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Spannunungskopfschmerzen jetzt Panikattacken: Amitriptylin?

S2us>izuxki hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr, :°(

ich weiß plötzlich echt nicht mehr weiter.

Als chronische Erkrankung habe ich seit 17 Jahren Morbus Meniere mit Tinnitus und gelegentliche Spannungskopfschmerzen. Meniereanfalle habe ich aber zum Glück seit 13 Jahren nicht mehr gehabt. Den Tinnitus kann ich mittlerweile sehr gut ertragen und gegen die Spannungskopfschmerzen hat bislang immer verschiedene Entspannungsübungen funktioniert.

Die erste Panikattacke kam letzten Monat am 17.05.2012

Auslöser waren zu viele Probleme, körperliche und nervliche Erschöpfung, Stress mit der Steuer.

Seit der ersten Panikattacke hatte ich in den letzten 4 Wochen wiederholt mehrere solche Attacken, die bislang allesamt gleich abliefen:

1. Druckwelle explodiert regelrecht im Kopf

2. Das Hörvermögen ist dann auf einen Schlag auf einen höchstens 30 % Rest verschwunden

3. Herzrasen mit Blutdruckanstieg (normal 110/80) bis rauf zu 150/90

4. Magen verkrampft sich und Gefühl erbrechen zu müssen

5. Stuhldrang setzt spontan ein.

6. Kälteschauer mit Zittern wechselt sich mit Schweißausbrüchen ab.

7. Völlige Appetitlosigkeit mit dem Gefühl, nichts mehr schlucken zu können.

Vor der Panikattacke war ich körperlich sehr hoch belastbar und habe mein Leben im Griff gehabt, war stets einsatzbereit und offen für die Anliegen meiner Kunden (bin selbständig und arbeite allein) und meiner lieben Familie.

Jetzt ist es so:

Ich gehe nur noch ungern aus dem Haus,

habe Angst davor angesprochen zu werden,

Telefonklingel löst komplexe Panikattacke aus (Hilfe, einer will mich sprechen!)

Ich kann keinem mehr in die Augen sehen.

Zu müde um den Tag zu bewältigen oder auch nur einzukaufen.

Arbeiten zu gehen (zu Kunden) ist mir gänzlich unmöglich.

Völlige Appetitlosigkeit, nichts schmeckt mehr.

Lebenswille und Glaube daran wieder gesund zu werden ist phasenweise gleich null.

Blutuntersuchungen waren in Ordnung und meine Hausärztin hat mich (Verdacht Burnout) zur Neurologin geschickt, die mir nach einer kurzen Untersuchung und langem Erstgespräch Amitriptylin verordnet hat. Erst morgen hat sie Zeit mich an sämtlichen Geräten zu untersuchen.

In der Nacht vom 12. zum 13.06.2012 (gestern) habe ich die erste Tablette Amitriptylin 25mg eingenommen.

Der Schlaf war unruhiger als normal. Ständig bin ich wegen unbestimmten Gedanken aufgewacht und wieder in einen Schlaf abgedriftet, der alles andere als erholsam war.

Diese Art von Schlaf hatte ich früher (vor zehn Jahren) schon mal erlebt, als ein Schmerztherapeut mir Fluoxetin zum ausprobieren verschrieben hat. Nach zwei Wochen Schlaflosigkeit hatte ich das Medikament dann abgesetzt und konnte nach etwa 3 Tagen wieder schlafen.

Meine Fragen:

1. gibt es Bluttests, die Mangelzustände im Gehirn aufzeigen können?

2. In einer Haarmineralanalyse (die ich vor Jahren gemacht hatte) war Lithium/Kalium viel zu niedrig. Kann man deren Spurenelementstatus im Blut feststellen?

3. Vitamin B Spritzen (oder anderes) hilfreich zum Erholen?

Soll ich Amitriptylin wirklich weiter einnehmen? Sind die Nebenwirkungen nur am Anfang so krass?

Ich fühle mich so unglaublich elendig, dass ich das Gefühl habe, in ein Krankenhaus zu müssen und will doch einfach nur wieder gesund sein.

Bislang habe ich gesundheitliche Probleme immer pflanzlich (Bachblüten, Homöophatie) in den Griff bekommen, aber hierbei wirkt plötzlich nichts. ???

Herzlichen Dank fürs Lesen.

Antworten
Jsanx74


Nach dem was ich weiss setzt man Amitryptilin auch gegen Spannungskopfschmerzen ein, bei Dir liegt allerdings ja eine viel komplexere Erkrankung vor (wobei mir nicht ganz klar ist, was da nun das Hauptproblem ist. Die körperlichen Sachen oder die Panikattacken?).

Normalerweise schläft man da erstmal sehr viel (2-3 Wochen lang), das normalisiert sich dann wieder. Gegen Panikattacken würde ich jedoch eher ein modernes SSRI-Antidepressivum (Citalopram ist da ja der Klassiker) einsetzen (so als Laie, von dem was man so weiss).

Also, sich seltsam fühlen mag da am Anfang normal sein, obs wirklich hilft, keine Ahnung, aber die Neurologin wird wissen was sie tut (hoffen wir mal). Klingt ansonsten schon stark nach Burnout/Erschlöpfung.

M]astxerp


Gruess Dich,

Ich hatte das Gleiche mit der Panik in Februar gehabt. Nachdem ich von meinen Arzt nun Venlafaxin bekommen habe, gehts mir besser und die Panikschübe sind weg. Leider dauert das Einsetzen solcher Medikamente bis zu 6 Wochen. Daher ist es wichtig dass man parallel ein Notfallmedikament dabei hat was in kurzen Minuten sofort hilft. Sehr gut ist das Notfallmedikament Trevor (Temester). Ist eine Schmelztablette die man unter die Zunge legt. Der Wirkstoff holt jeden Panikpatienten sofort wieder herunter. Frag seinen Arzt mal danach.

Gewisse Panikanfälle, wo man das Gefühl verspuehrt als würde der Kopf platzen, finde ich gefährlich. Ich hatte das mal drei Tage am Stück und konnte in diesen Zustand nicht schlafen. Das war Horror pur. Erst im Krankenhaus haben die mich mit der Schmelztablette herunter bringen können. Ich bin froh dass es sowas gibt.

SVursizIuki


Nach dem was ich weiss setzt man Amitryptilin auch gegen Spannungskopfschmerzen ein, bei Dir liegt allerdings ja eine viel komplexere Erkrankung vor (wobei mir nicht ganz klar ist, was da nun das Hauptproblem ist. Die körperlichen Sachen oder die Panikattacken?).

Ich bin komplett neben der Spur. Dauerhafter innerer Stress mit Panik vor der nächsten Attacke. Mein Kopf ist wie mit nasser Watte ausgestopft und unter Strom gesetzt. :°(

Shusizuxki


Sehr gut ist das Notfallmedikament Trevor (Temester). Ist eine Schmelztablette die man unter die Zunge legt. Der Wirkstoff holt jeden Panikpatienten sofort wieder herunter.

Von meiner Hausärztin bekam ich Tavor. Ist wohl das selbe. Wirkte sofort bei der Panikattacke aber die kommen jetzt immer schneller und aus kleineren Gründen wieder ... :°(

S|usiz_ukxi


Mastererp

Während du das Venlafaxin eingenommen hast, hast du im Notfall dann auch noch zu dem Notfallmedikament Trevor greifen dürfen?

MPa sXterxp


susizuki

Ja natürlich. Die Antidepressiva wirken Anfangs ja noch nicht und bis man auf die richtige Milligramm eingestellt ist wo dann diese Symtome verschwinden, braucht es nunmal seine Zeit. Das Travor macht auch keine Probleme mit den Ads.

Die Travor kann man max. 4x am Tag nehmen, wobei ich nicht mit einer Dosis über 2,5 mg anfangen würde.

Ich denke das Venlafaxin würde Dir auch gut helfen in Verbindung mit Travor wobei das Travor dann mit der Zeit in seiner Einnahme immer weiter herunterdosiert wird umso länger man das Venlafaxin nimmt.

M*astxerp


Sofern es wirklich mit ein Burnout zu tun hat, wuerd ich mal überlegen in einer Tagestherapie zu gehen . Der Abbau von Stress steht an erster Stelle.

Sgusi[zuki


Der Abbau von Stress steht an erster Stelle.

Danke für Deine Antwort!

Momentan habe ich mich selbständig beurlaubt von der Arbeit. Die geht gar nicht.

Verdammt, da habe ich wegen dem Tinnitus so viele Entspannungstechniken gelernt und dennoch nicht gespürt, dass ich auf eine solche Krise zurenne. :°(

Ich konnte einfach keinem Menschen sagen, dass ich ihn/sie nicht mehr als Kunden aufnehmen kann. :|N

Mtasterxp


Das ist das Problem beim Burnout. Man merkt sowas leider sogut wie gar nicht. Es ist gut dass Du für Dich jetzt entschieden hast Dir nun eine Auszeit zu nehmen.

Es hat mir persönlich auch geholfen, mich über das Thema Burnout einzulesen.

Ich wünsche Dir Glueck.

JHanx74


Ich hab auch sowas ähnliches am Wickel. Nach viel Stress bei der Arbeit Frühjahr 2011 auf einmal Panikattacken, dauernd krank-feeling und "Nix ist mehr so wie vorher". Ätzend. Das Dumme an dem Burnout ist, man merkt es erst, wenns zu spät ist. Es gibt da keinen Warnhinweis "es ist 5 vor 12, wenn Sie so weitermachen wird Ihr vegetatives Nervensystem für monate aus dem Gleichgewicht kommen". Und dann hat man den Salat.

S:uYsiz)uki


Es gibt da keinen Warnhinweis "es ist 5 vor 12, wenn Sie so weitermachen wird Ihr vegetatives Nervensystem für monate aus dem Gleichgewicht kommen". Und dann hat man den Salat.

Danke für deine Antwort. Morgen setze ich ein Rundschreiben an meine Kunden auf und erkläre irgendwie meine Lage. Damit die Kundschaft (zum größten Teil) aus meinem Hinterkopf verschwindet. Wenigstens für etliche Wochen .... :-/

Das Amitryptilin habe ich diese Nacht nicht genommen und ohne das Medikament auch promt gut schlafen können. Habe mir jetzt pflanzliche Beruhigungstabletten (Baldrian/Passionsblume) eingeworfen und erwarte (hoffentlich gelöst) den Nachmittag, wo die Test bei der Neurologin gemacht werden sollen. :-|

J#an7x4


Wenn Dus auch so erträgst würde ich auch den Weg ohne die Medikamente vorschlagen.. anosnsten auch eher ein SSRI (Citalporam), Amitryptilin kommt mir da etwas archaisch vor (aber ich bin auch kein Laie und will der Neurologin nicht ins Handwerk pfuschen). Aber ab und an Tavor (ohne r ;-) ) als Notfallmedikament ist völlig in Ordnung.

Man kann dann auch irgendwann keinen Stress ertragen, ging mir genauso, schon mehrfach.. das einzig richtige ist dann, radikal alle Verpflichtungen abzusagen. Von den ursprünglich vorhandenen 100% Belastbarkeit sind nur noch 5% übrig und dann geht nix mehr. Dann muss man den Weg ändern, auf dem man sich befindet. Und das ist der EIGENTLICHE Teil der Therapie, nicht die Medikamente! Die können immer nur eine Krücke sein für einige Zeit, aber niemals die Lösung.

S^usixzuki


Jan74

Dann muss man den Weg ändern, auf dem man sich befindet.

Du hast recht. Aber es ist so schwer. :-/

Momentan fühle ich mich so, als hätte ich mein Fahrzeug gegen eine unsichtbare Wand gefahren. Ich setze zurück und fühle mich ein bisschen besser. Dann kommen wieder die Gedanken zur Arbeitssituation von mir und dass ich die Kunden nicht im Stich lassen will. Und alle Beschwerden setzen wieder sogleich ein. Aber immerhin schon weniger stark, wie zu Beginn der Krise.

Essen kann ich gelegentlich wieder. Der Appetit kommt gaaanz langsam wieder.

Was ich merke ist, dass ich phasenweise kaum etwas fühle. Das hört sich vielleicht blöd an, aber es ist so, als ob körperliche Empfindungen, wie Geschmack des Essens oder Berührungen, zeitweise nicht ins Nervensystem ankommen. Da bin ich dann echt regelrecht dankbar, für jeden Moment, wo das nicht so ist und ich etwas genießen kann. Auch wenn das selten ist.

Gestern stand ein Kunde von mir mit Blumen vor der Tür und drückte Genesungswünsche aus. Das war sehr bewegend, heute mich dann später aber wieder nervlich um. :-| Als die Panikattacke dann wieder kam, und mein Blutdruck auf 150 hochging, bin ich versuchsweise joggen gegangen. Immer weiter. Eine ganze Stunde lang, nach der ich echt fertig war. Der Blutdruck war danach auf 125 zurück, aber die Angst hatte mein Gehirn wieder für Stunden noch verkrampft. Wie ein zu enger Motorradhelm.

Das schlimmste aber sind die Gedanken, dass ich ein schwaches Weibchen bin. :-/

JEanx74


Dein letzter Satz suggeriert dass Du eventuell so tickst, dass man "Leistung bringen muss", "funktionieren muss", Dich ernorm selber unter Druck setzt? Das ist ja genau die typische, optimale Voraussetzung, burnout-Krank zu werden. Man muss dann wohl nicht drauf hinweisen, woran Du therapeutisch arbeiten solltest ;-).

Ich erzähl mal in Kurzfassung meine berufliche Situation.. bin/war (werden demnächst kündigen) alleiniger Programmierer an einem grösseren Softwareprojekt, meine Firma hatte vor allem einen grossen Kunden, der die Anforderung gestellt hat, das mein Programm innerhalb relativ kurzer Zeit all den Funktionsumfang des bisher benutzten Konkurrenzproduktes hat, der Kunde hat enorm Druck gemacht, jede Menge Forderungen gestellt, Testprojekte gemacht, mich phasenweise 30 Mal die Woche angerufen wegen irgenderlcher Probleme und Fehler, und und und.. und es lastete ALLES auf mir, mangels Kollegen. Sowas wie Wochenende, Urlaub oder Krankheit hatte keine Bedeutung. Kunde hat Problem, Projekt droht deswegen zu scheitern, Kunde droht deswegen sauer zu sein (und irgendwann abzuspringen), Jan muss es lösen. MUSS. Egal wie es mir geht, ob krank, verkatert, müde und erschöpft, im Urlaub und am Wochenende, egal. So lief das ein paar Jahre lang und dazu kam noch mein Chef, von dem im Prinzip die Ansage kam "der Kunde ist so wichtig, wenn der abspringt weil Dein Programm nicht leistet was es soll, springt er irgendwann auch insgesamt ab, und wenn er das tut ist die finanzielle Lage so schlecht dass ich die Firma dichtmachen muss". Tja. Kann man sich sicher vorstellen was für ein Druck das war. Und das hab ich jahrelang mitgemacht und nun hab ich auch den Salat (kannst ja mal meinen neuesten Thread über meine Herzangst mit Alkohol lesen). Schöne Scheisse.

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