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Umgang mit Adoptivkind

M<om'6x5 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Community,

mein Mann und ich wollten schon immer Kinder, aber aus beruflichen Gründen hat es sich nie ergeben. Vor zwei Jahren dann beschloßen wir, dass es das beste wäre ein Kind zu adoptieren. Bekannte von uns hatte bereits vor 2 Jahren ihren kleinen Sohn aus Rußland adoptiert. Sie berichteten uns im Großen und Ganzen nur Gutes, deshalb beschloßen wir mit derselben Organisation in Kontakt zu treten. Wir durchliefen einige "Tests" beim Jugendamt und wurden als geeignet befunden. Lange haben wir auf einen Kindervorschlag gewartet, dann im November kam er: wir bekamen zwei Mädchen vorgeschlagen, 7 und 15 Jahre alt, leibliche Geschwister.

Im März sind wir dann nach Ekaterinburg gereist um die kleinen zu sehen. Der erste Eindruck von beiden war sehr gut, auch das Heim war gut in Schuss. Die beiden waren sehr offen uns sich freundlich auf uns zugegangen.

Wir sollen uns jetzt entscheiden, ob wir ein Mädchen adoptieren wollen oder beide. Wir haben uns schon für beide , sofern sie es wollen, entschieden. Das Problem, dass sich stellt ist nur: beide Mädchen sprechen nur Russisch und mein Mann und ich nur sehr wenig. Polina, die ältere von beiden, ist ziemlich abgemagert. Man hat uns versichert, dass es nicht an einer Krankehit liegt, sondern daran, dass ihr das Essen im Heim nicht mehr schmeckt und sie es "nicht mehr sehen kann". Sie wiegt bei einer Größe von 1.63m nur 38 kg.

Habt ihr Tipps und Ratschläge, wie wir die Situation angenehm gestalten können? Was können wir tun, dass sie schnell wieder zunimmt? Russisch lernen wollen wir beide noch ein bisschen, aber es wird nicht für eine Konversation reichen, was kann man da machen?

Vielen Dank schon einmal im Vorraus, ich freue mich über jeden Tipp :)*

Antworten
sdinbgxha


aber es wird nicht für eine Konversation reichen,

Das halte ich fuer eine ganz schlechte Voraussetzung: Wie willst Du ihnen das Leben in Deutschland erklaeren? Wie zeigst du ihnen den Fahrkartenautomaten (gerade der aelteren)? Wie willst du auf ihre Wuensche eingehen? Was machst due bei Heimweh?

Sprich: Eigentlich kannst du mit ihnen gar nicht kommunizieren!

Versuch doch mal einen Tag dich mit deinem Mann ohne Worte zu verstaendigen.

M|om6x5


Wir haben uns auch Gedanken darüber gemacht. Ich denke mal bis sie Deutsch kann und wir unser Russisch noch ausgebaut haben, vielleicht ein bisschen mit Händen und Füßen.

Ich kann soweit Russisch, dass ich ihr zumindest wie man einen Fahrschein zieht erklären kann. Meine Grammtik ist natürlich noch nicht soweit ausgebaut, aber ich denke mit einfachen Wörtern wird sie es sicher auch verstehen.

SNchkaFnnaxKay


Das find ich ganz ganz toll von euch ! @:) @:) @:) :)* :)* :)* :)* So liebe, nette Leute gibts echt nicht oft ! @:) @:) x:)

38 Kilo ist schon sehr wenig. Was kochen die denn immer im Heim, dass das so schlecht schmeckt?

Vielleicht kannst du sie ja fragen, ob sie Lust hat, was russisches mit dir zu kochen? Das russische Essen ist bei Deutschen sehr beliebt! :)z Dann kann sie dir zeigen wie das geht, oder ihr holt euch ein russisches Kochbuch und kocht gemeinsam, was sie will. Vorerst wird es wohl nur über Zeichensprache gehen, ein wenig Englisch und Deutsch können sie ja lernen, vielleicht mit einer Privatlehrerin, wenn das finanziell geht. Oder ihr fragt russische Mitbürger, ob sie euch behilflich wären, vielleicht ja eine Zeitungsannonce?

Ich wünsch eurer kleinen Familie alles erdenklich Gute :-x o:) :)-

b$unteWr_sKchmetqterlxing


Ich würde an eurer Stelle einen Russischkurs belegen und den Kindern Deutsch lernen. Da reicht "ein bisschen lernen" nicht.

Wie läuft das mit der Schule?

Wollen sie denn adoptiert werden? Zumindest die 15jährige muss dem doch zustimmen.

bbu<ngter_scAhmettexrling


Das find ich ganz ganz toll von euch ! @:) @:) @:) :)* :)* :)* :)* So liebe, nette Leute gibts echt nicht oft ! @:) @:) x:)

Dem stimme ich zu. @:)

S{ch=annaKxay


Ach das klappt schon ! Keine Panikmache hier ;-D Wir hatten mal eine russische Austauschschülerin, die konnte kein einziges Wort Deutsch, aber sich nach 2-3 Monaten auch verständigen. Mit der Zeit klappt das ! :)z o:) :)- :)-

M0om6H5


Dankeschön @:) :)*

Wir waren schon bevor wir den Vorschlag hatten mal in einem Russischkurs an der Vhs, aber das hat nicht allzu viel gebracht. Die grobe Grammtik können wir, wir sind jetzt nur gerade noch am Vokablen (besonders Alltagsvokabeln) pauken.

In unserer Stadt gibt es einen Deutsch-russischen Verein. Wir haben daran gedacht dort mal nachzufragen. Dort bekommen Kinder von russischen Einwanderern Russischunterricht, aber es gibt auch Deutschunterricht für Russisch-Muttersprachler. So könnten sie dort Deutsch lernen und gleichzeitig ein bisschen Russisch reden.

Wir wollten unsere minimalen Kenntnisse auch nur für die erste Zeit nutzen. Sie sollen ja möglichst schnell Deutsch lernen, allein schon wegen der Schule.

Im Heim gibt es meist typisch russisches essen. Morgens und Abends gibt es wohl Brot oder Kascha (so eine Art Haferbrei) und mittags eben ein Gericht, dass sich wiederholt. Also jeden Montag, jeden Dienstag etc. das gleiche. Am Donnerstag gibt es wohl Bortsch und sie mag keine Rote Beete und isst dann wohl auch nur Brot.

Wir und auch die Erzieherinnen haben sie gefragt und sie haben ja gesagt.Aber entschieden wird es endgültig erst bei der Gerichtsverhandlung.Dort müssen sie beide auch "aussagen".

l e saRng rxeal


Es ist sauschwer, so "alte" Kinder zu adoptieren. Am einfachsten ist es mit Babies, aber einem Kind von 7 Jahren zu vermitteln, dass es euch vertrauen kann (und ihr könnt euch ja kaum verständlich machen), ist verdammt schwer.

Ich bin selbst Adoptivkind, wurde mit 3,5 Jahren adoptiert und meine Eltern hatten teilweise große Probleme.

Holt euch bitte alle Hilfe, die es gibt. Jugendamt, Beratungsstellen, psychologische Unterstützung auch und besonders für die Mädchen. Seid von Anfang an rund um die Uhr für sie da, setzt ihnen aber auch konsequent (und liebevoll!) Grenzen.

Ich wünsche euch alles Gute. :)*

s9inngxha


Wir hatten mal eine russische Austauschschülerin,

Tut mir Leid, aber das ist eine voellig andere Situation. Es geht nicht darum, dass man sich morgens verstaendigt wo die Butter steht, sondern darum zwei Menschen die in ihrem Leben nichts als Zurueckweisung erfahren haben, Vertrauen zu geben und ihnen das Gefuehl zu geben, dass sie dir Vertrauen koennen.

Der dt-russische Verein ist schon einmal ein guter Anfang: Vielleicht haben sie einen Konversationskreis (oder Cafe) wo ihr als Anfaenger eure Sparchkenntnisse aufbauen koennt? Am meisten lernt man noch beim benutzen.

Ansonsten was le sang real gesagt hat: Alle Hilfe dir ihr bekommen koennt.

M9omx65


Beide Mädchen waren sehr offen uns gegenüber. Am Anfang, natürlich erstmal schüchtern, aber am zweiten Tag war das schon verschwunden. Ich denke, dass sie gemerkt haben, dass wir ihnen die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die sie brauchen geben wollen/werden.

Ich bin jetzt für ein Jahr mindestens erstmal zu Hause und habe viel Zeit. Das wichtigste ist wenn sie erstmal da sind eine Bindung zu ihnen auszubauen und natürlich dass Polina an Gewicht zulegt.Wenn es wirklich so ist, wie im Heim geschildert, dann dürfte sie ja da keine Probleme haben.

l5e shang kreaxl


Ich fürchte, dass ein Jahr nicht reichen wird. Aber das müsst ihr dann entscheiden, wenn es so weit ist.

Was das Essen angeht: Richtet euch zu Beginn danach, was den Mädchen schmeckt. Bietet ihnen aber immer wieder auch andere Speisen an, besonders Obst und Gemüse.

Und auch wenn das Heim sagt, es liegt am Essen: kümmert euch um das Gewicht und lasst beide mal ärztlich untersuchen, ob alles okay ist.

M$om)65


Eine ärztliche Untersuchung werden wir eh gleich mit als erstes vornehmen lassen. Allein deshalb schon, weil die Impfungen nicht vollständig sind.

Wir werden sehen wie es läuft. Zur Not kann ich auch noch ein jahr dranhängen. Man muss aber auch bedenken, dass die Mädchen in der Schule sind. Da wäre halbtags nach einem Jahr schon in Ordnung denke ich.

Müssen wir dann sehen, was sie mögen oder probieren wollen. Obst und Gemüse schmeckt in Rußland ganz anders als hier. Sie müssen in dieser Hinsicht noch einiges nachholen und kennen vieles natürlich nicht.

A2ljodna2x2


Hallo Mom65,

Ich wurde mit 12 Jahren aus Russland adoptiert. habe also ein bisschen erfahrung. Wenn du möchtest kannst du dich gerne jederzeit an mich wenden. @:)

Ich finde es auch super, dass ihr sie zu euch nehmt.

Behalten die Kinder ihre Namen oder lasst ihr sie ändern?

@ le sang real:

was für hilfe bekommt man denn von Jugendamt?

Ich hab davon nämlich nichts gehört und wir hatten das auch nicht

LG

l'e lsang reGal


Alles mögliche, da muss man halt mal nachfragen. Das Amt kann einem z.B. speziell ausgebildete Therapeuten empfehlen; soweit ich weiß gibt es auch "Elternabende", wo sich Adoptiveltern austauschen können. Man bekommt einen zuständigen Berater vom JA zugeteilt und so weiter (ich kann nur erzählen, was ich noch weiß).

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