» »

Psychotherapie-Warteliste: Den Platz brauch ich aber jetzt

Nnin$o2x2 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen

Ich hab ein Problem: Meine Freundin (25) ist schon seit Kindertagen an psychisch auffällig, nun ist sie aus diversen Gründen seit ungefähr einem Jahr psychisch schwer erkrankt: Depression, Suizidphantasien & -ansätze, Psychosen, Wahnvorstellunge, Paranoia, SVV, das volle Programm. Eine Zeit lang habe ich gedacht, ich könnte das selbst hinbiegen – ich muss jetzt aber erkennen, dass das völlig naiv war. Sie ist bereits in einer psychologischen Beratung, was aber einen Pflaster entspricht, wo eine Herz-OP nötig wäre, um es mal so zu beschreiben. Ihr Betreuer empfiehlt ihr auch dringendst eine intensive Psychotherapie, meine Freundin selbst will es auch, fleht mich an, ihr zu helfen.

Das Problem: Warteliste für eine Psychotherapie 4-6 Monate :-o ! So lange können wir unmöglich warten! Nicht nur unsere Beziehung, auch ich selbst gehe jetzt bald an der Situation kaputt. Ich halte das nicht mehr lange aus. Damit meine ich nicht, dass ich dann endgültig keine Lust mehr habe, sondern dass ich dann selber ein Fall für die Psychiatrie bin. Wenn ich sie aber aufgebe, dann wars das für sie, denn ihre Familie ist in der Hinsicht ein absoluter Totalausfall, die wollen mit der Situation nichts mehr zu tun haben, ducken sich weg und machen eigentlich alles nur noch schlimmer.

Meine Frage: Gibt es irgendeinen Weg, diese langen Wartelisten abzukürzen? Wenn ich ne Blinddarmentzündung habe sagt der Arzt doch auch nicht, ich soll in vier Wochen nochmal vorbeikommen :-( !

Ich möchte noch eine andere Frage anschließen: Gibt es Neuroleptika, die man bei akuten Psychosen gezielt einsetzen kann? Ich werd noch selber bekloppt, wenn sie wieder sowas hat und ich nichts, NICHTS dagegen tun kann :-( !! Aber sie muss ja jedes scheiß-Medikament vorher recherchieren, und wenn da in den Nebenwirkungen steht, dass einer von 100.000.000 davon irgendetwas schlimmes bekommt, weigert sie sich, das Medikament zu nehmen %-| .

Antworten
g5wendLolynxn


Hat sie mal mit ihrem Hausarzt gesprochen? Der könnte sie zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten überweisen, der sie in eine Psychiatrie stationär einweisen kann. Das dürfte schneller gehen.

Gibt es Neuroleptika, die man bei akuten Psychosen gezielt einsetzen kann

Klar, aber die muss der Psychiater verschreiben.

N]ino2x2


Sie war schon in diversen Psychiatrien (früher). Die in der näheren Umgebung sind auch völlig für die Katz, da wird den Leuten nicht geholfen. Zum anderen stimme ich mit der psychologischen Beratung überein, dass es kontraproduktiv wäre, sie in solch eine vorgefertigte Maschinerie hineinzuschubsen. Ich befürchte, dass sie sich zwar beruhigt, sie aber innerlich kaputter herauskommt, als sie hineingegangen ist.

Kannst du mir eventuell auch den Namen des Präparats verraten? Ich hab bisher nur von Neuroleptika gehört, die man beständig nehmen muss, um Psychosen zu verhindern.

MaoreRlla


Wenn deine Freundin suizidal und/oder akut psychotisch ist, steht ihr eine sofortige Klinikunterbringung als Krisenintervention zu. In vielen Fällen ist das eine Psychiatrie, sie kann jedoch mit Unterstützung der Ärzte von dort aus die Verlegung in eine Fachklinik oder psychosomatische Klinik beantragen.

Alles Gute!

g?wen&dolynxn


Kannst du mir eventuell auch den Namen des Präparats verraten? Ich hab bisher nur von Neuroleptika gehört, die man beständig nehmen muss, um Psychosen zu verhindern.

Es gibt kein "Allheilpräparat", das man bei einer akuten Psychose einwerfen kann, und dann ist sie ruck-zuck verschwunden. Es sind auch nicht alle Neuroleptika für alle Patienten geeignet, welches für deine Freundin das Beste ist, muss ein Psychiater entscheiden.

Und wenn es sich um eine Psychose handeln sollte, müssen Medikamente natürlich beständig eingenommen werden. Das ist nicht wie bei Kopfschmerztabletten. Aber ich denke, das weißt du eigentlich auch. @:)

Zum anderen stimme ich mit der psychologischen Beratung überein, dass es kontraproduktiv wäre, sie in solch eine vorgefertigte Maschinerie hineinzuschubsen. Ich befürchte, dass sie sich zwar beruhigt, sie aber innerlich kaputter herauskommt, als sie hineingegangen ist.

Ich frage mich, wie die psychollogische Beratung auf so eine Aussage kommt ":/

Unter stationärer Beobachtung könnte doch besser herausgefunden werden, wie man medikamentenmäßig vorgehen könnte.

S|un+floweEr_7x3


Wenn es völlig akut ist, steht der Weg in eine Klinik jederzeit offen. Und JA, es gibt Neuroleptika – bei der Symptomatik sollten die aber DAUERHAFT genommen werden.

Kannst du mir eventuell auch den Namen des Präparats verraten? Ich hab bisher nur von Neuroleptika gehört, die man beständig nehmen muss, um Psychosen zu verhindern.

Diverseste, da muss man die Person & Symptomatik genauer sehen. Einige wirken sehr schnell und innerhalb weniger Tage und reduzieren eine akute Symptomatik. Aber um ein erneues Aufflackern zu verhindern, müssen die kosntant genommen werden. Oder regelmäßig als Depotspritze gegeben werden. Leider hören viele Betroffene mit der Einnahme auf, wenn es ihnen (aufgrund des Medikaments) wieder besser geht. Teufelskreis, weil dann die Symptomatik wiederkommt.

Eine schizophrene Erkrankung/Psychose KANN NICHT mit reiner Psychotherapie behandelt werden. Alle anderen psychischen Probleme wohl, der Erkrankungen aus dem Bereich Schizophrenie/Psychose/Paranoia/Wahn NICHT. Eine bipolare STörung (abwechselnd Depression und manische Phase) auch nicht. Eine akute Phase ist sogar Ausschlussgrund für eine Psychotherapie, weil keine Krankheitseinsicht besteht und so kaum therapiert werden kann.

Klinik:

Man kommt da kaum "kaputter" raus. Viel schlechter als akute Psychose geht nicht, da kann Klinik nur Besserung bringen. Inwiefern konnten Kliniken bislang nicht helfen? Viele psychische Erkrankungen, allen voran Psychosen etc. sind CHRONISCH. D.h. sie sind behandelbar und kontrollierbar, aber sie bleiben. In eine Klinik zu gehen und zu erwarten, dass man das Problem wegzaubert, ist der falsche Ansatz.

Und man muss auch dann bleiben, wenn es einem besser geht. Denn erst wenn die akute Symptomatik unter Kontrolle ist, die Medikamente anschlagen und sichergestellt ist, dass die Nebenwirkungen akzeptabel sind – erst DANN fängt die eigentlich Arbeit, nämlich das Erlernen des Umgangs mit der Erkrankung, an. Es gibt sogar spezielle Therapieprogramme für (junge) Schizophreniepatienten, wo sie dies lernen.

Sicherlich gibt es Kliniken, die besser oder schlechter sind. Gerade in ländlichen Regionen schlägt der massive Ärztemangel zu (ich arbeite selber in so einer Klinik). Und sicher gibt es best. Standard-Vorgehensweisen bei der Behandlung (die Blinddarm-Entfernung wird auch nicht bei jeder OP neu erfunden). Und klar ist ein Klinikalltag durchstruktruiert. Aber es ist keine Patienten kaputtmachende Maschinerie.

Und 4-6 Monate Wartezeit sind noch wenig. Dabei soll im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes 1/3 der aktuellen Psychotherapeutensitze weggekürzt werden, da wir angebl. überversorgt sind. Die Proteste Ende 2011 fanden kaum Beachtung.

Wobei KEIN Pychotherapeut einen psychotischen Patienten nehmen wird in aktuer Phase und ohne stabile medikamentöse Behandlung. Zumal man psychotherapeutisch gegen Schizophrenie nicht viel machen kann (im Gegensatz zu Angst, Depression,...).

Wichtig wäre viel mehr eine dauerhafte Anbindung an den Sozialpsychiatrischen Dienst... eine gute Institutsambulanz einer Klinik... um eine stabile und umfassende Behandlung über einen langen Zeitraum sicherzustellen.

cPrtowl


Zum anderen stimme ich mit der psychologischen Beratung überein, dass es kontraproduktiv wäre, sie in solch eine vorgefertigte Maschinerie hineinzuschubsen. Ich befürchte, dass sie sich zwar beruhigt, sie aber innerlich kaputter herauskommt, als sie hineingegangen ist.

Ich frage mich, wie die psychollogische Beratung auf so eine Aussage kommt

Das könnte damit zusammenhängen, dass bei besagter Person die Probleme nicht von psychiatrischen sondern von psychologischen Problemen herrühren.

Es gibt auch die Möglichkeit von Akuteinweisungen in Psychosomatik-Kliniken die mehr Spielraum bieten für Patienten als die Psychiatrie.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH