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Die Professionalität von Therapeuten auf der Beziehungsebene

F!un[kelspt4eixn


Der Therapeut hat mich heute kontaktiert. Per Email und Sms. Inhalt auf privater Ebene. Ich habe (noch) nicht reagiert.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

ITndiJvidu6alxist


Hallo Funkelstein! *:)

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Ehrlich gesagt, ich weiß viel zu wenig, als dass ich mich trauen würde, dazu was zu sagen.


Bei dieser Gelegenheit:

Ich fände es schön und würde mich sehr freuen, wenn du mich an deinem Gedanken teilhaben lässt.

Keine Sorge – sobald ich Zeit und Muße habe. Ist leider momentan etwas eng, wegen Urlaubs-/Reisevorbereitungen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und versprochen ist versprochen. :)z

pvhilB0mexna


Mir droht das innerhalb von wenigen Jahren bereits zum vierten (!) Mal zu passieren, immer auf andere Art und Weise.

Grundsätzlich bin ich ein sehr selbstbewusster Mensch – zumindest im Alltag. Es liegt mir nicht, meine Schwäche, Verletzlichkeit, Zerbrechlichkeit, die auch ein Teil von mir ist, meinem Umfeld zu zeigen. So möchte ich nicht wahrgenommen werden und soweit es möglich ist, lasse ich diese Seite von mir auch "zu Hause". Mein Therapeut hingegen kennt meine begründeten und unbegründeten Ängste, meine alberne und verstörende Gedanken, meine kleinen und großen Geschichten. Da schäme ich mich nicht, auch wegen lächerlichen Kleinigkeiten zu maulen oder zu heulen und ich traue mich auch, große Dinge zu besprechen, die ich im "richtigen" Leben ausblende.

Hallo Funkelstein,

ich weiß, der Gedanke wurde schon angeschnitten, aber ich möchte noch einmal auf den Themenbereich Therapeut – Freundschaft zurück.

Auf der einen einen Seite hast du Freunde, auf der anderen Seite "brauchst" du einen Therapeuten, um das zu besprechen, was ich rein intuitiv eher einer tiefen Freundschaft zuordnen würde. Alberne Gedanken, kleine und große Geschichten besprechen, Ängste teilen und auch große Dinge – damit assoziiere ich in erster Linie Freundschaft, aber kein Patient-Therapeuten-Verhältnis. Vielleicht ist das auch eine Schwierigkeit, die auf Dauer einige deiner Therapeuten haben.

Nicht als "Therapeut gebraucht zu werden", sondern als ein gefühlter Freund. Ich könnte mir vorstellen, dass dies eine Nähe induziert, die für eine Therapie eher kontraproduktiv sein kann. Und trotz alledem bleibt für deine Therapeuten ja das Gefühl notwendig zu sein, als Ansprechpartner für all das, was du nirgendwo anders "loswerden" kannst.

So in etwa könnte ich mir erklären, warum dir das häufiger passiert.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Schwierig. Es gibt kein richtig oder falsch. Eher die Frage wo du hinwillst, was du möchtest, was du empfindest und dabei ist das, was dein Therapeut möchte, empfindet eher zweitrangig.

Ich kann mich schwer in deine Lage versetzen und wenn ich es versuche, bleibt in mir eine große Verwirrung zurück, weil ich mich in deinen Therapeuten ein Stückchen besser einfühlen kann, als in dich. Damit will ich ihn keinesfalls entschuldigen, bitte versteh mich nicht falsch!

Vielleicht wäre es für euch beide besser, wenn ihr getrennte Wege gehen würdet.

F]unpkelstexin


Indi (- darf ich dich so nennen, ja? Wenn nicht, sei mir nicht böse – ich meinte es lieb.), hallo! Schreib wann auch immer es deine Zeit zulassen mag. Kein Stress. Nicht hier. Bitte nicht. Ja? Schöne Reise wünsche ich dir. Wann geht es los und wohin ?

PReetKlxee


Indi (- darf ich dich so nennen, ja? Wenn nicht, sei mir nicht böse – ich meinte es lieb.), hallo! Schreib wann auch immer es deine Zeit zulassen mag. Kein Stress. Nicht hier. Bitte nicht. Ja? Schöne Reise wünsche ich dir. Wann geht es los ?

Ich habe hier auch schon geschrieben, aber lese natürlich als Interessierte weiterhin mit. Das obige Zitat, deine Antwort auf Individualist, Funkelstein, springt mir ins Auge. Nämlich deshalb, weil es eventuell zum Thema passt: es liest sich für mich sehr kindlich, naïv und irgendwie schutzbedürftig. Zugleich spricht eine Art Intimiteit zwischen dir und Individualist (oder: von dir aus in Richtung von Individualist)aus den Zeilen. Ich glaube, diese Wortwahl ist es dir mir auffällt:

Kein Stress. Nicht hier. Bitte nicht. Ja?

Ich füge meine Gedanken hier hinzu, vielleicht kannst du was damit anfangen, vielleicht auch nicht.

F-unk8elstexin


PeeKlee

Oh. Ohje.

Das war mir nicht bewusst. Normalerweise bemühe ich mich im Geschriebenen stets um einen möglichst neutralen "Tonfall".

Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Es war mir nicht bewusst. Erst nachdem ich deinen Hinweis las. Diese Wirkung hatte ich nicht beabsichtig. Ich hatte nicht nachgedacht – obwohl ich normalerweise immer nachdenke. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Wahrscheinlich bin ich derzeit einfach ein wenig überlastet und daher nicht ganz ich selbst.

IPndivSidualcixst


Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Wahrscheinlich bin ich derzeit einfach ein wenig überlastet und daher nicht ganz ich selbst.

Oder gerade du selbst. Vielleicht ist da ein winziges Stückchen von dir "an der Zensur vorbei" geflutscht? ;-) Ist doch schön und gar nicht schlimm, so lernen wir dich besser kennen. Ich glaube übrigens auch nicht, dass der Hinweis von PeeKlee ein Vorwurf war. Nur eine interessante Beobachtung. Mir ging Ähnliches durch den Kopf.

Übrigens, "Indi" ist völlig in Ordnung. Auch andere haben mich schon so genannt. Nur nicht so schnell.

P/eeKplexe


Funkelstein, meine Beobachtung zu deinem Beitrag ist in der Tat kein Vorwurf. Ich betrachte es mehr so wie Individualist, nämlich als ein Stück von dir selbst, dass sich durch die Zensur gemogelt hat. Ist doch prima, denn jetzt kannst du damit arbeiten, es befragen, hier es durch andere befragen lassen, dich mit dem Stück ein bisschen anfreunden, es eventuell mit zum Therapeuten zu nehmen.

Gräm dich deswegen nicht, es ist ein Stück von dir selbst dass Anerkennung sucht so wie anderes auch!

Ich bleibe übrigens eifrige Mitleserin hier, und wenn mir was ins Auge springt, dann melde ich mich hier und da mal wieder (und das ist dann was von mir: nicht den Mund halten können ;-) )

F-unkRels@teiPn


Individualist und PeeKlee

Als Vorwurf von dir, PeeKlee, hatte ich das gar nicht aufgefasst.

Vielleicht ist da ein winziges Stückchen von dir "an der Zensur vorbei" geflutscht?

Ich betrachte es mehr so wie Individualist, nämlich als ein Stück von dir selbst, dass sich durch die Zensur gemogelt hat.

Ja. Vielleicht.

Ist doch schön und gar nicht schlimm, so lernen wir dich besser kennen.

Ist doch prima, denn jetzt kannst du damit arbeiten, es befragen, hier es durch andere befragen lassen, dich mit dem Stück ein bisschen anfreunden, es eventuell mit zum Therapeuten zu nehmen.

Ja. Nein. Es fühlt sich nicht schön an. Auch nicht prima. Es ist dämlich, aber ich schäme mich. Nicht nur in dem Zusammenhang hier, sondern generell, wenn mir so ein Ausrutscher, so eine Entgleisung passiert. Es ist mir unangenehm. Es fühlt sich an, als hätte ich nicht nur meine persönliche, sondern auch andere Grenzen überschritten. Ich fühle mich nackt. Ich stehe seit einigen Tagen, wahrscheinlich seit Freitag - da fand die letzte Sitzung statt - richtiggehend neben mir und bin das überhaupt nicht gewöhnt. Was ich gewöhnt bin, ist, dass ich soetwas ganz souverän ausblenden und temporär von mir wegschieben kann, um mich konzentriert diversen Tätigkeiten widmen zu können.

Ich glaube (für mich) geht es auch längst nicht mehr nur um die Therapeutensituatuon an sich. Es ist viel mehr. In mir. Ich weiß es nicht. Individualist, du hattest geschrieben, das alles hätte "den Boden umgepflügt und viele Dinge, die verborgen waren, liegen ungeschützt an der Oberfläche". Ja, so fühlt es sich an. Das ist kein gutes Gefühl. Vor allem beeinflusst es meinen Alltag, mein Verhalten derzeit sehr. Zumal ich nicht einmal einschätzen kann, was mir in der derzeitigen Lage gut tun oder helfen könnte. Ich habe derzeit und in den kommenden Wochen viel Stress und sehne mich nach einer Auszeit von allem. Andererseits kann ich es im Moment nicht einmal aushalten, einen Abend (alleine) zu Hause zu verbringen. Ich glaube, ich fühle mich erschöpft und zugleich sehr, sehr unruhig. Eine merkwürdige Kombination.

e%sxta1


und was wäre wenn du den therapeuten einfach anrufst und erklärst wie du dich fühlst, dann musst du nicht noch bis freitag warten?

E6nerFgya


Liebe Funkelstein

Ich würde noch eine zweite Fachperson hinzuziehen. Bei mir ist es jetzt so, dass mein Hausarzt sich bereit erklärt hat, mich zu stabilisieren durch regelmäßige Gespräche mit ihm. Das Sekretariat meines therapeutischen Facharztes hat sich zwar zwischenzeitlich gemeldet für einen baldigen Ersatztermin, aber ich bin schon sehr beruhigt, dass mein Hausarzt nun an meiner Seite steht, da ich ja auch immer noch nicht weiß, was Sache ist mit meinem Thera.

Lieben Gruß

Energya

I}ndiv;iduxalist


und was wäre wenn du den therapeuten einfach anrufst und erklärst wie du dich fühlst,

Egal ob anrufen oder Freitagstermin: das Blöde ist ja, dass der Therapeut als Hilfe bei der Bearbeitung von Funkelsteins momentaner Gefühlslage überhaupt nicht in Betracht kommt. Weil er sie selbst losgetreten hat, und weil er persönlich höchst involviert ist, ist er als Therapeut definitiv disqualifiziert. Punkt. Ein Gespräch kann dennoch durchaus stattfinden, wenn Funkelstein das möchte, aber das wäre dann zwangsläufig keine "Therapiestunde", sondern irgendwas in Richtung "Beziehungskistenklärungsgespräch", also ein Gespräch mit ihm als Mensch und nicht mit ihm als Therapeut. Weshalb ich mich an Funkelsteins Stelle übrigens auch aus prinzipiellen Gründen sowie auch aus Gründen der Selbstachtung strikt weigern würde, dafür zu zahlen. Es würde sonst arg prostitutive Züge annehmen... Ich würde das vorweg klarstellen und das zur Vorbedingung machen, überhaupt noch mal mit ihm zu reden. Nicht primär wegen der Euros, sondern als Signal und als kleiner Befreiungsschlag fürs Selbstbewusstsein.

I^ndivsid*ua list


Nachtrag: Da sieht man schon, Funkelstein kommt nicht drum herum, die Gestaltung des weiteren Verlaufs selbst in die Hand zu nehmen, ob sie will oder nicht. Sie hat nicht mehr den Schutz eines professionellen Settings. Allein schon deshalb ist es definitiv keine Therapie mehr. Falls es das überhaupt jemals war.

PzeeK~lee


Ich lehne mich mal aus dem Fenster und widerspreche Individualist:

es ist durchaus möglich dass die Therapie wieder auf echte Therapiefüsse kommt. Wenn nämlich sowohl Funkelstein als vor allem auch der Therapeut transparant mit ihren Gefühlen umgehen. So können sie sich gegenseitig verstehen und auch wieder Abstand nehmen.

Ich sage dies allerdings mit einiger Vorsicht: ich kann mir noch immer kein genaues Bild machen von der Art und auch vom Inhalt wie der Therapeut sein Terrein verlässt.

Mit dem letzten Post von Funkelstein bleibt bei mir die Frage wie schnell sie selbst ein freundschaftliches Verhâltnis installiert oder ein professionelles Verhältnis als Freundschaftsverhältnis erfährt.

Das heisst nicht dass ich ihre Angelegenheit als Unsinn abtue, im Gegenteil, ich kann es mir durchaus vorstellen, aber halt im Moment noch nicht konkret genug.

Ich würde nicht so schnell dafür plädieren, um die Therapie abzubrechen. Erst nachdem die Klärung mislungen ist.

eGstya1


Egal ob anrufen oder Freitagstermin: das Blöde ist ja, dass der Therapeut als Hilfe bei der Bearbeitung von Funkelsteins momentaner Gefühlslage überhaupt nicht in Betracht kommt. Weil er sie selbst losgetreten hat, und weil er persönlich höchst involviert ist, ist er als Therapeut definitiv disqualifiziert. Punkt.

was heißt denn hier " Punkt."?

ich bin anderer meinung, ich sehe es ähnlich wie peeklee. letztendlich war außer funkelstein keiner von uns dabei und was der therapeut wortwörtlich gesagt wissen wir doch gar nicht.

Ich würde nicht so schnell dafür plädieren, um die Therapie abzubrechen. Erst nachdem die Klärung mislungen ist.

das sehe ich ganz genauso! und auch funkelstein hat in ihren beiträgen erwähnt, dass sie die therapie noch nicht abbrechen möchte, sondern eine klärung möchte. vielleicht entschuldigt sich der therapeut ja auch für sein verhalten.

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