach 1-3 Wochen!) für die vorgegebene Dauer. Sprich unerwünschte vermutete Nebenwirkungen, auch sexueller Natur, offen an.

Wenn du nicht die Kraft hast, selbst einen Psychiater zu suchen, Öffnungszeiten rauszusuchen, freien Termin zu vereinbaren, bitte einen nahen Angehörigen, dich dabei zu unterstützen, ohne dass du dir komplett bevormundet vorkommst.

Ein Psychiater sieht seine Aufgabe vor allem darin, dich therapiefähig zu machen. Also quasi als Überbrückung und Vorbereitung auf eine Psychotherapie deinen Gemütszustand zu stabilisieren (in der Regel durch Medikamente, die den Gehirnstoffwechsel beeinflussen). Gleichzeitig wird er dich darin unterstützen, eine für dich geeignete Psychotherapie zu finden. Wichtig ist dabei aber auch deine Initiative und dein Wunsch, diese Therapie zu machen.

Ich habe Psychiater als ziemlich harte Menschen kennengelernt, erwarte also wenig Trost oder Zuhören oder Zuwendung. Sie sind in erster Linie *Ärzte* und verstehen Medikamente, Wirkungen, Nebenwirkungen und biologische Zusammenhänge sehr gut.

Langfristig helfen Psychotherapeuten. Diese *reden* mit Patienten, gängige Sitzungen sind dort 50 min lang. Sie haben Patienten über viele Wochen, Monate, z.B. 1x oder 2x die Woche. Ihre Stärken sind Einfühlungsvermögen, Rethorik, Mimik, und oft gute analytische Fähigkeiten, manchmal Motivation, manchmal Zuwendung, mal der heilsame "verbale" Tritt in den Hintern, oft werden sie dich dazu bringen, dass du dein eigenes Verhalten selbst hinterfragst. Ja, Psychotherapeuten sind schwer erreichbar, denn oft sind ihre Terminkalender voll, und nur wenn ein Kunde seine Therapie beendet hat, kommt halt der nächste rein. Sie haben oft strenge Regeln (z.B. feste Sprechzeiten für neue Patienten), die du halt einhalten musst, damit du reinkommst.

Wenn du in einer bestimmten Situation sehr konkrete Selbstmordpläne hast, dann setze sie nicht um, sondern erzähle einem Psychiater oder Psychotherapeuten darüber. Was du auch in dieser Situation sicher schaffst: 112 anrufen, Daten durchgeben, die 10 min warten, dann in die zuständige psych. Klinik fahren lassen und dann selbst einweisen. Dort gibt es Krisenstationen, die Patienten *sofort* aufnehmen. Dort gibt es fest angestelle Psychiater und Psychotherapeuten.

Strukturierte Krisenhinweise findest du z.B. hier: [[http://buendnis-depression.de/depression/notfallpass.php]]

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