» »

Macht Kinderlosigkeit unglücklich?

IIndifa_Inxdia hat die Diskussion gestartet


Ich habe mal bewußt das Psychologie Forum und nicht das Kinderwunsch Forum gewählt, weil kinderlose Frauen in einem Kinderwunsch Forum diese Frage vermutlich sehr deutlich bejahen würden und demnach "einseitig" antworten würden.

Ich habe diesen Faden zu diesem Thema eröffnet, weil ich gerade die Erfahrung mache, dass ich seit meiner 2. Schwangerschaft von kinderlosen Kolleginnen subtil angefeindet werde und ich die Theorie habe, dass das am unerfüllten Kinderwunsch liegt. Bzw. glaube ich, dass man als Frau in einer bestimmten Lebensphase (und einem bestimmten Alter) selbst kinderlos unglücklich ist, wenn man nicht mal einen deutlich spürbaren Kinderwunsch verspürt. Nach meiner Theorie liegt das vermutlich am Neid, da schwangeren Frauen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, auf sie und ihre Bedürfnisse – vor allem in der Arbeitswelt – mehr Rücksicht genommen wird, etc.

Vielleicht eine gewagte These aber ist leider grad meine Erfahrung.

Bin gespannt, wie ihr das seht.

Antworten
I[ndi[a_ISn2dxia


Mir wurde von den zwei anfeindenen Kolleginnen auch direkt gesagt, dass sie es ziemlich satt haben, dass das gesamte Team auf mich Rücksicht nimmt, nur weil ich schwanger bin und ein Kleinkind zu hause habe. Sie hätten schließlich auch ihre Probleme und fänden es nicht in Ordnung, wenn es sich nur um mich drehe. Dabei habe ich das selbst nicht so empfunden, dass besonders auf mich und meine persönliche Situation Rücksicht genommen wird. Ich kann halt bestimmte Dinge einfach nicht machen (best. Dienste übernehmen, weil ich keine Betreuung für meine Tochter habe). Das ist nun mal einfach die Tatsache aber besonders Rücksicht genommen wird da nun auch wieder nicht seitens des Teams.

S(weet WFannyD A~dams


Hm, erhöht Muttersein das Ausmaß der eigenen Egozentrik? ;-)

I9ndDia_AIndxia


Jetzt muss ich nochmal ergänzen, bevor eine Antwort von euch kam ;-)

Meine Kolleginnen und Kollegen, die Kinder haben, verstehen meine Situation übrigens total. Es sind nur die kinderlosen in einem bestimmten Alter (30 +). Die kinderlosen älteren Kolleginnen sind völlig entspannt.

Zurück zu meiner Theorie:

ich glaube auch – und ich hoffe, ich werde für diese Aussage hier nicht virtuell gesteinigt – dass kinderlose Frauen auf die mit Kindern insofern neidisch sind, weil sie nicht leibhaftig erleben, wie es ist, diese kleinen Wesen bedingungslos zu lieben. Diese tiefe Verbundenheit, die man im Idealfall zum eigenen Kind verspürt selbst zu erleben. Ich glaube, die sind natürlich nicht neidisch auf vollgekackte Windeln und eingeschränkte Zeit durch das Kind aber dieses unbeschreibliche Gefühl, was man für sein Kind empfindet, können sie einfach nicht nachempfinden.

IandqiBaD_Ixndia


Hm, erhöht Muttersein das Ausmaß der eigenen Egozentrik?

das scheint ja das zu sein, was mir unverständlicherweise subtil "vorgeworfen" wird. Ich sehe das nicht so

Iqndia_'Indxia


Nochmal kurz zu meinen Kolleginnen.

Von der einen (Ende 30) weiß ich, dass sie einen unerfüllten Kinderwunsch hat. Von daher bin ich als Schwangere sicher "ein rotes Tuch". Die andere (Mitte 30) spricht auch immer mal wieder davon. Also es sind keine Frauen, die sagen : Kinder Nein Danke.

Ich finde das Verhalten jedenfalls sehr traurig und weiß gar nicht so recht wie ich damit umgehen soll.

G_old~enWiPntexr


Ich denke nicht, dass es Neid ist. Es gibt viele Leute die einfach keine Kinder wollen.

Und es nervt eben manchmal schon wenn man als kinderloser nicht dann Urlaub bekomtm wann man will oder man dauernd die spätschichten machen muss, weil die Mamas Abends nicht können. Das kann schon frustrieren denke ich. Ich denke also, dass die Leute nicht neidisch sondern genervt sind.

Ahc ja, was mir immer wieder bei Freundinnen aufgefallen ist, die schon Kinder haben, dass sie sich seit dem Kind sehr verändert haben. Sie sind einfach wirklich egoistisch geworden und gehen immer gegenan. Ich kanns nicht so richtig erklären.

Mein Beitrag soll nicht heißen, dass ich gegen Kinder bin. Ich bin noch Ende 20 und habe noch Zeit ;-D

Das ist nur so mein Eindruck.

Iond:i.a_InCdia


Ich verstehe nur bei meinem Beispiel nicht, dass meine Kolleginnen mich erst anfeinden, seitdem ich wieder schwanger bin. Ich mein, ich habe ja schon ein Kind und konnte über 2 Jahre keine besonderen kurzfristigen Dienste nehmen. Es wurde immer auf mich "Rücksicht" genommen aber erst jetzt feinden sie mich an. Auch teilweise sehr subtil, ich kann das schlecht erklären. Nur letztens kam es zu einer Situation, wo die eine Kollegin Fakten auf den Tisch gebracht hat und das bereits genannte ausgesprochen hat.

Wir haben jahrelang harmonisch zusammen gearbeitet aber jetzt, seitdem ich schwanger bin, dieses Verhalten. Ich kapier das einfach nicht.

Vielleicht doch Neid? Und wenn sie nur neidisch darauf sind, dass viele Fragen, wie es mir geht, sich nach dem Verlauf der Schwangerschaft erkundigen etc. Mir einfach im Moment mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und ich unfreiwillig im Mittelpunkt stehe. ??

SuweeTt Faqnny0 Adoams


Ich sehe das nicht so

Natürlich nicht ;-D Überleg mal: Du als Kollegin hast irgendwelche Probleme mit anderen Kollegen, die sich auf deinen Einsatz bei der Arbeit beziehen (vielleicht auch auf deinen Umgang mit deiner aktuellen Situation? Manche Mütter bleiben Menschen andere werden zum Mittelpunkt des Universums ;-) ) Und einszweifix ziehst du das auf eine sehr anmaßende persönliche Ebene und gehst der Einfachheit halber davon aus, dass die Kritik an dir als Kollegin rein gar nichts mit dir als Kollegin zu tun haben kann, sondern du als Gesegnete unter den Verdammten (ich verspitze hier der Anschaulichkeit halber) ganz unschuldig den Zorn der Kolleginnen anziehst.

Wenn du ehrlich bist, hast du schon beschlossen dass es so ist und du keinen Grund zur Selbstreflexion hast.

"Neid" wird oft und gern zur Erklärung herangezogen, wenn Leute keinen Bock haben sich mit sozialen Problemen auseinanderzusetzen, bzw sie Selbstbild zu instabil dafür ist. Wenn du damit klar kommst kannst du das so handhaben, ob das auf Dauer eurem Betriebsklima zuträglich ist, sei mal dahingestellt.

H6eliax 80


Von der einen (Ende 30) weiß ich, dass sie einen unerfüllten Kinderwunsch hat. Von daher bin ich als Schwangere sicher "ein rotes Tuch".

Ähm, ja. Ich bin 31 und ebenfalls eine "unerfüllte Kinderwünschlerin". Und ja, schwangere sind für mich ein rotes Tuch. Da kann ich nicht viel dran ändern und es tut mir auch leid, aber es ist so. Die kann und hat, während ich nicht kann und habe. Ich glaube es ist schon etwas mehr als Neid. Es ist als würde mir jede Schwangere die ich sehe mein eigenes Versagen aufs Brot schmieren.

Im Kollegenkreis haben wir keine Schwangere und nur eine die noch etwas jüngere Kinder hat. Und klar, es nervt manchmal wenn früh morgens der Anruf kommt: Ich komm nicht, Kind ist krank. Und das Kind ist alle 4-5 Wochen krank. Ja, das nervt. Und da frag ich mich auch manchmal ob denn da nicht der Vater auch mal zuhause bleiben kann? (Der Junge ist mittlerweile 13).

Es nervt mich auch im Freundeskreis wenn ich von meinen Freundinnen nur noch höre: Kinder hier, Kinder da.. Maxi geht jetzt aufs Töpfchen und Elias pinkelt nachts ins Bett. Es ist auch nicht grad toll wenn mir permanent von Schwangeren erzählt wird wie schlecht es ihnen geht. Oder ich jedesmal erfahren muss dass das Baby grade tritt. Frisch gebackene Mütter geben dann gerne noch die Geschichte der Geburt zum besten. Muss ich auch nicht hören.

Ich glaub dass sich da beide Seiten nichts schenken. Für die schwangere gibts im Moment wohl kein wichtigeres Thema, die anderen sind evtl. schon genervt davon. *:)

IMn}diab_Indxia


sweet fanny adams

Es hat nur niemand kritisiert. Das ist es ja. Und ich kann ja nun nicht hellsehen. Ich werde wie gesagt, zum Teil sehr subtil, angefeindet. Es wurde überhaupt nicht offen über ein Problem mit mir als Kollegin gesprochen.

Wenn das so wäre, sollen sie doch bitte den Mund aufmachen.

Und wie gesagt, warum erst jetzt ??? Wir haben jahrelang sehr harmonisch zusammengearbeitet und da war ich auch schon Mutter

S!weet FaKnny fAdaxms


Ich werde wie gesagt, zum Teil sehr subtil, angefeindet.

Das kann hier schlecht jemand beurteilen. Gerade wenn es "sehr subtil" ist steckt bei der Beurteilung solcher Situationen ja auch immer viel Eigeninterpretation drin.

H*eliMa 80


Kannst du mal ein konkretes Beispiel nennen?

H_i*rtixn


Ich glaube auch nicht, dass es Neid auf den Besitz von Kindern ist. Das kann sicherlich auch vorkommen, ist aber meiner Meinung nach nicht die Regel.

Leute, die keine Kinder haben, sind oft gedankenlos und können sich nicht im Traum vorstellen, was man alles leisten muss als Erziehender, welche Sorgen man hat, welche Verantwortung.

Kinderlosigkeit an sich, wie du in deinem Eröffnungsbeitrag schreibst, macht meiner Meinung nach nicht neidisch oder unglücklich. Wenn man keine Kinder will, weil man Kinder nicht besonders mag, empfindet man die Elternpflichten und die Anwensenheit von Kindern oft als Belästigung. Ich glaube, da sind die Leute eher froh, dass sie die Verantwortung nicht tragen müssen.

Was unglücklich macht, ist, wenn man den Wunsch nach eigenen Kindern hat, und sich diesen nicht erfüllen kann oder konnte.

I ndiFa_Irndxia


die anderen sind evtl. schon genervt davon.

Ja, versteh schon. Nur eben nicht ALLE. Es gibt viele Kolleginnen, die mich nach meinem Befinden fragen und Herrgott, dann sag ich es halt auch, wie es mir geht. Es sind aber nur diese 2 Kolleginnen, die momentan "komisch" sind und auf mich komisch reagieren.

Ich kann auch absolut nachvollziehen, dass man genervt ist, weil man einspringen muss, weil eine Kollegin wegen ihres Kindes nicht kann. Aber all die Jahre (immerhin 2 Jahre nach meinem Wiedereinstieg nach der ELternzeit) hat mir das nie jemand vorgeworfen oder auch damals nicht zu spüren gegeben.

Von daher denke ich, dass das auch bei den kolleginnen zutrifft:

Und ja, schwangere sind für mich ein rotes Tuch. Da kann ich nicht viel dran ändern und es tut mir auch leid, aber es ist so. Die kann und hat, während ich nicht kann und habe. Ich glaube es ist schon etwas mehr als Neid. Es ist als würde mir jede Schwangere die ich sehe mein eigenes Versagen aufs Brot schmieren.

Wie gesagt, ich finde das schade und für die eine Kollegin, von der ich weiß, dass sie einen unerfüllten Kinderwunsch hat, tut es mir auch richtig leid, dass das so ist. Aber muss ich mich jetzt dafür schlecht fühlen, dass ich dieses "Geschenk" erhalten haben, während das bei anderen nicht klappt. Und ich kann sogar richtig gut nachvollziehen, dass das weh tut, Schwangere zu sehen. Ich habe über ein Jahr gebraucht bei der 2. Schwangerschaft. Bei der 1. immerhin 10 Monate. Ich kann also gut nachvollziehen, dass es vielleicht weh tut, Schwangere zu sehen.

Aber mir wäre lieber, man würde mir das vielleicht einfach sagen. Wir haben alle ein recht kollegiales Verhältnis und sprechen (grad mit der einen Kollegin) auch viel über Privates.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH