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Citalopram 5 Wochen vor dem Abitur

J9oieillxe hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr,

ich weiß nicht, inwiefern es zu diesem Antidepressiva hier schon Diskussionen gab, mir ist momentan so schwindlig, dass ich kaum lesen kann, weshalb die Recherche leider warten muss... ich habe das Medikament gestern nach dreijähriger alleiniger Psychotherapie verschrieben bekommen, da sich private wie schulische Probleme immer mehr zugespitzt haben und ich am letzten Wochenende vermehrt am ritzen war und nur noch am heulen bin.

Die Psychiaterin meinte, dass ich da ich jung und soweit körperlich gesund bin mit keinen bis sehr wenigen Nebenwirkungen rechnen muss und dass meine Konzentrationsfähigkeit - was besonders jetzt in der Abiphase das wichtigste ist - nicht beeinflusst wird.

Gestern und heute habe ich nun je eine halbe (10mg) eingenommen und ich habe Angst, dass das ein Fehler war. Bisher habe ich immer abgelehnt, Medikamente zu nehmen, es ging bisher auch immer irgendwie so...

Ich habe gestern enorme Bauch- und Magenkrämpfe bekommen, kann weder stehen noch sitzen, liegen geht auch kaum. Fühle mich als müsste ich mich jeden Moment übergeben. Dazu kommt seit heute Nachmittag enormer Schwindel, habe das Gefühl auch der Augeninnendruck hat zugenommen.

Ich mache mir Sorgen, da ich laut Aussage der Psychiaterin eigentlich keine Probleme mit Nebenwirkungen haben sollte, zumal ich mich mit diesem Schwindel gleich NULL konzentrieren kann.

Ich habe gelesen, dass solche Symptome am Anfang ganz normal sein können, nur ich habe mich nur darauf eingelassen, weil mir versichert wurde, es wird mich konzentrationmäßig nicht beeinflussen... bin am überlegen, ob ich das Ganze nicht doch lassen soll, ich kann es mir nich leisten, wochenlang auf eine Besserung zu warten, da ich sie nur nehme, um genau die nächsten Wochen zu überstehen, danach sollte ich auch laut meiner Therapeutin wieder mit dem Absetzen beginnen.

Ist es möglich, schon nach fünf Einnahmetagen abzusetzen? Ich werde sie noch einschließlich Montag nehmen und dann bei der Psychiaterin anrufen... ist nach solch einer kurzen Zeit die Absetzwirkung spürbar? Kann mir sonst jemand einen Rat geben? Bin total verunsichert, ich will nicht riskieren, dass mein Abi deswegen in die Hose geht, ich kämpf seit Jahren mit der Schule und wenn das daneben geht würde ich mir das nie verzeihen

Danke falls jemand einen Rat weiß

Antworten
s3chnSecpke19x85


Das mit dem Magen würd ich eher auf Aufregung und Stress als auf das Cita schieben.

Sowohl deine Psychiaterin als auch deine Therapeutin sind irgendwie komisch... denn NIEMAND kann bei einem AD garantieren, dass man keine NW bekommt (Nebenwirkungen am Anfang sind einfach Standard, da muss jeder durch).

da ich sie nur nehme, um genau die nächsten Wochen zu überstehen, danach sollte ich auch laut meiner Therapeutin wieder mit dem Absetzen beginnen.

Sorry wenn ich das sage, aber deine Therapeutin soll bei ihrem Fachgebiet bleiben und nicht solche Scheiße labern >:( Antidepressiva sollten frühestens 6 Monate (!) nach Abklingen der letzten Symptome (Depression) abgesetzt werden! Ansonsten haust du dir einfach nur ganz gehörig deinen Hirnstoffwechsel durcheinander. Also: 2-4 Wochen Einschleichen (die NW werden meist nach 2 Wochen deutlich besser), dann sollte auch langsam die Wirkung einsetzen.

Ich hab das Gefühl, bei dir ist grad auch viel Angst, Panik und Stress im Spiel... Versuch ein bisschen runter zu kommen :)_ :)*

Wenn die Nebenwirkungen unerträglich sind (hatte ich auch einmal, war total verwirrt, desorientiert, fühlte mich steinkrank) dann auf jeden Fall Rücksprache mit der Psychiaterin nehmen. Viele Menschen reagieren sehr sensibel auf ADs, dann kann man auch ganz langsam einschleichen. Dann hat man ziemlich sicher keine richtig schlimmen NW, aber es dauert halt auch länger, bis sich die Wirkung entfaltet.

Für jeden, der mit ADs beginnt lautet die Devise: In der Anfangszeit Zähne zusammenbeißen! :)_

PS: So wie du es beschreibst, halte ich eine Medikation durchaus für notwendig. Wenn du antworten möchtest: Worauf bist du diagnostiziert? BL?

Jroi8ellxe


Hallo,

vielen Dank für deine Antwort, bin grad derbe am heulen weil ich nicht weiß was ich tun soll. Hab mit meiner Ma geredet und die hat mich auch nur angemacht weil sie mit allem überfordert ist und mit meinem Freund kann ich nicht drüber reden da der nicht wissen darf dass ich das nehme weil er sonst ausrastet :°( und sonst hab ich auch keinen. Ich hab überlegt bei nem psychischen Notdienst anzurufen und wegen dem Absetzen zu fragen, ich will die Dinger nicht bis Montag nehmen, ich muss dieses Wochenede für 6 Fächer lernen und wie soll ich das wenn ich das Gefühl hab, mein Hirn wabert nur rum ich kann kaum tippen weil alles verschwimmt :°( :°( wieso informiert man mich so falsch, ich dachte ich bin bei ihr an der richtigen Adresse :°(

Hätt ich mal lieber mehr recherchiert und nicht einfach blindlings vertraut, normal bin ich hyper skeptisch und nun hab ich den Salat :°(

Meine Diagnose ist eigentlich immer noch unklar, bei mir kommt ne Art Trauma infrage, wollte klassischen Gesang studieren, war auf ner speziellen Schule zur Vorbereitung und meine Lehrerin hat mich dort psychisch zunichte gemacht und am Hals gewürgt, kann seitdem nicht mehr singen. Die Schule nach 6 Wochen abgebrochen, wieder aufs Gymi, das auch mitte der 12. abgebrochen, seit 2007 deswegen teils schwere Depressionen, dazu kommt ne Sozialphobie, komme immer schwerer aus dem Haus, ist die reinste Tortour, dazu kommt massive psychisch bedingte Reizblase, dazu kommem schwere familiäre Verhältnisse (Hartz 4, Vater Autist, familiär alles nur noch chaotisch und furchtbar), dazu kommt jetzt seit einigen Wochen vermehrtes, wenn auch noch nicht so schweres Ritzen (aber keine BL DIagnose), Suizidgedanken waren früher zwar stärker aber letztes Wochenende waren sie wieder da. Bin meist ziemlich emotionslos, alles taub in mir und dann kommen ab und zu diese großen Tief's. Weiß nicht wie die Zukunft weiter gehen wird, alles ist schwer.

Ich will die Dinger unter den Umständen nicht weiter nehmen :°( ich kann nicht wochenlang warten bis sie helfen bzw bis die Nebenwirkungen abklingen, da leb ich lieber mit den Problemen wie bisher und bin klar im Kopf... bin verzweifelt

ShunfloOwerx_73


Citalopram macht aber (häufigste Nebenwirkung) Magen-Darm-Probleme. Übelkeit. Durchfall. Ist ganz einfach zu erklären: Es gibt auch außerhalb des Hirns Serotonin-Rezeptoren. Wenn der Wirkstoff da andockt, gibt's Übelkeit etc.

Ja, man muss am Anfang die Zähne zusammenbeißen – aber 5 Wochen vor dem Abi halte ich es (da tatsächlich Nebenwirkungen auftreten!) für keine gute Idee. Zumal die WIRKUNG ja eh noch 4-6 Wochen aufg sich warten lässt. Du hast da aktuell also NIX von. Und Citalopram ist keines der AD, die direkt eine positive Wirkung haben (einige AD's wirken vor der antidepressiven Wirkung bspw. schon beruhigend).

Wenn es akut schwierig ist, würde ich eher ein mildes Neuroleptikum BEI BEDARF (oder in minimaler Dosierung regelmäßig) nehmen (z.B. Atosil, Melneurin). Finger weg von Benzos, die sind keine Lösung!!!

Und:

JA, Du kannst problemlos nach 5 Tagen absetzen. Da wurde kaum ein Gleichgewicht (Einnahme vs. Abbau) erreicht, so dass Du nichts merken wirst. Eher Besserung, da die Nebenwirkungen nachlassen. Wenn Du absetzen willst, kannst Du es auch direkt jetzt tun. Da Du noch weit von einer Wirkung entfernt bist.

Und bevor es Dir mies geht und dann noch Nebenwirkungen kommen, würde ich lieber ohne durchhalten. Oder was ausprobieren, was DIREKT hilft.

Aber JETZT Nebenwirkungen eines AD's auszusitzen, ist keine gute Idee.

S!unflxoweri_7x3


Bitte beruhige Dich! :)* :°_

Eine Hotline anzurufen, ist keine schlechte Idee. Wenn Du mit sonst niemandem reden kannst (finde die Aussage bzgl. Deines Freundes erschreckend... aber immer schön eine Baustelle nach der anderen angehen, d.h. jetzt erstmal Medi-Entscheidung und Abi!).

Und:

Wenn Du das AD NICHT NEHMEN WILLST, dann lass' es. Dir ist mit den Nebenwirkungen nicht geholfen. Du versprichst Dir offensichtlich nichts davon. In der Situation sind die Nebenwirkungen i.d.R. auch nicht gut zu tolerieren.

Es ist DEINE Entscheidung. Es ist kein lebensnotwendiges Medikament. Und wenn es aktuell Deine Situation verschlimmert statt stabilisiert...

Juo_i6ellxe


Vielen Dank auch für deine Antwort,

ich hab eine Nummer vom Kriesendienst/Psychatrie gefunden, da kann ich aber erst wieder morgen ab 9 Uhr anrufen, nehme die Tablette aber regulär eh erst gegen halb 11. Ich werd da fragen ob ich wirklich absetzen kann, auch wenn mich deine Aussage sehr beruhigt. In der Packungsbeilage und überall sonst steht ja, keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Psychiater absetzen... habe Angst, dass die mich dumm anmacht wenn ich wirklich absetze und nicht mit ihr geredet habe :°( aber ich kann sie über das Wochenende nicht erreichen... muss ich damit rechnen, dass nach dem Absetzen Beeinträchtigungen bleiben oder werde ich wieder schnell "wie vorher"?

s;chneNcke19x85


Ach ja, ich hab mich da vielleicht ein bisschen falsch ausgedrückt weiter oben (sorry!): Sunflower hat absolut Recht, absetzen ist überhaupt kein Problem in dem frühen Stadium der Einnahme.

Neuroleptika wären in deinem Fall vielleicht wirklich besser geeignet. Da hat man in der Regel sehr schnell eine Wirkung und weniger Nebenwirkungen. Viele Neuroleptika wirken auch angstlösend (nehme deswegen auch welche, zusätzlich zum AD). Ich hab bisher zwei Neuroleptika gehabt und bei beiden keine Absetzsymptome (bis auf ein bisschen Schwitzen in der Nacht) gehabt.

Und zu deiner Geschichte: Ich nehm dich mal still in den Arm :°_ :°_ :°_

Was mir noch einfällt: Du könntest auch die Telefonseelsorge anrufen, die sind rund um die Uhr erreichbar, auch nachts. :)*

SRun flowaer_73


Telefonseelsorge wollte ich auch gerade schreiben.

Was das Citalopram angeht:

Finde es gut, dass Du mit einem Arzt sprechen willst und Dich nicht auf ein Internet-Forum verlässt.

Aber das mit den Absetzerscheinungen gilt wirklich erst nach längerer Einnahme, i.d.R. inkl. Aufdosierung. Du hast nicht mal den erforderlichen stabilen Wirkstoffpegel erreicht.

Und spätestens 36-48 Stunden nach der letzen Einnahme wird der Spuk vorbei sein. Die Halbwertzeit ist nicht sooo hoch, Du hast den stabilen Wirkstoffspiegel noch nicht erreicht. Da sackt der Wirkstoffspiegel so schnell, dass Du nichts mehr merkst. Aber das Absetzen eben auch noch nicht.

Das "schrittweise Absetzen" gilt wirklich nach längerer Einnahme... nach einigen Wochen... wenn die ersten Nebenwirkungen weg sind und die echte antidepressive Wirkung eingesetzt hat.

Alles Gute!

JKoielxle


Vielen vielen Dank an euch beide, weiß gar nicht wie ich euch danken soll :°( habe noch meiner Therapeutin geschrieben evtl. bekomme ich die Mailadresse der Psychiaterin... habe zu große Angst dass ich Ärger von den beiden bekomme (auch wenn das übertrieben klingt, ich bin so ein unsicherer Mensch der mit Kritik null fertig wird), ansonsten rufe ich Seelsorge oder eben bei der Nummer die ich rausgesucht habe an. Erstmal versuche ich jetzt aber zu schlafen, muss runter kommen... nochmal vielen Dank

s{chXneck?e19x85


Du kriegst sicher keinen Ärger, wieso auch? Es geht doch darum, dass du dich halbwegs erträglich fühlst. Lass dir da bloß nix einreden.

Und grad Psychiater hören das dauernd, dass ein Medi abgesetzt wurde, weil es nicht vertragen wurde. Das Ziel ist, dass es dir besser geht :)*

Schlaf gut! :)* *:)

S5unf4lower_x73


Wenn ein Therapeut oder Arzt Ärger macht, haben die ihren Beruf verfehlt. Und eine Therapie kann nicht funktionieren, wenn man Angst vor Ärger hat, immer nur gefallen will,... Klar, ggf. werden kritische Nachfragen kommen, die sollte man nicht mit Ärger verwechseln. Aber Ziel muss es sein, dass DU Dich damit wohl fühlst. Dass es DIR gut geht. Oder Du zumindest bereit und in der Lage bist, die Nebenwirkungen auszuhalten.

Fünf Wochen vor Abi stehen aber andere Dinge an – und wenn es nur mit Medis geht, dann nicht abhängig machende Notfallmedikamente, die DIREKT eine Wirkung haben.

Alles Gute – und sei zumindest ggü. Therapeutin nicht so ängstlich!

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