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Habe mich getrennt und bereue es so sehr, Panik und Depressionen

Trara2x4 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin total verzweifelt :°( . Ich (Ende 30) war bis vor 3 Monaten mit meinem langjährigen Lebenspartner (Anfang 30) zusammen (11 Jahre). Ich habe irgendwann angefangen zu zweifeln, ob ich ihn noch (genug) liebe, oder ob es nicht "nur" noch Liebhaben und viel Gewohnheit und Alltag (wenn auch wunderschöne Gewohnheit und Alltag) ist. Eine Zeitlang war ich sehr auf ihn fixiert, das wurde ihm dann etwas zu viel, er hat vorgeschlagen, dass ich mich auch mal wieder mehr mit Freundinnen treffen soll und das habe ich getan, bin viel unterwegs gewesen und tanzen gegangen. Wir haben uns als Paar immer mehr aus den Augen verloren, nichts Schönes oder Besonderes mehr unternommen, nichtmal Kino oder Schwimmen, hauptsächlich Fernsehen und DVD geschaut, essen und spazieren gegangen. Das war mir einfach auch zu wenig, ich habe Vorschläge gemacht, was wir machen könnten, aber von ihm kam nicht wirklich was, und so habe ich das dann auch gelassen und war enttäuscht und wurde unzufrieden.

Ich hatte dann - weil ich merkte, so geht es nicht weiter - vorgeschlagen, dass wir uns ein paar Tage nicht sehen, damit ich mir über meine Gefühle klarwerden könne. Er war sehr traurig, hat geweint, hatte Angst, mich zu verlieren. Als er weg war, hatte ich Panikattacken und mir ging es extrem schlecht.

Als er wiederkam, war ich so froh ihn zu sehen und so erleichtert, dass er sich nicht trennen wollte. Er hatte dann eine Paartherapie vorgeschlagen und dass wir 2 Monate abwarten, wie es dann läuft und dann in eine neue größere Wohnung ziehen. Ein total toller Vorschlag, bei dem ich aber - und dafür HASSE ich mich zutiefst! - nach erstmaligem Zustimmen doch wieder gezweifelt habe, da ich dann wieder das starke Gefühl hatte, wir schaffen es nicht bzw. es reicht bei mir einfach nicht mehr.

Ich hatte einfach ein ganz extremes Gefühlschaos meinerseits, mit dem ich ihn sehr verletzt habe. Hin und Her und wieder zwischendurch Panik bei dem Gefühl, ihn zu verlieren, so dass ich ihm sagte, ich möchte doch die Paartherapie. Natürlich sagte er irgendwann, ich würde mal so reden und dann so, und irgendwann, als ich wieder von Trennung sprach und auch von räumlicher Trennung sprach - sagte er auf einmal - völlig zu Recht! - es würde nun dabei bleiben, dass wir uns trennen, auch räumlich. Seine Gefühle wären gerade alle weg und er würde sich eine Wohnung suchen. Wir haben beide gesagt, es bringt ja so nichts, und wir möchten nicht im Streit auseinandergehen. Mir ging es erst gut damit, dann wieder sehr schlecht, und am nächsten Tag hatte ich wieder eine Panikattacke. Und keine Chance mehr, etwas zu tun, es war vorbei :°(

Nun denke ich ständig, hätte ich es doch versucht, das wäre ja wohl das Mindeste gewesen! Und ich mache mich total fertig mit diesen Gedanken. Ich gebe mir an allem die Schuld, wobei er sagt, ich hätte an nichts schuld, ich soll damit aufhören, er hätte auch mehr kämpfen können und er wäre auch nicht mehr richtig zufrieden gewesen am Ende. Wir wollten dann schauen, wie sich die Gefühle entwickeln, in getrennten Wohnungen, mit Abstand und Zeit. Wir verstehen uns immer noch sehr gut, hatten bis zuletzt ein sehr gutes Verhältnis, immer respektvoll und wertschätzend, ohne ein böses Wort. Wir haben auch noch 2 Monate zusammen in der Wohnung gewohnt, er ist Anfang des Monats ausgezogen.

Ich bin nun in unserer Wohnung, würde gerne auch umziehen, aber seit 2 Wochen habe ich starke Depressionen und Panikattacken, nehme seit knapp einer Woche Mirtazapin und Citalopram und habe heute das erste Gespräch bei einer Psychotherapeutin. Ich habe das Gefühl, mir fliegt mein Leben um die Ohren, ich habe es zerstört und merke es erst jetzt :°(

Der Grund ist der, und ich bin völlig fassungslos, dass ich das erst jetzt!! merke, dass ich ihn immer noch liebe! Als ich ihn die letzten Male gesehen habe, war ich immer extrem traurig und wollte so gern bei ihm sein, wollte, dass alles wieder gut ist. Ich dachte erst, das gehört zum normalen Verarbeitungsprozess und dass es vielleicht doch besser wäre, wenn wir uns nicht sehen.

Aber dann, bei dem letzten Treffen, habe ich ganz schmerzlich gefühlt, dass ich ihn immer noch liebe. Und ich stehe neben mir und gucke mir selbst zu. Als ob ich die letzten Monate ein völlig anderer Mensch gewesen wäre, als ob ich 3 Monate im Koma gelegen hätte und würde jetzt aufwachen! Das Gefühl kann ich einfach kaum ertragen!

Ich habe ihn dann heulend angerufen und ihm gesagt, dass ich ihn immer noch liebe, ihn so sehr vermissen würde, mich nach ihm sehnen würde und mir so sehr einen Neuanfang wünschen würde. Und ich könnte ihn nicht mehr freundschaftlich treffen, das würde mir zu weh tun. Er ging ja davon aus, dass ich nur noch Freundschaft für ihn empfinde und war total überrascht und auch geschockt, wie schlecht es mir geht, hat sich sehr große Sorgen gemacht, da er mich so überhaupt nicht kennt.

In der Beziehung war irgendwann eher ich diejenige, die viel bestimmt hat und er hat alles für mich getan, was natürlich auch nicht gut war, das haben wir beide auch gemerkt, dass das mit unser Verhängnis war, und jetzt sind die Rollen genau umgekehrt, jetzt ist er stark und ich ganz schwach :°(

Er hat gesagt, er könne im Moment dazu nichts sagen, er brauche Zeit, so in 1, 2 Monaten könnten wir nochmal sprechen. Er wäre noch nicht mal 1 Monat in seiner neuen Wohnung, er wäre noch gar nicht angekommen, und im Moment würde es nichts bringen, um ihn zu kämpfen.

Nun geht es mir eben extrem schlecht, ich hasse mich selbst, ich kann mich selbst überhaupt nicht nachvollziehen, ich merke jetzt erst, was ich alles aufs Spiel gesetzt und verloren habe. Ich meine, er war meine große Liebe, all die 11 Jahre lang, ich habe sogar eine Zeitlang viel von Heiraten gesprochen, aber er hat mir keinen Antrag gemacht und das hat mich auch traurig gemacht, ich hatte immer mehr das Gefühl, es gibt keine Weiterentwicklung.

Mit den Tabletten geht es so einigermaßen, aber noch vor ein paar Tagen hatte ich wirklich überhaupt keine Hoffnung mehr und Gedanken, die ich noch nie in meinem Leben hatte, dass ich ohne nicht mehr leben möchte und ohne ihn nicht mehr glücklich sein kann. Wie passt das denn bitte zusammen? Bin ich gestört, hatte ich eine ganz schlimme Midlife Crisis oder schon vorher Depressionen??

Ich hoffe, ihr zerfleischt mich nicht, sondern könnt mir vielleicht etwas Mut machen :°(

Antworten
EOqu=ilizxer


Eine Zeitlang war ich sehr auf ihn fixiert, das wurde ihm dann etwas zu viel, er hat vorgeschlagen, dass ich mich auch mal wieder mehr mit Freundinnen treffen soll und das habe ich getan, bin viel unterwegs gewesen und tanzen gegangen.

Ich sehe dass genau so. Wenn man sich zu sehr klammert, nimmt man dem anderen die Luft zum atmen. Bei euch war dies der erste Schritt in die Kriese.

Wir haben uns als Paar immer mehr aus den Augen verloren, nichts Schönes oder Besonderes mehr unternommen, nichtmal Kino oder Schwimmen, hauptsächlich Fernsehen und DVD geschaut, essen und spazieren gegangen.

Eine Beziehung muß gepflegt werden. Jeden Tag auf's neue. Daran müssen sich beide gleichermaßen beteiligen. Du mußt lernen die richtige Balance zu finden zwischen "nicht klammern" und "täglicher Pflege" einer Beziehung.

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