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Lernen damit umzugehen, wenn man sich unbeliebt macht

L@uci|e26


huhu,

ich bin sicher ein Kandidat, von dem du dir was abschauen könntest. ;-D ]:D :=o

Nun ja, ich bin schon jemand, der tendenziell mal aneckt. %:| Und um mich machen ganz offensichtlich auch manche Leute einen Bogen, sobald die heraus haben, wie ich so drauf bin. Ich bin jemand, der sich offen auch mal über Sachen beschwert, so z.B. bei uns in der Studentenwohnheims-WG über die Sauberkeit im gesamten Wohnheim usw. Das passt vielen Leuten nicht. Und ich treibe das auch so weit, dass ich wirklich sarkastische Sprüche bringe, wenn ich auf taube Ohren stoße.

Darüber hinaus habe ich nie so groß darauf geachtet, was ich wann wie anspreche. Das heißt nicht, dass ich taktlos bin, sondern ich habe z.B. persönliche Sachen immer zu frühzeitig angesprochen... damit macht man sich auch nicht unbedingt beliebt, wenn man Leuten nach dem zweiten oder dritten Treffen schon erzählt, dass man ein Ex-Langzeit-Mobbingopfer ist. :|N

Ich sage es mal so: man kann sicher ganz gut so mit mir reden und ich verfüge auch über Verständnis und Empathie... und ja, auch über Takt- und Feingefühl: aber durch meine kritische Haltung der Gesellschaft ggü. --- ich finde es z.B. nicht gut, dass das mit der Anonymisierung immer mehr zunimmt --- finden mich Leute anstrengend. Bin auch nicht so, dass ich wirklich mit total aufgesetzt guter Laune auf die Leute zugehe.

Es gibt jedoch Menschen, die sich an mir nicht so zu stoßen scheinen, nur finde ich die wirklich nicht, wie Reiskörner in einem vollen Reiskornbeutel. lol Wenn Leute bei mir nicht bloß so ignorant sind, dann sind sie meistens vom Typ her relativ ähnlich wie ich. Die, die ständig sich überall beliebt machen wollen, können mit mir nicht so viel anfangen.

Ich bin nicht so auf Clique, Social Networking und dieses ständige in der Gruppe Party machen aus. Das merkt man relativ schnell bei mir. ]:D

Außerdem habe ich auch nicht unbedingt so die Interessen, die viele haben. Ich lese halt lieber oder schreibe mal was... oder schaue mir Politsendungen z.B. an. :p>

Dieses Tussihafte, das vielen Frauen bei mir im Umfeld eigen ist, habe ich auch nicht so... ich trage z.B. keine High Heels, dann keine übertrieben engen Klamotten (obwohl meine Figur jetzt auch nicht irgendwie unförmig ist oder so – aber ich mag das einfach nicht so extrem eng) und beim Schminken kann ich auch lediglich das Nötigste machen, da ich außer dem jetzigen Make-up und dem Kajal sonst so gut wie keine Produkte vertrage (bin sehr überempfindlich). Haare blondieren käme für mich auch nicht in Frage. Ich sehe halt eher ziemlich "normal" aus... vielleicht so, wie es eher in den 80ern und 90ern en vogue war. Einfaches Shirt, Jeans und Turnschuhe (habe ziemliche Fußprobleme – deshalb). :D

Meine Haare habe ich auch seit Jahren nicht über die Schultern weg... :=o

Dann bin ich auch nicht dünn geschweige denn richtig schlank. Normal halt. BMI 23. :=o

Trotzdem sagen mir durchaus einige, dass ich gut so aussehe. Obwohl ich nicht so viel Aufwand betreibe, wie viele andere. %:| Und dazu auch noch ne böse Hauterkrankung habe... :-/

Ich glaube, wenn du das, was ich mache, eine Woche machen müsstest, würdest du dich übertöten. ]:D

Spaß beiseite. Es ist nicht einfach, "anders" zu sein; aber ich habe diesen Weg so gewählt, weil ich damit besser zu Rande komme und weil ich weiß, dass es mir damit auch psychisch besser geht. Nur werde ich eben nie so viele Bekannte und Freunde haben, weil man dafür erst mal Leute finden muss, die auch eher so drauf sind und sich nicht dafür schämen, wenn jemand mal offen seine Meinung sagt. :-/

Ich komme da ganz nach meinem Vater und meiner Oma väterlicherseits. Die sind aber beide noch extremer als ich. :-X ]:D

Man sollte so sein, wie man es selbst für richtig hält. Wenn du besser damit klar kommst, dich anzupassen bzw. ein soziales Chamäleon zu sein: warum nicht? :-) Es sind ja immerhin sehr viele Leute glücklich damit, wenn sie mit dem Strom schwimmen. Man sieht ja, wie wenig Leute es gibt, die wirklich zu ihrer eigenen Meinung stehen und auch mal gegen den Strom schwimmen.

Ich bin immer der Meinung: "Wer mit dem Strom schwimmt, schwimmt bergab!" ;-D (weiß gerade nicht mehr, von wem das Zitat ist). :)-

Viele Leute kommen damit nicht zurecht, wenn sie nicht so beliebt sind. Ich hingegen habe ja die andere Seite durchaus kennen gelernt, d.h. das Beliebtsein. :) Es war ja bei mir sozial auch mal zeitweise anders als jetzt. ;-D Aber ich hatte dann den Eindruck, dass ich mich ständig verbiegen und selbst verleugnen muss und mir so ungefähr stets die Hand vor den Mund pressen muss, damit ich mit meinen Meinungen nicht wieder so herum trompete. :-X

Das ist für mich einfach nichts. %:|

Und ich bin aktiv dabei, mir eben DIE LEUTE herauszufischen, die auch nicht so sind. Notfalls mache ich es wie Diogenes und gehe am hellichten Tage mit einer Taschenlampe umher, um die für mich "wahren Menschen" zu finden. ]:D ]:D ]:D ;-D

Es ist so schade, dass viele Leute so auf Homogenität ausgelegt sind. Warum muss denn alles gleich und angepasst sein? :-/ --- zzz zzz zzz zzz zzz zzz zzz zzz zzz zzz

Wenn es mal wirklich darum geht, ob jemand wahrhafte, ehrliche, konstruktive Freunde hat – wo es um mehr als bloß das Saufen und dummes Zeugreden geht --- dann haben die meisten mit Sicherheit nicht mehr als 1-2 Freunde. Bin ich mir relativ sicher. Sagt im Übrigen auch mein Therapeut.

Mit wie vielen Leuten kann man denn wirklich im Notfall rechnen? – wenn man psychische oder physische Leiden hat, über Monate hinweg sich irgendwo wegen irgendwas stationär behandeln lassen muss usw.? --- wenn du 1-2 Wochen mal krank bist, schlucken das ja noch viele Leute, aber alles, was darüber hinaus geht, wird für viele Leute schwierig hinzunehmen. Habe ich alles schon erlebt. Sogar in meiner eigenen Familie. :)z

Wenn man nicht ständig enttäuscht sein will, muss man sich a) unabhängig machen und b) sich eben Leute suchen, die auch eher Freigeister sind. :)_ --- ich mache mich einfach von sozialen Kontakten heute nicht mehr so abhängig, da ich mich damit in einem dauerhaften Frustrationszustand befände. Wenn sich mal was ergibt, ist es gut... wenn sich nichts ergibt, ist es auch gut – dann lerne ich halt, mache Sport, schaue TV oder setze mich, so wie momentan immer, in die Sonne.

Aber ich musste auch ne Therapie anfangen, um für mich mehr zu begreifen, worauf es wirklich ankommt.

Jahrelang hat sich bei mir nur das Grübel- und Gedankenkarussell gedreht. Belastend sage ich dir, denn man schläft dadurch nicht besonders, steht ständig unter Strom usw.

(wollte ich nur mal kurz einstreuen).

Alles Gute!

aS.fi[sh


Wenn ich mich recht erinnere, bist du aber generell ein Mensch, der durch solche Erfahrungen nicht emotional lernt, oder?

Da könntest Du Recht haben. Ich find den Fall beim Springen ins Wasser übrigens schlimmer als den Absprung. ;-)

Wenn bereits Konflikte im Familienkreis schwierig sind, wird es eben auch einfach schwer, anspruchslosere Situationen zu finden.

Heh, "wenn bereits" – interessant, ich finde, die Familie ist die Königsdisziplin. Dann wird es mit abnehmender Nähe und Verbundenheit immer einfacher. Aber innerhalb der Familie Missstimmung aufkommen lassen, uff, unmöglich.

@ Pinky

Hast Du denn eine Idee, woher diese Muster bei Dir kommen? Was Du über Deine Mutter schreibst, hat zumindest bei dem Beispiel mit dem Stillen ja nun nichts mit Konfliktbewältigung zu tun (und ich halte dieses Verhalten für eine wildgewordene Konfliktlösungsstrategie). In meiner Familie wurden und werden Probleme nicht offen besprochen. Alle nehmen Rücksicht, alle machen lieber die Faust in der Tasche, aber es ist kein Gegeneinander, es ist eher ein verschworenes Miteinander – wir wissen alle, was im Argen liegt, aber zusammen schweigen wir es tot bis es aufgibt.

Ich denke, Lancis hat Recht damit, dass man seine Wirkung überschätzt. Ich erlebe es häufiger, dass ich einer Sache eine viel größere Bedeutung zumesse als andere. Dass ich mich z.B. noch an den Wortlaut einer Auseinandersetzung erinnere und an irgendeine Formulierung, die ich als besonders bedeutsam empfunden habe und seitdem schwer daran trage, jemanden beleidigt/verärgert/gekränkt zu haben – und dann stellt sich Wochen, Monate .. später heraus, dass derjenige das schon längst vergessen hat oder es von Vornherein niemals so bedeutend fand.

Aber bis dahin habe ich natürlich sein Verhalten immer vor diesem Hintergrund (über)interpretiert und habe überall Beweise gesehen, dass unser Verhätlnis nachhaltig gestört ist... es ist verwirrend, wenn man seiner eigenen Wahrnehmung nicht recht trauen mag, weil sie sich zu häufig als falsch herausstellt.

Ja, das mache ich auch.. bin dann einfach ruhig und beteilige mich nicht so an Gesprächen.. weshalb ich auch denke dass die Leute auf der Arbeit komisch von mir denken :-( !

Ja.. ich weiß, dass "komisch" von mir gedacht wird – und entgegen einiger Meinungen hier macht es das nicht einfacher und löst die Spannung nicht auf. Sprung, Wasser und so..

Ich fürchte, so sehr Du Dich bemühst, kantenlos und unauffällig durchs Leben zu kommen, genau dieses Verhalten wird Dich auffällig machen. Verkampft, verstockt und merkwürdig – im Grunde kann man dann doch auch gleich den richtigen schlechten Eindruck machen und einfach ehrlich sein. ;-D

Hast Du den Eindruck, dass Du in Internetforen "üben" kannst?

EIh`emal*iger NutzDer (#~6992x8)


a.fish

Ich find den Fall beim Springen ins Wasser übrigens schlimmer als den Absprung.

Ich bin mir nicht sicher, warum vor meinem inneren Auge gerade Szenen auftauchen, wie du Würgeattacken auf "Spring' nur, gleich ist es nicht mehr so schlimm."-Sager verübst, aber vermutlich hat es mehr mit mir als mit dir zu tun.

Heh, "wenn bereits" – interessant, ich finde, die Familie ist die Königsdisziplin.

Guter Einwurf, da habe ich den Eingangsbeitrag wohl zum Anlass genommen, zu sehr von mir selbst auszugehen und Familienkonflikte in die "normalerweise eher gering belastend"-Schublade zu sortieren.

LuewMibaxn


Pinky

Ich hoffe, du befehdest dich nicht selber zu sehr wegen dieser Sache. Es hat auch Vorteile, Konflikten aus dem Wege zu gehen. In gewissen asiatischen Kulturen ist das Konzept des "Gesicht verlierens" sehr wichtig; da gibt es die Vorstellung, jemand verliert sein Gesicht, wenn er offen kritisiert wird, und auch derjenige, der offen kritisiert. Das ist fuer uns im Westen oberflaechlich gesehen sehr fremd und es gibt daher zum Teil auch Probleme zwischen den Kulturen, aber im Grunde steckt dahinter ein ganz aehnliches Beduerfnis wie vermutlich alle Menschen haben, naemlich eher bestaerkt als konfrontiert zu werden. Darauf bei anderen Menschen Ruecksicht nehmen zu koennen, halte ich fuer eine Qualitaet, keinen Mangel. Ich finde auch nicht sonderlich bewundernswert, seine Meinung durchzuziehen, ohne auf andere Meinungen Ruecksicht zu nehmen (wie du es ungefaehr in deinem ersten Posting ueber Menschen, die "gegen den Strom schwimmen", geschrieben hast), und andererseits gut, wie a.fish geschrieben hat, dass man, wenn man etwas meint, in der Lage ist, dazu auch schon gleich Gegenargumente zu sehen.

Ich schreibe dir das aber nicht, um dir deine eigene "Linie" auszureden oder dich zur "Anpassung" zu ueberzeugen. Ich schreibe es eher, weil ich glaube, dass es dich staerker macht, wenn du Frieden mit dir selber und deinen Eigenschaften schliessen kannst, auch wenn diese Eigenschaften vielleicht ein bisschen widerspruechlich erscheinen (es allen Recht machen wollen, aber die bewundern, die gegen den Strom schwimmen).

Letztlich glaube ich, wie die anderen auch, dass es in bestimmten Situationen sehr wichtig ist, auch gegen den Strom schwimmen zu koennen, naemlich wenn es fuer einen selber wirklich ungesund und (wenigstens von Gefuehl her) "falsch" wird, es anderen Recht zu machen.

Du musst mit dir selber (mindestens) so ruecksichtsvoll sein wie mit anderen!

Dazu gehoert alles: Deine Eigenschaften anzuerkennen und die Qualitaeten darin zu finden, dir bewusst sein, dass andere Menschen dir wichtig sind und deren Befindlichkeiten auch, aber auch anzuerkennen, wo du deinen eigenen Vorstellungen auch gegen Widerstand Gehoer verschaffen musst, um zu bekommen, was du brauchst (oder auch um anderen zu helfen, die in der Minderheit sind), und zu zeigen, was dir wichtig ist.

Ruth Cohn hat geschrieben, dass das "Wir" einer Gruppe stark wird, wenn die einzelnen "Ich"s stark sind. Man braeuchte eine Gruppenkultur, in der die Leute ermutigt werden, ihre eigenstaendigen "Ich"s zu zeigen und zu erfahren, dass das die Gruppe insgesamt staerkt. Auch dass es Freundschaften staerkt, zu zeigen, wer man ist und wie man denkt. Der "Fehler" liegt nicht nur bei denen, die sich nicht trauen. Alle koennen mitmachen, indem sie andere bestaerken und sich dankbar zeigen, wenn andere ihnen ihre Persoenlichkeit zeigen, in einer Form, die den gegeseitigen Respekt zeigt.

M6ollie)nchxen


@ a.fish

Aber innerhalb der Familie Missstimmung aufkommen lassen, uff, unmöglich.

Doch, möglich, allerdings mit dem Resultat, dann vielleicht auch mal vor die Tür gekantet zu werden. So war es jedenfalls bei mir. Trotzdem bin ich nicht dauerhaft verstoßen worden. Im Gegenteil, wenn ich heute nochmal aufkreuze, kriege ich tausendmal gesagt, wie schöööön, dass du da bist, kannst ruuuuhig öfter kommen... Auch wenn es jedes Mal, wenn ich da bin, wieder kracht. %:|

Ich empfinde es übrigens wie Lancis, ich finde auch den Moment vor dem Sprung schlimmer als den Flug.

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