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Den Vorstellungen der Eltern nicht entsprechen

g'el!b und gxut hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe seit längerem ein Problem, obwohl ich eigentlich weiß, dass es eigentlich kein Problem sein sollte. Ich halte nichts von großen Lebensplanungen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sowieso alles anders kommt.

Nun komme ich aus einer recht konservativen Familie, "es gehört einfach dazu", dass man z.B. heiratet, ein Häuschen baut, ein paar Kinderchen bekommt usw. Ich liebe meine Familie sehr, sie sind mit sehr wichtig und ich will sie nicht enttäuschen, aber es würde mich schlicht umbringen, wenn ich z.B. in einem weißen Reifrockkleid mit Blaskapelle usw heiraten müsste. Das wäre nicht meine Art. Meine Mutter würde es sich so sehr wünschen und ich würde es ihr so gönnen, aber ich kann doch nicht etwas machen was ich nicht will, nur um meiner Familie eine Freude zu machen.

Weiter geht es mit dem Kinderkriegen. Ich bin Anfang 30 und habe nicht vor in den nächsten 2 oder 3 Jahren ein Baby zu kriegen, einfach weil ich mich noch nicht bereit dazu fühle. Ich habe noch keinen richtigen Job und möchte vorher auch noch andere Dinge regeln. Obwohl ich seit Jahren einen Freund habe, plane ich zumindest nicht in näherer Zukunft zu heiraten oder ein Baby. Ich würde mich gerne für beides "spontan" entscheiden, dafür oder dagegen....was die Zukunft eben bringt. Meine Eltern wünschen sich aber so sehr ein Enkelkind. Ich habe das Gefühl, das ist so eine Art "Lebensziel" von ihnen, ihren kleinen Enkel zu verwöhnen usw. Sie bedrängen mich nicht dirket, aber merke dann doch die Enttäuschung, wenn ich sage, dass ich jetzt noch nicht will. Es ist jetzt schon soweit, dass ich wirklich Angst vor meiner eigenen Zukunft habe, Angst davor alles falsch zu machen, meine Eltern zu enttäuschen.

Ich bin Einzelkind und somit habe ich mir noch mehr Druck. Sie haben nur mich.

Ich weiß, dass ich mein eigenes Leben leben muss und mache das ja auch. Aber es bleibt immer der Druck (mal mehr mal weniger) diesen Wünschen entsprechen zu müssen / sollen... %:|

Wie kann man diese Kluft umgehen? Geht es jemandem genauso wie mir?

Antworten
H@appy DBanana


Ich entspreche auch nicht immer den Erwartungen meiner Familie, aber das ist mir inzwischen sowas von bugi.

Zu deinem Problem, vielleicht wäre es besser wenn du denn Kontakt zu deinen Eltern etwas ruhen lässt? Vielleicht kannst du dich dann selbst besser kennen lernen. Wer bin ich, was will ich, wohin möchte ich? Lass dich auf keinen Fall von deinen Eltern drängen. Und wenn sie noch 10 Jahre warten, dann ist es eben so. Das ist DEIN Leben.

Und wie du heiratest liegt ja nun echt komplett bei dir und deinem Freund, wenn ihr es überhaupt möchtet. Da haben deine Eltern gar nichts zu melden. Lass dich bloß nicht breit schlagen. Das soll dann DEIN großer Moment sein und nicht der deiner Eltern.

Szetzien6


Hallo gelb und gut,

mir ging es viele Jahre genauso wie dir. Auch ich stamme aus konservativem Elternhaus, wobei ich das Glück habe, noch Geschwister zu haben. Ich bin allerdings das Nesthäkchen, was bedeutet, dass ich doch bitte alle Erwartungen erfüllen soll, die meine Geschwister nicht erfüllten.

Sie waren mit meinem Studienwunsch nicht zufrieden und mit meinem Lebenswandel schon gar nicht. Heute habe ich einen 30 Jahre älteren Partner, habe freiwillig meine Verbeamtung auf Lebenszeit ("Tod auf Raten") ausgeschlagen, habe keine großen Pläne für die Zukunft außer da zu sein und lebe vor mich hin, einfach alles ausprobierend und ohne feste Maßstäbe. Das alles war für meine Eltern lange Zeit der Supergau und ich kann nicht leugnen, dass sie sich nicht eigentlich immer noch wünschten, ich würde die Sache mit Kind, Kombi, Eigenheim und Beamtenstatus vollbringen. Mittlerweile haben sie aber begriffen, dass ich ihre Erwartungen einfach nicht erfüllen will und kann und sie haben es akzeptiert. Außerdem haben sie gemerkt, dass es mir seither wesentlich besser geht.

Wichtig ist es meines Erachtens, dass man vernünftig miteinander redet und sich erklärt ohne sich zu rechtfertigen. Ich habe meinen Eltern immer wieder ganz ruhig gesagt, dass es mich sehr unglücklich gemacht hat, früher ihren Idealen nachzueifern, die so gar nicht meinem Wesen entsprechen.

Kannst du deinen Eltern nicht ganz ruhig sagen, dass dein Lebensweg dich so wie er ist viel eher erfüllt und er viel eher zu dir passt, als der von ihnen Gewünschte?

Was passiert ihnen denn dadurch, dass du deinen Weg gehst?

g]elb 7und guxt


danke euch für eure Antworten!

Das mit der "weißen" Hochzeit flammt nur noch manchmal zum Glück auf, das haben meine Eltern schon fast gefressen. Fassen können sie es nicht und die Hoffnung haben sie glaub ich auch noch nicht aufgegeben, dass ich zur Vernunft komme. Das mit dem Baby war jetzt kürzlich schlimm aktuell, weil ich mir demnächst eine Kupferspirale einsetzten lassen will. Da ging es wieder los "oh Gott lass doch die Spirale in deinem Alter weg, dann bekommen wir Enkel. Wann willst du denn Kinder bekommen, wenn du dir jetzt noch die Spirale legen lässt...wenn es dann Ende 30 nicht mehr klappt mit dem Baby..." usw.

Meine Eltern sind total kinderlieb und -fixiert, es wäre glaub ich ihr schlimmster Alptraum, wenn ich nie ein Kind bekommen würde. Und ich mag ja evtl. auch mal eins, aber dieser Druck ist wirklich manchmal unausstehlich. Ich würde mir so sehr wünschen, dass ich Gechwister hätte die sämtliche "Wüsche" schon durch hätten.

Meistens macht mir das wenig aus, aber heute bin ich irgendwie besonders labil und könnte echt grad heulen.

@ Setzen6

Kannst du deinen Eltern nicht ganz ruhig sagen, dass dein Lebensweg dich so wie er ist viel eher erfüllt und er viel eher zu dir passt, als der von ihnen Gewünschte?

das mit dem Baby ist halt so ne Sache, momentan geht es einfach gar nicht von der Situation her. Aber das wird sich ändern und dann habe ich nur noch Angst: Angst ein Baby zu kriegen, vor der Verantwortung usw. Angst kein Baby zu kreigen und meine Eltern zu enttäuschen, ihnen die Möglichkeit zu nehmen Großeltern zu sein, und auch mir das "Mutterglück" zu verwehren. Angst einfach mich falsch (wie auch immer) zu entscheiden.

Meine Eltern hätten glaub ich kein Problem wenn ich sagen würde " in 3 Jahren kommt die Spirale raus und dann versuche ich 3 Kinder zu bekommen." Aber das kann ich einfach nicht.

Was passiert ihnen denn dadurch, dass du deinen Weg gehst?

über "meinen" Weg bin ich mir ja auch nicht im Klaren. Ich habe sozusagen keinen Weg und lebe so von Woche zu Woche.

Ich würde meine Eltern sehr traurig machen und das will ich nicht. Das haben sie auch nicht verdient :-(

BEa"lynxdis


Ich würde meine Eltern sehr traurig machen und das will ich nicht. Das haben sie auch nicht verdient

Denkst du nicht, das es deine Eltern auch sehr traurig machen würde, wenn sie wüssten wie es dir mit der ganzen Situation geht? Es ist nicht deine Aufgabe deine Eltern glücklich zu machen. Du musst dich selbst glücklich machen. Solange du nur daran denkst, die Wünsche von Anderen zu erfüllen, kannst du nicht glücklich werden.

cmolti4s li}sa


oh jee ...

haben deine eltern auch ihre eltern gefragt, wie sie leben sollen?

ich passe auch nicht in das schema meines erzeugers ... sein problem :=o

geschieden, 2 kinder, dementsprechend mit einem gehalt wenig geld ... also bitte, das geht doch nicht :-o

das geht prima und ich leben MEIN leben und nicht das bild, das er hat.

meine kinder werden nun auch langsam flügge (19 und 23). was wünsche ich mir für die beiden ... einen beruf, der ihnen spass macht, einen partner, mit dem sie glücklich sind (schön wärs natürlich, wenn ich mich mit ihm/ihr auch gut verstehe – aber das ist nun mal nicht meine entscheidung. enkelkinder? wenn ich mal welche bekommen sollte (also zur langfristigen lebensplanung gehören für beide durchaus kinder) – schön :-), wenn nicht ... auch das ist nicht meine entscheidung und ich werde den teufel tun und dann sagen "du musst aber ...."

zum thema hochzeit (das hatten wir gerade bei meiner tochter, sie und ihr freund haben da mal ein wenig rumgesponnen): wenn sie denn heiraten wollen – gerne, wenn nicht – auch ok. zum glücklich sein brauchts keinen trauschein. und wenn die spinnereien wirklich in die tat umgesetzt werden sollten, heiraten die beiden in schwarz/gelb ;-D

Szunfl|ow~er_7x3


Mir geht's genauso. Bin 39, seit 6 Jahren mit dme Studium fertig, noch in einer Weiterbildung = im Beruf noch nicht so ganz angekommen. Ebenfalls Einzelkind. Seit 2 Jahren Single.

Meine Eltern träumen auch von Enkelkind, Traum-Schwiegersohn, usw. Bis vor einiger Zeit konnte ich mich gut wehren, da gleichaltrige Kinder von Bekannten meiner Eltern in ähnlicher Lage waren. Leider häufen sich seit einem Jahr Hochzeiten (zum Glück eher unkonventionelle!) und Geburten. Tja...

Ich hab's bislang immer mit Humor genommen, hatte vor einigen Wochen aber ein grundsätzliches Gespräch. Wo ich meinen Eltern klargemacht habe, dass ich ihre Wünsche wahrnehme und auch verstehe, dass sie mich glücklich sehen wollen (im Rahmen ihrer konventionellen Lebenseinstellung). Dass das aber nicht unbedingt MEIN Ziel ist, ich momentan halbwegs glücklich bin. Und mein Leben nicht nach ihren Wünschen gestalten kann. Zumal ich ja nichts mache, was irgendwie "peinlich" für Eltern wäre. Ich bin nicht die totale Enttäuschung, aber erfülle die Wünsche auch nicht völlig.

Kurzum:

Sie wissen, dass es mir um MEIN Glück geht. Ich sie nicht bewusst verletze/enttäusche, aber sie mir nichts aufzwingen können. Seither ist Friede. Und meine Ma erfreut sich gelegentlich an den Enkelkindern von Bekannten. ;-)

Ich finde, dass wir UNSER Leben müssen. Und mit einer Entscheidung gegen Kinder, gegen klass. "Traumhochzeit" ja niemanden bewusst verletzen. M.M.n. sieht es anders aus, wenn man Eltern traurig macht/verletzt. Da gehört mehr direkte Absicht zu. So sind es einfach nur unterschiedliche Lebensentwürfe... Die sich ändern können (wobei ich NIE klassisch in Weiß heiraten werde... das Kinderthema ist da bei mir schon heikler, da ist mittlerweile selber ein deutl. Wunsch da!).

g~elb u5ndx gut


Denkst du nicht, das es deine Eltern auch sehr traurig machen würde, wenn sie wüssten wie es dir mit der ganzen Situation geht?

ja das wäre ganz schlimm für sie, sie lieben mich auch wirklich abgöttisch.

Ich denke genauso wie ihr, rational ist mir das klar. Aber dieser Druck geht trotzdem nicht weg.

B*ar(celMoneyta


Aber das wird sich ändern und dann habe ich nur noch Angst: Angst ein Baby zu kriegen, vor der Verantwortung usw. Angst kein Baby zu kreigen und meine Eltern zu enttäuschen, ihnen die Möglichkeit zu nehmen Großeltern zu sein, und auch mir das "Mutterglück" zu verwehren. Angst einfach mich falsch (wie auch immer) zu entscheiden.

Wenn diese Erwartungen schon die ganze Erziehung überschattet haben, dann wundert es mich nicht, dass du jetzt Angst vor wichtigen Entscheidungen hast – deine Eltern haben dir dann ja keine Sicherheit vermittelt.

Ich würde versuchen, mich bestmöglichst abzugrenzen. Wer Kinder kriegt, muss damit Leben, wenn sie nicht den Wünschen entsprechen – dafür sind sie nunmal auch nicht da! Zumal du nicht vergessen solltest, dass du damit einen Fehler ausbadest, den deine Eltern selbst gemacht haben: Niemand hat sie gezwungen nur ein Kind zu kriegen. Wenn ihnen all diese Dinge so wichtig sind, hätten mehr Kinder ihre Chancen auf Enkel wohl vergrößert (wenn auch nicht gesichert). Dass sie alles auf eine Karte gesetzt haben, ist schlicht nicht dein Problem!

M+anvdy68


Für deine Eltern mag es schlimm sein keine Enkelkinder zu bekommen, aber glaub mir auch Geschwister die schon welche hätten, würden die Situation nicht ändern, außer, dass Kinder da wären. Ich habe 7 Geschister und jeder hat früh geheiratet und Kinder bekommen, teilweise Häuser gebaut u.s.w. Ich war die einzigste, die alles anders gemacht hat. Ich habe erst mit 39 fast 40 geheiratet, habe bis zum heutigen Tag keine Kinder und meine Eltern haben trotz 13 Enkelkinder an allem rumgemäkelt was ich gemacht habe. Ich bekam immer gesagt, was ich angeblich nicht kann. Dass ich nichts schaffe usw. Ich habe beruflich viel ausprobiert um mich selbst einfach orientieren zu können. Da ich nicht das gemacht habe was meine Mutter für richtig fand, kannst du dir vielleicht vorstellen, was ich mir alles anhören mußte.

Meine Konsequenz war, dass ich den Kontakt zu meinen Eltern komplett abgebrochen habe. Dann erst ging es mir besser.

Ich sage jetzt nicht, dass du das auch tun sollst oder musst. Es war nur für mich die einzigste Entscheidung die noch möglich war. Jetzt bin ich erst recht die böse, unddankbare Tochter, mir ist das schnurz. Mir geht es so wie ich lebe gut. Meinen Mann habe ich geheiratet, weil ich es wollte und nicht, weil Leute da waren, die ihren Senf meinten dazu geben zu müssen, die die es versucht haben, habe ich unmissverständlich gesagt, dass das mein Fest ist (mein Schwiegervater hat auch gedacht, dass er "Vorschläge" machen muss).

Den Vorschlag von Happy Banana ist gar nicht so schlecht, zieh dich etwas zurück, ordne deine Gedanken und rede mit deinen Eltern ehrlich. Sag ihnen wie sehr du darunter leidest, so unter Druck zu stehen. Ich bin sicher, dass sie das akzeptieren können, auch wenn es sie traurig machen sollte. Du lebst dein Leben und nicht das Leben von anderen.

g~el b un{d gxut


aber glaub mir auch Geschwister die schon welche hätten, würden die Situation nicht ändern

ich glaub schon, dass mir das helfen würde. Bei meinen Eltern ist das eher existentiell. "ich werde vielleicht NIE Oma oder auf der Märchenhochzeit meiner Tochter Walzer tanzen" usw., so nach dem Motto. Wenn zumindest ein Enkel da wäre, wäre sie ja Oma und hätte "Beschäftigung".

Wenn ich das nicht so hinkriege, fühle ich mich irgendwie "schuldig". Das ist Blödsinn, ich weiß, aber ich kann es nicht ändern. Momentan zumindest nicht.

Und dann zweifle ich selbst, ob dieser konservative Weg nicht doch besser wäre...da habe ich dann echt die unteste Stufe erreicht. Das kommt zwar selten vor, aber immer wieder...."wäre es nicht DOCH besser, bescheuert heiraten, Haus bauen, Kinderlein." Bis jetzt waren das nur kurze Phasen und ich hoffe es bleibt dabei.

Dazu kommt ja eh, dass ich meinen Freund nie in eine Kriche bringen würde, das wissen meine Eltern natürlich auch nicht, da geht's dann weiter.

Es beruhigt mich zumindest, dass ich nicht alleine mit dem Problem bin ;-)

M=andyx68


Verstehe, aber wenn du dich nicht klar gegendeinen Eltern positionierst, wirst du dieses Problem immer haben. Wohin soll das führen?

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