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Mein Therapeut stellt mich als komplett soz. inkompetent hin...

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Bei mir gibt es alleine schon dadurch weniger Kontakte, dass meine Eltern sich extrem isoliert haben und ich sozusagen außer ihnen und der Oma väterlicherseits keinen familiären Anschluss weiter habe. Tut mir leid, aber das macht sich nun mal bei den Kindern von Eltern, die total isoliert leben, bemerkbar. :-/ Bei mir ist das vielleicht nicht so krass wie bei meinen Eltern, da ich ja immer mal wieder Kontakte habe; aber ich muss mir die ganzen sozialen Handlungsräume ja schon immer komplett alleine erschließen. Ist halt so.

Andere lernen über Geschwister, Verwandte, Freunde von den Eltern ja schon genug Leute kennen. Ich kenne DAS zumindest von vielen Leuten so.

Ehrlich, ich kenne kaum Leute, die so gut wie kaum familiären Anschluss haben oder wo eben die Eltern auch überhaupt fast keine Kontakte zur Außenwelt weiter haben. %:|

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Vielleicht versuchst Du zu sehr, alle Hinweise Deines Therapeuten zu befolgen. Ich denke, er hat Dir Möglichkeiten aufgezeigt, die Du nutzen kannst. Das muss nicht bedeuten, dass Du sie alle befolgst. Das kostet einmal vielleicht zu viel Kraft in Deiner Situation zum anderen kann man sich dabei zu schnell verlieren und zu viele wenig nutzbringende Wege einschlagen. Ich habe im Leben gelernt, dass man nicht alles zur gleichen Zeit haben kann, auch beim besten Willen nicht alle Ziele auf einmal erreicht und manches muss man sogar ganz sein lassen. Misserfolge sind meist kein Zeichen von Schwäche sondern eine Lektion, die man lernen muss.

Dein Therapeut hatte offensichtlich das Gefühl, dass Du von ihm eine Erklärung Deiner Probleme beim Discounter erwartest und hat es Dir so erklärt, wie es die von Dir geschilderte Vorgesetzte sieht. Man kann ein Verhalten seiner Mitarbeiter vielseitig auslegen. Neugier, Inkompetenz, "Schlauer-als-der-Chef-sein-Wollen" können im Kopf eines Vorgesetzten vorgehen, wenn man öfter Fragen stellt. Keines davon muss stimmen. Aber für Dich wäre es besser gewesen, nicht so viel zu fragen und zu stöbern, weil Du aus irgendeinem Grund (der muss nicht bei Dir liegen) nicht zu ihrem erklärten Liebling avanciert bist. Die Menschen sind kompliziert, wie Du weißt und manchmal kann man nicht erklären, warum man mit dem anderen nicht kann. Man muss ein sehr "sonniges Gemüt" haben, um solche Stolpersteine positiv zu sehen. Man muss aber eben auch akzeptieren, dass man nicht von jedem geliebt werden kann. Das ist keine Tragödie, sondern normaler Alltag. Natürlich ist das Leben leichter, wenn man einige zuverlässige Freunde oder Familie hat, wo man sich nach solchen Auseinandersetzungen aufgefangen fühlt. Du kannst solche Beziehungen aber nicht erzwingen. Unsere Gesellschaft mit ihrem erklärten Willen zu Ego und Individualismus lässt oft Nähe gar nicht zu, interpretiert sie sogar als Schwäche. Vielleicht ist Dein Therapeut da wirklich etwas zu ungeduldig mit Dir.

Ich habe auch noch einmal über das Verhältnis Lehrer zu Eltern nachgedacht. Als meine Kinder zur Schule gingen, waren deren Lehrer etwa so alt wie wir Eltern oder älter. Heute sind Eltern weit über 40, manchmal schon über 50, wenn ihre Kinder zur Schule gehen. Es besteht eine Konstellation, wo der viel jüngere Lehrer Gefahr läuft, von den lebenserfahrenen Eltern als Grünling betrachtet zu werden. Diese Seite der späten Elternschaft war mir bisher noch nie aufgefallen, ich hatte immer nur das Problem alte Eltern zu den Kindern gesehen. Es wird also für unsere neuen Lehrer nicht einfacher im Beruf. Umso wichtiger ist ein sicheres kompetentes Auftreten, bei dem die Eltern nicht das Gefühl bekommen, da will ihnen jemand vorschreiben, wie Kindererziehung geht, der selbst noch keine hat oder über wenig Lebenserfahrung verfügt. So gesehen ist es gut, wenn Du jetzt solche Situationen wie beim Discounter erlebst. Du ärgerst Dich jetzt über diese Chefin und insgeheim über Dich selbst, aber Du hast dabei auch gelernt. Ärgere Dich nicht über Deinen Therapeuten. Sieh ihn als "Trainingsobjekt" im Kampf gegen die täglichen beruflichen und auch privaten Ärgernisse, von denen keiner verschont bleibt. Ich wünsche Dir auch Glück auf Deiner Suche nach verlässlichen Freunden und dass Du eines Tages eine eigene Familie hast, die Dir die Liebe entgegenbringt die Du verdienst und der Du Deine Liebe und Fürsorge geben kannst. Aber denke immer daran, auch in der Liebe gibt es Kämpfe und Tiefs. Wäre es anders, könnte es auch keine Glücksmomente geben.

A prikosen4marmmelaxde


Liebe Estrelle,

du bist wirklich toll. :-) Und das sage ich jetzt nicht, weil du mich z.T. auch etwas gehuschelt hast, sondern weil du irgendwie Kritik sehr gut vermitteln kannst. :-) Finde ich echt super. :)* @:) Ganz so diplomatisch wie du kann ich es irgendwie nicht. :-( --- aber das wird sich vielleicht auch noch mal etwas entwickeln. ;-D

Ich habe ja jetzt genügend Zeit, um über das von meinem Therapeuten nachzudenken und auch, wie ich künftig besser mit manchen Situationen umgehen kann. Im Übrigen finde ich ja durchaus, dass ich deutlich stabiler bin als früher. :-)

Das, was du mit den "älteren Eltern" ansprichst, ist natürlich ein Faktor, den ich auch sehe. ;-) Mal schauen, wie sich das dann im Lehrbetrieb zeigt. :-) Es ist schon wichtig, dass man da diplomatisch-sachlich bleibt und sich nicht von Animositäten leiten lässt.

Leider kenne ich das aus meiner Familie, mit der wir kaum noch Kontakt haben, ja durchaus, dass manche Lehrer mit den Eltern nicht gerade sehr diplomatisch umgehen.

Bei meiner Kusine bspw. war eine Lehrerin mal privat da, um sich ein Bild von meiner Großkusine und deren Milieu zu machen. Sie war ggü. meiner Kusine sehr freundlich und aufgeschlossen und es hat auch keinerlei Diskussion, Debatte gegeben. Dennoch hat sie nach diesem Besuch das Jugendamt eingeschaltet. Da habe ich mich natürlich auch gefragt, ob das so ein normales Vorgehen ist? Spricht man so etwas nicht normalerweise direkt an? ":/ Gerechtfertigt war es an sich schon, da ja meine Großkusine ständig die Schule schwänzt und auch ihre Leistungen wohl nachgelassen haben; aber an sich hätte man es meiner Kusine doch direkt sagen müssen: "Wir sehen keinen anderen Weg, als das Jugendamt einzuschalten!" ":/

(das ist mal ein Beispiel, wo ich das Vorgehen auch nicht so toll fand).

Leider haben Kontakte von mir oder auch ich selbst AUCH schon Lehrer erlebt, die wirklich das Gegenteil von Diplomatie an den Tag gelegt haben. Solche Lehrer gibt es leider und die zieht man anscheinend auch nicht aus dem Verkehr. Was ich da halt komisch finde ist, dass mein Therapeut dann solche Beispiele nicht mal eher anführt oder in Betracht zieht...

ich kenne genügend Leute aus dem Studium, die ich bei weitem ungeeigneter finde als mich. Das meine ich jetzt gar nicht mal arrogant oder so. :-| Aber ich habe in den Seminaren so viele Studenten erlebt, die offen zugeben, dass der Job nichts für sie ist, sie mit Kindern und Jugendlichen kaum können oder es zeigt sich eben anderweitig, z.B. an Leuten, die beim Referat fast zusammenbrechen oder eben ansonsten sooo still sind und schon fast sozialphob wirken. (natürlich kann man mir vorwerfen, wie ich mir da jetzt ein Urteil drüber erlauben kann; aber es wurde hier ja schon gesagt, dass man dafür gefestiger sein müsste und ich sehe es nicht gerade als Vorteil an, wenn man keine Referate halten und nicht mal normal mit den anderen kommunizieren kann). ;-)

LG :)-

eWstFrSellxe


Ganz so diplomatisch wie du kann ich es irgendwie nicht.

Ich bin auch etwas lebenserfahrener als Du (Du könntest meine Tochter sein, schade ich habe nur Söhne), so etwas lernt man, wenn man sich genügend Beulen geholt hat und merkt, dass man mit Diplomatie weiter kommt. Trotzdem provoziere ich auch schon mal gern, vor allem, wenn jemand so gar nicht aus sich heraus will oder auch total uneinsichtig ist. Auch ich bin nicht unfehlbar und mein Weg ist mit genügend Pannen gepflastert. Das soll Dich jetzt wirklich trösten. Wo kämen denn Lehrer und Therapeuten hin, wenn keiner Fehler machen will? ;-) Manches habe ich einfach nur durch den Umgang mit meinen Söhnen gelernt, sie mussten schließlich auch durch die Pubertät mit all den dazu gehörenden Katastrophen und Kämpfen. Ich sehe an ihnen auch, dass manches Temperamentssache ist. Ich habe mir bei beiden Mühe gegeben und trotzdem ist der eine besonnen, während der andere auch schon öfter mal in ein Fettnäpfchen tritt. Sie haben aber Glück, dass sie sich gegenseitig sehr mögen und vertrauen und ich sicher sein kann, dass sie füreinander da sind, wenn ich es nicht (mehr) sein kann. Es tut mir leid, dass Du diese Erfahrung nicht so machst, aber manchmal machen widrige Lebensumstände auch nach Perioden der Schwäche stark. Ich habe das bei meiner Freundin erlebt. Als sie eine wirkliche Katastrophe erleben musste, habe ich sie für ihre Stärke, die ich ihr bis dahin nicht zutraute, bewundert. Vielleicht entwickelst Du Dich auch zu so einem Menschen. Ich wünsche es Dir.

MiolElijen]chexn


estrelle hat mir das Wort aus dem Munde genommen:

Vielleicht versuchst Du zu sehr, alle Hinweise Deines Therapeuten zu befolgen.

Ich wollte nämlich schreiben: Vielleicht versuchst Du einfach mal, es Dir recht zu machen, und nicht (nur) dem Therapeuten. (Wenn beides zufällig übereinstimmt, gut, wenn nicht, macht aber auch nichts.)

AQprikiose&nmarmuelaxde


Ich danke euch! :)_ @:) :)-

A^pri&kosenmIarmeladxe


ich habe jetzt den Termin beim Therapeuten ja am Do wieder. werde ihm das mal alles so sagen wie in meinen Beiträgen hier.

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