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Wie komm ich aus der Messie-Falle?

Lcebenc im Mxüll hat die Diskussion gestartet


(Achtung, lang...) Ich werde mich hier ganz offenbaren. Das Geschriebene fällt mir äußerst schwer. Ich weiß nicht, ob das hier das richtige Unterforum ist. Falls nicht, bitte verschieben.

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich echt Hilfe brauche. Vorab, ich wünsche hier keine Verurteilungen, kein "iiiiih wie eklig" und auch ein "dann räum doch einfach auf" ist auch keine Hilfe.

Ich lebe in einem sehr zugemüllten Haus. Einen Hang zur Unordnung habe ich schon immer gehabt, aber immer wieder die Kurve gekriegt und in großen Gewaltaktionen die Bude wieder halbwegs auf Vordermann gebracht. Auch mein Vater, mit dem ich zusammengelebt habe, hat zum vermüllen geneigt. Dieser ist nun vor gut 2 Jahren verstorben und ich habe das Haus geerbt.

Irgendwie habe ich total die Kontrolle verloren. Überall liegt Müll rum, meine Katzen machen überall hin. Türen lassen sich nur noch teilweise öffnen, weil so viel Unrat rumliegt. Es ist so viel, dass ich gar keinen Anfang finde. Ich trau mich schon gar nicht mehr, den Müll rauszubringen, weil es so viel ist. Das heißt, er stapelt sich in der Wohnung. Ich kann aber irgendwie auch nicht richtig anfangen. Immer wenn ich mal eine Säuberungsaktion starte, gebe ich nach kurzer Zeit sehr resigniert auf, da es völlig aussichtslos ist, das alles zu schaffen. Es gibt quasi keine freien Flächen mehr.

Was sehr problematisch ist, ist, dass das Dach undicht ist und ich eigentlich einen Klempner bräuchte, da mein Wasser nicht mehr richtig warm wird. Aber ich kann und will in das Haus keinen reinlassen. Das Grundstück ums Haus ist auch sehr verwildert. Diesbezüglich war eben der Bürgermeister bei mir und hat mir nahegelegt, dies abzustellen, da sich die Leute bei ihm beschweren. Das stellt mich vor ein großes Problem, denn weder habe ich so wirklich die Gerätschaften und die Zeit, um dies selbst zu machen, noch das Geld, um jemanden dafür zu bezahlen.

Kurz zu meiner sonstigen Situation: ich bin 36, habe einen eher schlecht bezahlten Job mit äußerst unregelmäßigen Arbeitszeiten. Bin seit 4 Jahren mit meinem Freund zusammen. Weder er noch die Kollegen auf der Arbeit wissen was von meinem Problem. Mein Freund war auch noch nie bei mir zu Hause. Ich habe große Angst, dass er mich verlässt, wenn er davon erfährt. Das wäre definitiv mein endgültiger Untergang. Ich liebe ihn über alles. Komischerweise habe ich kein Problem damit, seine Wohnung sauberzuhalten, wenn ich bei ihm bin.

Ich will so nicht mehr leben. Es muss was passieren. Allmählich habe ich mich auch wieder selbst so weit im Griff, dass ich mir zutraue, einen sauberen Haushalt auch sauber zu halten.

Am Liebsten würde ich einen Dienst kommen lassen, der die Wohnung entrümpelt und auf Vordermann bringt. Aber das kostet natürlich ein Schweinegeld, so viel hab ich nicht mal ansatzweise. Es reicht zwar zum Leben, aber groß was auf die Seite legen kann ich nicht.

Hat irgendjemand Tipps, Erfahrungen, Adressen und ernst gemeinte Hilfsangebote? Ich möchte so gern wieder ein halbwegs normales Leben führen...

Die ganze Angelegenheit ist natürlich mit einer irrsinnig großen Scham belegt. Wenn rauskommt, wie es bei mir zu Hause aussieht, bin ich gesellschaftlich geächtet. Es macht mich fertig, und dennoch finde ich keinen brauchbaren Weg da raus.

Antworten
mnoonnixght


Hast du denn schon mal an eine Therapie gedacht? Was war denn so ausschlaggebend das es so weit kommen konnte?

P}eddxi


Es gibt in jeder Stadt eine Familienberatungsstelle. Diakonie. An diese kann sich jeder wenden. Sie können vermitteln und Hilfestellung geben.

Gib mal im Internet Deine Heimatadresse und das Wort Diakonie ein.

Falls Du keinen Sucherfolg haben solltest, schreib das erneut, dann suchen wir einfach andere Suchbegriffe. :)^

Ich denke, wenn Du da anrufst, tust Du den ersten Schritt. Oder auch den zweiten, denn der erste war ja hier das Schreiben.

Alles Gute

DHie8 BluPtlinsie


ich kann zwar nichts beitragen. aber ich wünsch dir viel glück das du es schaffst :)*

Sdunflodwerx_73


Auch wenn es abschreckend klingt: Auch der sozialpsychiatrische Dienst Deines Wohnortes könnte Hilfestellung bieten. Denn du hast da ein echtes Problem – wo Scham naheliegend, aber nicht angebracht ist.

Bitte hole Dir Hilfe! Denn es geht i.d.R. um mehr als reines Ausmisten. Bei dem Dir Freunde helfen könnten. Wenn Du Dich trauen würdest, sie um Hilfe zu bitten.

L*eben@ im M:üll


Tja wie es so weit kommen konnte... das ist die große Preisfrage. Das war ein schleichender Prozess. Zunächst ganz normale Unordnung, wie sie oft bei etwas chaotischen Menschen stattfindet. Dann ein Vater, bei dem ich mit dem hinterherräumen und für ihn saubermachen nicht mehr nachkam. Als nächstes ein Jahr mit mehreren Knieoperationen, in denen ich recht wenig machen konnte und mein Vater schon aus Prinzip nichts gemacht hat.

Dazu kamen immer wieder tiefe depressive Phasen, in der in mich zu nichts aufraffen konnte und sicherlich – das geb ich zu – auch ein gutes Maß Faulheit. Ganz ausgeufert ist es dann, als mein Vater gestorben ist. Seitdem hab ich gar nichts mehr gemacht.

Die Depressionen habe ich mittlerweile im Griff, gesundheitlich geht es mir auch wieder recht gut. Mein Umfeld ist inzwischen ruhig und stabil. Jetzt habe ich den Willen und hoffentlich auch die Kraft, mich aus dem Sumpf zu befreien

Mit dem Suchbegriff Diakonie finde ich nur Suchtberatungen, was es ja nicht so ganz trifft. Eine Therapie halte ich nicht für so hilfreich. Ich brauche eigentlich nur Hilfe und Unterstützung beim Entmüllen. Dann bin ich bereit, meine engsten Freunde einzuweihen und diese um Hilfe zu bitten, den Status zu halten. Ich kann meinen Lieben das nicht zumuten, denn es sind objektiv betrachtet eklige, unhygienische und sicherlich für Außenstehende schockierende Zustände.

Vielleicht gibt es hier ja auch andere Betroffene, die sich gern austauschen möchten. Auch eine Selbsthilfegruppe fänd ich prima, aber da hab ich noch nichts brauchbares finden können.

@ Sunflower_73:

wie komm ich denn an den sozialpsychiatrischen Dienst ran? Und auf welchen Ebenen agieren die? Bzw. welche Handlungsbefugnisse haben die?

Danke schonmal für die schnellen Antworten. Ich will den Weg da raus gehen. Ich bin mir dessen bewusst, dass er lang und schwer sein wird, aber ich fange jetzt an.

LTeb+en iDm7 Mülxl


Ach ja, nur "für die Akten" ;-) : ich trinke nur selten und wenig Alkohol und nehme auch keine Drogen.

C=o[librxi_


...und wenn ich Dich richtig verstanden habe, hättest Du auch kein Problem damit, massig Dinge wegzuschmeissen oder wegschmeissen zu lassen?

L$ebeLn im Rxll


Na den ganzen Müll auf jeden Fall. Dazu natürlich die Dinge, die durch die Vermüllung unbrauchbar geworden sind. Es gibt nicht viel, von dem ich sagen würde, das will/muss ich behalten. Leider sind Containerdienste zu teuer, sonst wär schon ein großer Teil rausgeflogen.

CUolGibrix_


Das ist eine gute Voraussetzung. Sag das unbedingt an den Stellen, die Du um Hilfe fragst!

PPedgdi


@ Leben im Müll:

Wenn Du schon doch eine Diakonie zumindest gefunden hast, dann einfach mein Tip, Ruf da an und erfrage die richtige Zweigstelle. Die Diakonie für Suchtberatung wird nicht das richtige für Dich sein, sie werden Dir aber sicher die richtige Telefonnummer nennen können. Die sind alle miteinander verbunden.

mkarrion daus wxien


also du hängst nicht an den sachen,wie messis es ja oft/meistens tun?

das ist schon mal ein grosser vorteil.

und du willst ja auch was dagegen tun-auch das unterscheidet dich von einem gängigen messi.

würde es für dich vorstellbar sein jeden tag einen grossen mistsack zu füllen+wegzuschmeissen?

so dauerts zwar wohl lange,aber es ginge ein bisschen was weiter.

diesen vorgang wirklich zur routine werden lassen,z.b.jeden tag morgens/zu einem bestimmten zeitpunkt+auch am kalender abhaken

baba

marion

SWtalfnyr


Eine Therapie halte ich nicht für so hilfreich. Ich brauche eigentlich nur Hilfe und Unterstützung beim Entmüllen.

Ich fürchte das ist keine langfristige Lösung. Dein Problem liegt ja gerade NICHT darin, einfach nur aufräumen zu müssen. Sonst könntest du das ja in ein, zwei Wochen selbst auf die Reihe kriegen. Aber wie du schon eingangs sagst, der Hinweis "Räum doch einfach auf" hilft dir nicht. Und man merkt in deinen Beiträgen auch die Tendenz zu Ausreden (Containerdienst zu teuer, Freunde kannst du nicht fragen, etc.). Demnach hilft es dir aller Voraussicht nach auch höchstens kurzfristig, wenn andere Leute bei dir aufräumen. Da solltest du deine Problemlage erkennen. Wenn es einfach nur der Müllberg ist, der dir so immens erscheint, dann tritt dir bitte einfach selbst in den Hintern und mache dir einen täglichen Plan, was du heute aufräumst, putzt und wegwirfst. Wenn du das aber nicht kannst (und so liest sich dein Eingangsbeitrag), dann solltest du dir professionelle Hilfe für das seelische Aufräumen suchen. Der sozialpsychiatrische Dienst ist in der Tat eine gute Anlaufstelle. Angesiedelt ist dieser meist bei den örtlichen Gesundheitsämtern. Alles Gute für dich! :)*

Noi.obe30


Wenn du keine Therapie machen möchtest dann versuch mal klein anzufangen.

Mach jeden Tag 2-3 große Müllsäcke voll. Wenn du dich von dem Dreck trennen kannst und nicht lange rumüberlegst ob du irgendeinen Müll noch brauchen könntest, ist das eine Arbeit von 20 Minuten am Tag. In ein paar Wochen wird es bei dir ganz anders aussehen.

N@ick>smamxa


Welche Hilfe erwartest du beim entmüllen? Fange an, jeden Tag ein kleines Eckchen sauber zu bekommen.

Eine Therapie fände ich dennoch unerlässlich, es muss einen Grund haben, weshalb dies passiert ist.

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