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Übelkeit seit 5 Monaten – ich kann nicht mehr

JSanex89 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin 23 Jahre alt und in der Blüte meines Lebens. Doch leider wird dieses seit 5 Monaten durch ständige Übelkeit und Brechreiz gehemmt.

Ich war beim Hausarzt, beim Gastroentrologen und auch beim HNO-Arzt (der Gastro-Arzt meinte, das könnte mit meinen entnommenden Mandeln zusammen liegen (hab die vor ca. 5 1/2 Monaten raus bekommen)). Nichts, kein Befund. Ich bekomme MCP Tropfen, aber die bringen nichts. Ich gehe jetzt zum Psychologen, aber das bringts irgendwie auch nicht. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch machen soll. :°( Gestern Nacht habe ich mal wieder über die Übelkeit nachgedacht und ich habe mir dann gesagt, dass ich noch ein Jahr warte und wenn es dann nicht weg ist, lohnt es sich auch nicht mehr zu leben. Vor dem Gedanken bin ich dann zurück geschreckt, plötzlich hatte ich Angst vor mir selbst! Trotz der Übelkeit ist das Leben ja immer noch lebenswert und ich will mir bestimmt nicht das Leben nehmen. Aber der Gedanke war da, als ich kurz vorm Einschlafen war. Das ist beängstigend!

Noch ein wenig zu mir: Als ich 10 war, hat mein Vater meine Mutter verlassen und sie ist so hinüber gewesen, dass ich mich um meine drei jüngeren Brüder und sie kümmern musste, die Schule vernachlässigte, etc. Dazu habe ich schon eine Therapie gemacht, aber richtig überwunden habe ich es nie. Zumindest ist da immer noch ein bisschen Angst um meine Mama und der Hass auf meinen Vater.

Ich studiere in einer Stadt, die 1 1/2 Stunden von meinem Heimatort entfernt liegt, ich habe also keine Kontrolle, was zu Hause bei meiner Mutter los ist. Und das merke ich sehr, weil meine Brüder seit meinem Auszug total durchgedreht sind. Sie zeigen meiner Mutter gegenüber keinen Respekt, krümmen keinen Finger, helfen meiner Mutter überhaupt nicht, die ja auch tagsüber arbeiten muss, und beleidigen und beschimpfen sie. Wenn ich zu Besuch komme, merke ich sehr deutlich, dass meine Mutter überfordert ist. Aber sie will auch nicht zum Psychologen. Sie sagt, dies sei die Strafe dafür, dass sie nicht konsequent genug gewesen sei. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Sie ist nicht glücklich und ich habe Angst, dass ihr was passiert. Sie sagt zwar nein, aber sicher kann man sich ja nie sein...

Ich denke sehr viel über alles nach, bin wohl ein Vieldenker. Hab immer die Konsequenzen im Blick und was passieren könnte. Zum Beispiel: Ich habe die Emetophobie, Angst vorm Erbrechen. Jeden Tag habe ich Angst, meine Übelkeit und der Brechreiz führen zum Erbrechen. Bisher ist das nicht passiert, aber da bin ich kein Stück optimistisch. Meine Angst besteht immerzu und ich denke viel zu viel darüber nach, das weiß ich selbst. Dennoch komme ich davon nicht los. Oft esse ich auch Sachen nicht, weil ich glaube, dass ich mich davon übergeben müsste oder eine Lebensmittelvergiftung bekomme. Dabei hatte ich noch nie eine. Aber ein Mal ist immer das erste Mal. Man ey!

Ich fahre bald in den Urlaub und freue mich schon richtig drauf! Allerdings wird diese Freude davon übertüncht, dass es mir schlecht gehen könnte im Urlaub und mir kotzübel sein könnte, wie jeden Tag. Ich weiß mir echt nicht mehr zu helfen. Eigentlich esse ich auch total gerne und viel, aber ich bin total abgemagert und bekomm nur noch wenig in mich rein. Aber ich WILL wieder richtig und normal essen! Und ich WILL wieder richtig das Leben auskosten! Mein Gott, in einem Jahr mache ich meinen Abschluss und gehe in das Arbeitsleben. Da bleibt mir dann nicht mehr viel Zeit zum Ausgehen und Entspannen! Ich will das Leben vor allem dieses Jahr genießen und natürlich darüber hinaus. Aber mit der ständigen Übelkeit funktioniert das nicht. Ich kann mich auf nichts konzentrieren, mir fällt alles so schwer. Hinzu kommt, dass ich immer müde bin, egal, wie lange ich geschlafen habe (und das sind immer um die 8 Stunden).

Kennt irgendeiner von euch dieses Gefühl oder hatte schon selbst mit sowas zu kämpfen? Habt ihr einen Rat, was ich tun kann, um mir zu helfen? Ich weiß echt nicht mehr weiter und will doch bloß die Übelkeit loswerden... :°(

Danke für's Lesen und eure Antworten!

Antworten
JOanWex89


Keiner? :°(

CPhrjist5ina8x5


Hallo Jane89,

du Arme hast ja schon ganz schön was mit gemacht mit deiner Übelkeit!

Hattest du die Emetophobie schon immer, oder hast du erst seit Bestehen der Übelkeit die Phobie bekommen?

Meine Vermutung wäre, dass durch den ganzen Stress der auf dir lastet (Brüder und Mutter Problem), die Phobie immer schlimmer geworden ist, bis sie halt tatsächlich körperliche Symptome hervorgerufen hat. Letztendlich ist es sowas ähnliches wie eine Reizdarmproblematik, nur eben auf das Erbrechen bezogen!

Dabei könnte dir ein Psychologe schon helfen, das Wichtigste dabei ist, den Kreislauf der Gedanken zu durchbrechen!

Gibt es denn Situationen, in denen die Übelkeit stärker ist? Und wie geht es dir in deiner Freizeit? Oder wenn du stark abgelenkt bist?

Jdanex89


Hallo Christina85, schön, dass du antwortest! :)

Die Emetophobie habe ich schon, seit ich acht oder neun Jahre alt war. Mal war es besser, mal wieder schlimmer. Vor allem, wenn mich etwas psychisch belastet hat.

Deine Vermutung könnte vllt stimmen. Ich habe sehr viel Stress in letzter Zeit gehabt, nicht nur mit der Familie, sondern auch im Studium und mit meiner Gesundheit (hab die Mandeln raus bekommen). Das letzte Jahr war echt super schlimm. Ich denke ziemlich viel ans Übergeben und habe sehr große Angst davor, dass es jeden Moment soweit sein könnte. Ich schlepp immer MCP Tropfen und eine Tüte mit mir rum. Für den Fall der Fälle. Und ich schaue immer zuerst, wo ich reinbrechen könnte, wenn ich einen Raum betrete. Anormal, ich weiß. Eigentlich rechnet man ja nicht damit, aber ich tue das tagein, tagaus. Keine Ahnung, wieso. Vllt will ich vorbereitet sein, aber irgendwie habe ich trotzdem Angst, ob vorbereitet oder nicht spielt da wohl eher keine Rolle. Wenn ich was essen will, ist es ganz schlimm. Ich will essen und ich tue es auch, keine Frage, aber mir geht es danach meistens nicht besonders gut. Die Übelkeit nimmt dann zu und naja, ich krieg totale Panik, mich übergeben zu müssen. Ich hasse es, denn eigentlich esse ich für mein Leben gern. |-o

Ich habe jetzt schon zwei Wochen Urlaub und es hat sich nichts getan. Also ob Freizeit oder nicht, mein Zustand ist meistens gleich. Ich versuche, mich abzulenken, aber die Gedanken kommen immer wieder durch und dann mache ich mir entschieden zu viele Sorgen: Wenn ich jetzt was esse, dann geht es mir gleich schlecht und ich kann nicht mehr das und das machen. Wenn ich jetzt einkaufen gehe, dann könnte es sein, dass ich mich im Laden übergebe, ich warte besser noch ne Stunde. Wenn ich jetzt auf den Reiterhof gehe, könnte ich mich, während ich auf dem Pferd sitze, übergeben und dann werde ich mich fürchten, wieder aufs Pferd zu steigen, weil es könnte ja wieder passieren. Solche Ängste sind das, die mir den ganzen Tag im Kopf schwirren. Wahrscheinlich mache ich mich selbst verrückt, nur habe ich keine Ahnung, wie ich da wieder rauskommen soll. Meine Therapeutin ist z. Z. im Urlaub und kommt erst Ende August zurück. Daher kann ich nicht weiter arbeiten und das ist ziemlich beschissen... Denn ich fahre selbst bald in den Urlaub und will mich eigentlich ungern von meinen Gedanken lenken lassen, sondern meinen Urlaub genießen. Das wird echt schwierig, habe ich das Gefühl. :(

CFhrOistina!85


Lass dich mal drücken :°_

Also, so wie es sich anhört, bist du in deiner Angst vor der Angst gefangen....es ist wahnsinnig schwer, sowas zu durchbrechen. Vor allem, weil es eben etwas mit Essen zu tun hat, und essen muss man ja nun einmal...

Ich wette aber, dass du dich in der ganzen Zeit noch nie in der Öffentlichkeit übergeben musstest, stimmts? :-) Und wie schlimm wäre es für dich, wenn du dich alleine zuhause übergeben müsstest?

Ich hatte während meines Studiums etwas sehr ähnliches, nur auf Durchfall bezogen. Es fing mit einer Antibiotikaeinnahme an, danach war meine Darmflora wohl ziemlich kaputt, und die Verdauung hat ein bisschen rumgesponnen. Hab das Ganze zunächst noch nicht ernst genommen, aber nach wochenlangen plötzlichen Durchfällen, von Lebensmitteln, die ich vor den Antibiotika problemlos essen konnte, fingen die Gedanken an. Und ich konnte plötzlich nicht mehr mit den Zwangsgedanken aufhören.

Ganz ähnlich wie du: Kann ich das essen, wo ist hier das Klo, was könnten die Leute denn dann denken, wenn ich so lange auf dem Klo bleib? Was ist, wenn ich während der Klausur Durchfall bekomme etc etc....

Zum Schluss hin wog ich nur noch 45 Kilo (bei 1,68m) weil ich fast ausschließlich trockene Brezen gegessen hab, das war das letzte "sichere" Lebensmittel.

Nach unzähligen Arztbesuchen (natürlich hatte ich organisch nichts), bin ich dann bei einem Heilpraktiker gelandet. Von da an ging es bergauf. Ich musste aber auch ganz viel an mir selbst arbeiten: lernen, nicht immer alle Sorgen der anderen Menschen auf meine Schultern zu lasten, den Druck ablegen, immer perfekt sein zu müssen...mein Heilpraktiker nannte das damals "Leck-mich-am-Arsch-Gefühl"

Und ganz wichtig: mir immer wieder selbst vor Augen halten, dass ich in diesen ganzen Jahren der Verdauungspanik KEIN EINZIGES MAL wirklich auf einer öffentlichen Toilette Durchfall hatte! An der Angst selbst zu arbeiten, hat mir auch gut getan: mir immer wieder einzureden, dass nichts Schlimmes dabei wäre, WENN denn wirklich mal was schief gehen sollte....wir sind alle nur Menschen, und sich zu erbrechen/Durchfall zu haben, das kann jedem mal passieren!!

Heute geht es mir wieder gut!!

C3hri3stinxa85


Ich denke, dir geht es ganz ähnlich wie mir damals! Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Bericht ein bisschen Mut machen, dass man so eine Scheißangst (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder loswerden kann!

Es ist natürlich blöd, dass deine Therapeutin im Urlaub ist, und du jetzt ein bisschen in der Luft hängst...

Ich würde am Beginn der Emetophobie ansetzen, was ist damals genau passiert? Was war der Auslöser? Wahrscheinlich kommst du nicht drum herum, dich wirklich intensiv mit deiner Kindheit auseinander zu setzen.....rede viel mit deiner Mutter, was dich damals alles belastet hat...

Und im Alltag ist es super hilfreich, wenn du dich trotz der Angst rauswagst, und danach STOLZ auf dich bist! Und statt, dass du dir die Angst vorm Erbrechen so deutlich vor Augen hältst, dich immer wieder daran zu erinnern, wieviele tausend Male es dir schon schlecht war, aber dass es dennoch nie bis zum Äußersten ging!

Stichwort: positive Konditionnierung! :)^ (Letztes Mal ging alles gut, warum sollte es heute anders sein?)

J!a6n]e8x9


Hallo Christina85,

danke für deine Geschichte und deine aufmunternden Worte. Das hat mir geholfen! Die Zeit muss für dich echt schlimm gewesen sein. Ähnlich wie die Zeit es jetzt für mich gerade ist.

Zur Therapie gehe ich ja auch eigentlich, weil ich mit der Emetophobie klarkommen will. Damit ich mal Kinder haben kann und so.

Ich denke mal, dass sich diese Übelkeit durch die Angst vor der Angst eingestellt hat, also psychisch ist, wie du schon sagtest. Mir ging es von Freitag bis Dienstag echt richtig schlecht. Dachte erst, jetzt habe ich wirklich ein Magenvirus. Aber dann hat meine Mutter (ich war dort für ne Woche zu Besuch) mich richtig zusammen gestaucht, ich darf mich nicht so gehen lassen, ich muss mich ablenken und vor allem essen, mich dazu zwingen und positiv denken. So sei mein Leben ja gar nicht lebenswert. Sie wolle eine glückliche Tochter und sich keine Sorgen machen müssen. Meine Mutter hat ja recht. Aber manchmal ist es echt schwer. Habe mich Dienstag nach unserem Gespräch wieder etwas aufgerafft und sogar was gegessen. Gestern ging das auch alles, nur unter der Dusche hätte ich mich fast übergeben, aber das war kohlensäurebedingt (habe vorher ziemlich viel Wasser getrunken, normalerweise trinke ich Wasser ohne Kohlensäure). Ging aber auch irgendwie wieder.

Ich muss es einfach immer weiter versuchen. Mich ablenken und weiter zur Therapie gehen und an mir arbeiten. Schwer, aber machbar. Irgendwann wird es mir wieder gut gehen. Hoffentlich.

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