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Gehirn aus dem Gleichgewicht?

fweday hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Bin der Fedy, 18 Jahre alt und komme aus Basel!

Ich möchte euch meine Geschichte erzählen, die mein Leben geändert hat. Am besten fange ich am Anfang an :-)

Es war Fasnacht und hier in Basel ist es ein ziemliches Fest, fast wichtiger als Weihnachten... Nach einer Woche voll Saufen, Rauchen und ungesundes Leben war ich so dumm und habe am letzten Abend der Fasnachtswochen mit 5 kollegen zusammen einen Joint geraucht (bin kein Kiffer, war vielleicht mein 6tes mal in 18 Jahren). In diesem Moment ging die Hölle los. Meine erste und eigentlich auch einzige Panikattacke, die ich aber nie vergessen werde. Ein so schreckliches Gefühl will ich nie mehr haben. Man hört das Herz mal schnell, mal langsam schlagen und man hat Angst bald zu sterben. Ich bekam keine Luft mehr und schnappte so gut wie möglich nach Luft. Aber ich denke ihr wisst etwa wie eine Panikattacke ablauft. An diesem Abend und am Tag danach hatte ich immerwieder kurze Anfälle, die aber schon bald Weg waren. Zur Sicherheit ging ich zur Notfallstation und liess mich durchchecken und es war alles ok.

Für die nächsten 4 wochen blieb auch alles ok, ausser halt die Angst, dass es wieder kommen würde oder das Herstechen dass ich immer hatte, gab mir das Gefühl das etwas mit meinem Herzen nicht in Ordnung war. Ich liess es aber vorerst mal sein, bis ich eines Tages, als ich wieder mal (weil ich nicht so eine pünktliche Person bin ;-D ) auf den Zug rennen musste, weil ich ihn sonst verpasst hätte. Nach dem Sprint, als ich anhielt, bekam ich einige Sekunden lang wieder keine Luft. Ging nach kurzer Zeit aber wieder. Als ich dann Ausstieg und in die Richtung meiner Schule ging, passierte das, was ich eigentlich bis heute noch mittrage. Für wenige Sekunden hatte ich das Gefühl, dass mein Gehirn abgestellt hatte. Ein extremer Schwindelanfall, und die Stimmen meiner Kollegen kamen mir so roboterhaft vor. Mein Atmung wurde auch schwerer in diesen Sekunden. Die roboterstimmen und die schwere atmung waren nachher wieder weg, der Schwindel blieb aber. Diese Gefühl habe ich eigentlich den ganzen Tag mitgetragen und hoffte, dass es bald vorbei gehen würde. Der Schultag lief sonst normal ab und ich versuchte dieses Gefühl zu ignorieren.

Doch diese Schwindel habe ich ein paar Wochen mitgetragen. Und es kamen immer wieder Momente wo ich dachte, das mein Gehirn kurz abgestellt hatte, meine Wahrnehmung war total anders. Ich hatte das Gefühl, dass alles an mir vorbei zog. Alles schien irreal. Eine ständige Benommenheit. Was mich am meisten beschäftigte war, dass ich mich dazu noch ständig philosophische Fragen stellte. (z.B. Wieso bin ich ich, warum lebe ich) oder ich nahm meine Existenz viel extremer war. Ich schaute in den Spiegel und sagte: "Oh mein Gott, ich lebe ja, ich bin ein Lebewesen, wieso sehe ich was ich sehe, warum kann ich mich bewegen... und so weiter und so fort. (ich weiss es ist schwer zu verstehen, aber auch schwer zu erklären) und diese Gefühle waren so störend, lösten Panik in mir aus, und ich konnte sie einfach nicht kontrollieren. Und diese Gefühle hatte ich eigentlich ständig, doch manchmal waren sie aushaltbar, manchmal verkroch ich mich einfach in meinem Zimmer weil es so schlimm war. Ich entschiede jeden Arzt aufzusuchen, der mir helfen konnte. Hausarzt zuerst, Kardiologe wegen dem Herz, Augenarzt, HNO, alles mögliche. Raus kam nichts. Also war ich mir sicher, dass es etwas mit der PSyche zu tun hatte und ging zu einem Psychologen. Da fanden wir raus, dass sich das ganze Derealisation/Depersonalisation nennt. Verursacht von Stress (Schule + Abschlussprüfungen), ausgelöst durch kiffen. Das einzige Medikament dazu: Zeit!

Alles das hielt mich nicht von der Schule ab, und bin jetzt gerade an meinen Abschlussprüfungen dran, die bald vorbei sind, danach zuerst mal 6 Wochen Ferien! Was laut dem Psychologen helfen sollte. Bis heute hat es sich folgendermassen entwickelt. Die ständigen Philosophischen Fragen sind heute praktisch weg, ab und zu tauchen sie wieder auf und wenn es passiert, in einer leichten Form. Geblieben sind diese Symptome: leichtes Gefühl der Irrealität, ab und zu schlafen meine Hände oder Füsse ein, wenn ich mich anstrenge, z.B. Sport, stellt es mir manchmal für einige Sekunden die Luft ab, als würde mein HErz kurz aufhören zu schlagen, und dann auf einmal wieder anfängt (der KArdiologe sagt es ist alles ok), und was mich am meisten beschäftigt, sind imernoch die Momente (nicht mehr so oft wie früher), wo ich das Gefühl habe, dass mein Gehirn abstellt. In diesen Momenten kann ich mich nicht mehr konzentrieren, wenn ich z.B etwas am lesen bin, oder wenn ich eine hele Fläche, wie z.B eine weisse Wand anschaue, blendets extrem. Jedes Licht stört mich extrem. Die Sonne stört mich ständig, weil es so hell ist, die wärme bringt mich um, weil es das Gefühl verschlimmert. Wenn jemand mit mir redet muss ich mich anstrengen um nachzukommen.

Jetzt meine Frage!

Kann es wirklich sein, dass mein Gehirn wie aus dem Gleichgewicht gekommen ist und ich mit der Zeit wieder der alte wird? Oder kann es sein, dass ich es für immer mittragen werde? Ich geh bald auf die Abschlussreise mit meiner Klasse, habe mich so gefreut, aber in diesem Zustand kann ich es absolut nicht geniessen. Es ist Sommer, und die Sonne stört mich. Das darf doch nicht sein! :-( Alkohol trinke ich auch nicht mehr. Aber ich bin doch erst 18, und in diesem Alter ist es ja ab und zu witzig wenn man ein bisschen angetrunken am Wochenende rumfeiert. ;-) Der Psychologe sagt, dass Alkohol alles wieder verschlimmern könnte/würde... Ich will doch mein Leben wieder geniessen. :-(

Was denkt ihr dazu? Was ist euer Rat?

Danke im Voraus

lg Fedy

P.S. (kann gut sein das mein Text nich so übersichtlich ist, oder unklar formuliert, wenn ihr Fragen habt, einfach stellen) :-D

Antworten
f2edy


Was ich vielleicht nicht klar gesagt habe:

Die starke Derealisation/Depersonalisation ist nicht mehr ständig da. Es sind nur noch gewisse Momente wo diese Symptome wieder auftauchen (eben diese Momente, in denen mein Gehirn "abstellt", nach einiger Zeit aber wieder vorbei gehen, und so stark wie am Anfang sind sie auch nicht mehr.) :-)

BDAD G{UY a78


Mein Gehirn ist durch einem Schlag verüttelt, danach hatte ich angststörungen und schwindel. Mein Neurologe meinte, es braucht zeit. Nehme seit 6 Monaten ein AD und es geht mir laaaangsam besser, Angst ist weg aber des Öfteren habe ich auch diese Benommenheit, nehme oft Situationen als irreal wahr. Ich hofde auch das ich bald wieder "normal " bin, aber mein Zustand war schon mal 3x so schlimm wie jetzt, von daher bin ich auch dankbar dafür. Bin verheiratet und habe 2 Kinder und bin 34 Jahre alt, da fällt das weniger trinken nicht schwer, trinke seit fast einem Jahr kaum noch rtwas, wenn dann viel Radler und trinke auch nur bis zu einem Schwips, nicht exzessiv.

C6i&nderelxla68


hallo,

ich denke, das kommt wieder in Ordnung.

Ich hatte jahrelang (!) starke Dereal. + Depers. nach meinen ersten Joints. Dann kam eine Phase, in der diese nur bei starkem Stress wieder auftauchten, und schließlich immer seltener.

:)^

f'edxy


DAnke für die schnellen Antworten :-)

@ Bad Guy 78,

ja das hat man mir auch gesagt, dass es Zeit braucht. Was unser Gehirn angeht, ist die beste Medizin halt schon Zeit. Aber Angst, dass es nie mehr gut wird hat man trotzdem. Wünsche dir viel glück und das es dir bald wieder gut geht. :)^

@ Cindarella68,

ja bei mir ist es gleich, wenn ich Stress habe, wie z.B. beim Lernen oder wenn ich Prüfungen schreibe, geht es mir oft auch nicht so gut. Aber der Psychologe ist sicher, dass es mir im Urlaub schon bald besser gehen wird. Ich hoffe so fest, dass er sich nicht irrt. Ich will es schliesslich geniessen können. :)z Panikattacken hattest du nie? Es trat nur die Derealisation/Depersonalisation ein?

C,indeHrelxla68


@ fedy

Panikattacken kamen erst später, in einer späteren Lebensphase – ich hab das nacheinander abgehandelt ;-)

fuedxy


Was ich noch an Symptome vergessen habe:

-Manchmal kurze, extreme Schwindelanfälle

-Schon bei leichter Anstrengung hör ich mein Puls im Kopf schlgen

-Morgens wenn ich aufwache, eine Art Tinnitus im Ohr, welcher nachher aber wieder verschwindet

fneKdxy


@ Cindarella68

(langsam komm ich als Neuling klar im Forum :-D jetzt kann ich schon ne Überschrift machen)

ah ok, wenn ich es richtig verstanden habe, hatten bei dir die Panikattacken und die DR/DP keinen Zusammenhang?

CHind|ereTllax68


@ fedy

naja, schwer zu sagen ... die Symptome wechseln halt auch gern mal .... aber auch heute ziehe ich auf jeden Fall (auch wg. der besseren medikamentösen Behandelbarkeit) Panikattacken den Der/Dep-Symptomen vor! Wenn man denn wählen kann ;-)

Dazu kam ..... "damals", das ist schon laaange her .... da kannte kein Mensch / Arzt (Psychologen gabs bei uns schonmal gar nicht zu der Zeit) Derealisationssymptome u. ä. .... diagnostisch wurde dann wild hin- und hergeschwankt zwischen Angstneurose, Schizophrenie und Depression. Ebenso wenig war der Zusammenhang zwischen Cannabis und Auslösung solcher Symptome bekannt ....

Alkohol hab ich zu der Zeit (ich war 16) übrigens dann schon von mir aus gemieden, denn dann fühlte ich mich noch mehr "far out".

Bist du denn noch in psychologischer Behandlung?

f}exdy


@Cinderella68

Ja, ich geh ein mal pro Woche zum Psychologen, der sich sicher ist, dass ich keine Medikamente brauche. Er meint es sei eine ziemlich stressige Phase meines Lebens und es braucht halt nun mal Zeit. Aber vorbei gehen wird es schon. Mittlerweile kann ich schon damit leben, aber vieles kann ich halt nicht mehr so geniessen wie früher.

ACbfluysLsreiniUger


ich habs nach 5 jahre saufen......bin komplett im eimer siehe andere einträge :(

f8edxy


@Abflussreiniger

Habs gelesen... Manche Sachen sind ziemlich gleich... Und wie hast du das bekommen? Eifnach so über Nacht?

AJbflussSr'einixger


tjo einfach über nacht,...eingeschlafen,....breit,......aufgewacht konnte nicht mehr aufstehen 2 tage,....kreislauf schwindel extrasystolen,....damit lebe ich bis heute,....

f=edxy


@Abflussreiniger

Ok... Bei mir wars anders... Ich konnte nach der Panikattacke und nach dem Joint ganz normal leben. 4 WOchen lang, bis ich so ein kurzer Anfall hatte wieder.. Und seit dasnn gehts mir nicht mehr so gut... Wird mit der Zeit zwar immer besser, ist aber echt störend. Hats sich seit diesem Tag nicht ein bisschen gebssert?

A[bflu/ssr~eini?gxer


lebst noch fedy :-D ?

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