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Spritzenphobie – wie geht ihr damit um?

SWayxara hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich leide schon seit einigen Jahren unter meiner Spritzenphobie und würde gern mal wissen, wie es euch damit ergeht.

Welche "Symptome" habt ihr so und wie geht ihr damit um? Was hilft euch?

Zum Ausfragen steh ich natürlich auch zur Verfügung ;-)

Ich würde mich über ein paar Erfahrungen oder auch Tipps freuen @:)

Liebe Grüße

Antworten
N?a|mja


Wie intensiv ist es bei dir denn? Ich meine, ich mag Spritzen nicht besonders. Sprich: ich versuch die Teile tunlichst zu vermeiden und finde auch den Gedanken dran nicht besonders angenehm (seit die mir damals beim Blutabnehmen ca 5 Minuten lang im Arm rumgestochert haben ist das). Aber eine Phobie würde ich das in meinem Fall noch nicht nennen.

Ein Freund fängt hingegen richtig an unkontrollierbar zu zittern, wenn man mit einer Spritze bzw zum Blutabnehmen in seine Nähe kommt. Der hat allerdings eher ein Problem mit Blut als mit den Spritzen.

SJayxara


Hallo Namja,

ich kann Spritzen nicht mal im Fernsehen sehen (also die Spritze an sich, okay, aber nicht das Spritzen). Wenn ich dran bin, dann fange ich an zu zittern, zu hyperventilieren, ich heule unkontrolliert, versuche alles um es zu vermeiden und drehe völlig durch. Oftmals halten mich drei Leute fest, weil es sonst nicht gehen würde und das, wenn ich vorher im Rollstuhl gefahren werden musste, weil ich so schwach war (wurde ins Krankenhaus eingeliefert) und diese drei Leute habe ich noch weggedrückt. Bei Impfungen bekomme ich es inzwischen in den Griff, aber Blutabnahmen oder Zugang legen – totaler Kontrollverlust. Ich schaffe es manchmal mich im Griff zu behalten, aber wenn es mir allgemein schon schlecht geht, wird auch die Kontrolle schlechter.

Kannst du dir darunter in etwa was vorstellen? :-)

SUpri1ngcLhild


Hallo Sayara, meine Angst speziell vor dem Blutabnehmen (aber auch allgemein vor Spritzen) war mal so extrem wie Deine. Heute kann man mir aber Blut abnehmen oder Zugänge legen, ohne dass ich mit der Wimper zucke.

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen und vielleicht funktioniert es bei Dir auch nicht so wie bei mir, aber ich hatte mir mal überlegt, dass das ganze Theater total unverhältnismäßig ist zu dem, was eigentlich passiert (logisch, das macht ja schließlich eine Phobie aus). Und dann hab ich eben versucht es ohne Theater über die Bühne zu bringen. Anfangs war das ganz schön schwer, ich habe immer Beistand durch einen nahestehenden Menschen gebraucht und Ablenkung, und es ging nicht gleich ohne Tränen usw. Aber mit der Zeit wurde es besser und besser.

Die meisten Ängste bekommt man in den Griff, indem man einfach über seinen Schatten springt. Die Angst gaukelt Dir nur vor dass Spritzen wahnsinnig schlimm sind, aber es piekst ja nur kurz! Das sagt man sich immer und immer wieder und irgendwann ist man soweit dass es wirklich nur kurz piekst und einen nicht total fertig macht.

Beim Blutabnehmen hab ich früher auch immer nach diesem Schlauch gefragt, weil die Nadel dünner ist – im Grunde ist das auch nur Kopfkino, aber mir hat's geholfen. Butterfly nennt sich das.

Übrigens finde ich es absolut unglaublich, dass man Dich deswegen festhält, auch noch zu mehreren! :|N Das darf nicht passieren, Du hast als Patient Rechte und die müssen gewahrt werden.

G%lamPourLadxy


Ich unterscheide da penibel. Eine Impfung ist nicht schlimm, da wird ja nur was dazugespritzt. Ganz anders siehts beim Blut abnehmen aus, da kipp ich grundsätzlich bei um. Eine Lösung gefunden habe ich noch nicht, obwohl es bei meinen Eltern eigentlich zum Leben gehört (Notarzt & Onkologin). Trotzdem war ich auch bei meiner Mutter früher nie bereit, meinen Arm zum Üben neuer Techniken hin zu halten.

SPaya[ra


Hallo Springchild,

genau dasselbe sage ich mir immer und immer wieder und ich weiß es selbst in dem Moment, was mich schier verzweifeln lässt. Ich bin normalerweise ein ruhiger und vernünftiger Mensch und gehe die Dinge sachlich an, aber da – totales Chaos.

Letztes Jahr musste ich mich ca. 3 Monate täglich selbst spritzen, anfangs sogar 2 mal täglich, da ich eine Thrombose hatte. Trotz Konfrontation bleibt die Panik. Das Selbstspritzen war ganz seltsam, ich war ganz ruhig und irgendwie gar nicht da, habe mich teilweise nicht einmal daran erinnert, was andere sagten und manchmal geweint. Wenn es fertig war, bekam ich eine Panikattacke, zittern, manchmal Heulkrämpfe, fast immer Hyperventilieren. Manchmal konnte ich auch nicht spritzen, dann musste Hilfe kommen. Trotzdem fand ich es einfacher, das selbst zu tun, als wenn andere es machten.

Die Butterfly-Nadel benutzen sie bei mir auch immer, das kennen sie schon, aber leider bekommt man schwierig Blut und man muss öfter mehrmals stechen, als dass es beim ersten Mal klappt. Bei einer Kernspin mit Kontrastmittel ist sogar mal die Vene geplatzt – sehr unangenehm und schmerzhaft, aber was soll's.

Ohne Festhalten wäre es aber nicht gegangen, nur die eine Schwester war nicht gerade feinfühlig. Legt sich auf meine Beine und als meine Mutter mich zu beruigen versuchte und sagte es sei gleich vorbei meinte sie ganz zickig, dass es noch dauern würde und sie schon sagen würden wenns gleich fertig wäre :(v

S'ayxara


Hallo GlamourLady,

das kann ich verstehen, hätte ich auch nicht gekonnt.

Ich hätte auch abgehärtet sein sollen durch ewige Arzt- und Krankenhausbesuche, aber man sieht ja, es ist nicht immer so, wie es scheint.

Wenn ich daran denke, dass ich mich auf meine erste Spritze gefreut habe... :|N

Sfpri:ngchixld


Bei solchen schlechten Erfahrungen ist es wirklich kein Wunder, dass Du solche Panik hast. Die Schwester hat sich absolut falsch verhalten! Wenn es nicht geht dann geht es nicht, da hat man sich nicht auf irgendjemandes Beine zu legen. So ein grobes Verhalten ist absolut inakzeptabel!

Eine Konfrontation mit der Angst macht nur Sinn, wenn es dann auch tatsächlich nicht schlimm ist. Wenn die Angst durch die Realität bestätigt wird manifestiert sie sich nur noch weiter. Da braucht es vom Fachpersonal Einfühlungsvermögen, aber das Gegenteil war der Fall.

Bitte sprich nochmal mit Deiner Mutter darüber. Es ist nicht in Ordnung wenn Du festgehalten wirst, und wenn Deine Mutter Dich gegen solche Praktiken nicht ausreichend verteidigen kann dann musst Du eben jemand anderen mitnehmen. Mit meiner Tochter hätte niemand sowas veranstaltet, da wär ich auf die Barrikaden gegangen! Das schürt nur die Angst und hilft keinem weiter.

Die Frage ist jetzt, wie man die Angst wieder abbaut. Ich würde sagen, sprich mal mit Deinem Hausarzt darüber, der hat bestimmt schon viele Leute mit Angst vor Spritzen erlebt und vielleicht Ideen, wie man Dir helfen könnte. Es ist wichtig, dass Du einen Arzt hast dem Du vertrauen kannst.

Weil einem Spritzen immer wieder begegnen könnte eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein, da wird die Angst dann Stück für Stück abgebaut, mit Hilfe vom Profi.

Und noch was:

aber leider bekommt man schwierig Blut und man muss öfter mehrmals stechen, als dass es beim ersten Mal klappt.

Man bekommt nicht schwierig Blut, es dauert einfach nur ein bißchen länger, weil wie gesagt die Nadel dünner ist – und dass mehrmals gestochen werden muss hat weniger was mit dem Butterfly an sich zu tun, das bekommt eine geübte Arzthelferin normalerweise schon hin! Auch hier ist es wichtig, dass Dir (beim Hausarzt) eine Person mit Einfühlungsvermögen und dem nötigen Geschick das Blut abnimmt, vielleicht sogar der Arzt selbst. Notfalls den Hausarzt wechseln bis die Chemie stimmt!

SlaVyarKa


Also diese Erfahrungen kamen erst, nachdem die Spritzenphobie schon lange bestand, aber du hast Recht, hilfreich ist das nicht. Meine Mutter war nur leider auch schon mit den Nerven am Ende, weil ich erneut eine Lungenentzündung hatte und ihr die erste noch in den Knochen steckte, bei der ich nur knapp an der Intensiv vorbei bin und dank einer Notärztin hätte sterben können. Mein Vater hält mich meistens selbst fest und mein Freund versucht immerhin mich zu beruhigen. Ist allerdings nicht einfach für ihn, wenn ich ihn anflehe, dass er nicht zulassen soll, dass sie mir das antun. Und ähnliches. Ich verstehe aber, dass sie es machen, wenn sowohl Blut, als auch Zugang notwendig sind...

Bei mir nehmen auch eigentlich immer die Ärzte das Blut ab, trotzdem klappt es selten gleich. Meine Hausärztin ist allerdings super und nimmt mich ernst, die meisten Ärzte glauben einem nicht, wenn man ihnen mitteilt, dass man eine Spritzenphobie hat. Dann heißt es keiner mag Spritzen, im Sinne von stell dich nicht so an.

Während der Thrombose hatte ich allerdings sehr gute Ärzte, die haben mir den Tipp gegeben, es mit einem Ablenkungs-ABC zu versuchen. Der Erfolg war zwar nicht super, aber auch nicht schlecht. Mein Vater hat mich Figuren auf einem Bild Namen geben lassen...all sowas. Doch es wird und wird nicht dauerhaft besser. Allerdings habe ich nächsten Monat einen Termin bei einer Psychologin, wegen etwas anderem zwar, aber vielleicht hat sie ja einen Tipp für mich :)

SApringWchi?ld


Ein Tipp wird nicht reichen bei einer derart ausgeprägten Phobie, eine richtige Verhaltenstherapie genau zu dem Thema und nicht unter "ferner liefen" wäre angesagt. Aber musst Du wissen wie wichtig es Dir ist.

S4ayxara


Ich dachte auch eher an einen Tipp an wen ich mich dafür wenden kann :-)

Bis vor Kurzem wollte ich nichts dagegen tun, weil ich Angst hatte, dass es heißt: Konfrontation. Aber ich hab eingesehen, dass es so nicht weitergeht, vor allem, da ich nicht gerade jemand bin, der selten zum Arzt muss. Dieses Drama jedes Mal... :|N

Gibt es Spezialisten für Verhaltenstherapie oder kann das im Prinzip jeder Psychologe?

bvlac3kAngelJwinxgs


Hmm ich kenne das Von meinem Freund, er hatte von seiner Geburt bis zu Einschulung mit 7 oder 8 mit Operationen und Krankenhausaufenthalten zu kämpfen und nun hat er eine Spritzenphobie. Eine Impfung wäre bei ihm eig unmöglich, er würde sich 2 Tage vorher geistig schon "ausklinken" und in eine Art Schock fallen, bei der Spritze selbst sie man die Tränen in seinen Augen. Ist wie wenn ein kleines Kind denkt du hättest es verstoßen und was du ihm jetzt nur antust damit. Danach ich er auch einen Tag lang nicht mehr ansprechbar, komplett fertig, redet nicht, isst eig auch nicht und isst eben am Ende. Ich versuch dann immer ihn abzulenken, wie bei einem kleinen Kind halt, belohn ihn dann immer mit Shopping beim Computer-und Elektronikfachmarkt unseres Vertrauens xD

Ist total schlimm... ich kann dir damit zwar nicht weiter helfen, aber auch ich finde in solchen Fällen wäre eine Verhaltenstherapie angebracht.

Da Spritzen aber nicht so oft vorkommen, lebe ich mit dem und mein Freund, dens ja eig betrifft, kann auch gut damit leben, nach einem Tag ist das alles ja wieder vergessen.

Spritzen dürfen wir nur keine im Haus haben, da fühlt er sich unrund :/

SCay[axra


Hallo blackAngelwings,

mir geht es ähnlich, ich musste auch schonmal ohne Impfung die Praxis verlassen. Danach geht es mir auch total dreckig und dabei bin ich wie ein Kleinkind.

Ich freue mich für euch, dass die Spritzen selten sind :-)

Bei mir sind sie relativ häufig, darum muss ich was tun, wenn ich eine Verhaltenstherapie mache, kann ich ja davon berichten wenn du möchtest?

LG

S/pr=ingchinld


Aber ich hab eingesehen, dass es so nicht weitergeht, vor allem, da ich nicht gerade jemand bin, der selten zum Arzt muss. Dieses Drama jedes Mal...

Das ist die richtige Einstellung! :)^

Gibt es Spezialisten für Verhaltenstherapie oder kann das im Prinzip jeder Psychologe?

Weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. |-o Da fragst Du am besten wirklich mal die Psychologin.

SFayparxa


Das werde ich machen, vielen Dank! @:)

Auf die Idee Verhaltenstherapie wäre ich von allein gar nicht gekommen :-)

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