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Trauergefühle für jemanden, den es nicht gibt

S&talnfxyr


Mh und ein Film hat Dich noch nie zu Tränen gerührt?

Naja, um so eine Momentaufnahme geht es ja nicht. Das können Filme, das können Lieder, das können Konzerte (OT: Juhuu, bald ist M'Era ;-) ) auslösen, sicher. Das ist aber die emotionale Stimmung des Augenblicks, die man vielleicht verbindet mit persönlichen Erlebnissen etc.pp.. Hier geht es ja, wenn ich das recht verstanden habe, um eine inoffizielle Fortsetzung einer Geschichte, in der der Held oder die Heldin seiner Kindheit stirbt. Da er, der Formulierung nach zu urteilen, kein Kind mehr ist, sollte ein fiktionales Ereignis m.E. nicht zu realer Trauer führen. Zumindest nicht zu einer dauerhaften Trauer oder Bedrückung, die in Schlaflosigkeit, Alpträume mündet und sich auf das gesamte Leben auswirkt. Und das aufgrund eines Spiels bzw. einer Geschichte?

Wie gesagt, kann gut sein dass mir das RP-Verständnis fehlt, aber Tigerlillielife sagt ja selbst, dass er das Ausmaß ungewöhnlich findet, mehr noch, dass es zu einem wirklichen Problem für ihn geworden ist.

Also wenn jemand ein Tamagotchi mit einem Rollenspiel vergleicht, dann setze ich doch mal ne Elster mit dem Emu gleich.

Es wird immer gern verwechselt aber vergleichen und gleichsetzen sind zweierlei Dinge.

Es handelt sich auch beim Rollenspiel um ein Spiel mit imaginären Figuren. Abgesehen davon kann man Elstern und Emus sehr gut vergleichen. Ebenso kann man es mit Unterhaltungsmedien, -elektronik bzw. Spielen tun.

T#iger|lill)ielifxe


Hallo.

Nun, letzten Herbst hat es sich in der Tat recht hart auf mein Leben ausgewirkt. Ich hatte Schlafprobleme, beispielsweise... wenn auch nur ein oder zwei mal, aber dennoch, vorhanden waren sie damit ja definitiv. Ich hab mich jetzt auch mit dem Original befasst und einfach gemerkt dass es wehtut, wenn ich es mit dieser inoffiziellen Fortsetzung assoziiere, und ganz kann ich's nicht ausblenden.

Das ist auch so eine Sache. Natürlich hab ich versucht mir selbst Mut zu machen. Aber das ist mir nicht wirklich gelungen, auch nicht wenn ich mir selbst gesagt habe dass das nur ne inoffizielle Fortsetzung ist, und dass es verdammtnochmal nicht echt ist. Die Sache ist einfach die dass ich mich selbst nicht durchschauen kann was das angeht und nicht in der Lage bin zu erfassen, was das genaue Problem ist... beispielsweise:

Dass mir die Figur so ans Herz gewachsen ist, ist erst seit dem Rollenspiel der Fall, in dem ich mit ner selbsterfundenen Figur eine Beziehung führe. Ich bin in dem Rollenspiel, in dem die Figur verstorben ist, schon zwei Jahre zuvor gewesen, ohne dass es mich gestört hat. Wie gesagt ist das erst seit dem anderen, späteren Rollenspiel der Fall.

Aber: Ich bin >nicht< verknallt in diese Figur, um die es geht. Wenn dem so wäre, würde es ja noch Sinn ergeben, dass mir der Tod dieser Figur in der Fortsetzung, die im anderen Rollenspiel behandelt wird, so nahe geht. Aber so? Macht das für mich einfach keinen Sinn. Dennoch habe ich langsam den Eindruck, dass das mit der Kindheitserinnerung doch nur ein Nebeneffekt ist. Andererseits: Das Original weckt dann doch die Erinnerungen, und automatisch gleiten meine Gedanken wieder zu dieser Fortsetzung. Also hängt es ja doch irgendwie mit meinen Erinnerungen und dem Original zusammen. Denn das Original ist einfach toll und die Fortsetzung ist zwar gut, aber total bitter und deprimierend.

Wie ich eben schrieb, weiß ich nicht, was das Problem ist, warum diese Trauergefühle da sind. Und genau dass ich nicht weiß was das Problem ist, ist das Problem: Meine Einstellungen und Gedanken dazu ändern sich irgendwie dauernd, und ich bin für mich im Moment selbst ein Buch mit sieben Siegeln. x_X

Was ich zB auch bemerkt habe ist, dass ich das Lied, das ich an dem Tag gehört habe als mir bewusst wurde "Oh f***, die Figur ist ja tot...", schon automatisch negativ assoziiere. Ich wollte es neulich hören, einfach weil's mir gefällt, und musste es dann aber abdrehen, weil es durch die Assoziation mit dieser Zeit im Herbst, diesen ersten paar Tagen in denen es mir wirklich beschissen ging deshalb, in denen ich so aufgewühlt war, Erinnerungen weckt. Aber vielleicht ist das ja normal? Denn eigentlich bin ich akustisch und olfaktorisch ja generell ein sehr assoziativer Mensch...

Ein Freund von mir sagte mal das könnte Rollenschizophrenie sein. Etwas das Schauspieler manchmal haben. Entweder in der Form dass sie Teile der Persönlichkeit ihrer gespielten Rolle annehmen oder dass ihnen die Figuren und Rollen einfach so sehr ans Herz wachsen. Aber da ich bei Internetrecherche absolut nichts über das gefunden hab, zweifle ich irgendwie daran. Nun, aber eines macht schon Sinn: Als RollenSPIELER SPIELT man ja auch eine Figur. Es ist einem SchauSPIELER nicht ganz unähnlich in meinen Augen.

Irgendwas wollte ich nun noch dazu sagen, jetzt ist es mir entfallen. Seufz. Wenn es mir wieder einfällt, werde ich es noch hinzufügen. :)

Danke an alle, die sich diese Textwand durchlesen. ^_^

T^igerliNllDielFifxe


Hmn. In den letzten zwei Tagen hatte ich jetzt wieder leichte Anwandlungen von Schlaflosigkeit, und das obwohl ich mich in den letzten Monaten generell wenig mit dem Spiel befasst habe (Kaum im Forum gewesen und gespielt ohnehin nicht). Irgendwie hab ich etwas Angst dass das wieder so werden könnte wie letzten Herbst. *seufz* ._.

ag.fisxh


Du beschäftigst Dich aerb gedanklich schon viel damit oder wirkt das hier durch den Thread nur so?

D=umaxl


Tigerlillielife

Was genau meinst du jetzt?

Damit meinte ich das, was du und fish auch geschrieben habt: Geschichten – egal wie transportiert- funktionieren nur, wenn sie einen auch mitnehmen. Emotionale Reaktionen sind einfach notwendig. Ich hege hier ja auch die Hoffnung, bin gespannt, ob ich irgendwann erfahren werde, wer denn diese Figur ist. Auch wenn dein Leben keine Geschichte ist. ;-D

Es ist einem SchauSPIELER nicht ganz unähnlich in meinen Augen.

Ist es auch nicht. Ich finde den Gedanken von deinem Freund sehr interessant. Stellt sich natürlich die Frage, wie Schauspieler ihre Rolle wieder von sich trennen. :-/

TCigerliwllcielifxe


@ a.fish

Naja, mit dem Spiel in dem die Figur verstorben ist eigentlich nicht mehr so. Da ist aber einfach das Problem, das meine Gedanken manchmal dort hin rutschen und manchmal deprimiert mich das dann auch. So probier ich natürlich, nicht dran zu denken.

@ Dumal

Verstehe schon, ja. Das weiß ich leider nicht, ich bin kein Schauspieler. ._.

Sollte ich merken dass es nicht anders geht, werd ich das Rollenspiel mit der traurigen Geschichte natürlich verlassen, meine Psyche geht für mich vor. Ich hab halt immer noch die Hoffnung dass es nen anderen Weg gibt, dass ich das irgendwie verdauen kann, seelisch.

Ich hab auch generell mit dem Gedanken an Vergänglichkeit ein Problem, muss ich dazu sagen, Vergänglichkeit und Tod sind zwei Thematiken, die mich schnell mal runterziehen, und beide Aspekte kommen in der Geschichte dieses Online-Rollenspiels einfach sehr, sehr stark vor. Ich weiß aber natürlich nicht, ob es nun tatsächlich daran liegt. Wie ich schon sagte kann ich mich selbst nicht durchschauen, was es nicht gerade leichter macht. Vielleicht ist es ein Teil davon.

Was ich total schräg und bizarr finde ist ja, dass ich gemerkt habe, dass diese Reize, die die Traurigkeit wieder über mich kommen lassen, teils genau die sind, die rein gar nichts damit zu tun haben. Wwi, wenn ich rausgehe spazieren und durch die Landschaft gehe merke ich das zB. Ich weiß nicht wie ich das besser erklären soll. Ich wünschte, ich könnte meinen Kopf irgendwie durchschauen. o_O

Obwohl ich langsam den kleinen Verdacht habe dass ich vielleicht einfach etwas zu tief abgerutscht und eingetaucht bin in diese Fantasiewelten, dass sie mich so heftig mitreißen. Kam mir grad beim Schreiben dieser Antwort, der Gedanke: Vielleicht brauche ich etwas mehr... real life. oO Vielleicht würde es das Problem ja lösen, wenn ich nicht ganz so heftig drin stecke... ich hab halt den Hang zu Fantasiewelten, sehr stark. (Dazu kann ich sagen: Ich möchte Autor werden und in die Fantasiewelt dieses Fandoms, von dem das traurige Rollenspiel handelt, hab ich mich schon mit 12 begeben, indem ich Fanfictions schrieb.)

ao.fixsh


Das:

Ich hab auch generell mit dem Gedanken an Vergänglichkeit ein Problem, muss ich dazu sagen, Vergänglichkeit und Tod sind zwei Thematiken, die mich schnell mal runterziehen, und beide Aspekte kommen in der Geschichte dieses Online-Rollenspiels einfach sehr, sehr stark vor.

in Kombination mit dem:

ich hab halt den Hang zu Fantasiewelten, sehr stark.

lassen mich dieses:

Vielleicht brauche ich etwas mehr... real life.

als lohnenswerten Lösungsversuch ansehen. :-)

Oder mach es andersherum – schreib Dir eine schöne Fiction, viel schöner als das Rollenspiel. Wann immer Dich daran etwas deprimiert, schreibst Du den Gegenentwurf. Eine Welt, wo das Unschöne alles nur ein Traum war. ;-) :-D

T"ig#erli#lliexlife


Vielen Dank für eure Hilfe. Ich bin gespannt und hoffe wirklich, dass es helfen wird. Vielen vielen vielen Dank nochomal <3

Wenn ich wieder Probleme damit kriegen sollte, kann ich dann einfach wieder in diesen Thread schreiben oder ist es dann besser einen neuen zu eröffnen? ö

D)umal


Tigerlillielife

Schreib einfach hier. Viel Erfolg und Spaß!

a,.fcixsh


In einem Thread bleiben ist insofern praktischer, weil man dann Deine alten Beiträge nachlesen kann und Du nicht alles nochmal aufschreiben musst.

DLreTa!mDBrop


Hallo. :)

Uhm...ich weiß, dass diese Diskussion schon ne Weile her ist und möchte wirklich keine alten Wunden aufreißen, aber da mir etwas ähnliches wie Tigerlillielife passiert ist, dachte ich, könnte ich darauf Bezug nehmen.

Und zwar: Ich bin ein großer Anime/ Manga Fan und verbringe auch viel Zeit in dieser "Welt". Und so kommt es, dass man beginnt für so manchen Charakter zu schwärmen und Gefühle zu entwickeln.

Jeden Falls hab ich letztens eine meiner Lieblingsserien verfolgt und...meinem Lieblingscharakter wurde etwas schlimmes angetan. Ich will da gar nicht ins Detail gehen, aber für mich ist es einfach furchtbar und es tut weh. Seit Tagen kann ich nicht aufhören zu weinen und auch jetzt hab ich Tränen in den Augen, weil mir das so nahe geht, was ihm passiert ist.

Ich weiß ja, dass das alles "nur" gezeichnet ist, dass es diesen Charakter nicht wirklich gibt, dass er im Grunde keine Schmerzen empfinden kann, aber...urgh, es macht mich so wütend und traurig, dass man ihm soetwas antut!

Ich hab das Gefühl betrogen worden zu sein! D:

Ich habe mich wirklich stark mit diesem Charakter identifiziert und jetzt kann ich das nicht mehr! ;___;

Es ist...als wenn man mir meinen besten Freund genommen hätte...

*schnief*

Mann, ich will nicht mehr weinen...ich will diese Bilder endlich aus meinem Kopf...

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