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Missglückter Selbstmordversuch, wie reagiert mein Therapeut?

STun3flowerx_73


Wenn Dein Therapeut Dir helfen soll, muss er im Detail wissen, wie es Dir WIRKLICH geht. Dazu gehört auch so ein Suizidversuch. Wenn Du nicht offen bist in der Therapie, kannst Du es gleich bleiben lassen.

Ob er Dich weiterbehandeln wird, hängt von seiner individuellen Risikobereitschaft ab. Wenn Du Dich in der lfd. Therapie wirklich umbringst, hat er schlimmstenfalls den Staatsanwalt in der Praxis und eine mögliche Klage am Hals.

Therapeuten sind auch nur Menschen – und es wird wohl vom Verlauf des Gesprächs abhängen, ob er Dich weiterbehandelt oder nicht. Eine Garantie gibt es nicht. Wenn er eine stationäre Behandlung für unbedingt erforderlich hält (bspw. weil der denkt, dass es nur wg. Anwesenheit einer anderen Person nicht geklappt hat!), Du Dich aber weigerst und gleichzeitig nicht so akut suizidgefährdet bist, dass man Dich zwangseinweisen könnte (und dafür reicht das Geschilderte nicht!), dann bleibt ihm evtl. nur, zu seinem eigenen Schutz die Behandlung abzubrechen, da Du nicht so mitarbeitest wie erforderlich.

Aber das kann hier niemand beurteilen, weil wir Deinen Therapeuten nicht kennen und Dich auch nur bruchstückhaft.

Welche Bereiche für Deinen Thera wichtig sind bei der Einschätzung, wie akut Du gefährdet bist: Das kann nur er entscheiden – und ich will nichts schreiben, was Deine Antwort in dem Gespräch irgendwie beeinflusst. Es sollte halt ehrlich sein. Eine ehrlich zugegebene Selbstmordabsicht kann dabei sogar besser wegkommen als unehrliche Versprechen, sowas nie wieder zu machen.

Ansonsten:

Es tut mir leid, dass Du Deine Situation als so aussichtslos einschätzt. Ist sie nämlich nicht. Man kann an etlichen Problembereichen was ändern. Das geht nicht sofort und "perfekt" wird einiges vielleicht nie. Freunde kann man finden, mit chronischen Krankheiten leben – und auch Missbrauchserfahrungen kann man verarbeiten.

Damit dies aber geschieht, muss man in der Therapie ehrlich sein. Sonst bekommt der Thera ein falsches Bild – und setzt an den falschen Punkten an. Wodurch die Therapie nix bringt. Wenn Du Suizidgedanken hast, sind die vorrangig. Spricht man aber nicht drüber, kann man genausogut über's Wetter reden, weil man das relevante THema schlichtweg verfehlt.

Das ist DEINE Verantwortung. DEINE Entscheidung. Dein Thera kann mit seinem Fachwissen nur auf das reagieren, was Du im "anbietest".

Ich frage mich, ob DU SELBER überhaupt Besserung WILLST, wenn Du angesichts Deiner Situation so leichtfertig von Therapieabbruch sprichst. Und Hilfe so aktiv verweigerst.

Therapieabbruch etc. ist im Übrigen auch ein Schutz vor Klinik. Sollte es schlimmstensfalls zu einem sehr viel ernsthafteren Suizidversuch kommen, dann steht das Thema Zwangseinweisung garantiert im Raum. Da hat man definitiv die besseren Karten, wenn man aktiv und in einer besseren Position Hilfe sucht.

S^unfQloweDr_73


Achja:

Direkt in eine Klinik "verfrachtet" werden kannst Du von Deinem Thera nur, wenn Du ihm sagst: "Ich bringe mich heute um... niemand kann mich stoppen... ich kann nicht versprechen, dass ich zu nächsten Sitzung komme... ich habe schon alles vorbereitet". Dann kannst Du gegen Deinen Willen in eine Klinik kommen.

Bei Suizidgedanken und dem spürbaren Wunsch, doch was an den Auslösern ändern zu wollen, stat sich umzubringen, nicht.

SyonnAenschFein6x37


also ich hab die ad über mehrere monate, so vllt 14-16 monate, genommen. und eine sorte immer über mindestsns 6-8 wochen in absprache mit meinem neurologen und meinem hausarzt.

nein, wir haben nicht über suizid gesprochen. ich wusste bis dahin auch nicht dass ich das wirklich konkret vorhabe. bisher habe ich "nur" geritzt und das weiß er. wir haben über skills geredet etc. aus meiner sicht gab es einen konkreten auslöser dafür dass ich nicht mehr leben wollte. ich war dissoziiert und habe wie mechanisch gehandelt. ich habe das nicht tage vorher geplant. momentan fühle ich so eine schlimme leere u einsamkeit in mir. als ich dann an dem tag alleine in der straßenbahn unterwegs war, sidn mir meine probleme bewusst geworden und ich wollte einfach nicht mehr. habe mir dann danach im supermarkt rasierklingen gekauft, mich ins auto gesetzr. nachdem ich geschnitten habe, habe ich meinem freund eine abschieds-sms geschickt. er hat gleich angerufen. beim 1. mal hab ich weggedrückt, beim zweiten mal angenommen. ich denke, wenn ich weirklich zu 100% hätte sterben wollen, hätte ich nicht angenommen, oder? er hat dann mit mir geredet, ich habe aufgehört und bin nach hause gefahren. eigentlich will ich nicht sterben, ich will nur nicht mehr jede nacht alpträume haben, ängste bei allem was ich tue und mich vor mir selbst ekeln bzw. mich vor anderen schämen.

ich hoffe so sehr, dass ich das meinem thera richtig erklären kann und er mich nicht mehr nicht therapieren will. ich kann das schwer winschätzen. glaub schon, dass er mich mag. er hatte früher selbst eine soziale phobie, ist vater und setzt sich gerade in diesen beiden punkten (sp und missbrauch bzw. schlechte behandlung durch meine eltern) für mich ein bzw. versteht mich immer so gut. andererseits, was du schreibst, würde ich denken, er will das risiko, seine zulassung entzogen zu bekommen, nicht eingehen, weil er ja familie hat. aber ich male immer alles schwarz..

mensch, grad will ich kneifen. dabei hab ich das für ihn schon formuliert. weil icfh wegen der sp nicht gut reden kann, schreibe ich ihm immer zettel darüber was in der letzten woche passiert ist. jetzt überlege ich, ob ich das löschen soll. ich meine, wenn er meine absichten bzw. den vorfall nicht kennt, könnte ihm später auch niemand was. bzw. ich möchte es nicht wieder tun. aber ich will auch dass er weiß wie schlecht es mir geht und dass er an den richtigen punkten ansetzen kann... ":/ :-/

MXas$teWrxp


Das hört sich alles nach ein Hilferuf von Dir an. Du willst doch nicht sterben. Daran solltest Du festhalten und kämpfen! Du schaffst das!!!

Sfunflo,werD_x73


Finde auch, dass es mehr nach Hilferuf als wirklich sehr ernst geplantem Suizid klingt.

Und wenn Du dissoziierst, ist der Versuch ein Hinweis, dass man da noch mehr an den Strategien diesbzgl. arbeiten muss! Alles Gute!

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