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Umgang mit Adoptivkind

M(o`m'6x5


Wenn es nötig ist werden wir das in Anspruch nehmen. Ich komme gerade aus der Stadt und habe noch ein paar Bücher zum Deutsch lernen abgeholt. Die Zimmer sind schon fast fertig. ;-D

Ich werde mal nachschauen und ein paar Rezepte (Kuchen, Pizza etc.) raussuchen, die ich mit den Mädchen ausprobieren kann.

Wir wollen, dass sie Mädchen ihre Namen behalten, also die Vornamen. Sie heißen ja nun schon immer so und es wäre ja auch nicht vorteilhafter. Den Nachnamen würden wir gerne ändern lassen, sowie auch die Staatsbürgerschaft, aber das muss man erst einmal sehen.

A+lLjonAa2x2


Hmm..wieso sollen sie denn euren Nachnamen haben und die Staatsangehörigkeit ändern?

Ich habe meinen Namen immer noch: gleicher Vorname, Vatersname und Nachname. Ich habe auch noch meine russische Staatsbürgerschaft. Wollt ihr den Geburtsort auch ändern lassen?

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Hallo Mom65,

Sie wiegt bei einer Größe von 1.63m nur 38 kg

Diese Zahlen springen mir gerade förmlich ins Gesicht. Und meiner Meinung nach sind sie keinesfalls mit verringertem Appetit aufgrund nicht schmeckenden Essens zu erklären. :|N

Wieviel wisst ihr über die Vorgeschichte der beiden Mädchen? Bitte fasse zumindest eine ausgeprägte Essstörung mit ins Auge. Egal, was im Heim dort erzählt wird. Und macht euch bewusst, was dies im Fall eines Falles für alle bedeuten würde. Seid ihr auch an der Seite dieses Mädchens, wenn sich herausstellt, dass es ein steiniger Weg wird?

Noch etwas ist mir, als ebenfalls adoptiertes Kind (wenn auch nicht aus Russland), sehr wichtig:

Bezieht die Mädchen – auch die kleinere – in so viele Entscheidungsprozesse wie möglich mit ein. Erklärt ihnen so gut wie möglich, am besten mit einem Dolmetscher eures Vertrauens, was ganz genau sie in Deutschland erwartet. Und überlasst doch den Mädchen die Entscheidung, ob sie ihren Nachnamen ändern möchten. Sie sind alt genug, sich darüber Gedanken zu machen.

Mir geht es hier auch gar nicht um die Namensänderung selbst. Es geht mir eher darum, dass die Mädchen sich als individuelle Personen wahrgenommen und angenommen fühlen können. Das halte ich für eine Frage des gegenseitigen Respekts und der Wertschätzung. Den Rang dieser Werte schätze ich bei einer Adoption wesentlich höher ein, als anfängliche Sprachbarrieren, die schnell beseitigt sind (für die wichtigsten Entscheidungen daher anfangs definitiv einen Dolmetscher). Gefühle lassen sich tatsächlich auch wortlos transportieren bzw. werden sie dies auch ganz ohne unser Zutun. ;-)

Daher noch etwas. Wenn eure Entscheidung (von allen Beteiligten) steht und diese Adoption stattfinden wird, richte Dich auch sicherheitshalber darauf ein, dass die eine oder andere Erwartung eurerseits nicht erfüllt werden wird. Das mussten viele leibliche Eltern auch schon feststellen. 8-) :=o

Ja, ich weiß, das ist eigentlich selbstverständlich und offiziell hat man ja keine Erwartungen und die Kinder werden so angenommen, wie sie sind. Oft genug ist dies eben nicht so, auch wenn es (Adoptiv)Eltern nicht immer bewusst ist. Dir, liebe Mom65, möchte ich dies keinesfalls unterstellen, bitte nicht missverstehen. Ich kenne Dich ja nicht, möchte es nur unbedingt erwähnt haben. Oft genug (sicher nicht zu verallgemeinern) haben Adoptivkinder extrem sensible Antennen für eine Erwartungshaltung und neigen ebenfalls nicht selten dazu, sich versichern zu wollen, dass Zuneigung echt ist, indem sie beginnen, zu provozieren. Provokation nicht um zu verletzen, sondern um Sicherheit zu erhalten. Fühlen sie dann eine Enttäuschung bei einem Elternteil (weil eben eine Erwartung und sei sie noch so klein) nicht erfüllt wurde, stellt dies oft die ganze eigene Person infrage.

Dies könnte (ich betone ausdrücklich, könnte) auf euch zukommen, falls die Große tatsächlich eine Essstörung hat und noch mal sensibler ist, als sowieso schon.

Ich wünsche euch, dass ihr die Chance wahrnehmt, zu einer Familie zusammen zu wachsen. Mögen alle Familienmitglieder mit vollem Herzen dabei sein, eine gesunde Balance zwischen Altem und Neuem herzustellen. :)*

CLhaSncxe007


Noch etwas zum Thema Dankbarkeit. Ich lese so oft, dass Adoptierte doch so dankbar sein sollten, dass da jemand war, der ihnen ein besseres Leben ermöglicht hat.

Ich selbst bekomme mittlerweile (endlich!) einen Hals, sobald eine solche Aussage fällt.

Für mich ist es daher auch immer total befremdlich und es regt sich Unwohlsein, wenn so laut Beifall geklatscht wird, sobald jemand von Adoptionsabsichten berichtet. Ja, es ist schön. Aber es klatscht auch niemand vermehrt Beifall, wenn ein Baby auf natürlichem Wege zur Welt kommt.

Ich bin nicht weniger aber auch nicht mehr dankbar als ein leibliches Kind. Ich habe nichts verbrochen, das es gerechtfertigt hat, dass meine leibliche Mutter mich nicht groß gezogen hat.

Ich weiß, dass es auch einigen anderen adoptierten Kindern im Erwachsenenalter so geht, dass sie zumindest das Gefühl haben, dass diese verstärkte Art der Dankbarkeit von den Kindern (die gerade dies eben nicht zu leisten haben) erwartet wird.

Das nur so als Gedanken, da ich weiß, ich bin mit diesen Gefühlen nicht so alleine. Vielleicht helfen diese Schilderungen ja beim Zusammenwachsen. ;-) *:)

Meom'65


Wir sind uns bewusst, dass es nicht einfach wird, aber wir haben uns dennoch dafür entschieden. Wir werden unser Bestes geben, dass sich die Mädchen so schnell es geht einleben und sich bei uns wohlfühlen.

Ich denke, dass eine Entscheidung über eine Nachnamensänderung wenn dann von Polina für beide gefällt werden muss. ich würde es schön finden, da wir dann auch "auf dem Papier" eine Familie sind und jeder es daran festmachen kann. Wichtiger ist mir aber, dass die Staatsbürgerschaft geändert wird. Wir werden schon sehen wie es kommt.

Wir wissen, dass sie Eltern der beiden noch ziemlich jung sind. Der Vater trinkt und die Mutter war mit der Situation überfordert. Das Amt hat die Kinder dort herausgeholt aufgrund der ungeordneten Verhältnisse. Polina war bis sie 5 war bei den Eltern, Anastasia wurde ihnen direkt nach der Geburt abgenommen. Natürlich können wir eine Essstörung nicht ausschließen, aber so wie uns mitgeteilt wurde, was man auch an Fotos sehen kann, hat sie erst in den letzten Monaten rapide abgenommen. Vorher war sie normalgewichtig.

AMljonLa22


@ Chance2007:

Also ich bin meinen Adoptiveltern sehr dankbar und ich sehe es nicht so,

dass es wie eine normale Geburt ist. Meine Eltern haben mich zu sich genommen, ohne mich

richtig zu kennen. klar, man sieht sich vorher, aber dadurch kennt man sich ja nicht. Sie

konnten meine Erziehung in den ersten 12 Lebensjahren gar nicht mitgestalten, sondern

musste sie so hinnehmen. Sie mussten mich so hinnehmen wie ich bin. Man hat bei einer

Adoption immer das Risiko, dass das Kind traumatisiert ist oder FAS hat. Das kann man

alles ausschließen wenn man das Kind selber bekommt.

Ich finde schon, dass man Dankbarkeit zeigen sollte.Nicht übertrieben, aber ein wenig kann

nicht schaden.

P.S. Dolmetscher würde ich nicht empfehlen, vielleicht eine Freundin/Freund der russich kann,

wenn nicht lieber ganz lassen. Wir hatten eine und ich hab dann quasi nur mit der geredet,

dass lenkt dann ein bisschen ab. Schließlich wollten mich meine Eltern adoptieren und nicht

die Dolmetscherin.

sHiGngh_a


Hmm..wieso sollen sie denn euren Nachnamen haben und die Staatsangehörigkeit ändern?

Steh mal bitte an der Grenze:

Eltern: Deutsch, "Meier"

Kinder: Russisch, "Iwanowitsch" – Das versuch mal nen Grenzer klar zu machen, staendig hoerst du, ob die Eltern der Kleinen denn dem zugestimmt haben.

Eintrag in den Reisepass gibt es schon lange nicht mehr, d.h. ausserdem staendig Visagebuehren, wo deutsche umsonst reinkommen (GB ist kein Schengenland!) etc pp.

C0hance,007


Also ich bin meinen Adoptiveltern sehr dankbar

Aljona, das ist doch schön zu lesen und ich möchte Dir dieses Gefühl auch nicht schlecht reden. Jeder empfindet gemäss seinen eigenen Erfahrungen. Da ist kein Gefühl falscher oder richtiger. Nur anders. @:)

Sie konnten meine Erziehung in den ersten 12 Lebensjahren gar nicht mitgestalten, sondern

musste sie so hinnehmen. Sie mussten mich so hinnehmen wie ich bin.

Du musstest sie ja auch so hinnehmen, wie sie sind, oder? ;-)

Ich bin meiner Adoptivmutter auch für so einige Dinge dankbar. Für andere wieder nicht. Für mich normal in einer Familie. Ich möchte dies bewusst ganz unabhängig von der Adoption betrachtet wissen, da eine Adoption für mich nicht einer Errettung gleichkommt, sondern die Adoptiveltern letztlich definitiv auch eigene Bedürfnisse dadurch stillen. Solange die bereits im ersten Beitrag erwähnte Balance für alle Beteiligten stimmt, kann es sicher ein guter Weg sein, der gleich mehrere Menschen glücklich macht.

C0hanc[e.007


Mom65,

ich wünsche euch und den beiden Mädels nur das Beste! :)*

A9lj^onax22


Ja, aber jeder muss seine Eltern so nehmen wie sie sind. Ich denke es hängt auch mit den Alter des Adoption zusammen. Meiner Erfahrung (!) nach, istes so, dass Kinder die wenn sie jung adoptiert wurden, eher sich fragen wo sind meine Eltern,? warum haben sie mich weggegeben? Wenn man älter ist, ist man eher froh aus dem Heim zu kommen und man klammert sich an seinen Adoptiveltern fest.

@ Singha:

Iwanowitsch ist ein Vatersname für einen Jungen dessen Vater Iwan heißt. Das ist keine Nachname.

Ich habe meinen russischen Nachnamen behalten und wir kommen überall gut über die Grenze. Ich brauche auch öfters ein Visum, aber mir ist wichtig, dass ich jeder Zeit mein Heimatland besuchen kann. Das ist mit deutschen Pass nicht möglich.Außerdem hat man mit russischen Pass Reiseerleichterungen in anderen Ländern und auch viele Vorteile in Russland (falls sie dort noch mal hin wollen, leben, studieren etc.).

M7o:m]6x5


Und wäre es lieber wenn wir mit Sicherheit sagen können, dass sie nicht mehr (unfreiwillig) zurück müssten. Darum wäre ein Wechsel der Staatsbürgerschaft ganz gut. Aber das sehen wir dann.

Zu Polina: Wäre es vielleicht gut, wenn wir ihr mal gesunde, mal eher ungesunde Speisen vorsetzten? Auf der einen Seite möchte ich sie ja gesund ernähren, aber zunehmen muss sie unbedingt. Ich hatte auch daran gedacht, weil sie ja viele, das Jugendliche heute essen, noch nnie probiert hat.

C4hannceO007


Wäre es vielleicht gut, wenn wir ihr mal gesunde, mal eher ungesunde Speisen vorsetzten? Auf der einen Seite möchte ich sie ja gesund ernähren, aber zunehmen muss sie unbedingt.

Ich habe jetzt keine Vorstellung, was Du mit gesund und ungesund meinst. Ich denke, die richtige Mischung aus allem macht aus, ob es langfristig gesund oder ungesund ist. Also würde ich einfach eine breite Palette anbieten und das Mädchen selbst heraus finden lassen, was sie mag und was nicht.

Soweit ich weiß, wäre es gar nicht gut, wenn sie jetzt allzu schnell Gewicht zunimmt. Ihr Körper muss sich langsam umstellen. Die Verdauung, aber auch Muskeln und Gelenke.

Ich denke, ausgewogen und vielseitig ist hier die beste Wahl.

C/ha!nkce00x7


Du hattest doch geschrieben, dass sowieso noch eine ärztliche Untersuchung ansteht. Lass Dich dort beraten

M~o\m6x5


Ja, werde ich auch. Ich möchte nur schon alles so gut vorbereiten wie es geht. Wenn wir das nächste Mal nach Rußland fahren kommen die beiden ja wahrscheinlich schon mit nach Hause.

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