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meine motivation ist heute morgen winkend an mir vorbeigelaufen

mv a lr v i` xn hat die Diskussion gestartet


... und das ist für mich grund genug, diesen faden zu eröffnen.

aber just in diesem moment frage ich mich schon, warum ich nun gerade dazu motiviert bin, während mir – zum beispiel – das schreiben von ein oder zwei kündigungen sowie das anfertigen einer steuererklärung ausgesprochen schwerfällt (im klartext: ich drücke mich davor und zögere es hinaus). ganz objektiv betrachtet hätte ich von letzterem mehr als von ersterem, da es tendentiell geld in die haushaltskasse spült (natürlich nicht allzuviel, aber wahrscheinlich schon ein bisschen).

und es hört beim lieben gelde nicht auf – es gibt viele andere sachen, die ich sehr gern machen möchte. aber auch da kann ich mich irgendwie nicht so recht zum anfangen motivieren – während ich andererseits schon genau weiß, dass das dran arbeiten sehr befriedigend wäre.

natürlich verstehe ich sofort, warum ich zum treffen mit freunden jederzeit motivierter bin – aber das ist nicht das einzige. manche dinge mache ich durchaus sofort, obwohl die – genau wie oben angesprochene kündigung – erst später was bringen und auch eine ähnliche energie erfordern. aber wieso fällt es mir einerseits leicht und andererseits doch eher schwer?

(p.s.:

die, die sehr viel länger dabei sind werden es kennen – es ist nicht das erste mal, dass mich das thema beschäftigt; früher bemühte ich das schlagwort "intrinsische motivation". aber da ich mich da einfach nach wie vor selbst nicht kapiere – beschäftigt es mich halt immer noch beziehungsweise eigentlich mehr immer mal wieder. insofern freue ich mich auf eure gedanken zum thema. mir ist durchaus bewusst, dass ich da nicht alleine bin und viele einen stapel an dingen, die zu erledigen sind, vor sich hertragen – wenn ihr auch in der situation seid: habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum manche dinge vom stapel leicht von der hand gehen, während andere ewig darum liegen? obwohl der zeit-/energieaufwand doch in vielen fällen eigentlich so unterschiedlich nicht ist? wenn ja: wie erklärt ihr euch das?)

Antworten
m) qa r v xi n


:)D

S7innesGtätexr


wenn ja: wie erklärt ihr euch das?

Eigentlich ganz banal mit ...Neigungen und Lust? Unbefriedigende Antwort, ich weiß. Aber am Beispiel Steuererklärung: Ich hasse es einfach, mich mit "Geld" oder der Verwaltung davon zu beschäftigen, ich möchte am liebsten so wenig wie möglich an Geld denken. Vom Staubwischen bekomme ich zwar auch keine Erektion, aber ich empfinde keinen Widerwillen dagegen.

Aller "Vertragskäse", Papierkram, etc...das läuft irgendwie meinem Naturell zuwider. Das gibt mir nicht mal ein positives Gefühl, wenn es erledigt ist. Also bleibt es liegen, und ich bringe stattdessen eben den Müll raus. Und sobald ich mal wieder Kontoauszüge aus dem Briefkasten hole (ich könnte sie mir ja auch in der Bank beim monatlichen Geldabholen drucken lassen, aber das wäre ja wieder "Papierkram") und mir beim kurzen Saldo-Check eine Position darüber auffällt, irgendein schon Jahre alter Schißkram den ich schon lange mal kündigen wollte...dann ärgere ich mich. Und setz mich nicht etwa an den PC, um innnerhalb von 5 Minuten diesen Mist zu kündigen, sondern räume die Spülmaschine ein. {:(

mk a rR v xi n


@ Sinnestäter

... und ärgerst dich dann ein paar Monate später eben nochmals.

Ich denke, es muss doch einfach auch anders gehen.

Aber wie?

Oder konkret: Hätte dich irgendwas – egal was – dazu bringen können, diese Kündigung zu machen und die Spülmaschine später einzuräumen?

S^innUestlätGer


LSD oder Methamphetamin? Ist nicht alltagstauglich. Bitte keine Entrüstungsstürme, das war ein Joke

Motivationssprüche auf Post-Its in der Wohnung verteilen? Der innere Schweinehund, und jeder Besucher lacht sich nen Ast.

Nörgelnde Frau? Ist nicht förderlich für das Allgemeinbefinden.

Frau, die auf Papierkram steht? Gibt es, nur unglaublich schwer zu finden.

Gute Erziehung? Genossen, Mutter hat verzweifelt aufgegeben.

Schläge? Hätten vielleicht geholfen, darf man aber seit einer Weile nicht mehr.

Existenzbedrohende Folge? Ich schließe keine Verträge ab, die unter Normalbedingungen existenzbedrohend sein könnten.

Irrsinnig tierisch genervt sein? Bin ich nie.

...

bleibt eigentlich nur das Naheliegendste: Sich selbst einen gigantischen Tritt in den Arsch zu geben. Aber dann ertönt eine wohlmeinende, vernünftige Stimme, die da sagt: Das Leben ist auch schon scheiße genug, ohne sich noch zusätzlich ohne echte Not mit diesem Zeugs zu belasten.

Was also wäre nötig? Ein Bewußtseinszustand, in dem man alles, egal was man tut, bewußt tut, und mit Liebe tut. Wie man dahin auf natürlichem Weg kommt? Keinen blassen Schimmer.

mp a r 2v i xn


@ Sinnestäter

LSD oder Methamphetamin? Ist nicht alltagstauglich.

und vor allem nicht hilfreich. denn dann macht man ja nun wirklich gar nix mehr – also macht das schlich nix besser (gelacht habe ich trotzdem).

Motivationssprüche auf Post-Its in der Wohnung verteilen? Der innere Schweinehund, und jeder Besucher lacht sich nen Ast.

das mit den besuchern wäre mir egal. aber sowas hab ich (und nicht nur ich) schon getestet – man kann sowas wunderbar ignorieren. :)z

Frau, die auf Papierkram steht? Gibt es, nur unglaublich schwer zu finden.

nun, partiell wäre einen partner, der den papierkram abnimmt schon hilfreich. aber einerseits müsste ich da sehr viel vertrauen haben und andererseits ging es mir – auch wenn es evtl. anders klang – nicht nur um diesen papierkram.

Schläge? Hätten vielleicht geholfen, darf man aber seit einer Weile nicht mehr.

es hülfe ja auch nix – ich müsste mich ja selbst schlagen. und in gewisserweise tut man das ja, in dem man wohlweislich in kauf nimmt, dass es schlimmer (in falle der kündigung teurer) wird, je länger man wartet.

aber wir können doch einfach nicht so gestrickt sein, dass wir lieber sehenden auges in die misere laufen, als was dagegen zu tun. oder doch ???

Irrsinnig tierisch genervt sein?

doch, ich schon – deswegen ja der faden. genau das nervt mich tierisch. aber ich habe schon viel über selbstmanagement und selbstmotivation gelesen und irgendwie war (für mich) nix davon umsetzbar.

und ich mag mich einfach nicht mit dem "och uns geht das doch allen so" zufrieden geben. aber vielleicht ist auch genau das der fehler ":/

S~inn_estäxter


doch, ich schon – deswegen ja der faden. genau das nervt mich tierisch.

Nein, ich meinte wirklich genervt. Die Sorte genervt-sein, bei der man gar nicht anders kann, als den Nerv-Zustand abzustellen. Also quasi "Kind schreit tagelang pausenlos– *patsch* Ohrfeige *augenaufreiss-ohgottohgottwashabichgetan*". Genug genervt sein, um für den einen Moment den eigenen inneren Prinzipien zuwiderzuhandeln.

Um im Internet ein paar Zeilen zu tippen, braucht es vergleichsweise nicht viel genervt-sein. Das ist mehr so ein Alibi-genervt-sein: "Paßt mir überhaupt nicht, würde gern was dagegen tun, also hey, tippe ich halt ein paar Zeilen, warte auf eine Antwort, in dem (un- bis halbbewußten, bewußt wäre arrogant) Wissen, daß mir ohnehin niemand etwas antworten kann, was ich nicht schon selbst weiß – aber ich habe was getan! Tschakka!".

ich mag mich einfach nicht mit dem "och uns geht das doch allen so" zufrieden geben

*seufz* Ich mich ja auch nicht. Selbst wenn es jedem so gehen würde, würde es mir nicht passen, denn in erster Linie muß ich mir selbst gefallen.

Perfide ist halt, wenn man weder zur Akzeptanz des Mißstands, noch zu dessen Beseitigung fähig ist :-/

m} a r" v ix n


@ Sinnestäter

Um im Internet ein paar Zeilen zu tippen, braucht es vergleichsweise nicht viel genervt-sein.

Touché.

Aber in der Tat würde ich die andere Form des "genervt seins" ja doch lieber gar nicht entstehen lassen. Weil es ja eben so nervt.

Auf der anderen Seite dauert das Verfassen einer Kündigung sicher nicht länger als so ein Foreneintrag. Eine Steuererklärung natürlich schon.

Perfide ist halt, wenn man weder zur Akzeptanz des Mißstands, noch zu dessen Beseitigung fähig ist

Genau. :-/

Und was tun wir jetzt?

Sminn7estäxter


Eine Steuererklärung natürlich schon.

Kommt darauf an...also, auf die Tools, die Motivation, oder die Vorbereitung. Meine macht seit Jahren eine ehemalige BWL-Studentin, mittlerweile Angestellte der Deutschen Bank. Kostet sie vermutlich ein paar Minuten. Ich flicke dafür ihre diversen PCs und Notebooks – was mitunter Stunden in Anspruch nimmt. Aber ich finde es OK ;-D

Was mich aber gerade daran erinnert, daß ich ihr, für das letzte Jahr, mal die Rechnungen aus meiner Papier-Wühlkiste zusammensuchen und einscannen müßte. *blärks* Mach ich morgen. Naja, auf jedenfall demnächst.

Und was tun wir jetzt?

Heimlich, still und stumm vor uns hinleiden? Ja, ich weiß, lächerlich und unbefriedigend. Aber ich weiß wirklich keinen Rat. Kündigungen, Steuererklärung und Co. ist bei mir ja nur die Spitze des Eisbergs. Da gibt es so viel, was unbedingt getan werden müßte. Meine Motivationslosigkeit hat echten Krankheitswert, da beschäftigen sich seit einigen Jahren Profis damit, ohne wirklichen Erfolg. Deshalb bin ich auch wahrscheinlich der grundfalscheste Ansprechpartner. Vielleicht weiß noch jemand anderes etwas dazu zu sagen? Hint, hint.

m3 a r 9v[ ix n


Aber ich weiß wirklich keinen Rat.

ich ja auch nich - deswegen frug ich ja.

… nur die Spitze des Eisbergs. Da gibt es so viel, was unbedingt getan werden müßte.

dito.

Meine Motivationslosigkeit hat echten Krankheitswert, da beschäftigen sich seit einigen Jahren Profis damit, ohne wirklichen Erfolg.

so grausam es klingt: das finde ich ja beinah beruhigend. also ich meine, wenn die kapazitäten schon keinen umsetzbaren vorschlag haben, wer soll es denn dann reißen können?

wahrscheinlich muss man sich auf das alte Mantra "es gibt nicht's gutes außer man tut es" versteifen - aber ich weiß jetzt schon, dass es 100 Milliarden gründe gibt, mit dem tun nicht zu beginnen :-/ :- :-( ":/

a<_plefa_fkor_ero`s


es gibt viele andere sachen, die ich sehr gern machen möchte. aber auch da kann ich mich irgendwie nicht so recht zum anfangen motivieren – während ich andererseits schon genau weiß, dass das dran arbeiten sehr befriedigend wäre.

Angenommen es gibt zwei Grundtriebe: einen, der sucht, negative Affekte zu vermeiden, und einen, der positive Affekte erreichen möchte (das ist natürlich abgekupfert, aber fragt mich nicht, wo ich irgendwas in die Richtung mal erwähnt gefunden hab). Dann muss ich mir dieser Tage und Monate nach Jahren, in der ich mir selbst in der von dir, m a r v i n, geschilderten Art im Weg stehe, eingestehen, dass ich mich wohl vor allem (und selbst wenn ich zu vielen Zeitpunkten das Gegenteil behauptet hätte) viel stärker von Ersterem leiten hab lassen.

Man könnte es Angst nennen. Z.B. Angst zu scheitern – das scheint so naheliegend zu sein, dass sich immer noch Leute finden, die diese These in den Raum stellen. Ich hab damit nie viel anfangen können, weil das definitiv keine empfundene Angst war.

Jetzt gerade fühlt es sich allerdings sehr stimmig an, zu sagen, dass, wenn ich Dinge nicht tue, die ich gern täte, von denen ich weiß, dass sie mir Spaß machen würden, es vielleicht wirklich der Impuls ist, negative Affekte zu vermeiden, der Oberhand gewinnt.

Ist es hilfreich, das so zu sehen? Für mich grad schon; auch wenn das für die meisten wahrscheinlich ein Zusammenhang ist, der sowieso bekannt ist. Ich persönlich hab es, so meine These, so sehr automatisiert, negative Affekte zu vermeiden, dass ich das nur noch in den allerwenigsten Fällen überhaupt wahrnehme. Ich muss mich noch beweisen, aber es macht momentan einen entscheidenden Unterschied, mir die Möglichkeit dieser negativen Affekte herzuholen. Witzigerweise beklemmen sie dann viel weniger, als in der Zeit, in der ich diese Angst gar nicht wahrnehme. Und ich kann die erhofften positiven Affekte viel klarer sehen.

a$_pleaO_mfor_Peroxs


Schade, dass ihr beide hier grad nicht mehr schreibt – und schön für euch (ich kann mit meinem aktuellen Ground kaum anders, als alle zu beglückwünschen, die sich von da entfernen, wo ich nicht zurande komme; im Job ist das leider auch nicht anders – das Gehen allerdings dringlicher und noch um vieles wünschenswerter)!

...

Ich habe – in Wörtern, die dieses Thema betreffen – einen wahnsinnig erfolgreichen Tag hinter mir. Und ich habe mir ist heute ein Moment eingefallen, an dem ich begonnen habe so – so aufschiebend – zu leben. Der Moment nämlich, in dem ich nicht mehr warten wollte – auf irgendetwas, dass sein muss, davor -, bis das Leben endlich beginnt. ... Was auf lange Sicht dazu geführt hat, dass ich wohl mehr Sex hatte ... aber auch von allem anderen weniger.

Keine Ahnung, ob das was ist, womit irgend jemand außer mir war anfangen kann. Aber who knows.

a7_plpea;_for_xeros


Es ist zwanzig vor eins. Donnerstag. Heiß. Fußball war auf allen Leinwänden und großen Bildschirmen. Es sind "132 Registrierte, 1941 Gäste online. In den aktuellen Diskussionen findet sich "Extremer Nachtmensch, extremer Morgenmuffel" ... ich kann kaum glauben, dass hier nicht mehr Menschen mit Zunge zeigender Motivation und behäbig aufsässigen inneren Schweinehunden anwesend sind.

eGsoti1cxa


Oh doch, ich sollte lernen :<... motivation, where are youuuuuu?

m[ a4 r v ci n


@ a_plea_for_eros

Schade, dass ihr beide hier grad nicht mehr schreibt – und schön für euch

Wir kommen alle wieder zurück.

Ich sollte grade auch besser was anderes tun ;-)

Und ja, das mit der Vermeidung negativer Affekte könnte eventuell schon eine Rolle spielen. Andererseits sind die "negativen Affekte" durch's "nicht damit befassen" ja stärker. Wieder andererseits tritt der stärkere negative Affekt aber auch erst zeitlich später auf. Hmm…

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