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Warum kann ich mich nicht Leiden?

MxethalBlxade hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich möchte mir hier einfach mal meinen Frust von der Seele schreiben.

Jeden Morgen, wenn ich aufgestanden bin und mich fertig gemacht habe für den Tag und dann in den Spiegel schaue denke ich "Ach du Sche*ße, siehst du heute wieder hässlich aus." Der Hübscheste bin ich wirklich nicht. Dann geht es weiter zur Arbeit, wo ich es einfach nicht schaffe, mich einzubringen. Ich kann einfach nicht in großen Runden reden. In solchen Situationen, wenn ich seh alle haben Spaß, sind sich am Unterhalten, machen Witze und ich sitz nur blöd dabei, denke ich auch immer "Warum bin ich so?"

Wenn ich am Wochenende was mit Freunden unternehme, bin ich nicht schüchtern. Aber irgendwie schaffen's die immer sich n Mädchen zu suchen, zu flirten und alles. Ich kriege das nicht hin. Mangelndes Selbstvertrauen, zu zurückhaltend, das Gefühl hässlich zu sein. Ganz davon abgesehen, dass ich gar keine Ahnung habe, wie flirten geht.

Hinzu kommt, das ich einfach keine Freundin bekomme. Zum einen, wegen der oben beschriebenen Probleme, zum anderen weil ich einfach nicht in der Lage bin. Ich leide an Hyperhidrose. Das bedeutet übermäßige Schweißproduktion. Bei mir vor allem am Kopf und am Gesäß. Ich konnte es dank einem Mittel etwas eingrenzen, sodass zumindest das Gesicht überwiegend trocken bleibt. Aber wenn ich jetzt mir vorstelle, mit meiner Freundin einen gemütlichen Spaziergang zu machen oder einfach Essen zu gehen oder durch die Stadt bummeln: Für mich einfach unmöglich! Ich würde sofort schwitzen, die Haare würden Nass werden und der Schweiß den Nacken runterlaufen. Auch wäre die Unterhose komplett nass vom Schweiß.

Oder wenn wir uns mit ihrer Familie treffen würden. Natürlich wieder am schwitzen, wenn wir z.B. zusammen essen oder einfach vor Aufregung. Dann würde ich auch kein Wort rausbekommen, weil ich einfach in der Gruppe nicht sprechen kann (Ausnahme: Clique, Familie). Ein Einzelgespräch würde gehen, aber ansonsten irgendwie einbringen? Nein schaffe ich nicht.

Aufgrund all dessen, kann ich mich einfach nicht Leiden.

Nur warum ist das so?

Ich habe eine tolle, perfekte und wunderbare Familie, die besser nicht sein könnte. Ich habe ein geregeltes, gutes Einkommen (für meine 19 Jahre). Ich habe einen sicheren, tollen Job. Ich habe viele gute Freunde und jedes Wochenende was vor. Ich würde mit niemanden tauschen wollen.

Also, warum habe ich diese oben genannten Probleme? Was ist nur los?

Psychisch hab ich trotz meines jungen Alters schon so einiges mitgemacht. Alles fing mit 15 Jahren an, damals habe ich gehört, dass ein Meteorit die Erde zerstören wird (heute weiß ich, das ist quatsch und extrem unwahrscheinlich). Aber damals hatte ich Angst und mich total verrückt gemacht. Damit fing alles an. Irgendwann kam die Angst vor den Tod dazu. Dazu kam auch selbstgemachter Leistungsdruck in der Schule. Für einen billigen Erdkunde-Test z.B., wo andere gar nicht für lernen, habe ich ewig gelernt, alles auswendig gelernt. Klar waren die Noten immer ganz gut, aber der ständige Druck hat mich fertig gemacht. Hinzu kam dann die Hypochondrie. Ich habe mir eingebildet, alles mögliche an Krankheiten zu haben. Habe stundenlang meinen Körper durchsucht, ob irgendwas unnormales, womöglich gefährliches zu finden ist. Klar hab ich in meinen Augen immer was gefunden. Ewige Zeiten gegooglet, immer wieder neue Sachen gefunden. Angst pur. Aber als wäre das noch nicht genug, kamen Zwänge oben drauf. Ich musste andauernd alles überprüfen, zig mal die Hände waschen, bestimmte Rituale täglich machen. Ich war auch in Behandlung, aber mein Psychologe wollte mich direkt in die Geschlossene bringen. Habe auch so ein Zentrum besichtigt. Da habe ich dann aber die Reißleihne gezogen. Ich wollte nicht dahin. Der Grund klingt für euch vielleicht absurd, aber ich dachte "Anderen Leuten gehts vielleicht noch mieser, denen will ich nicht den Platz klauen." Echt absurd, weil mir gings ja auch verdammt mies. Aber dennoch, war das das einzig richtige, wie ich im Nachhinein sagen kann.

Die ersten Wochen danach gings mir immernoch verdammt k*cke. Ich war eigentlich nur noch eine Hülle. Es wurde dann so schlimm, dass ich einmal sogar zusammen gebrochen bin. Ich lag auf dem Boden, konnte mich nicht mehr bewegen. Nach wenigen Minuten bin ich dann aufgestanden und es kam der Wendepunkt. Ich wusste, dass ich ganz unten war. Weiter bergab konnte es mit meiner Psyche nicht gehen. Danach war mir einfach alles vollkommen egal. Und dann ging es bergauf und heute habe ich kaum noch solche Probleme!

Meine Familie war immer für mich da. Ohne sie hätte ich, glaub ich, die Zeit nicht überstanden. Deshalb liebe ich meine Familie über alles.

Vielleicht haben aber diese psychischen Probleme damit was zu tun, dass ich heute so bin?

Ist jetzt ein verdammt langer Text geworden, aber ich konnte mir mal alles von der Seele schreiben.

Gruß

Antworten
K2ruem,elmoEnstexr80


so doch froh über das was du hast.

bin seit 32 Jahren solo, selbst kein optischer Knaller und lebe auch noch ...

KDruemelmo6nsterx80


... von den letzten 300 Wochenenden zu Hause mal abgesehen ":/

m7usnkat0nuss


Der Grund klingt für euch vielleicht absurd, aber ich dachte "Anderen Leuten gehts vielleicht noch mieser, denen will ich nicht den Platz klauen." Echt absurd, weil mir gings ja auch verdammt mies. Aber dennoch, war das das einzig richtige, wie ich im Nachhinein sagen kann.

Naja, wenn du Krebs hast, dann musst du auch entsprechend behandelt werden, da bringt es nichts zu sagen mir gehts doch eigentlich so gut, anderen gehts bestimmt schlechter. Das hast nichts miteinander zu tun.

Weiter bergab konnte es mit meiner Psyche nicht gehen. Danach war mir einfach alles vollkommen egal. Und dann ging es bergauf und heute habe ich kaum noch solche Probleme!

Also irgendwie liest sich dein Text sehr niedergeschlagen, traurig, schreibst davon das du dich nicht leiden kannst und schreibst im gleichen Atemzug das es grad bergauf geht und du heute kaum noch solche Probleme hast... ???

"Warum bin ich so?"

Die Frage ist nicht warum, sondern wie. Wie willst du denn sein und was hindert dich daran so zu sein? Und genau dafür ist ein Psychotherapeut da um diese Fragen zu klären: Wie, was, warum? (das warum klärt sich mit der Zeit so ein bisschen fast von alleine)

*:) @:)

MAetalxBlade


Danke für deine Antwort! :)

Also irgendwie liest sich dein Text sehr niedergeschlagen, traurig, schreibst davon das du dich nicht leiden kannst und schreibst im gleichen Atemzug das es grad bergauf geht und du heute kaum noch solche Probleme hast...

Mit kaum noch solche Probleme meinte ich die vergangenen psychischen Sachen:

Psychisch hab ich trotz meines jungen Alters schon so einiges mitgemacht. Alles fing mit 15 Jahren an, damals habe ich gehört, dass ein Meteorit die Erde zerstören wird (heute weiß ich, das ist quatsch und extrem unwahrscheinlich). Aber damals hatte ich Angst und mich total verrückt gemacht. Damit fing alles an. Irgendwann kam die Angst vor den Tod dazu. Dazu kam auch selbstgemachter Leistungsdruck in der Schule. Für einen billigen Erdkunde-Test z.B., wo andere gar nicht für lernen, habe ich ewig gelernt, alles auswendig gelernt. Klar waren die Noten immer ganz gut, aber der ständige Druck hat mich fertig gemacht. Hinzu kam dann die Hypochondrie. Ich habe mir eingebildet, alles mögliche an Krankheiten zu haben. Habe stundenlang meinen Körper durchsucht, ob irgendwas unnormales, womöglich gefährliches zu finden ist. Klar hab ich in meinen Augen immer was gefunden. Ewige Zeiten gegooglet, immer wieder neue Sachen gefunden. Angst pur. Aber als wäre das noch nicht genug, kamen Zwänge oben drauf. Ich musste andauernd alles überprüfen, zig mal die Hände waschen, bestimmte Rituale täglich machen

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