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Sexuelle Funktionsstoerungen durch Venlafaxin: Gegenmittel?

P!anJa,zexe hat die Diskussion gestartet


Salut,

nach einer sehr intensiven Psychotherapie gegen eine hochgradig depressive Episode, narzisstische Stoerung und Soziophobie werde ich momentan mit 225 mg Venlafaxin retard am Tag behandelt. Leider bekomme ich in naechster Zeit wohl weder einen Termin bei einem Psychologen noch Psychiater, erstens aufgrund des Aerztemangels hier und zweitens, weil mein Leben durch die Wiedereingliederung in die normale Gesellschaft gerade etwas unregelmaessig verlaeuft, ich also keine Termine festmachen kann. Daher wende ich mich mit meiner Frage vertrauensvoll an dieses Forum.

Das Problem wurde hier wohl oft genug behandelt, jedoch konnte ich kein Sammelthema finden, darum eroeffne ich ein neues: Ich habe seit dieser Behandlung massive sexuelle Funktionsstoerungen und weiss nicht, wie ich diese wieder los werden soll. Zudem wirkt das Medikament bei mir hervorragend und ich habe bis auf einige seltene Absetzerscheinungen (die auch bei normaler Einnahme auftreten und deren Zustandekommen nicht engueltig geklaert werden konnte) keine ungewollten Nebenwirkungen, weshalb ich es ungern in Eigenregie abdosieren meochte. Zwar haette ich in meiner Mutter eine fachlich kompetente Ansprechpartnerin, doch scheue ich mich verstaendlicherweise etwas, ihr die Details auszubreiten.

Genau genommen handelt es sich um eine hauptsaechlich koitale Hyporgasmie, soweit ich mir dies mittlerweile anlesen konnte – will sagen, ich komme bei Geschlechtsverkehr nicht oder nur sehr schwer zum Hoehepunkt, was sich natuerlich bei einer Soziophobie nicht unbedingt positiv auf die Genesung auswirkt, zumal diese zum Teil in meinem gestoerten Verhaeltnis zum weiblichen Geschlecht wurzelt. Zwar bin ich mittlerweile in der Lage, hedonistisch orientierte Sexualkontakte aufzubauen (und habe das Glueck, dass im Moment eine Aerztin mein Lager teilt), doch ist es reichlich unangenehm, mit der Zielsetzung, nur sie zu befriedigen, anzutreten. Das ist Unsinn, weiss ich auch, aber leider nicht loszuwerdender Unsinn. Der Zustand geht mitunter so weit, dass ich mehrere Stunden durchhalte (Rekord: 4.5), was dann abgesehen von Schwierigkeiten mechanischer Art nicht einmal der Frau mehr Spass bereitet und darueber hinaus organische Konsequenzen (etwa eine nachfolgende erektile Dysfunktion) befuerchten laesst.

Bei der Masturbation ist mir zwar ein Orgasmus moeglich, doch leide ich hier unter enormer Gefuehlsarmut, mangelnder Intensitaet des Orgasmus und kaum vorhandener Erektionsfaehigkeit, etwa so, wie es der Durchschnittsmann von der sog. Alknudel kennen duerfte. Auch meine Erregbarkeit leidet dadurch natuerlich stark – zwar nicht in dem Masse, dass ich keine Lust auf Sex maehr haette, doch der Handbetrieb ist mir dann doch meist zu muehsam und unbefriedigend.

Das Phaenomen kannte ich auch waehrend der Hochphase meiner Depression, es ist also moeglich, dass die Problematik auch psychisch beeinflusst ist; jedoch werde ich, wenn ich die Einnahme einmal einen Tag vergesse, dermassen ueberempfindlich, dass ich annehme, dass das Leiden hauptsaechlich somatisch begruendet ist. Im Uebrigen hilft es auch nicht, weniger ruehmliche Phantasien oder Techniken zu bemuehen, zumal mit der Konzentration auf den Abschluss sein Erreichen erfahrungsgemaess nicht gerade leichter wird.

Soweit zur Schilderung – Frage nun: Was tun? Gibt es entsprechende Gegenmittel, sei es durch Ernaehrung, Medizin oder Uebungen? Ein Training der Beckenbodenmuskulatur und sog. Jelq-Massage habe ich bereits probiert, bin mir aber unsicher, ob ich einen Erfolg feststellen kann, oder ob kurzfristige Veraenderungen nur der Tagesform geschuldet sind. (Anzurufen und zu fragen, ob die Dame eine Langzeitstudie mit mir durchfuehren moechte, ist nun auch keine besonders erotische Praemisse.)

Mit allein diesem Thema zu meiner Hausaerztin zu gehen, waere mir recht unangenehm – zwar bin ich nicht pruede, leider aber ist sie etwa in meinem Alter (25) und nicht gerade haesslich, was die Sache nicht erleichtert. Wie gesagt wird es auch nicht moeglich sein, fachaerztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, ich werde also allein auf Ratschlaege der Laien (?) hier vertrauen muessen.

Ich freue mich ueber jeden Beitrag.

Beste Gruesse,

Panazee

Antworten
Z-wuackx44


Da kann man doch nur einen Medikamentenwechsel empfehlen. Wenn Du das Venla von Deiner Hausärztin und keine Möglichkeit zum Besuch eines Psychiaters hast (der auf diesem Gebiet der bessere Fachmann wäre), mußt Du halt Deiner HÄ sagen "NW inakzeptable Sexualstörungen" - Einzelheiten sind nicht nötig.

T%iaMa'rixa


Das denke ich auch. Diese Nebenwirkungen sind nicht ungewöhnlich und auch Deiner Hausärztin bekannt, Du musst nicht ins Detail gehen.

Andere ADs, die keine Sexualfunktionsstörungen hervorrufen, sind zum Beispiel Moclobemid (Handelsname "Aurorix) und Wellbutrin ("Elontril"). Vielleicht lohnt sich ein Wechsel. Eventuell geht es auch ganz ohne? Diese Entscheidung würde ich aber nur mit jemanden zusammen fällen, der "sich damit auskennt".

Trotzdem, auch wenn es schwerfällt, solltest Du das Venlafaxin sehr langsam ausschleichen. Aus der Praxis kenne ich Patienten, denen eine Verringerung in den üblichen 37,5 mg- Schritten schon viel zu viel war und die deshalb die Kapseln öffneten, um die sich dort befindlichen Wirkstoffkügelchen in Einzelschritten zu verringern, um damit den zu erwartenden Absetzerscheinungen zu entgehen.

Ich wünsche Dir viel Glück

ZYwacEk44


Wenn man magenresistente Kapseln öffnet, um die Dosis zu verringern, und will die Kügelchen nicht zum Teil wegwerfen, kann man in der Apotheke Leerkapseln kaufen und diese befüllen. Wenn Du auf ein anderes AD eingestellt wirst, brauchst Du bei den meisten ADs nicht auszuschleichen, sondern kannst nahtlos mit dem neuen AD weitermachen. Ich habe im Laufe der Jahre über 20 ADs probiert und das mit Zustimmung meines Psycho-Docs auf diese Weise erfolgreich praktiziert.

Z3wackkx44


... magensaftresistente ...

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