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Was bin ich alleine wert?

kVomis/cheKnleixne hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe einige Dinge an mir beobachtet, die ich komisch finde. Ich liste sie einfach mal auf. Ich bin weiblich und 27 Jahre alt.

Wenn ich allein bin, mache ich meist nichts, bin faul, schaue fern oder surfe im Internet. Ich dusche nicht einmal und trage tagelang die gleichen Klamotten, da ich denke, wenn mich eh niemand sieht, kann ich ja Duschgel, Wasser und Klamotten sparen. Die Wohnung sieht dann auch immer recht zugemüllt aus. Der Fernseher läuft den ganzen Tag und wenn ich ihn ausmache, fühlt sich das komisch an. Dann fühle ich mich irgendwie eingesperrt. Ich gehe dann auch nur raus, wenn ich etwas einkaufen oder erledigen muss. Dinge, die zu erledigen sind, schiebe ich dann aber auch gern vor mir her.

Sobald aber mein Freund kommt, räume ich auf und mache sauber, dusche, ziehe frische Kleider an und werde wieder ein normaler Mensch.

Weiterhin habe ich festgestellt, dass ich alleine gar keinen Spaß haben kann. Wenn ich alleine einen Auflug machen sollte oder in den Urlaub fahren, könnte ich das überhaupt nicht genießen. Es fehlt mir dann jemand, mit dem ich die schönen Erlebnisse teilen kann. Schöne Dinge allein zu erleben deprimiert mich.

Ich gehe auch nie einfach mal alleine in die Stadt und setze mich in ein Café. Dabei würde ich mir komisch vorkommen.

Ich bin schon gerne allein. Aber wenn ich so drüber nachdenke, bin ich dann ein anderer Mensch. Ich habe Freunde, mit denen ich auch gerne etwas mache. Aber ich bin auch immer wieder froh, irgendwann zuhause zu sein.

Was mich nur verwirrt, ist, dass ich so wenig Glück empfinden kann, wenn niemand bei mir ist. Und dass ich mich dann immer so gehen lasse. Ich denke immer, dass ich alles, was ich tue, für andere mache – selbst duschen. Und dass ich nur glücklich sein kann, wenn ich das Glück mit jemandem teilen kann.

Ich bin verwirrt : (

Antworten
bxun[ter_gschm7egtterlinxg


Mir gings, als ich noch alleine gewohnt hab, ähnlich. Allerdings steckt(e) bei mir eine Depression dahinter. Auch heute hab ich noch so Tage, aber das kommt selten vor, ich habe einen Freund und Haustiere und muss oft raus gehen und Dinge erledigen.

Hast du denn eine Wochenend-/Fernbeziehung? Was machst du beruflich/schulisch?

a.ug2Q3x3


Wer finanziert dieses Luxusleben?

bQuntevr_s-chme9tterlixng


Als Luxusleben würde ich das ganz und gar nicht bezeichnen...

D~ePra-nged_x00


Hallo Du!

Wie sieht denn deine derzeitige Lebenssituation aus?

Ich kenne das, was du beschreibst sehr gut. Ich kann auch oft tagelang alleine vor mich hin "gammeln", duschen ist nicht mehr so wichtig, für mich selber brauche ich mich auch nicht schminken oder hübsch anziehen. Es ist aber kein einfaches Sich-gehen-lassen. Ich kann mich selbst nicht ertragen in diesen Momenten, finde mich abscheulich, aber auch zu wertlos, um für mich selbst etwas zu tun. Ich kann auch kaum Freude empfinden, wenn ich alleine bin. Nur wenn die Freude irgendeinen Bezug zu jemand anderem hat. Wenn ich längere Zeit alleine bin, bekomme ich sogar Angstzustände.

Früher war es auch so, dass ich die Zeit alleine dennoch gebraucht habe. Zusammen mit anderen war ich immer sehr angespannt und es war auf Dauer anstrengend, weil ich mich sehr unter Druck gesetzt habe, immer lustig und unterhaltsam sein zu müssen. Das ist heute besser, so dass ich viel Zeit mit anderen Menschen verbringen kann, ohne mich unwohl zu fühlen. Nur das Alleinesein klappt noch nicht besser.

Wie fühlst du dich denn in Gesellschaft? Könntest du einfach mehr mit Freunden oder deinem Freund unternehmen, um das Alleinsein zu vermeiden?

pZetite_Sscandcalexuse


Bist du arbeitslos oder arbeitest du zu Hause?

kXomi.sche=Kleinxe


@ aug233:

Auf solche Kommentare kann man gern verzichten. zzz

Ich bin Studentin. Mein Freund und ich haben eine Fernbeziehung, ja. Er ist immer Sonntag bis Dienstag bei mir und an den Wochenenden fahre ich meist zu ihm. In den letzten Wochen allerdings nicht, da war immer nur er da.

In einer Depression befand ich mich auch schon und hatte 6 Monate Medikamente genommen. Das war vor 1 Jahr, als es mir wirklich nicht gar so gut ging. Ich konnte mich zu nichts motivieren, war nur noch am Grübeln und in der Uni habe ich auch nichts mehr auf die Reihe bekommen. Die Tabletten hatten mir wirklich geholfen, aus diesem Loch herauszukommen.

Eigentlich bin ich auch ein fröhlicher und lustiger Mensch. Wenn ich etwas mit Freunden unternehme oder mit meinem Freund zusammen bin, ist auch alles ganz "normal".

Ich möchte das Alleinsein gar nicht unbedingt vermeiden. Früher war ich auch immer so angespannt, wenn ich mit anderen Menschen zusammen war, doch heute habe ich 2-3 Freunde, mit denen ich öfters etwas mache und bei denen ich mich auch wohl fühle. Momentan sind allerdings Semesterferien und alle sind nach Hause gefahren – auch das gefällt mir, weil ich so mit niemandem etwas machen muss. Das ist auch so ein Zwiespalt, eigentlich mag ich meine Freunde ganz gern und bin gern mit ihnen zusammen. Andererseits bin ich dann aber auch wieder froh, wenn ich wieder alleine bin.

Also grundsätzlich ist das Alleinsein ok und ich suche es auch. Andererseits behandle ich mich zu dieser Zeit wirklich schlecht. Ich finde mich dann auch unattraktiv und eklig, aber dann schau ich mich eben nicht im Spiegel an. Wenn ich dann wieder unter Leute gehe oder mein Freund kommt und ich mich hübsch mache, fühle ich mich trotzdem viel wohler.

Wenn ich aber dran denke, mich jetzt hübsch zu machen nur für mich, empfinde ich das als Verschwendung.

Wenn ich alleine bin, esse ich auch nichts besonderes. Da denke ich dann, wenn ich was tolles koche nur für mich, ist das doch auch Verschwendung. Dann warte ich damit doch lieber auf meinen Freund, sodass wir es gemeinsam erleben können. Ich warte irgendwie mit allem immer auf jemanden, mit dem ich es teilen kann, da ich alleine kein Glück empfinden kann :-/

Iin-KRog xNito


hallo,

also ich lebe dauerhaft mit mehreren, oft kräftezehrenden Leuten (kids) zusammen.

Und bin auch an der Uni (allerdings auf der anderen Seite vom Schreibtisch).

Und ehrlich?

Wenn ich mal nen Vormittag frei habe oder die anderen nicht da sind, sieht es hier genauso aus.

Auch wird viel gesurft, der Hund bekommt nichts zu Essen, stolpere ständig über den nicht-aufgeräumenten Staubsauger...

ich denke, dass es voll normal ist, dass man sich im Rahmen gedanklich Auszeiten nimmt.

Wenn Du allerdings nicht in die Hufe kommst, obwohl was ansteht, also Job oder Freund, dann ist das bedenklich.

IRn-Kog\ Nit$o


Ich warte irgendwie mit allem immer auf jemanden, mit dem ich es teilen kann, da ich alleine kein Glück empfinden kann :-/

Also für mich ist alleine sein und gammeln können Glück!

Sehe es doch mal so.....

das mit dem Luxusleben ist nicht soooo weit her geholt, die Möglichkeit, abzuschalten, hat nicht immer jeder....

ich freue mich schon über 3 Stunden Wartezeit beim Arzt....

aAuagW2x33


Oh, bitte um Entschuldigung. Aber wenn jemand mit 27 Jahren schreibt, dass er den ganzen Tag fernsieht oder am PC im Internet unterwegs ist und auch erwähnt: "der Fernseher läuft den ganzen Tag"; aber nicht erläutert, woher diese viele Freizeit kommt - woran darf man dann denken?

Auf Studium wäre ich nicht gekommen.

Wer richtig im Arbeitsstress steht, für den sind einige freie Stunden mit gammeln wirklich mal was ganz anderes.

Wie ist die Vorstellung von einem Arbeitsleben nach dem Studium; von dem Freizeitleben; von dem Beziehungsleben?

Familie und Kinder sind dann noch mal eine Steigerung.

kaomis5cheKlexine


aug, der Ton macht's aber ;-)

Vor meinem Studium hatte ich auch einige Jahre gearbeitet. An den Wochenenden sah es dann aber genauso aus... ich habe nichts unternommen, damals hatte ich außerhalb der Arbeit kaum Kontakt zu Menschen, da ich mich in Gegenwart der meisten sehr unwohl und künstlich gefühlt habe. Auch wenn das Wetter schön war oder Veranstaltungen waren, bin ich nicht hin, weil ich mir dabei alleine komisch vorkam.

Würde ich mit meinem Freund zusammenleben, würde ich mich nicht so gehen lassen. Wenn wir jetzt längere Zeit zusammen sind, bin ich auch aktiver.

Kinder möchte ich momentan keine, da ich weiß, ich hätte nicht die nötige Energie und Kraft dafür. Abgesehen davon muss ich ambesten erstmal das Studium zu Ende bringen ;-)

Ich kam nur drauf, über mich nachzudenken, da eine Bekannte mir erzählt hat, dass sie öfters alleine in den Urlaub fährt oder sich schön bekocht oder einfach mal in die Stadt in ein Café geht. Ich könnte so etwas nicht.

Ich habe einmal alleine einen Ausflug gemacht und fand das so schrecklich, dass ich irgendwann abgebrochen habe. Ich konnte nichts genießen – nicht die schöne Stadt, etwas Schönes essen, etwas Schönes sehen. All das alleine zu erleben hat mich so wahnsinnig deprimiert, dass ich wieder nach hause gefahren bin.

Vielleicht gibt es das ja, dass manche Menschen erst dann Glück empfinden können, wenn sie es mit jemandem teilen können. Ich frage mich dann nur, woher das kommt. Ist man sich selbst nicht genügend Wert, auch etwas nur für sich selbst machen zu können? Oder woran liegt das?

d'evilindi(sguixse


Ich kenne eigentlich nur wenige, die gerne allein etwas unternehmen. Bei mir hat es auch lange gedauert, bis ich das tun und schön finden konnte – und das war auch nur eine Phase, jetzt versumpfe ich auch meistens, wenn ich allein bin (sieht man schon allein an der Zahl meiner Beiträge bei med1). Gut, ich kann mich damit herausreden, daß mein Leben meistens ziemlich anstrengend ist und ich ständig für andere da sein muß.

Aber aus Erfahrung kann ich sagen: Wirklich erholsam ist das Gammeln nicht, eher langweilig und blöde. Wieso tut man sowas? Ich könnte mich ja auch mit den Dingen beschäftigen, die mich wirklich interessieren, mache ich aber nicht.

Ich glaube, bei den meisten ist es ähnlich. Oder jedenfalls bei sehr vielen. Und in den Semesterferien kann man echt in ein Loch fallen, wenn man nichts Besonderes vor hat und keine Hausarbeit dringend geschrieben werden muß.

ENllagaxnt


komischeKleine, bei mir verhält sich alles haargenau so wie bei dir. Ich wohne zwar mit meinem Freund zusammen, aber er ist oft auf Dienstreisen, daher habe ich genug Zeit um mich gehen zu lassen. Ist er aber länger da, empfinde ich es nicht als anstrengend "normal" zu sein. Mach das dann ganz selbstverständlich. Mir kommt es aber bei mir so vor, als wäre ich einfach zu faul für die ganz normalen Dinge, wenn ich alleine bin. Auch ist es vom Gemütszustand abhängig. Bin ich gut drauf, kann ich mich und die Wohnung sauber halten. Zieht mich irgendwas runter, macht sich das an mir und der Wohnung bemerkbar und ich kann mich nicht aufraffen was zu machen. Wobei ich dazu allein sein muss. Dieses "normal sein" ist dann sowas wie ein Schalter, der umgelegt wird, wenn mein Freund da ist oder Besuch kommt. Ich muss doch nach außen den Schein wahren. Ich bin normal und gepflegt und die Wohnung ist sauber und sowas. Ich würde mich ja auch schämen mich vor meinem Freund so gehen zu lassen.

Allein was unternehmen: also einkaufen oder shoppen geh ich lieber allein. Da regt mich menschliche Begleitung eher auf weil man immer Rücksicht nehmen muss. Allein in einem Cafe oder sowas war ich noch nie :-/ Aber das würde mich auch langweilen. Wenn dann bräuchte ich eine Zeitung oder ein Buch dabei. Was ich zur Zeit oft allein mache ist ins Freibad zu gehen. Am Anfang wars etwas Überwindung weil ich mir dachte "was soll ich denn da die ganze Zeit machen?". Aber es is gar nicht schlimm. Ich sonne mich, oder lese ein Buch, schlafe, geh ins Wasser (schwimm dann aber nicht, weil a) wäre mir das zu langweilig b) schaff ich nicht viel und c) ist kein Platz) ich setz mich dann meistens irgendwo hin und lass mich ansprudeln oder einfach nur so zu abkühlen. Und abends beim weggehen bin ich auch gern allein. Also Voraussetzung ist, dass ich mit Leuten hingehe und wenn die dann heim gehen, bleib ich halt noch alleine. Das macht mir dann nix aus. Aber von vornherein allein, nein das ginge nicht. Auch kein richtiger Ausflug.

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