» »

Wie komm ich aus der Messie-Falle?

s.chnweck%e198x5


Übrigens finde ich es bestechend, wie geordnet und klar Deine Satzstellung ist und wie orthographisch einwandfrei Deine Beitrag sind; es fällt mir aus dem Grund fast schwer zu glauben, dass Du auf der anderen Seite solche Probleme mit der Ordnung hast. Aber das nur nebenbei, wollte ich dir vorhin schon posten

Das Problem vieler Messies ist nicht, dass sie gern im Müll leben, sondern dass es oft ganz überpenible Leute sind, die ein ganz hohes Ordnungsideal haben, erkennen, dass sie es nicht halten können und quasi daran scheitern.

Ich hab auch ziemliche Messie-Tendenzen und wenn ich aufräume, dann verbringe ich Stunden damit Kleinkram zu sortieren oder Sachen ganz exzessiv zu putzen. So geht viel Zeit für "Hausarbeit" drauf, die aber im Grunde die Gesamtsituation nicht bessert. Habe auch Zeiten, wo niemand in mein Zimmer darf, weil ich drin hause wie ein Penner :-X

a2gnexs


Kerze anlassen? ]:D

Vorher natuerlich Katze und Zahnbuerste retten.

s>chnGeckxe1985


]:D :-p :-X

k}amikNaze


Kerze anlassen?

Der Gedanke kam mir auch. |-o

R{eneeUssance


Das Problem vieler Messies ist nicht, dass sie gern im Müll leben, ...

Das wollte ich auch nicht unterstellen, sorry.

wenn ich aufräume, dann verbringe ich Stunden damit Kleinkram zu sortieren oder Sachen ganz exzessiv zu putzen. So geht viel Zeit für "Hausarbeit" drauf, die aber im Grunde die Gesamtsituation nicht bessert. Habe auch Zeiten, wo niemand in mein Zimmer darf, weil ich drin hause wie ein Penner

Das hieße also, dass Messies so etwas wie "verkappte Perfektionisten" sind?

sMcreDwbxall


Mich würde mehr zu deiner Vergangenheit interessieren, Leben im Müll.

Wie war deine Ordnung als Kind? Du hast gesagt dein Vater war auch sehr unordentlich. Hast du mit ihm auch in deiner Kindheit schon in einer Messi-Behausung gelebt?

Und wie schon gefragt wurde, würde mich auch interessieren, wie du es Freunden und deinem Partner vermittelst, dass sie dich nicht besuchen können.

LGeben Cim `xll


@ screwball:

Als meine Mutter noch gelebt hat, war immer alles top in Schuss. Zumindest der Haushalt. Am Haus selbst hat mein Vater immer viel machen wollen, am Ende aber nur das Nötigste getan. Ich glaube, diese Art sich (zu) viel vorzunehmen und dann am Ende vor den großen Plänen zu scheitern und davor zu verzagen, hab ich von ihm. Mein Zimmer hab ich schon in der Kindheit nie wirklich ordentlich halten können, aber immer wieder (teilweise auch unter massiven Druck von meiner Mutter) größere Aufräumaktionen gestartet. Aber im Grunde habe ich eine sehr schöne, liebevolle Kindheit gehabt.

Mein Freund akzeptiert, dass er nicht zu mir kommen soll. Weiter als bis vors Haus hab ich ihn nie gelassen. Auch er hat dunkle Punkte in seinem Leben, über die er nicht spricht und die er mir verweigert. Da ich das respektiere und nicht daran rühre, respektiert er auch meinen Wunsch. Bei meinen Freunden hab ich mich meist rausgeredet. Aber da diese zum großen Teil nicht mobil sind, stellt sich da eh kaum die Frage nach einem Besuch bei mir.

Es ist ja nicht so, dass ich (hart gesagt) zu dumm zum Ordnung halten bin. Es fiel die Aussage, dass Messies verkappte Perfektionisten sind. Das stimmt wohl schon bis zu einem gewissen Grad. Auf der Arbeit zum Beispiel macht es mich wahnsinnig, wenn nicht alle Utensilien perfekt ausgerichtet auf ihrem Platz liegen, das irritiert mich ungemein. Schiefe Bilder oder Jalousien kann ich nicht ertragen. Ich brauche einen festen Plan und Ablauf meines Tages, zum Beispiel wenn ich morgens aufstehe und zur Arbeit gehe. Wird dieser Ablauf gestört, ist der ganze Tag im Eimer. Dennoch neige ich dazu, mich zu verzetteln, viel zu beginnen und dann nicht fertigzumachen. Und das trotz eines (bescheinigten) IQ von 130... ich weiß, es ist absurd.

Kerze anlassen? ]:D

Vorher natuerlich Katze und Zahnbuerste retten.

Ich würd lügen, wenn ich sagen würd, daran hab ich noch nie gedacht ;-) aber da die Gefahr für die anderen Personen in der Nachbarschaft zu groß ist und ich bei meinem Glück danach nen Riesenärger hätte, hab ichs verworfen. ;-)

@ Colibri_:

Du hast im Eingangspost geschrieben, dass der Bürgermeister vorbeigekommen ist. Wie wär's, wenn Du ihn angehen würdest? Um ein vertrauliches Gespräch bitten, Dein Problem offen legen und um Hilfe bitten? Er müsste eigentlich Netzwerke und Möglichkeiten im Dorf perfekt kennen.

Hier hab ich auch wieder das Schamproblem. Er hat mir angeboten, mit einem unserer Gemeindediener zu reden, der Harz 4-Empfänger ist, ob er nebenher gegen Bezahlung bei der Beseitung des, nun, nennen wir es Biotops, auf dem Grundstück hilft. Ich schau erst mal, was ich da selbst reißen kann und komm eventuell drauf zurück.

Es tut mir ungemein gut, hier mal alles von der Seele zu schreiben, ohne gleich verurteilt zu werden. Das hilft und macht Mut. Morgen hab ich frei, nach einem Zahnarzttermin werd ich in den Baumarkt gehen und mir Equipment für den ersten Schritt, die Instandsetzung des Grundstücks, zu besorgen. Das hat zunächst Vorrang, da ich ansonsten Ärger bekommen kann wg. zugewachsenem Bürgersteig und so.

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. (Chinesische Weisheit)

Ich habe das Gefühl, diesen nun getan zu haben. Jetzt können weitere folgen!

Ach übrigens, hatte heute ein Mitarbeitergespräch mit meinem Vorgesetzten. Bin seit kurzem in einem neuen Tätigkeitsfeld eingesetzt. Er hat mir mitgeteilt, dass er sehr zufrieden mit mir ist und hat mich sehr gelobt. Auch das gibt mir Auftrieb! (Wollt ich nur einfach so mal mit euch teilen @:) )

CwhaJnce0x07


Wird dieser Ablauf gestört, ist der ganze Tag im Eimer. Dennoch neige ich dazu, mich zu verzetteln, viel zu beginnen und dann nicht fertigzumachen. Und das trotz eines (bescheinigten) IQ von 130... ich weiß, es ist absurd.

Ich finde es nicht absurd. Es ist logisch nachvollziehbar! Und ja, ich kenne es, sich in diesen Kleinigkeiten zu verlieren, wenn man dann anfängt. Kenne den Anspruch, dass es dann auch möglichst gut werden soll und diese Qualität nun mal extrem viel Zeit braucht, die oft einfach nicht vorhanden ist. Nein, meine Wohnung ist nicht lupenrein, aber für mich so (inzwischen) o.k.

Zum Glück bekomme ich immer noch grad so die Kurve und verzeihe mir, dass das nicht gelingt (damit meine ich, es demotiviert mich nicht so, dass ich nicht erst anfange, aber stören tut es mich schon immer mal wieder).

Lese schon eine Weile mit und möchte Dir auch viel Erfolg sowie Durchhaltevermögen wünschen. :)* Schlaue Tipps habe ich leider keine, außer die Taktik der überschaubaren Minischritte sowie das Annehmen externer Hilfen (aber hier auch nur der Hilfen, die ein gutes Bauchgefühl hinterlassen bei Erstkontakt). Die ersten hast Du schon gemacht.

Schön übrigens, dass Du so viel Bestätigung auf der Arbeit erhalten hast. Solche Dinge tun gut. :)z

RVeneescsancxe


Sehr interessante Ergänzung, LiM. Jetzt ist mir vieles klarer geworden, auch, dass ein Messie eigentlich nur "falsch organisiert" ist, ohne deshalb andere Mankos zu haben. @:)

R&eAneess%a{ncxe


Ach ja: Dein Berufserfolg freut mich auch! Noch ein Blümchen: @:)

5:up53rn0xv4


Hallo,

ich habe mir nur das Eingangsposting und noch ein paar aktuellere durchgelesen, weiß also nicht ob dieser Link schon vor mir gepostet wurde:

[[http://www.squalorsurvivors.com/index.shtml Squalor Survivors (engl.)]]

Vielleicht hilft dir (und anderen, die hier lesen) diese Seite wenigstens ein bisschen.

Ich neige selbst zu starker Unordentlichkeit (schon als Kind war mir klar, dass der Zustand meines Zimmers meine seelische Verfassung widerspiegelt) – Dank der Webseite hatte ich gestern nach langer Zeit wieder die Motivation, etwas dagegen zu tun.

Ich werde diesen Thread jetzt erstmal nachlesen :)D

R0en8ee0ssaRncxe


Ja eben, das ist es ja: Die Umgebung, die ich mir schaffe, kann nur spiegeln, was innen ist. Deshalb kam mein Erstaunen über die Ordnung in Schrift und Satzbau.

Schlussfolgerung: Es wird nur ein TEIL, dafür aber ein dominanter, in der Messie-Unordnung und auch dem leider immer mit vorhandenen Schmutz widergespiegelt – der Teil, der mit bestimmten Strukturen nicht fertig wird, so dass sie nach außen eine angenehme Ordnung ergeben.

Ordnung und Sauberkeit sind ja auch Werte an sich, die wiederum auf unsere Psyche zurückwirken und regelrecht zu unserer Gesundheit beitragen. – Ich finde das ein sehr interessantes Gebiet.

5Zup3Orn0vx4


Das hieße also, dass Messies so etwas wie "verkappte Perfektionisten" sind?

Naja, sie sind einfach nur Perfektionisten. Perfektionismus hat verschiedene Erscheinungsformen, je nach zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Perfektionismus im eigentlichen Sinne ist nichts Gutes. Es ("perfekt sein") ist ein Zustand der niemals erreicht werden kann – folglich ist Perfektionismus lähmend, weil man sich an einer Sache festbeißt und dort niemals sein Ziel erreicht (Sisyphosarbeit *hust*). Und die Welt dreht sich ja auch noch weiter, es kommen also immer mehr "Probleme" hinzu, die der Perfektionist unter Kontrolle haben möchte. Letztendlich ist der Grund für ein komplettes "Scheitern" an den eigenen Zielen (die Wohnung/das Haus zu säubern und diesen Zustand aufrechtzuerhalten):

Die fehlende Fähigkeit zur "richtigen" Prioritätensetzung (dass das Innenleben des Backofens blitzblank ist, ist wichtiger als alles andere – nachdem man 4 Stunden geschrubbt hat und endlich fertig ist, hat sich an der "Gesamtordentlichkeit" nichts verändert (was ja "eigentlich" klar ist, aber die Unfähigkeit zu erkennen, dass z. B. erstmal der Boden freigemacht werden sollte damit man sich überhaupt bewegen kann, wird einem zum Verhängnis))...

...sowie eine falsch geknüpfte Reihe an Bedingungen/Aktivitäten, die vor der "Hauptaktivität" erledigt sein müssen (Ich will A tun. Davor "muss" (warum auch immer, eigentlich könnte ich auch einfach nur A tun) ich aber noch B tun, und vor B muss ich noch C und D tun, und davor wiederum...).

5rup3rn)0v4


Ja eben, das ist es ja: Die Umgebung, die ich mir schaffe, kann nur spiegeln, was innen ist. Deshalb kam mein Erstaunen über die Ordnung in Schrift und Satzbau.

Ich verstehe nicht, weshalb dich das erstaunt. Eigentlich ist es doch logisch.

s:chnecke21985


^^

Danke für den interessanten Beitrag!

Die fehlende Fähigkeit zur "richtigen" Prioritätensetzung (dass das Innenleben des Backofens blitzblank ist, ist wichtiger als alles andere – nachdem man 4 Stunden geschrubbt hat und endlich fertig ist, hat sich an der "Gesamtordentlichkeit" nichts verändert (was ja "eigentlich" klar ist, aber die Unfähigkeit zu erkennen, dass z. B. erstmal der Boden freigemacht werden sollte damit man sich überhaupt bewegen kann, wird einem zum Verhängnis))...

Ja, das passiert mir auch oft. Ich putze und putze... und mein Freund räumt 2 Stunden auf und es sieht überall Klasse aus.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH