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Ich weiß nicht, was mir fehlt

pFuzzSleDkey hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich habe mich soeben hier angemeldet und dachte, dass ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt. Habe schon öfter mal Beiträge aus diesem Forum gelesen und eigentlich sah es bisher immer ganz vielversprechend aus ;-)

So, und jetzt zu meinem Problem, weswegen ich hier bin: Ich habe das Gefühl, dass ich nie mit meinem Leben zufrieden sein oder jemals glücklich werden kann. Das große Fragezeichen an der Sache ist, dass ich nicht weiß, was mir fehlt, damit es mir besser geht. Ich glaube, ich bin ein Mensch, der ziemlich unsicher ist. Vor allem habe ich Angst alleine zu sein. Dabei habe ich einen tollen Freund, mit dem ich sehr glücklich bin und ich weiß, dass er mich liebt. Noch nie zuvor hab ich so viel für einen Menschen empfunden wie für ihn. Wir schmieden auch schon Zukunftspläne. Allerdings fühle ich mich direkt einsam und verlassen, wenn ich mal an einem Abend alleine zuhause bin. In der Uni bin ich außerdem auch nicht unbeliebt, aber irgendwie reicht es mir auch dort mit den Leuten nett zu reden. Eine tiefere Freundschaft will (oder kann?) ich nicht. Besonders unter vielen Leuten fühle ich mich manchmal etwas verloren. Wenn ich unterwegs bin, will ich meistens einfach nur nach Hause und meine Ruhe haben, aber sobald ich da angekommen bin ist da wieder diese Leere in mir. Dennoch habe ich dieses Gefühl weg zu wollen nicht, wenn ich mit meinem Freund zusammen bin. Besonders schlimm ist es für mich, wenn ich bei meinem Freund war und ich mich von ihm verabschiede bzw. nach Hause fahre. Ich muss dann einfach nur heulen bei dem Gedanken gehen zu müssen. Das Krasse daran ist, dass ich das nicht mal unterdrücken kann. An Tagen an denen es mir besonders schlecht geht, fange ich selbst morgens in der Bahn an zu weinen und kann nicht mal sagen, wieso. Generell muss ich eigentlich ständig heulen und kann das auch nicht in der Öffentlichkeit oder vor anderen verbergen. Wenn ich gefragt werde, was ich habe, kann ich dann natürlich keine Antwort geben, weil ich es selbst nicht weiß, wo genau das Problem ist. Die Leute denken schon, ich will was vor ihnen verheimlichen oder so.

Desweiteren finde ich kurios, dass ich dieses Gefühl von Traurigkeit zeitweise vergesse. Bei einem lustigen Abend mit ein paar netten Menschen und meinem Freund geht es mir richtig gut. Auch in der Uni blühe ich manchmal förmlich auf und die Leute haben Spaß mit mir. Ansich ist das ja etwas Gutes, allerdings habe ich das Gefühl, dass dieses gute Gefühl bei mir schon zu gut ist. Ich drehe dann eigentlich richtig auf und lache schon übertrieben viel. Ein paar Bier getrunken zu haben bringt eigentlich so ziemlich das gleiche Gefühl. Und wenn so ein lustiger Abend dann vorbei ist, dann kommt in mir wieder die Leere zum Vorschein und es tut dann irgendwie noch mehr weh.

Niedergeschrieben sieht mein Problem recht banal aus fällt mir gerade auf ...

Aber ich versuche an mir zu arbeiten und hoffe, ihr könnt mir vielleicht helfen. Ich danke allen, die sich die Mühe gemacht haben, meinen Text zu lesen und vielleicht versuchen mir einen Tipp zu geben, was man dagegen tun kann. Auch wenn euch vielleicht kein direkter Rat einfällt, freue ich mich über jedes liebe Wort :)

Antworten
eElamvaxr


was machst du denn so mit dir? genießt du deine anwesenheit?

g%wend*o+lynxn


Besonders schlimm ist es für mich, wenn ich bei meinem Freund war und ich mich von ihm verabschiede bzw. nach Hause fahre.

Meinst du, nachdem du bei ihm übernachtet hast und morgens auf dem Weg zur Uni bist?

g?wendkolynn


Nee, steht ja da: "nach Hause".

Warum übernachtest du denn nicht bei ihm?

wAibfindxa


Hallo,

ich habe deinen Text gelesen.

Deine Gefühle und Eindrücke kamen mir ein bisschen bekannt vor.

Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Gefühle auch schmerzen und belasten können.

Wie alt bist du? Hast du Familie/Geschwister?

Trext'y


Hallo puzzlekey *:) (cooler Nick, gefällt mir)

Hmm, viel Schlaues fällt mir dazu nicht ad hoc ein, aber ich habe ein paar Fragen:

Kannst du konkret benennen, was dir fehlt, wenn du dich so leer fühlst?

Hättest du gerne mehr/tiefere Freundschaften oder passt's dir da so wie es ist?

Ich kenn so ein merkwürdiges Gefühl manchmal auch wenn ich allein zuhause bin, weiß dann nicht so recht was mit mir anzufangen. Ich versuche dem immer mit einem konkreten Plan entgegen zu wirken, so à la: "Texty, du hast jetzt zwei Stunden Zeit, sich komisch fühlen und dumm herumsitzen bringt nix, also hoch mit dem Hintern und tu was sinnvolles!" Ich mach dann entweder Sport (je nach Uhrzeit und Wetter laufen gehen oder Sit-ups etc.), erledige Haushaltszeug oder schau mir was im TV/auf DVD an und strick was, mache Musik, lese ein gutes Buch... Das hilft in der Regel ganz gut.

Manchmal hilft aber auch überhaupt nix und ich kann mich auf nix einlassen. Da "erlaube" ich mir dann die miese Laune/das Traurigsein und bin dann eben so richtig lustlos/traurig/genervt... (und heul mir dann auch gern bei einem passenden Film die Augen aus oder bin einfach mal richtig bockig und genervt, bis der Tag auch irgendwann rum ist. Am Morgen sieht's in 9 von 10 Fällen schon wieder ganz anders aus. ;-)

Ich weiß nicht, ob dir das jetzt weiter hilft, auf jeden Fall schöne Grüße! @:)

p8uzzlxekey


@ elamar:

Ich weiß nicht. Wie gesagt, an manchen Tagen fühle ich mich zeitweise ganz gut. Ich studiere auch ein Fach was mir eigentlich gut gefällt und mir Spaß macht. Ich habe auch Hobbies, allerdings tröstet mich das nicht so richtig bzw. eben nur zeitweise. Vor ein paar Jahren, als ich meinen Freund z.B. noch nicht kannte, da habe ich auch darüber nachgedacht mich umzubringen, weil ich das Leben allein als sinnlos gesehen hab. Meinen Lebenswillen habe ich wieder. Aber ich wüsste nicht, wie es wäre wenn ich meinen Freund nicht hätte.

@ gwendolynn:

Ich übernachte ja oft bei ihm und wir verbringen auch viel Zeit miteinander, aber es klappt nicht jeden Tag, dass ich bei ihm übernachte. Aber ich weiß auch nicht, ob das das Problem löst. Ich muss es ja mal schaffen, alleine zu sein.

gEw endomlTynxn


@ puzzlekey

Ich nehme an, du bist noch ziemlich jung (wegen Uni), also Anfang 20 oder so, in dem Alter war es bei mir noch ähnlich wie bei dir. Das ist auch einfach ein Lernprozess, mit dem nicht allein sein wollen oder können, das kannst du nicht erzwingen. Es kommt einfach mit der Zeit, dass man lernt, damit umzugehen.

s=upEerjmom6x4


Ich kann manches nachvollziehen – und habe dazu neulich einen tollen Artikel gelesen:

Zufriedenheit entsteht durch den Frieden in dir und mit dir selbst

Viele Menschen leiden oft an chronischer Unzufriedenheit, obwohl es ihnen an materiellem Wohlstand nicht mangelt. Sie nörgeln, jammern, klagen und beschweren sich über Andere und über das Leben selbst. Aber sie übersehen, dass sie mit sich selbst im Krieg liegen bzw. vieles an sich und ihrem Leben verurteilen, was sie doch selbst erschufen, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Um zu Glück und Zufriedenheit, Harmonie und innerem Frieden und Freude am Leben zu finden, dürfen wir unserer innere Befindlichkeit, den Signalen und Symptomen unseres Körpers, unseren grundlegenden Gedanken über uns selbst und über das Leben und ganz besonders unseren Gefühlen liebevoll unsere Aufmerksamkeit und Zeit schenken.

Bevor sich etwas im Außen ändern kann, braucht es eine Veränderung im Innen. Und diese beginnt mit Wahrnehmen und Beobachten was jetzt im Moment da ist. Der zweite Schritt ist das Annehmen und Fühlen dessen, was jetzt da ist: "Alles in mir und in meinem Leben darf jetzt da sein", heißt der Schlüsselsatz. Abzulehnen, was schon da ist, macht keinen Sinn.

Alles, was da ist, gehört zu unseren eigenen Schöpfungen und diese wünschen sich von uns unsere Zuwendung, Annahme, Anerkennung, Würdigung und Liebe. Hierdurch entsteht Frieden und Zufriedenheit in uns, worauf sich auch unsere Außenwelt wandeln kann.

Autor ist Robert Betz: [[https://www.facebook.com/betz.robert]]

Auch wenn es sich hart anhört: Du musst ERST mit dir im reinen sein, zufrieden und glücklich. Erst dann kannst du auch mit anderen wirklich glücklich sein – ohne Verlustängste. Und nur dann wirst du auch eine mögliche Trennung (nach einer Zeit der Trauer) unbeschadet überstehen.

Wie man das erreicht ... tja, ich bin auch noch auf der Suche.

p,uzzSlekxey


@ wibinda:

Ich bin 21. An Familie habe ich meine Eltern und einen Bruder, der jetzt 26 ist. Allerdings habe ich zu meinem Bruder keinen Kontakt mehr. Er ist mit 16 von zuhause ausgezogen. (Falls du jetzt denkst, dass ich deswegen Angst vorm Alleinsein habe: Ich glaube, eher nicht. Vielleicht hat er einen kleinen Teil dazu beigetragen, jedoch ist er sicher nicht der Hauptfaktor) Wir haben uns ansich nie gut verstanden (wie Geschwister eben so sind) und er ist leider unter unglücklichen Umständen damals ausgezogen. Bei meinen Eltern wohne ich mittlerweile auch nicht mehr. Ich wohne übrigens in einer anderen Stadt (also ca. 1 Stunde Fahrt mit Bus und Bahn) als meine Eltern. Wir hatten nie ein besonders enges Verhältnis. Aber wir telefonieren so einmal die Woche (manchmal mehr, manchmal weniger) und ich fahre sie ab und zu mal besuchen.

@ Texty:

Konkret benennen, was mir fehlt, kann ich nicht. Allerdings werde ich das mit den mir Pläne machen/Aufgaben geben mal ausprobieren. Danke :) Und das mit den Freundschaften: Ich hätte gerne mehr engere Freunde, aber sobald ich mit mit Menschen mehr anfreunde, will ich das irgendwie nicht mehr. Irgendwie habe ich auch gemerkt, dass ich mit den meisten Menschen, wenn ich sie besser kenne, nicht mehr so viel anfangen kann bzw. merke, dass ich mit ihnen nicht auf einer Wellenlänge bin. Vielleicht klingt das jetzt komisch, aber das kommt mir alles so belanglos vor. Ich möchte mit Freunden über alles reden können und so sein wie ich bin. Vielleicht hab ich da auch "romantische" Vorstellungen, aber sowas wie eine beste Freundin hatte ich auch nie so richtig.

S>omm\er77x89


hallo zusammen, ich habe gerade euren Pfad gelesen, ich dachte ich schreib mal was ;-)

Puzzlekey, vieles von dem was du schreibst kenn ich nur all zu gut.

Das merkwürdige Gefühl das irgendetwas nicht stimmt. Ich habe das bei mir auch immer nicht verstanden, besser gesagt verstehe ich es bis heute immer noch nicht. Aber ich vermute (zu mindestens bei mir persönlich (vielleicht kannst du damit was anfangen)) das es vielleicht gar nichts ist was mir fehlt, sondern einfach nur die Befürchtung davor dass, all das was gerade in Ordnung ist, wieder (??) kaputt gehen könnte. Also ich kann meistens gar nicht richtig glauben das alles in Ordnung sein kann. Ich suche dann quasi nach einem Fehler in meinem Leben. Natürlich will ich das alles gut ist. Es sind dann immer starke Schwankungen zwischen gut und schlecht, es ist schwer die Balance zu finden. Ich denke bei mir hängt es damit zusammen das einige Zeit in meinem Leben extreme familiäre Probleme waren. Ich hatte auch oft über Suizid nachgedacht. Und seid dem habe ich den Glauben an das Gute verloren.

Ja mit den engen Freunden ist auch so eine Sache. Ich bin auch in eine neue Stadt wegen der Ausbildung gezogen, und ja ich habe auch einige neue Leute kennengelernt. Wenn man neue Leute kennenlernt ist es oft wirklich sehr belanglos, das nervt mich wirklich sehr. Denn Oberflächligkeit kann ich gar nicht haben. Aber ich denke da braucht man einfach Geduld und Willen. Man muss sich wirklich darum kümmern Menschen kennenzulernen. Also richtig kennenzulernen. Das geht nur wenn du einen Menschen regelmäßig siehst, und so gut es geht auch ein bisschen Alltag mit ihm verbringst. Man muss dann aber auch akzeptieren wenn es einfach nicht sein soll. Dann ist man einfach noch nicht den Menschen begegnet mit denen man sich wohlfühlt. Ich weiß nicht wie groß die Stadt ist in der du wohnst, aber vielleicht gibt es im Internet Foren "Neulinge in...." Mit denen fühlt man sich dann auch ein wenig verbunden denke ich. Da eben alle neu in der Stadt sind.

So gut, das war´s dann auch,

viele Grüße :)

TXe%xxty


Was du über Freundschaften schreibst, kenne ich auch sehr gut. Das "über alles reden" klappt bei den wenigsten, ich hab bis jetzt auch keine Freundin, mit der ich wirklich über alles reden kann.

Ich glaube, eine "beste" Freundin zu finden, ist mindestens genauso schwer, wie einen Partner zu finden... ;-) Nur darf man ja mehrere Freundschaften nebeneinander haben (ist bei Partnerschaften ja nicht unbedingt gegeben), was das Tolle ist! Ich hab zB eine Freundin, mit der ich super Sport machen kann, shoppen gehen und Klatsch und Tratsch austauschen, ist immer lustig mit ihr. Allerdings wäre ein philosophisches Gespräch über Gott und die Welt, den Sinn des Lebens etc. absolut nicht möglich. Mit einer anderen Freundin gehe ich gern ins Theater, Kino, in Ausstellungen und kann über Kunst, Politik, Karriere etc. diskutieren. Shoppen gehen oder einfach mal Blödsinn machen wäre mit ihr wiederum nicht drin.

Ich hab' für mich die Erfahrung gemacht, dass ein Mensch gar nicht alles abdecken kann, und ich lebe meine verschiedenen Facetten eben bei verschiedenen Freunden aus. Funktioniert auch gut – und ich muss umgekehrt bei meiner "Sport-Shopping-Spaß-Freundin" auch nicht auf Parties zu Leuten gehen, die mich null interessieren. Dafür hat sie eine andere Freundin, und wir sind beide zufrieden. 8-)

Ich verändere mich für diese Freundinnen nicht, nur kommt eben eine andere Seite hervor. Die "Sport...Freundin" weiß auch, dass ich mich sehr für Politik, Kultur etc. interessiere, aber ich muss das ja nicht mit ihr diskutieren, wenn wir beide wissen, dass sie das nicht interessiert.

Insofern finde ich eine einzige beste Freundin nicht notwendig bzw. auch unglaublich schwer zu finden.

NWicht| in Wdie6ser Wexlt


Ich las mir die Beiträge interessiert durch, da ich mich sehr gut in diesen Auf-Und-Ab Gefühlen wieder finde und vieles genau so erlebte. Mich wundert es nur, dass noch keiner das Wort Depression benutzt hat. Ich glaube nämlich, dass es schon eine gewisse Form von Depression ist und man da am allerbesten mal zum richtigen Psychologen gehen sollte, als sich selbst versuchen zu therapieren. Diese sind genau auf sowas geschult und haben das Fachwissen, was Laien aus Foren nur fachsimpeln. Was einem Fehlt kann ein Arzt einem am besten sagen und danach bekommt man vielleicht ein ganz anderes Verständnis für sich selbst und die Dinge. Und er kann einem auch helfen wieder glücklicher zu werden. So meine Meinung.

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