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Karzinophobie?

W:ayn?e81 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Nachdem das hier mein erster Beitrag ist, bin ich mal so frei und erzähle meine ganze Geschichte, hoffe es wird nicht allzu lange ;-)

Ich bin männlich, 30 Jahre jung, ein gestandenes Mannsbild und generell eigentlich jemand, der alles mit Humor nimmt, viel anderen Leuten zuhört und eigentlich immer gut drauf ist... Eigentlich...

Angefangen hat alles vor ca zwei Jahren. Ich war selbständig, musste mein Geschäft aufgeben und war 3 Monate erwerbslos bis ich einen Job gefunden habe, welchen ich inzwischen als Angestellter mit vollem Elan und Ehrgeiz nachgehe, ich trau mich sogar zu sagen, es ist mein Traumjob. In der Zeit als ich zu Hause war, fing es an, das mich auf einmal meine Leberflecken extrem störten. Es sind einige winzig kleine auf meinem Körper, der ein oder andere etwas größer. Ich fing an mir einzubilden, das es auf meinem Körper überall juckt, besonders an den Leberflecken. Mein Hausarzt versicherte mir, das bei mir nichts auffälliges zu sehen sei, ebenso wie 3 andere Hautärzte. Ein Hautarzt hat ne ziemlich Schräge Nummer abgezogen, das würde aber den Rahmen hier sprengen. Ein anderer Hautarzt entfernte mir einen Leberfleck am Rücken. Die Diagnose erläuterte er so: "Der hätte vielleicht Probleme machen können, muss aber nicht..."

Seit dem geht's bei mir im Kopf ziemlich rund: ich untersuchte mich selbst täglich nach auffälligen Leberflecken, auch wenn ich dazu eine Lupe brauchte, da diese mit bloßen Auge kaum sichtbar sind. erwische mich, wie ich Leute im Zug, beim Bäcker oder in Fernseher auf Leberflecken mustere und und und... Vor einigen Monaten kam mein wunderbarer Sohn zur Welt, seit dem wird alles schlimmer: ich muss stark husten, denke sofort an Lungenkrebs; meine Zunge brennt seitlich, natürlich muss ich im Internet gleich nach Symptome für Zungenkrebs suchen.... Und das ist nur einer kleiner Ausschnitt der "Krankheiten"

Ich renne von Arzt zu Arzt. Klar das einer ab und zu Kleinigkeiten findet oder mein "Darmkrebs" stellte sich als Zerrung des Leistenbandes heraus. Ich bin inzwischen an dem Punkt wo ich denke "was ist wenn die Ärzte sich täuschen?", gebe massenhaft Geld für die tollsten Wunderprodukte aus. Von den Panikattacken beim Entdecken von irgendwelchen Lapalien ganz abzusehen, heule ich mir oft heimlich die Augen aus dem Kopf, da ich Angst habe an Krebs zu sterben.

Nach Außen hin bin ich ziemlich gelassen, würde mich da eher als "harte Sau" bezeichnen, schrecke aber innerlich zusammen wenn ich nur das Wort "Krebs" lese, und sei es nur im Horoskop.

Meiner Frau habe ich mich erst vor ein paar Tagen anvertraut, sie hat bisher nichts davon mitbekommen, da ich anscheinen ziemlich gut darin bin, meine Gefühle zu überspielen. Sie hat mir geraten, das ich mir psychologische Hilfe suchen sollte. Dieser Beitrag ist nun mein erster Schritt und ich merke, das es gut tut, alleine das schreiben. Wenn ich mir meine Sätze hier gerade so anschaue, merke ich, wie bescheuert mein "Problem" ja eigentlich ist, auf der anderen Seite habe ich gerade mal wieder den Drang, mir die Haare zu rasieren um nicht einen versteckten Leberfleck auf dem Kopf zu übersehen...

Genug geschrieben. Bin ich "reif für die Klapsmühle"? Ich weiß mir momentan echt nicht zu helfen. Termin beim Psychologen ausmachen? Wobei mein Problem ja schon darin besteht, das ich den Drang habe zum Arzt zu gehen, aber auch tierische Angst er könnte was schlimmes finden....

In diesem Sinne

Wayne

Antworten
a>ug2M33


Lebensalter?

Wenn ich auf jeden meiner Flecken 5 Minuten verwende, dann reicht der Tag nicht aus.

Such das Gespräch mit Psychotherapeuten und versuch die alte Lebensqualität wieder zu erreichen, sonst geht es irgendwann zu Lasten der Beziehung.

Nicht die Flecken sind das Problem, sondern die Einstellung zum eigenen Körper und seinen Veränderungen.

Die letzte "Veränderung" ist der Tod.

F_lamix79


Ich kann dich gut verstehen. Mir geht es genauso :)_ Später mehr.....hab jetzt leider keine Zeit.

J,uliPamaxus92


Hallo :)

Ich bin gerade auf deinen Beitrag gestoßen.

Mir geht es exakt genauso wie dir.

Könnte man sich mal austausche?

Ganz liebe Grüße.

T?rEaEvis Bi-cklxe


Ja, kenn ich. Ich hatte(/hab :=o ) auch bei jeder Gelegenheit jede erdenkliche Krebsform. Die Sache läuft so: Falsch wären die beiden Extreme: 1. von Arzt zu Arzt zu Arzt zu Arzt zu rennen und möglichst jede Wahrscheinlichkeit auf die genaueste Nachkommastelle zu minimieren. 2. Sich zu sagen: "Ach, das ist die blöde Psyche. Eigentlich bin ich ja unsterblich!" Du musst zwischen diesen Polen einen Kompromis machen. Lass dich dort untersuchen, wo das sinnvoll ist (Darmspiegelung, Leberflecken fotographieren lassen...) und dort mit einem Risiko leben, wo das nicht sinnvoll wäre (Hirn, Lunge, Dünndarm... ). Es ist tatsächlich so, dass da jederzeit irgendein Krebs sein könnte. Aaaaaber: Das ist bei jedem so, und im Schnitt reicht's für 80 Jahre!!! Und da sind die Raucher schon mitgerechnet. Triff die Entscheidung mit dem Risiko zu leben! Wenn das nicht geht: Psychotherapie (psychodynamisch).

Eines ist ma' klar: Da is was im Busch! Schlimm? Vielleicht nicht. Aber offenbar schlimm genug, dass dich sorgt, was andere genauso betrifft, aber nicht sorgt.

m|n)ef


Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann untersuchst du dich nicht laufend. Denn gerade dadurch kannst du Veränderungen nicht wahrnehmen, eben weil du dich täglich daran gewöhnst. Alle paar Monate reichen absolut. Soviel zur rein rationalen Seite....

Du bist nicht reif für die Klapse, ziemlich viele andere haben dasselbe wie du: Eine Angststörung. Der Kompromiss zwischen den Polen, der genannt wurde, ist der Königsweg. Wenn sich das erstmal eingebürgert hat und es alleine nicht mehr geht, ist therapeutische Hilfe keine Schande.

Wobei mein Problem ja schon darin besteht, das ich den Drang habe zum Arzt zu gehen, aber auch tierische Angst er könnte was schlimmes finden....

Ich würde sagen, dass kannst du dir nach deinem bisherigen Marathon sparen. Die Wartezimmer sind voll, da musst du nicht zum 100sten Mal den Hautarzt belagern etc. ;-) Außerdem werden dich auch keine 1000 Arztbesuche dauerhaft beruhigen. Was sich gerade krank macht ist die Angst.

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