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Habe ich Depersonalisation/Derealisation?

EThemali.gerK Nutzerf (#504>108x) hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin noch ganz neu hier, bin über das Forum gestolpert, weil ich mal recherchieren wollte, was mit mir seit einer Woche los ist und habe dazu auch schon ein paar Sachen gefunden, da aber jeder Fall speziell und einzigartig ist, wollte ich mal meine Symptome/Probleme beschreiben:

Angefangen hat alles vor genau einer Woche, habe lange ausgeschlafen (Student :D), hab dann was gegessen, und hab schon gemerkt, dass ich mich komisch fühle, hab es darauf geschoben, dass ich mich am Tag vorher beim Joggen total verausgabt habe (sowas kann einen auch locker mal noch am nächsten Tag plätten) und habe mich deswegen eine halbe Stunde hingelegt und Fernseh geschaut und dann hab ich mich wieder soweit ok gefühlt und bin einkaufen gegangen. Ich habe es nur ca. 10 Minuten zum Supermarkt und schon unterwegs ist mir alles auf einmal so fremd vorgekommen, obwohl ich diese immer gleiche Strecke im Normalfall 3 bis 4 mal die Woche laufe (und daher genau kenne) war mir so, als würde ich dort zum ersten Mal laufen. Ein paar Meter vor dem Supermarkt wurde mir dann plötzlich schwarz vor Augen, ich wurde fast ohnmächtig. Im Laden wurde mir gleich geholfen, ich habe mich hingelegt und die Beine auf einen Stuhl un der Krankenwagen wurde gerufen. Im Krankenhaus wurde ich dann durchgecheckt, allerdings gab es keinen Befund, dass mir körperlich etwas fehlt und so durfte nach ein paar Stunden wieder gehen. War dann Abends total platt, was mir nach einer Fast-Bewusstlosigkeit nicht unüblich erschien, und so dachte ich mir nichts weiter und ging Abends schlafen.

Was mich jetzt auf die Erkrankungen im Titel bringt ist, dass ich seit diesem Vorfall dieses komische Gefühl habe: Alles erscheint wie im Traum, ich selbst stehe neben mir, alles um mich herum, was ich normal gewohnt bin, erscheint fremd und unwirklich, manche Dinge, die erst ein paar Stunden zurück liegen kommen mir vor als wären sie schon Tage oder Wochen her. Zudem habe ich immer wieder das Gefühl, ich könnte wieder ohnmächtig werden, weshalb ich zurzeit auch nicht joggen gehe, da einfach die Angst zu groß ist.

War dann auch Donnerstag beim Hausarzt, hab ihm die Symptome geschildert, dort wurde dann nochmal alles gecheckt, hat wieder gepasst, jetzt steht noch ein 24 Stunden EKG und ein Besuch beim Kardiologen an. Was mich gleich etwas verwundert hat: Nach dem Arztbesuch hab ich mich den restlichen Tag viel besser gefühlt, als wäre eine Last von mir genommen worden, ich war dann sogar Abends mit Kommilitonen feiern.

Noch zu meiner Vorgeschichte: Ich habe im Zeitraum Januar, Februar und die erste Märzhälfte sehr viel Gewicht verloren (etwa 30 Kilo). Mir ist klar, dass das sehr ungesund und viel zu schnell war, hab dann aber Mitte März angefangen, wieder relativ normal zu essen, nur eben viel gesünder als zuvor und mit dem Sport habe ich auch angefangen. Ich hatte aber während dieser Radikalkur keine Probleme, außerdem ernähre ich mit jetzt schon eine ganze Weile gesund und ausgewogen, weshalb ich doch denke, dass da kein Zusammenhang besteht, oder? (Ich habe schon an Eisenmangel gedacht, was natürlich sein könnte, da die Vorräte eben noch erschöpft sind, der Hausarzt meinte, mein Körper müsse sich wohl erst an das neue Gewicht gewöhnen).

Die Symptome lassen mich aber eher auf eine psychische Störung schließen, zumal ich mich nach dem Arztbesuch für einen Tag so gut gefühlt habe, obwohl dort ja nichts außer Untersuchungen gemacht wurde.

Zur weiteren Vorgeschichte: Im Zeitraum Herbst 2010 bis Frühling 2011 habe ich regelmäßig Mariuhana konsumiert. Nach einem Konsum im Mai hatte ich für mehrere Stunden einen Blackout, Angstzustände und war 2 oder 3 Stunden unterwegs, bis ich zurück zum Haus eines Freundes gefunden habe. Die gleichen Symptome wie jetzt, also das Unwirklichlichkeitsgefühl, das Gefühl der Fremde usw. hatte ich danach für locker 2 bis 3 Monate, habe das damals einfach versucht als "Hängen-Bleiben" zu verdrängen, nach dem Motto: Das wird schon wieder. Und so war es dann ja auch, irgendwann war es einfach weg und habe mich wieder ganz normal gefühlt, Mariuhana habe ich seitdem nie wieder angerührt und werde ich auch nie wieder.

Wer bis hierher gelesen hat: Vielen Dank! :P Ich habe mir gedacht, dass das alles mit rein sollte, damit man die ganze Geschichte kennt. Es gibt mir schon ein etwas beruhigendes Gefühl, dass ich nicht der einzige bin, der so etwas hat (denn so kommt es einem selbst vor). Trotzdem macht einem dieses Gefühl Angst und der Alltag wird dadurch auch erschwert und ich möchte einfach wieder ganz normal weitermachen, auch Sport möchte ich wieder machen, da ich wirklich viel Freude daran gefunden habe, doch habe ich immer die Angst, dass ich wieder bewusstlos werde, deswegen traue ich mich im Moment nicht.

Antworten
etstbrelxle


Ich würde die ganze Sache mal mit einem Neurologen und Psychologen besprechen. Funktionsstörungen des Gehirns, vor allem wenn sie nur ab und zu auftreten, lassen sich bei so einem Schnell-Check nicht erkennen. Ob die ganze Sache eine Nachwirkung des Mariuhana ist, lässt sich so leicht nicht beantworten. Das hängt davon ab, wie viel Du davon mit einer Dosis und wie lange konsumiert hast. Außerdem kannst Du bestimmt nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass es immer nur Mariuhana war. Es könnte Verunreinigungen mit anderen Drogen gegeben haben. Man kann sich auch nicht mit anderen vergleichen, die ähnlich viel eingenommen haben. Jeder reagiert anders. Einen Eisenmangel hätten sie im KH am Blutbild feststellen können.

Was Du beschreibst, kann schon psychisch sein. Aber wie gesagt, das sollte ein Facharzt ermitteln. Im Forum hier kann nur spekuliert werden. Zwei Leute mit den gleichen Symptomen können zwei vollkommen verschiedene Krankheiten haben. Beim Googeln kannst Du Dir bloß noch zusätzliche Krankheiten andichten, also geh bitte zum Arzt. Auf Sport (in Maßen) brauchst Du nicht verzichten, wenn Du ihn nicht allein betreibst, solange Du die Auslöser der Ohnmacht nicht kennst.

Eine mögliche Ursache Deiner Probleme könnte schon eine Stoffwechselentgleisung wegen des schnellen Abnahmens sein. Möglicherweise war der Blutzucker im Keller. Das lässt sich hinterher nicht immer eindeutig feststellen. Die SD sollte deshalb genauer untersucht werden. Aber jetzt spekuliere ich auch schon.

E&hemraligeGr Nu.tzer (#504x108)


Ist es denn möglich, dass Mariuhana nach so langer Zeit noch so etwas bewirken kann? Ich hatte ja jetzt von ca. September bis letzte Woche keine Probleme, also etwa 7 Monate, finde es schwer vorstellbar, dass dann wie aus dem Nichts solche Symptome aufkommen.

Wenn es bis Montag nicht besser wird, werde ich auf jeden Fall mal einen Termin beim Psychologen machen, denn diese merkwürdige Wahrnehmung ist echt sehr belastend. Dass mir sowas immer gleich Angst macht und mir dann diverse Horroszenarien durch den Kopf jagen, macht das ganze nicht besser.

Was mir gleich wieder auffällt: Jetzt wo ich mal ausführlich darüber geschrieben habe, geht es mir gleich deutlich besser. Wenn ich mit Freunden zusammen bin, ist es auch nicht annähernd so schlimm, wie wenn ich alleine bin.

eRstrexlle


Die unkontrollierte Einnahme von Drogen kann schon dauerhaft Schaden im Gehirn anrichten. Das nuss nicht gleich erkennbar sein. Wenn die Betreffenden nur vorher so schlau wären, solche Experimente zu lassen.

Genau wirst Du es vielleicht nie wissen, welche Gesundheitsprobleme vom Drogenmissbrauch kommen. Eine Angsterkrankung kann auch davon ausgelöst werden. Für Dich ist jetzt wichtig, die Ursachen klären zu lassen. Da musst Du dran bleiben und mit Ausdauer und Geduld die vorgeschlagenen Therapien angehen.

Jruleu_48


Hallo Hannesdroid,

vor ein paar tagen hat jemand zum thema auch etwas gepostet:

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/619704/]]

soviel ich weiß, kann durch drogen so etwas ausgelöst werden.

ein psychiater wäre sicher eine gute anlaufstelle, allerdings solltest du darauf gefasst sein, dass viele ärzte mit diesen symptomen wenig anfangen können.

du kannst dich ja vorab mal auf einer seite der uni mainz informieren, dort gibt es eine spezialsprechstunde zu diesen störungsbildern, wo du sicher einiges an informationen schon finden kannst. hier ist der link:

[[http://www.unimedizin-mainz.de/index.php?id=1393]]

gruß jule

K'atz\e27


Hallo,

bin durch Zufall auf diesen Thread gestoßen. Ich kann Euch allen nur Mut machen! Vor 8 Jahren habe ich auch sehr stark unter Derealisation gelitten. Dieses Fremd-Gefühl hat mich durch den ganzen Alltag verfolgt, gelegentlich hatte ich auch Panikattacken. Ich saß an der Arbeit mit Herzrasen und dacte ich muss gleich tot umkippen und solche Geschichten. Ich dachte ich bin physisch krank und hab mich komplett durchchecken lassen. Sogar ein Hirn-Scan (MRT heißt das glaube ich) wurde gemacht. Alles negativ. Daraufhin hat mich mein Hausarzt zu einem Psychologen geschickt. Ich war zutiefst geschockt und mit Anfang 20 hatte ich auch extreme Hemmungen mir einzugestehen, dass ich ein psychisches Leiden habe könnte. Letztendlich war ist das beste was ich machen konnte. Gleich in der 1. Sitzung wurde Derealisation diagnostiziert und nach und nach habe ich zusammen mit dem Therapeuten gelernt damit umzugehen. Heute bin ich zu 98% beschwerdefrei. Gelegentlich habe ich noch dieses fremde Gefühl, wenn ich mal sehr wenig geschlafen habe oder unter extremen Stress stehe. Mein Therapeut sagte, es ist so eine Art Schutzfunktion vom Körper alles nicht an sich heran zu lassen... Wirkt sich bei jedem Menschen eben anders aus. Und ich habe noch nie in meinem Leben Drogen genommen, muss also nicht immer daher kommen.

Wie dem auch sei, ich kann heut wieder ganz normal leben und alles tun wozu ich Lust habe. Ich rate euch daher wirklich einen Psychologen aufzusuchen, die helfen wahre Wunder :)* :-)

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