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Macht Kinderlosigkeit unglücklich?

d,anaex87


Sunny

Da wäre dann ja der Gesetzgeber die richtige Adresse für den Unmut. ;-) Aber gibt der Betreuungsschlüßel nicht nur vor wieviele fachkräfte sich mindestens um wieviele zu Versorgende kümmern müssen? Das bedeutet ja nicht das es nicht auch mehr sein dürfen oder habe ich das falsch verstanden?

S9unny_3S176


Es dürfen sicherlich mehr sein. Nur sehr oft sind dem finanzielle Grenzen gesetzt.

In der Wohngruppe, in der ich arbeite sind z.B. 5 Personen beschäftigt: 3 zu 100% und zwei zu 50% für 6-7Jugendliche. Mit diesem Umfang müssen Feiertage, Ferien, Wochenenden, Urlaubs- und Krankheitstage der Kollegen abgedeckt werden.

Und in einem solchen Kontext fällt dann definitiv Mehrarbeit an, wenn jemand ausfällt. Denn Jugendliche sind nun mal Menschen, die betreut werden müssen und nicht nur irgendwelche Akten oder andere sachen, die man durchaus mal liegen lassen kann. So ist es momentan auch bei uns - da ich von meinem FA Berufsverbot bekommen habe, müssen alle anderen Kolleginnen meinen Ausfall abdecken. Momentan gibt es noch keine offizielle Vertretung.

l!a/ be/mi


india_india

Und mir ist auch klar, dass es Frauen gibt, die sich bewußt dagegen entschieden haben und trotzdem glaube ich, dass sie das Gefühl haben, ihnen fehle etwas (ohne das man es genau benennen kann)

ich muss gestehen, dass ich als bewusst kinderlose frau (im moment zumindest) um mütter mit dieser einstellung einen bogen mache. mit müttern und schwangeren frauen, die mich nicht als halbfertiges wesen wahrnehmen, komme ich bestens klar. in meinem freundeskreis gibt es zum glück viele davon. ich finde deine haltung nicht sehr sympathisch und mag die missionarische ausstrahlung einfach nicht.

c$apox7


Am Anfang des Threads fand ich eher Indias Ansicht mit dieser Unterstellung, Kinderlose müssten irgendwie/irgendwann unglücklich werden, ziemlich fragwürdig und unsympathisch. Mittlerweile hat sich das aber ein bißchen gedreht. Es schreiben nun ziemlich viele Leute die so tun, als seien Kinder nichts anderes als ein Hobby, und dazu noch ein relativ schlechtes, weil man deshalb nicht mehr 100%flexibel ist und auch noch Verständnis von den Mitmenschen fordert, was für eine Unverschämtheit. Es handelt sich hier um kleine Menschen die nun mal viel Zeit und Fürsorge brauchen. Und dann irgendwelche arroganten Typen die großkotzig raushauen, dass sie natürlich niemals Rücksicht auf Studenten mit kleinen Kindern nehmen würden. Waren Eure Eltern auch so drauf, oder warum seid ihr so hart geworden? Kann man euch nur wünschen, dass ihr nir irgendwie mal krank und bedürftig werdet und auf Verständnis von euren Mitmenschen angewiesen seid. Oder doch, eigentlich sollte man sich das wünschen, vielleicht würde sich euer Horizont dann etwas erweitern. Und wenn es in einer Firma schlechte Stimmung gibt wegen Schwangeren oder Leuten mit kleinen Kindern, dann hat "Schuld" daran eher der Arbeitgeber, der schlecht mit der Situation umgeht, als die betreffenden Frauen.

Was solldenn die Alternative sein: keine Kinder, kein Job oder harte Mutter werden, die ihr Kind, auch krank, egal, 10 Stunden jeden Tag abliefert?!

lla/bex/mi


capo7

Mittlerweile hat sich das aber ein bißchen gedreht.

wird die eine meinung besser, nur weil die andere ecke ebenfalls ziemlich extrem unterwegs ist? ich finde beide positionen relativ unerträglich :-|

BLe@r*n+d1x87


Was solldenn die Alternative sein: keine Kinder, kein Job oder harte Mutter werden, die ihr Kind, auch krank, egal, 10 Stunden jeden Tag abliefert?!

Ne vernünftige Planung würd schon reichen,nicht einfach:

"hoppla schwanger...passt schon,die anderen werden mir schon helfen"

H7atschedpsGu4t_


Natürlich haben der Arbeitgeber und der Gesetzesgeber grundsätzlich Schuld. Hilft mir aber als Kollegin nicht, wenn ich neben meinen Aufgaben und bereits anfallenden Überstunden noch mehr Stunden schieben muss. Da ist es nur natürlich, dass man als erste seine Kollegin sieht, auf die man Rücksicht nehmen muss. Und ja, wenn wenn dies eben über längere Zeit geht und so etwas wie Babysitter nicht drin ist, würde ich auch gelegentlich einmal genervt sein. Es ist ja nicht so, dass Frauen ohne Kinder deswegen gerne auf Freizeit verzichten. So verzichte ich derzeit noch auf Kinder, weil mir eben die Zeit für mich und meinen Partner wichtiger ist. Müsste ich nun auf diese verzichten, würde ich nicht als erstes "oh schön" rufen.

dTan?ae8x7


bernd

"hoppla schwanger...passt schon,die anderen werden mir schon helfen"

Wo hast du das denn gelesen? Auf diese Ablehnung treffen doch Frauen die geplant schwanger wurden genauso wie alle anderen. ":/ ":/

sunny

Aber auch hier kann ich nur sagen das objektiv betrachtet hier nicht der ausfallende Kollege der ist den der Unmut treffen sollte sondern allenfalls das System das so wichtige Projekte und Berufe nicht schätzt weswegen sie hoffnungslos unterfinanziert sind.

Hatschepsut_

Ich verstehe durchaus den menschlichen Impuls denjenigen anzugrummeln der aktuell ein Auslöser für die Mehrarbeit ist, aber langfristig verstehe ich das nicht. Da hat man doch Zeit sich zu überlegen wo diejenigen sitzen die tatsächlich etwas an der Situation ändern könnten. Ich höre allerdings häufig die Rufe nach mehr Betreuung und Flexibilität, aber weniger die nach mehr Kollegen oder einer veränderten Gesetzgebung. Das erschließt sich mir nicht. Kinder sind ja kein Hobby wie segeln oder malen und besitzen gesamtgesellschaftliche Relevanz, also finde ich es nur fair wenn gesamtgesellschaftliche Lösungen gesucht werden anstatt einzelne bluten zu lassen. Wobei mit den einzelnen sowohl die mehrarbeitenden Kollegen als auch die Eltern als auch die Kinder gemeint sind.

fQl0o_Necxk


danae87

Ich verstehe durchaus den menschlichen Impuls denjenigen anzugrummeln der aktuell ein Auslöser für die Mehrarbeit ist, aber langfristig verstehe ich das nicht.

du hast sicher recht. aber wahrscheinlich spielt hier bei india_india auch noch der faktor sympathie eine rolle. ich helfe zum beispiel gerne kollegen wenn not am mann ist, allerdings menschelts bei mir halt auch: je angenehmer ein kollege ist, desto lieber springe ich ein. indias haltung (die sie sicher ausstrahlt), dass kinderlosen so oder so etwas fehlt, kommt vielleicht bei den kolleginnen nicht gut an. wer greift als deklariertes mängelexemplar schon gerne einer überheblichen schwangeren frau unter die arme?

dvana{e8x7


flo_eck

Das ist ja genau das verwunderliche. Mit einer der Kolleginnen hat sie sich vor dieser zweiten Schwangerschaft gut verstanden. Es wäre natürlich möglich das sich diese Haltung erst in den letzten Wochen/Monaten rausgebildet hat, dass wäre dann etwas anderes. Ansonsten scheinen gerade diese Kolleginnen ja gar nicht viel mehr Arbeit zu haben wenn sie geht und das plus an Arbeit nur für einen überschaubaren Zeitraum.

Im konkreten Fall scheint es tatsächlich eine persönliche Misstimmung zu sein. Sei sie nun durch die Haltung vn India_India ausgelöst oder durch einen unerfüllten Kinderwunsch bei den Kolleginnen. Zumindest bei der einen ist dieser ja offenbar sogar bekannt. Ich halte das also in diesem konkreten Fall für nicht unwahrscheinlich.

fSlto_eJck


Es wäre natürlich möglich das sich diese Haltung erst in den letzten Wochen/Monaten rausgebildet hat, dass wäre dann etwas anderes.

ich könnte mir vorstellen, dass sich diese haltung mit der schwangerschaft wieder verstärkt hat. mit der schwangerschaft sind ja auch noch nicht die bergen von windeln und die schlaflosen nächte da. da ist noch alles voller hoffnung und vorfreude. und vielleicht auch das eine oder andere mitleidige lächeln in richtung kollegin... mit der arbeit kommt dann oft auch eine portion nüchternheit dazu. hab ich so mit einem kollegen erlebt, der während der schwangerschaft seiner frau sehr unangenehm geworden ist... dann wieder normal... und dann mit der zweiten schwangerschaft das elternsein als höchstes zu erreichendes ziel erklärt hatte... gruselig... wegen ihm hätte ich eine zeitlang auch sehr ungern mehr gearbeitet, als ich es ohnehin schon tue. obwohl ich ansonsten gerne einspringe.

Sei sie nun durch die Haltung vn India_India ausgelöst oder durch einen unerfüllten Kinderwunsch bei den Kolleginnen.

ich würde das nicht so auseinanderdividieren, denn ich glaube, jemand mit einem unerfüllten kinderwunsch reagiert noch sehr viel empfindlicher auf diese haltung. stell dir mal vor, du versuchst dich zum beispiel, mit deinem schicksal auszusöhnen und dann gibt dir jemand indirekt (oder gar direkt) selbstgefällig zu verstehen, dass dir was fehlt. da nimmt man wahrscheinlich jeden piep anfallende arbeit als sehr viel grösser wahr, als er tatsächlich ist. ich glaube, auch menschen mit unerfülltem kinderwunsch möchten gerne als vollwertige menschen wahrgenommen werden.

HEatwsqchepsutx_


Das ist ja genau das verwunderliche. Mit einer der Kolleginnen hat sie sich vor dieser zweiten Schwangerschaft gut verstanden. Es wäre natürlich möglich das sich diese Haltung erst in den letzten Wochen/Monaten rausgebildet hat, dass wäre dann etwas anderes. Ansonsten scheinen gerade diese Kolleginnen ja gar nicht viel mehr Arbeit zu haben wenn sie geht und das plus an Arbeit nur für einen überschaubaren Zeitraum.

Vielleicht ist die zweite Schwangerschaft auch nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat? Und ein überschaubarer Zeitraum ist halt relativ – eben abhängig von der Stellenbesetzung, zumal die neue Arbeitskraft auch eingearbeitet werden muss und nicht sofort 100% bringt, sondern i. d. R. erst einmal Mehrarbeit verursacht.

Und wie flo_eck geschrieben hat: Wenn dann noch das Zwischenmenschliche dazukommt, fällt es sogar schwer, selbst eine halbe Stunde länger zu bleiben. Ich habe keine schwangere Kollegin, sondern eine, die ihren Job furchtbar findet und als einfachen Sacharbeiterposten, der ihrer nicht würdig ist. Und ja, das strahlt sie aus, auch nonverbal – was meinst du, was für einen Spaß es macht, dieser Dame zu helfen? Die nonverbalte Ebene kann so viel ausmachen, im Positiven und im Negativen.

Eemmax_Peexl


Schade, dass ich diesen Faden erst jetzt entdecke. :-( Ich habe nämlich in meiner Schwangerschaft sehr ähnliche Erfahrungen machen müssen. :-/

Allerdings wäre ich jetzt gar nicht unbedingt auf den Kinder-Neid-Gedanken gekommen, sondern hatte eher den Eindruck, man würde mir nachtragen, dass ich mich nun mit dieser Kinder-Geschichte sozusagen verdrücke. Ich arbeite in einem relativ stressigen Beruf, in dem Überstunden üblich sind und die meisten stark unter Druck stehen. Auf andere – gerade für die ohne Kinder – mag es so wirken, als hätte ich eine nette Entschuldigung gefunden, um aus diesem Hamsterrad auszusteigen und mein wachsender Bauch zeigt ihnen quasi jeden Tag auf's Neue den Mittelfinger, indem er demonstriert "ICH habe hier nur noch eine begrenzte Zeit abzusitzen und ihr werdet für immer und ewig die Drecksarbeit machen!". ]:D

Der ein oder andere, mit dem ich mich gut verstehe, sagt das auch so direkt mit einem Augenzwinkern ("Du hast es gut – erstmal zwei Jahre Auszeit!"). Denen fällt es wohl auch leichter, weil sie mir ja wohlwollend gegenüber stehen. Die anderen, zu denen das Verhältnis dagegen neutral oder eher angespannt ist, können das vermutlich weniger für sich relativieren und so entlädt sich die ein oder andere Antipathie vermutlich darüber, dass man sich durch meine Schwangerschaft vorgeführt fühlt.

So lange ich "nur" ein Kind habe, aber arbeitete, gehörte ich zum Kreis der Leidensgenossen. Nun gehöre ich eben nicht mehr dazu, weil man mir möglicherweise unbewusst unterstellt, ich würde nicht den gleichen Druck spüren wie alle anderen und würde die Zeit nur noch entspannt absitzen, während alle anderen kurz vor dem Burn Out stehen. Dass das nicht stimmt, steht ja auf einem anderen Blatt Papier. ;-)

B$erndK187


Wo hast du das denn gelesen?

Nicht gelesen....erlebt,mehr als einmal!!

g]axto


Wie groß ist denn das Kollegenteam? Du sagst, dass viele sich eigentlich nicht anders verhalten, interessiert sind und deine Schwangerschaft unproblematisch sehen.

Im Grunde geht es also nur um zwei Kolleginnen?

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