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Die Professionalität von Therapeuten auf der Beziehungsebene

FHunkehlsxtein


Nein, verarbeiten konnte ich es bisher nicht. Eher habe ich das Erlebte und die damit verbundenen Gefühle gut verpackt beiseite geschoben und irgendetwas in mir möchte es erstmal vermeiden, in diese Nische zu lugen und das alles wieder auszupacken.

Als ich vor kurzem mitten in der Situation steckte, nahm mich das sehr mit. Jetzt ist es vorbei, ich will mich nicht mehr damit befassen. Wohlwissend, dass Verdrängung weder cool, noch klug oder vernünftig ist. Im Moment kann ich aber leider nicht anders. %-|

An die Person, die Situation will ich derzeit wirklich nicht mehr denken. Mit meiner aktuellen Lage, keinen Therapieplatz mehr zu haben, muss ich mich natürlich auseinandersetzen, klar.

a$ug7233


Verdrängung ist der "ERholungsschlaf der Seele".

Wenn wir alles aufarbeiten wollten was uns jemals belastet hat, dann wäre das Leben herum, bevor wir mit dieser Arbeit am Ende wären. Und gelebt hätten wir nicht für uns selbst.

F6unkemlEstSein


Ja, aug233, wahrscheinlich ist es tatsächlich das, was ich derzeit am meisten brauche: Erholung für meine Seele. Danke dir für diesen Zugang.

KTleiNo


Funkelstein

Nein, verarbeiten konnte ich es bisher nicht. Eher habe ich das Erlebte und die damit verbundenen Gefühle gut verpackt beiseite geschoben und irgendetwas in mir möchte es erstmal vermeiden, in diese Nische zu lugen und das alles wieder auszupacken.

Ist das nicht der Grund, warum Du Deine Therapiestunden genommen hast? Um solche Reaktionen zu vermeiden? Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn Du jetzt einen Therapeuten hättest (einfach jetzt ein virtueller Therapeut, der Dich kenne und Dich begleitet), Du Dich reflektierst in der Stunde, dass dort eine andere Lösung herauskäme, oder?

SValxdo


Funkelstein

Du erinnerst mich sehr stark an eine Freundin, die ein ähnliches Problem hat, sich abzugrenzen und die auch gerne freundlich zu allen ist und sich nur mit Freunden umgibt, die sie betütern. Sie hat sogar mal eine Zeitlang bei uns gewohnt und wir haben versucht, sie wieder ins Leben zu führen, aber sie hüpft bis heute nur um ihren schwarzen Kasten herum und singt: "Ich habe kein Problem mit schwarzen Kästen, aber ich bin so allein und hilflos, was soll ich nur tun ..." Sie erzählt allen, wie schlecht es ihr geht (das tust Du allerdings nicht) und wenn jemand ihr einen Tipp gibt, in welche Richtung sie schauen könnte, dann tut sie so, als würde sie darüber nachdenken, aber in Wirklichkeit macht sie das nicht, um nichts ändern zu müssen.

Oder anders ausgedrückt:

Vergiss Deinen ehemaligen Therapeuten. Suche Dir eine Frau, damit das nicht nochmal passieren kann, denn, ja, ich denke auch, dass Du Deinen Teil dazu beigetragen hast, dass es so gekommen ist. Und genau das solltest Du jetzt als Chance sehen, verstehen zu wollen, was da immer wieder passiert.

Ich finde vor allem die 20 Jahre, die Du bisher ungenutzt gelassen hast, an Deinen schwarzen Kasten zu gehen, erstaunlich. Eine Verhaltenstherapie ist sicher nicht geeignet, dir die Fragen zu beantworten, die Du an dich selber hast. Ich möchte Dir raten, mutig zu sein und den Fragen nachzugehen, die sich hier im Forum herauskristallisiert haben.

Höre auf, über deinen Therapeuten zu reden und dessen unprofessionelles Verhalten zu diskutieren. Das bringt Dich nicht weiter und das ist auch gar nicht entscheidend.

WARUM bleibst Du daran so hängen? Was für Gefühle löst das in Dir aus? Wo kommen die her? Was für Bilder aus Deiner Vergangenheit verbindest Du damit?

Man braucht keine 20 Jahre, um ein psychologisches Problem zu lösen. Wenn Du bei jedem Therapeuten von vorne anfangen musst, dann nur, weil der dich nicht weitergebracht hat. Aber das liegt nicht an ihm, denn er kann immer nur den Ball zurückspielen, den Du ihm gibst.

Mittlerweile zweifle ich schon arg daran und frage mich, ob ich nicht doch (unbewusst) Signale sende, die mit Schuld an diesem Schlamassel sind.

Darum macht es mich auch wahnsinnig, mir meiner Wirkung auf diesen und den früheren Therapeuten scheinbar nicht bewusst gewesen zu sein.

Heute hingegen, habe ich das Gefühl, mir würde etwas wesentliches fehlen und es könnte mein derzeit relativ stabiles Leben ins Wanken bringen.

Ich behaupte, Du bist an Dein Kernproblem noch gar nicht herangegangen.

Morgen dazu mehr. Kann jetzt leider nicht mehr schreiben.

c^aprixme


Mein Tip: Investiere deine Zeit und Energie lieber dahingehend dir einen Lebenspartner (keinen Th) zu suchen. Einer der dich versteht, dir zuhört etc. Ich brauche auch jmd der mir zuhört, mir emotionale Stabilität gibt. Das ist aber denke ich idealerweise der Partner oder Freunde. Ist natürlich nicht ganz einfach jemand passendes zu finden. Geh am besten weg oder suche dir ein Hobby, wo du mit anderen in Kontakt kommst.

eastxa1


Saldo

Höre auf, über deinen Therapeuten zu reden und dessen Verhalten zu diskutieren. Das bringt Dich nicht weiter und das ist auch gar nicht entscheidend.

...ja, ich denke auch, dass Du Deinen Teil dazu beigetragen hast, dass es so gekommen ist.

ich denke schon das du mit deinem beitrag ziemlich richtig liegst. aber selbst wenn funkelstein dem therapeuten signale gesendet hat (was bestimmt viele patienten bei ihrem therapeuten machen) ist der therapeut doch ein erwachsener mensch, in einer verantwortungsvollen position und sollte professionell damit umgehen. ich finde dieses verhalten schon entscheidend, weil es sie misstrauisch machen könnte, bei einer evtl. neuen therapie, die ja offensichtlich früher oder später ansteht. deshalb fände ich klärung wichtig, wer hat welchen anteil z.b.

ich hatte auch mal einen sehr merkwürdigen therapeuten. damals habe ich genauso reagiert wie funkelstein. ich habe die therapie abgebrochen und gedacht, vergiss es. aber ich könnte mich heute noch darüber ärgern, wenn man auch mal bedenkt das die therapeuten selbstgefällig einfach so weitermachen...

K*leixo


Saldo

Man braucht keine 20 Jahre, um ein psychologisches Problem zu lösen.

"Man" vielleicht nicht, dafür gibt es genug Menschen, die nicht nur 20 Jahre, sondern ein Leben lang in Therapie sind.

I7nd|ivid4ualisxt


@ Saldo

Angesichts des Wenigen, was wir über Funkelsteins Problem wissen, finde ich deine Gedanken teilweise ziemlich anmaßend und ungehörig.

Ich finde vor allem die 20 Jahre, die Du bisher ungenutzt gelassen hast, an Deinen schwarzen Kasten zu gehen, erstaunlich.

Woher glaubst du zu wissen, dass Funkelstein die Zeit nicht genutzt hat? :-/

Ich behaupte, Du bist an Dein Kernproblem noch gar nicht herangegangen.

Wiederum: wie kannst du dir da so sicher sein? Mit einer fragenden Haltung wäre das ja eventuell eine Überlegung wert. Aber als Unterstellung? :-/

Man braucht keine 20 Jahre, um ein psychologisches Problem zu lösen.

Meistens nicht. Aber manchmal vielleicht doch. Es kommt sogar vor, dass ein ganzes Leben nicht ausreicht. Warum also so eine kategorische Pauschalaussage? :-/

Eine Verhaltenstherapie ist sicher nicht geeignet, dir die Fragen zu beantworten, die Du an dich selber hast.

Das habe ich allerdings auch schon gedacht. :)z Bzw. habe ich mich gefragt, weshalb Funkelstein ausgerechnet diese Schulrichtung gewählt hat, obwohl tiefenpsychologische bzw. psychoanalytische Therapie vermutlich viel eher zu ihren Fragen gepasst hätte. Aber wer weiß, ob das nicht in der Abfolge von Therapien schon früher vertreten war?


Ich will nicht für Funkelstein sprechen, aber für mein Gefühl "bohrst" du zu sehr. Weder sind wir hier als Therapeuten, noch haben wir hinreichend Einblick in ihr "Kernproblem". Angesichts dessen finde ich, dass man Funkelsteins Wunsch, die Dinge erstmal als "geschnürtes Päckchen" beiseite legen zu wollen, respektieren sollte.


Ich schrieb damals, dass durch die Ereignisse in der "Therapie" der Boden umgepflügt wurde, und dass dadurch vieles, was vorher verborgen war, an die Oberfläche gekommen ist. Ich sah das als Chance, weil ich ahnte, dass das nicht lange so bleiben und bald wieder Gras darüber wachsen würde. Letzteres ist wohl inzwischen passiert. Denn es kam leider die Geschäftsreise dazwischen; Funkelstein wurde dadurch von der lebendigen Verarbeitung des Erlebten abgelenkt, ja abgeschnitten, denn sie musste fast übergangslos auf "Funktionieren" umschalten. Ohne Verdrängungsleistung wäre das wohl nicht zu schaffen gewesen.

Verdrängung ist ja auch, wie schon jemand schrieb, nicht per se schlecht oder pathologisch, sondern gehört vielmehr – so möchte ich es mal nennen – zur ganz normalen Funktionalität unseres "seelischen Immunsystems". Wie beim körperlichen Pendant sind es Über- oder Unterfunktionen, die Probleme bereiten und u.U. Krankheitswert haben, aber doch nicht das System an sich.

Wenn Funkelstein ihre geschäftlichen Aufgaben trotz des Erlebten meistert, auch um den Preis einer entsprechenden Verdrängung, dann ist das vor allem eine Leistung, und nicht etwa Zeichen eines bearbeitungsbedürftigen Problems. Das wäre es erst dann, wenn sie darunter leidet oder es andere Probleme macht. Nach Beidem sieht es momentan für mich nicht aus. Deshalb sehe ich nicht, weshalb der Boden jetzt erneut umgepflügt werden müsste. Vielleicht hat er sich gerade gesetzt und ist tragfähiger geworden? Die Zukunft wird es zeigen.

Langer Rede kurzer Sinn: wenn sich die alten Themen für Funkelstein momentan fad und abgestanden und "weit weg" anfühlen, eher dürr im Kopf abrufbar als lebendig im Bauch präsent sind, dann muss man da meines Erachtens auch nicht insistieren und dran rühren, solange sie keinen "Bedarf" signalisiert. Ich möchte das jedenfalls nicht. Viel wichtiger, und völlig ausreichend, erscheint mir die Botschaft "wir sind da, wenn du uns brauchst".

FnunkwelstUeixn


Kleio

Ist das nicht der Grund, warum Du Deine Therapiestunden genommen hast? Um solche Reaktionen zu vermeiden?

Ganz grundsätzlich: ja. Eigentlich weiß ich es auch besser und bin mir sicher, dass es besser und vernünftiger wäre, mich mit den Geschehnissen auseinanderzusetzen, mein Verhalten zu reflektieren, sein Verhalten zu analysieren, etc. Im Moment kann ich das aber nicht. Als ich akut in der Sache feststeckte, kostete mich das ganze so viel Energie, so viele Gedanken, so viel Kraft. Ich habe nichts mehr übrig und ich will nicht noch mehr investieren. Ich will einen Strich ziehen und das alles ruhen lassen. Mein Glück war, dass ich direkt nach dem letzten Gespräch eine sehr intensive Arbeitsphase hatte, die lange genug andauerte, um gefühlstechnisch wieder etwas abzukühlen. Es ist nicht optimal, nicht mehr darüber nachzudenken und das alles beiseite zu schieben, ja. Nach meinen langjährigen Therapieerfahrungen, sollte ich gelernt haben, damit anders oder besser umzugehen, ja. Ich kann es (derzeit) aber nicht. Was mich zugegebenermaßen auch sehr von mir selbst enttäuscht und zudem ein bisschen unglücklich macht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn Du jetzt einen Therapeuten hättest (einfach jetzt ein virtueller Therapeut, der Dich kenne und Dich begleitet), Du Dich reflektierst in der Stunde, dass dort eine andere Lösung herauskäme, oder?

Ja, wahrscheinlich. Findest du, ich mache es mir zu einfach?

Saldo

Du erinnerst mich sehr stark an eine Freundin, die ein ähnliches Problem hat, sich abzugrenzen und die auch gerne freundlich zu allen ist und sich nur mit Freunden umgibt, die sie betütern. Sie hat sogar mal eine Zeitlang bei uns gewohnt und wir haben versucht, sie wieder ins Leben zu führen, aber sie hüpft bis heute nur um ihren schwarzen Kasten herum und singt: "Ich habe kein Problem mit schwarzen Kästen, aber ich bin so allein und hilflos, was soll ich nur tun ..." Sie erzählt allen, wie schlecht es ihr geht (das tust Du allerdings nicht) und wenn jemand ihr einen Tipp gibt, in welche Richtung sie schauen könnte, dann tut sie so, als würde sie darüber nachdenken, aber in Wirklichkeit macht sie das nicht, um nichts ändern zu müssen.

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich muss zugeben: nicht neutral-nachdenklich, sondern ein bisschen sorgenvoll-nachdenklich. Ich fragte mich, was an meinem Geschriebenen dich so sehr an deine Freundin erinnerte und überlege nun schon eine ganze Weile, ob da tatsächlich Ähnlichkeiten, Parallelen sind. Du konntest mich nur an meinen Worten einschätzen und auch diese Worte zeigen sicherlich kaum mehr als einen Bruchteil meiner Persönlichkeit, wonach die Treffsicherheit und Deckungsgleichheit deiner Einschätzung mit meiner Person nur zu einem gewissen Grad möglich sein kann. Trotzdem hast du mich verunsichert. Ich frage mich: habe ich einen schwarzen Kasten? Hüpfe ich darum herum? Bin ich alleine und hilflos? Fühle ich mich alleine und hilflos? Werde ich als alleine und hilflos wahrgenommen? Wow, das macht mir Kopfschmerzen und gibt erneut viel Material um nachzudenken. Danke dafür. Für mich persönlich wichtigere Fragen sind sicher, ob ich denn auch nur so tue, als würde ich über Hilfestellungen und Lösungsvorschläge nachdenken, aber schlussendlich doch nichts mache. Mache ich anderen und mir nur etwas vor? Himmel, eigentlich bin ich davon überzeugt, dass ich mir nichts vormache und immer, immer, fast immer aktiv an mir arbeite. Und nun kann ich mich nicht entscheiden, was mich mehr verunsichert: dein Beitrag oder viel mehr die Tatsache, dass ich mich von einem Beitrag von jemanden, der nur Fragmente von mir kennt, verunsichern lasse. %:|

Vergiss Deinen ehemaligen Therapeuten. Suche Dir eine Frau, damit das nicht nochmal passieren kann, denn, ja, ich denke auch, dass Du Deinen Teil dazu beigetragen hast, dass es so gekommen ist. Und genau das solltest Du jetzt als Chance sehen, verstehen zu wollen, was da immer wieder passiert.

Dass ich nicht mehr zu meinem ehemaligen Therapeuten gehe ist ohnehin bereits entschieden und steht gar nicht mehr zur Diskussion. Zu einer Frau will ich – wie schon einmal geschrieben, wenn ich mich richtig erinnere – aus persönlichen Gründen nicht gehen. Vorerst aber auch nicht zu einem Mann. Ich will keine neue Therapie beginnen.

Und ja, ich weiß, dass es nicht ausschließlich an dem/den Therapeuten lag und ich sicherlich meinen Teil dazu beigetragen habe. Inzwischen bin ich mir meinem Verhalten und meiner Wirkung in einer Therapiesitzung unter anderem durch einige sehr hilfreiche Denkanstöße aus diesem Forum schon etwas bewusster geworden.

Allerdings habe ich mich, auch wenn ich meinen Teil zu der Misere beigetragen hatte, in meiner Rolle als Patientin dem Therapeuten gegenüber niemals respektlos verhalten und mich stets darum bemüht, den Umgang miteinander im Rahmen eines normalen Patienten-Therapeuten-Verhältnisses zu behalten. Umgekehrt kann ich das von meinem Therapeuten nicht behaupten und das war es, was mir so widerstrebte. Sich verlieben und Gefühle für jemanden entwickeln ist eine Sache, wie man – vor allem, wenn man zu dem Gegenüber eine "spezielle" Stellung hat – damit umgeht, eine ganz andere.

Ich finde vor allem die 20 Jahre, die Du bisher ungenutzt gelassen hast, an Deinen schwarzen Kasten zu gehen, erstaunlich.

Bitte entschuldige, aber diese Einschätzung von dir kann ich einfach nicht annehmen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass du bei längerem Nachdenken über deine Beurteilung meiner Person und meiner Lage vielleicht auch zu dem Schluss kommst, das gar nicht beurteilen und einschätzen zu können. Die 20 Jahre waren hier ursprünglich nie Thema und ich hatte kein einziges Mal erwähnt oder erklärt, wer ich vor 20 Jahren war, an welchem Punkt ich zu dieser Zeit stand und welche Entwicklungen ich seither gemacht habe. Diesen Schuh möchte ich mir bei aller Dankbarkeit für deine Meinung und sicherlich auch hilfreichen Input nicht anziehen (lassen). Genau genommen war ich vor 20 Jahren nämlich noch ein Kind und vor 10 Jahren ein junger Erwachsener, der erst seinen Platz im Leben finden musste. Ich habe die letzten 20 Jahre bestimmt nicht ungenutzt gelassen. Ich habe auch nicht einen schwarzen Kasten, ich habe ein Haus voll schwarzer Kästen. Das macht nichts, in der Vergangenheit habe ich mich ausreichend damit beschäftigt. Es geht mir heute und seit einigen Jahren weitestgehend gut, ich habe mich gut entwickelt und in der letzten Zeit nur noch mit kleinen Problemen und kleinen Fehlern oder Merkwürdigkeiten in meinem Empfinden und Verhalten zu "kämpfen". Keine Kästen mehr, eher Schubladen. Auch der ursprüngliche Auslöser für diesen Faden, die Situation mit diesem Therapeuten, ist an anderem gemessen eine Schublade. Trotzdem macht man sich Gedanken.

Bei allem Respekt, ich empfand deine Aussage als ein unüberlegtes zu nahe treten deinerseits. Dennoch hoffe ich, dir nun nicht zu nahe getreten zu sein.

Eine Verhaltenstherapie ist sicher nicht geeignet, dir die Fragen zu beantworten, die Du an dich selber hast.

Das war auch nicht der ursprüngliche Ausgangspunkt und Ziel dieser Therapie.

Höre auf, über deinen Therapeuten zu reden und dessen Verhalten zu diskutieren. Das bringt Dich nicht weiter und das ist auch gar nicht entscheidend.

Der Ursprung dieses Fadens hatte (Präteritum!) für mich aber den Anspruch darüber zu reden und das zu diskutieren. Inzwischen ist das anderes, denn es haben sich dank der Mitschreiber einige sehr interessante und für mich aufschlussreiche, andere diskussionswürige Zugänge eröffnet. Trotzdem hoffe ich, dass ich – sollte ich, aus welchen Gründen auch immer, das Bedürfnis verspüren und eine Notwendigkeit darin sehe – hier trotzdem auch über den Therapeuten und dessen Verhalten sprechen darf. (Auch dann, wenn es mich nicht weiterbringt.)

Man braucht keine 20 Jahre, um ein psychologisches Problem zu lösen.

Bist du dir sicher? Woran kannst du das festmachen? Welche Erfahrungswerte hast du?

Ausschließlich für mich gesprochen, kann ich nur sagen, dass es auch psychologische Probleme gibt, die unlösbar sind. Thema einer Therapie kann es dann sein, zu lernen, damit umzugehen, damit zu leben.

Wenn Du bei jedem Therapeuten von vorne anfangen musst, dann nur, weil der dich nicht weitergebracht hat. Aber das liegt nicht an ihm, denn er kann immer nur den Ball zurückspielen, den Du ihm gibst.

Ich meinte das anders und hatte mich da wohl undeutlich ausgedrückt. Ich meine nicht, dass ich mit Beginn einer Therapie auf der Entwicklungsebene wieder bei Null starte und was meine Entwicklung betrifft wieder von vorne anfangen muss. Ich bezog das auf die Beziehungsebene und die Ebene des gemeinsamen Arbeitens.

Ich behaupte, Du bist an Dein Kernproblem noch gar nicht herangegangen.

Morgen dazu mehr. Kann jetzt leider nicht mehr schreiben.

Okay, ich bin neugierig.

F}unketlst4eidn


caprime

Mein Tip: Investiere deine Zeit und Energie lieber dahingehend dir einen Lebenspartner (keinen Th) zu suchen. Einer der dich versteht, dir zuhört etc. Ich brauche auch jmd der mir zuhört, mir emotionale Stabilität gibt. Das ist aber denke ich idealerweise der Partner oder Freunde. Ist natürlich nicht ganz einfach jemand passendes zu finden. Geh am besten weg oder suche dir ein Hobby, wo du mit anderen in Kontakt kommst.

Danke für deinen Ratschlag. Allerdings möchte ich mir keinen Partner suchen. Ich suche einen guten Therapeuten, einen kompetenten Zahnarzt oder einen fähigen Elektriker, der endlich eine Lösung für das Lichtschalterproblem in meiner Wohnung parat hat. Einen Partner suche ich nicht, schon gar nicht mit solchen Beweggründen. Vielleicht wünsche ich mir eine Partnerschaft und vielleicht, das mag sein. Vielleicht will es das Leben auch so, dass sich eine Partnerschaft ergibt und entwickelt. Dennoch möchte ich meinem Partner niemals die Belastung zumuten, von mir als mein Therapeut wahrgenommen zu werden. Einander emotionale Stabilität geben, füreinander da sein, sicherlich auch über Gefühle und auftretende Probleme sprechen, das ja. Aber (in meinen Augen) ist ein Partner ≠ Therapeut. Das gilt genauso für Freunde.

esta1

weil es sie misstrauisch machen könnte, bei einer evtl. neuen therapie, die ja offensichtlich früher oder später ansteht. deshalb fände ich klärung wichtig, wer hat welchen anteil z.b.

Glaubst du, dass man konkret erkennen und zuordnen kann, wer welchen Anteil hat? Ich habe diesbezüglich nämlich eher die Angst und Sorge, dass mir eine solche Zuordnung ("Du hast dieses Verhalten gezeigt, deswegen empfinde ich nun so.") mehr schadet, als hilft und mich in meinem Umgang mit anderen noch mehr hemmt, natürliches Verhalten an den Tag zu legen. Sicher ist es wichtig zu wissen, welche bewusste Verhaltensweisen welche Gefühle bei einem Gegenüber auslösen können, aber schwierig stelle ich es mir vor, wenn unbewusstes und vor allem unbeabsichtigtes Verhalten, anteilhaft Auslöser für diese Gefühle ist, denn das lässt sich nur schwer beeinflussen, steuern und verändern. Eine grobe Einschätzung der "Kommunikationsfehler" finde ich also durchaus sinnvoll und wichtig, aber ein ganz konkret Zuschieben der Anteile... Woran eigentlich? Anteile der Schuld? Ich weiß nicht, ich bin da sehr unschlüssig, aber auf jeden Fall gespannt, was du dazu denkst.

Individualist

Eine Verhaltenstherapie ist sicher nicht geeignet, dir die Fragen zu beantworten, die Du an dich selber hast.

Das habe ich allerdings auch schon gedacht. Bzw. habe ich mich gefragt, weshalb Funkelstein ausgerechnet diese Schulrichtung gewählt hat, obwohl tiefenpsychologische bzw. psychoanalytische Therapie vermutlich viel eher zu ihren Fragen gepasst hätte. Aber wer weiß, ob das nicht in der Abfolge von Therapien schon früher vertreten war?

Es war beides bereits vertreten, ja.

Ich schrieb damals, dass durch die Ereignisse in der "Therapie" der Boden umgepflügt wurde, und dass dadurch vieles, was vorher verborgen war, an die Oberfläche gekommen ist. Ich sah das als Chance, weil ich ahnte, dass das nicht lange so bleiben und bald wieder Gras darüber wachsen würde. Letzteres ist wohl inzwischen passiert. Denn es kam leider die Geschäftsreise dazwischen; Funkelstein wurde dadurch von der lebendigen Verarbeitung des Erlebten abgelenkt

Deshalb sehe ich nicht, weshalb der Boden jetzt erneut umgepflügt werden müsste. Vielleicht hat er sich gerade gesetzt und ist tragfähiger geworden? Die Zukunft wird es zeigen.

Ich glaube, was die konkrete Therapiesituation betrifft, hat sich wieder der Boden gesetzt und, ja, es ist bereits ein wenig Gras über die Sache gewachsen. Was die konkrete Situation mit diesem Therapeuten betrifft, möchte ich es (aus aktueller Sicht) auch wirklich sehr gerne dabei belassen. Trotzdem haben sich mir, finde ich, durch diese ursprüngliche Situation einige Türen (oder Chancen) zu neuen Denk- und Sichtweisen meine gesamte Person, mein Empfinden, mein Verhalten, meine Art mit Menschen umzugehen und zu kommunizieren betreffend eröffnet. Daran kann und möchte ich auf jeden Fall für mich selbst anknüpfen und in dieser Hinsicht weiterdenken, weiterhin an mir arbeiten, obwohl der Auslöser selbst ruht. Einen wesentlichen Anteil an diesen Türen hat unter anderem auch dieses Forum oder viel mehr die Menschen, die mir hier ihre Gedanken zu meinem Thema aus ihrer Perspektive mitgeteilt haben. Dafür bin ich dankbar.

Viel wichtiger, und völlig ausreichend, erscheint mir die Botschaft "wir sind da, wenn du uns brauchst".

Danke. Danke.

S{a6ldo


esta1

"Auch mal einen merkwürdigen Therapeuten" zu haben, das soll nicht, aber kann passieren. Aber gleich so oft wie bei Funkel? Da kann sie sich in meinen Augen schon fragen, was ihr Anteil ist. Und käme dann bei der Suche nach der Antwort ihrem Kernproblem viel näher, als ihr anscheinend lieb ist. Das denke ich.

Gerne nochmal: das Verhalten ihres Therapeuten ist unprofessionell, da brauchen wir gar nicht zu diskutieren, ich bin da ja völlig bei euch. Aber wer sagt denn, dass der Therapeut selbstgefällig ist? Der Mann ist ja auch nur ein Mensch mit seinen Fehlern. Und Funkel gegenüber vielleicht sogar hilflos, weil er auch nicht mehr weiter weiß in seiner Situation?

Kleio

Ich habe eine Therapie immer als Verarbeitung gesehen, nicht als eine Sache, die permanent läuft. Vielleicht gehe ich da zu technisch heran, aber ich habe für mich eine Therapieform gefunden, die meine Probleme aufgelöst hat. Weil ich weiter gesucht habe, mich ändern wollte und offen dafür war. Ich sehe heute, dass ich auch eine ganze Zeitlang um einen schwarzen Kasten herumgetanzt bin. Für mich waren all die anderen die Geisterfahrer. Aber es geht, man kann es schaffen, seine Dinge aufzulösen. Und da sehe ich eben - im Vergleich mit unserer Freundin - den Status von Funkelstein. Und ich weiß einfach (und - JA - das ist letztendlich auch nur eine Behauptung von mir) dass sie es schaffen kann. Dass es jeder schaffen kann. Und dass das eigentlich der Sinn und das Ziel einer jeden Therapie ist - die Heilung.

Individualist

Warum also so eine kategorische Pauschalaussage?

Weil ich - offensichtlich anders als Du - Funkelstein nicht mit Samthandschuhen anpacken möchte. Ich denke, das wird ihr nicht gerecht und das nehme ich mir als freier Mensch einfach heraus. Ich denke, es hilft ihr nicht, ihr nach dem Mund zu reden. Gerade bei Dir weiß ich, dass Du letzteres nicht tust, aber ich möchte deutlich machen, was meine Meinung dazu ist. Und ich verstehe dieses Forum so, dass Funkelstein auch danach fragt.

Und für mich ist es schon lange kein Tanzen um den heissen Brei "Mein Therapeut benimmt sich unprofessionell" sondern geht weiter. Ich meine, immerhin begleiten wir Funkel hier ein Stückchen in ihrem Leben und da hätte ich auch ganz gerne meine Meinung gesagt und gehört. Sie selbst denkt folgendes darüber:

Das macht nichts, denn auch auf diese Weise bekomme ich Impulse oder höre Meinungen, die mir so vielleicht gar nicht begegnet wären.

Ich sage, man muss sie fordern, damit sie Fragen wie diese hier angeht:

Mit gewissen Dingen bin ich einfach sehr, sehr, sehr zurückhaltend, manches tarne ich und verstecke ich vor meinem Umfeld. Oft kostet das viel Kraft und belastet auch sehr. Dennoch möchte ich es nicht anders haben. Ein großer Konflikt zwischen zwei Positionen in mir, den ich bisher noch nicht ausfechten konnte.

Sie redet nämlich sehr häufig davon, dass sie sich Gedanken über etwas bestimmtes machen muss und will, dass sie eine Überlegung für interessant hält und ihr nachgehen will.

Aber gab es da irgendeine Erkenntnis, an der sie uns hat teilhaben lassen?

Ja, ich bin da frech und kategorisch und sage: wenn es diese Erkenntnis gegeben hätte, dann wüssten wir das. Da wir nichts in der Richtung von ihr gehört haben, schiebt sie diese Dinge vor sich her wie offensichtlich noch ein paar andere Sachen.

Diesen Ansatzpunkt, "permanenter Energieschub" anstatt "Beseitigung des Energielochs", habe ich allerdings noch nicht intensiver überdacht. Ich finde deine Überlegung sehr interessant, vielleicht weil darin sehr viel Wahres liegen könnte.

Wenn sie denn so viele Ansatzpunkte hat, was liegt näher, als sie zum Gesprächsthema zu machen? Ich sage auf keinen Fall, dass sie das nicht tut.

Aber mein Gefühl ist, dass sie genügend Antworten und Ansatzpunkte bekommt, aus denen sie nicht genug macht. Und es könnte sein, dass sie das nicht tut, weil sie im Inneren Angst vor der Beantwortung hat. Und deshalb tanzt sie weiter um den Kasten.

So wie das viele Menschen in Therapie tun, die sich (und dem Therapeuten) etwas vorspielen.

Ich hab das auch 2 Jahre gemacht. Das kann man ewig treiben.

Ich bin mir selbst so böse, dass ich so viel Energie und Gedankenkraft darein investiere und mich das scheinbar mehr mitreißt, als ich gerne hätte. Darum geht es für mich eher. Ich fühle mich ausgetrickst und verspottet.

Das kenne ich.

Irgendwo in mir, habe ich eine Menge Gefühle und ich musste einen Weg finden, die in den Griff zu bekommen und im Zaum halten zu können. Es mag sich anhören, als wäre ich ein Kontrollfreak, aber ich will vermeiden, von meinen eigenen Gefühlen überrannt zu werden.

Da war ich auch mal.

Es kostet sehr viel Mut, sehr viel Kraft und Energie, manchmal auch Nerven und Tränen wieder von vorne, quasi bei Null, anzufangen.

Nur dann, wenn man nicht wirklich weit gekommen ist auf seinem Weg.

Für mich weiß ich, dass ein Neuanfang für mich mehr Schaden anrichten, als Nutzen haben und Hilfe sein könnte.

Nur, wenn Du Angst haben musst, dass Du den selben Mist nochmal vor Dir hast, den Du schon erlebt hast. Aber das hängt auch immer an Dir. Ich weiss, das ist jetzt leicht daher gesagt, aber ich habe beide Seiten erlebt.

Spaldxo


Himmel, eigentlich bin ich davon überzeugt, dass ich mir nichts vormache und immer, immer, fast immer aktiv an mir arbeite. Und nun kann ich mich nicht entscheiden, was mich mehr verunsichert: dein Beitrag oder viel mehr die Tatsache, dass ich mich von einem Beitrag von jemanden, der nur Fragmente von mir kennt, verunsichern lasse.

Ich glaube, dass hier drin viel Wahrheit steckt und es Dich deshalb so trifft.

Bei allem Respekt, ich empfand deine Aussage als ein unüberlegtes zu nahe treten deinerseits.

Entschuldige, das war nicht meine Absicht. @:)

Dennoch hoffe ich, dir nun nicht zu nahe getreten zu sein.

Mach Dir da mal keine Gedanken, die Zeiten sind vorbei. ;-D

Bist du dir sicher? Woran kannst du das festmachen? Welche Erfahrungswerte hast du?

Ja. Nur an mir und meiner Frau. Nur meine eigenen - und die meiner Frau.

Äääh, ja, und die Erfahrungswerte, zu sehen, wie viele Menschen dort stehen, wo ich mal stand. Und dass diese Menschen heute die gleichen Probleme haben, die ich nicht mehr habe. Warum sollen die es nicht auch schaffen können?

Das einzige ist, dass eine Atemtherapie, wie ich sie gemacht habe, nicht für alle die richtige Therapieform sein muss.

Leider. :°(

e.stqax1


** Saldo,Funkelstein

Aber wer sagt denn, dass der Therapeut selbstgefällig ist? Der Mann ist ja auch nur ein Mensch mit seinen Fehlern. Und Funkel gegenüber vielleicht sogar hilflos, weil er auch nicht mehr weiter weiß in seiner Situation?

ich weiß nicht vielleicht stecke ich zuviel in meinen eigenen erfahrungen fest. aber ich finde therapeuten müssen drüber stehen über situationen und wenn sie fehler machen müssen sie sich dafür entschuldigen. oder sie müssen zugeben das sie hilflos sind. ich bin da sehr streng man vertraut sich diesen leuten an, und dann heißt es "das sind eben auch nur menschen" und man muss wieder selbst sehen wo man bleibt. und das fällt mir schwer zu akzeptieren, weil sie auch geld dafür bekommen, dafür das es um den patienten geht und nicht den therapeuten. und der therapeut von funkel sollte doch wohl so viel selbstreflexion besitzen um zu wissen das er sch.... gebaut hat und sich dann nicht zu entschuldigen, finde ich mehr als selbstgefällig.

funkelstein: ich habe das gefühl mich macht das verhalten deines therap. wütender als dich ;-) .

wahrscheinlich sollte man in zwischenmenschl. konflikten immer sehen wo der eigene anteil liegt. eigentlich wollte ich mit meinem beitrag sagen der thera hätte sich bei dir entschuldigen müssen und ich finde man darf so ein verhalten nicht durchgehen lassen!!!!

EMnerg;yxa


@ Funkelstein:

Bei mir war es so, dass ich nach der gutachterlichen Beurteilung zuerst schockiert war, überhaupt eine spezielle Persönlichkeit zu haben, die ich nicht mal als Begriff kannte, denn ich dachte, ich sei als einzige wirklich normal und stände eben mit beiden Beinen im Leben. Ich fühlte mich sogar in gewisser Weise den anderen überlegen, weil ich so viel überstanden hatte, unbeschadet, wie ich annahm. Doch dann beschäftigte ich mich mit der Materie, las Fachbücher dazu und nahm das Gutachten für mich an. In einer dritten Phase kam es wieder zu einer Abstoßung dessen, ich fand mich nicht in allen Einzelheiten wieder. Und jetzt auf einmal erkenne ich auch diejenigen Eigenschaften des Gutachtens in mir, die ich vorher abwies.

Doch liegt sehr viel Arbeit dazwischen. Ich musste meinen eigenen Motiven auf den Grund gehen, denn ich verdränge sehr gut und funktioniere. Es ist sogar so, dass ich recht glücklich sein kann, auch wenn gerade etwas Schlimmes in meinem Leben abläuft, weil ich das supergut wegpacke – egal ob nun in geschnürten Päckchen, schwarzen Kästen oder Schubladen.

An dieser Stelle machst Du Dir etwas vor. Geht es nun um das Bild, ob Schubladen oder Kästen? Du möchtest einfach nicht schlecht dastehen, Dich nicht klein sehen. Aber darum geht es nicht. Es geht allein um Deinen persönlichen Fortschritt und Deine Selbst-findung, was Dich weiterbringt. Uns kann es egal sein.

Macht es Dich nicht stutzig, dass hier so viele merken, wie sehr Du neben Dir selbst und Deiner Gefühlswelt stehst, die Du analytisch reflektierst, aber nicht mehr richtig fühlst? Und das sagt nun jemand, dem genau diese Diagnose gestellt wurde. Wenn also sogar jemand wie ich das bei Dir auffällig findet, dann solltest Du Dir wirklich mal Gedanken machen.

Es wird gesagt, dass derjenige, der schreit, weniger in Gefahr ist als derjenige, der bewusstlos daliegt und nichts mehr fühlt. Derjenige, dessen Bein noch schmerzt, hat wenigstens noch ein Bein, das er spürt. Aber was ist, wenn das Bein gelähmt ist, nicht mehr spürbar? Also keine Schmerzen – weg damit – ist dies das wahre Glück, sich selbst nicht mehr zu fühlen?

Ich kämpfe gegen die Verlockung, denn ich weiß, wie glücklich ich mich fühle, wenn ich das alles wegpacke. Aber damit löse ich nichts. Also bleibe ich dran, auch wenn es mir enorm widerstrebt. Nur möchte ich eben auch irgendwo beziehungsfähig werden. Meine Mutter ist schon alt, mein Vater tot, die Kinder werden flügge, ich bleibe allein zurück, ich möchte noch etwas aufbauen, nicht immer nur Therapeuten, Ärzte und Beamte als Bezugspersonen haben neben meiner Familie, ich möchte raus aus diesem goldenen Gefängnis, das ich mir als Schutzbunker gebaut habe.

Ich wäre zwar nicht total unglücklich so allein, aber irgendetwas in mir fürchtet sich vor diesem Glück, das so gut verdrängt. Es macht mich unflexibel, unbeweglich, starr, in mir erstarrt, rein logisch und mechanisch, leer, auch wenn ich sie mit diesem Entlastungsgefühl der Verdrängung fülle.

Na ja, es ist Deine Entscheidung. Ich würde wohl auch keinen Therapeuten mehr haben wollen, zumindest für eine Weile. Ich suche das auch im sozialen Umfeld, dieser Tipp ist gut. Es braucht nicht umbedingt eine Therapie zu sein.

Ich frage mich, was Du denn nun konkret hier gelernt hast für Dich. Du hast Dich sehr allgemein ausgedrückt, auch wieder reflektiert, als würdest Du diesen Sachverhalt von außen beobachten und ihn dann in Dein Erinnerungsarchiv schieben.

Ich liebe es übrigens zu archivieren. Ich schreibe alle meine Träume auf und lese sie hin und wieder, um meinen verdrängten Motiven auf den Grund zu kommen, das ist eine richtige Dedektivarbeit.

Ich kann Dich verstehen, wirklich. Aber ob es richtig ist? Ich weiß nicht. Nur eines hab ich begriffen: Es kommt alles wieder, bis man es gelernt hat, immer wieder dieselbe Lektion. Und ich persönlich möchte nicht ewig in der ersten oder zweiten oder dritten Klasse bleiben. Ich möchte mich weiterentwickeln, für mich. Egal, ob das nun Schubladen oder ganze Schubkarren und Möbellieferwagen sind. Es ist meine Entscheidung, ich tue das für mich. Ich bin es mir wert.

Dieses Verdrängen macht süchtig, es ist ähnlich wie die Magersucht, ein Gefühl der Überlegenheit über das Leben, weil der Verstand das alles dirigiert und das Funktionieren aufzwingt. Es fühlt sich machtvoll an und verdrängt die Angst zu versagen oder sich schlecht zu fühlen. Ich kenne das nur zu gut. Deshalb wollte ich die Angst als Ursache für dieses Verstandesregime lange nicht erkennen. Denn ich fühlte mich ja mächtig mit dem Verstand als Waffe. Aber wie sagt man: Es bewaffnet sich nur jemand, der sich schutzlos fühlt und Angst hat. Normal wäre, sich frei zu bewegen, ohne die Rüstung der Logik.

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