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Warum begehen manche Menschen so grausamen Suizid?

k+leiner_d'racheXnstxern


Also ich bin chronisch krank und kenne auch einige andere chronisch Kranke. Wir haben uns öfter schon über das Thema unterhalten, da wir alle irgendwann festgestellt haben, dass unsere Leidensfähigkeit ab einem bestimmten Grad der Krankheit ausgeschöpft wäre und wir es dann vorziehen würden zu sterben. Nachdem das aber ja – leider – in D nicht legal ist muss man sich dann eben überlegen, wie es am besten zu bewerkstelligen wäre und ich würde definitiv was schnelles relativ unangenehmes vorziehen und wüsste auch schon was.

Spektakuläre Suizide – z.B. die Selbstverbrennung wollen ja immer etwas bewegen oder auf etwas aufmerksam machen – was natürlich durch die spezielle Grausamkeit des Todes erreicht werden soll.

Erweiterte Suizide kann ich leider auch nicht nachvollziehen, sie sind so unfassbar :°( . Der berühmteste ist ja der der Goebbles, vor ihrem gemeinsames Suizid ihre sechs kleinen Kinder getötet haben, weil ein Leben "ohne den Führer und den Nationalsozialismus nicht lebenswert" war. :-o . Ich denke, ähnliche Gedanken haben auch andere Eltern, die ihre Kinder töten, dass sie nicht ohne sie leben müssen oder ähnliches. Schrecklich :°(

B=odhKrTaxn


Wenn man schon selbst aus dem Leben scheiden will, warum muß man dann auch noch Leid über andere Menschen bringen, die überhaupt nichts dafür können?

Das kapiere ich auch nicht, das ist ein unverantwortliches und absolut egoistisches Verhalten. Vor knapp 3 Jahren im Winter erlebt, leidende Grundschulkinder 2 Stunden lang bei minus 15 Grad Kälte im Freien, weil sich so ein Aspirant auf die Schienen legen musste. Wer es unbedingt tun muss, der soll es bitte leise tun.

LAadyS-uCe


Bodhran

Du meinst von einem "Aspiranten" sei mehr Rücksichtnahme auf seine Mitmenschen zu erwarten?

Dem Menschen, der kurz davor steht, seinem Leben ein Ende zu bereiten (das macht man normalerweise nur einmal im Leben, ist sozusagen sein persönliches großes Finale) gestehe ich allerdings zu, dass ihm solche "Kleinigkeiten" dann egal sind.

m!aypoxwer


Ich denke, ähnliche Gedanken haben auch andere Eltern, die ihre Kinder töten, dass sie nicht ohne sie leben müssen oder ähnliches.

Oder es geschieht aus Rache, weil man einem verhassten Menschen (den man evtl. auch für den eigenen Suizid verantwortlich macht) unbedingt auch noch ein Leid zufügen möchte.

Man selbst will sterben, aber der andere soll weiterleben, jedoch unter großem Schmerz leiden.

Darum werden auch oft gemeinsame Kinder bei Familienkrisen vom Selbstmörder mit in den Tod gerissen.

Unvorstellbar grausam und absolut verwerflich, aber man kann niemanden mehr dafür zur Rechenschaft ziehen.

Da bleibt manchen nur noch der Glaube an das jüngste Gericht, aber das ist natürlich ein sehr schwacher Trost.

Vor knapp 3 Jahren im Winter erlebt, leidende Grundschulkinder 2 Stunden lang bei minus 15 Grad Kälte im Freien

Noch schlimmer ist allerdings, wenn andere dadurch auch verletzt oder gar mit in den Tod gerissen werden (z.B. bei einer Gasexplosion).

kqleinoer_dnracrhen9sterxn


Oder es geschieht aus Rache, weil man einem verhassten Menschen (den man evtl. auch für den eigenen Suizid verantwortlich macht) unbedingt auch noch ein Leid zufügen möchte.

Man selbst will sterben, aber der andere soll weiterleben, jedoch unter großem Schmerz leiden.

Stimmt, diesen Gedanken hab ich völlig vergessen. Wahrscheinlich weil er mir so völlig fremd ist. Und weils so schrecklich grausam und sinnlos ist :°(

B$odhraxn


Du meinst von einem "Aspiranten" sei mehr Rücksichtnahme auf seine Mitmenschen zu erwarten?

Entschuldigung, der Begriff Aspirant klingt hart und nüchtern. Ich habe keine Ahnung, vielleicht passt Lebensmüder besser. Jeder Mensch ist betroffen, wenn sich ein Mitmensch das Leben nimmt, und ich finde es schräg, wenn diese Menschen quasi postmortal die Aufmerksamkeit einfordern, die sie im Leben nicht hatten, und dadurch anderen Menschen noch Leid zufügen. Es ist schlimm genug für die Angehörigen. Jemand, der plant, sich umzubringen, weiß um die leidtragenden Menschen. Sowas passiert nicht spontan, es gibt imho immer einen Plan.

A#ntonivo V&iSvalxdi


Lieber

@ DoN_,

kann es sein, dass Du ein "Intellektueller" bist, der sich vieles zu sehr zu Herzen nimmt? – Bei meinen damaligen Magenproblemen hat mir einst ein Arzt, der auch Diplom-Psychologe war, mit einem einzigen "kernigen" Vergleich sehr geholfen: "Wenn Sie ein Arbeiter waeren, wuerden Sie sich 'mal die Hucke voll saufen, und dann waere es wieder gut!" – Sehr banal, aber sehr heilsam fuer mich damals.

Und bei Selbstmordgedanken, die sicherlich viele Jugendliche einmal haben und durchspielen (mich eingeschlossen), hat mir auch eine kurze Formel viel gegeben: "Das Leben ist sowieso zu kurz, und den Rest ist man dann eh tot, so dass man nicht noch vorher nachzuhelfen braucht – der Tod kommt automatisch."

Das Leid, welches der Selbstmord eines Verwandten oder Freundes bei selbigen ausloest, bedenken viele nicht oder nicht ausreichend, die Hand an sich selbst legen. Neulich war eine Verwandte bei uns, die ihren Sohn auf diese Weise verloren hatte; sie war von einer unbeschreiblichen Trauer und Fassungslosigkeit erfuellt – genau wie wir. Und ich glaube kaum, dass sich das aendern wird; sie wird also noch sehr lange leiden muessen – will man das seiner Mutter, seinem Vater, seinen Geschwistern, seiner Familie, seinen Freunden ernsthaft antun?

Ich wuensche Dir, dass Du diesen kritischen Lebensabschnitt heil ueberwindest, bis Du (wieder) in Dir ruhst und mit einer neuen Lebenssituation und einer anderen Lebenserfahrung die Dinge in einem ganz anderen Licht betrachten kannst.

Heute als vierfacher Vater kaeme ich nicht im entferntesten auf die Idee, mich umzubringen, und im Gegenteil hoffe ich jeden Tag, dass ich so lange und so viel wie moeglich fuer meine Kinder werde da sein koennen.

B8odh)rEan


Der Don ist doch nur ein Misanthrop, der mit sich selbst nix anzufangen weiß ;-).

U|lmer) Sp@atz


Wenn man schon selbst aus dem Leben scheiden will, warum muß man dann auch noch Leid über andere Menschen bringen, die überhaupt nichts dafür können?

Ich könnte mir vorstellen, dass es Leute gibt, die meinen, dass andere an ihrem Schicksal schuld sind und sich denken: "andere Menschen haben mich immer so schlecht behandelt und ich war allen egal – nun sind mir die anderen eben auch egal".

Vielleicht wurde ihnen im Leben zu wenig Beachtung zuteil – und sie wollen wenigstens in ihrem "Abgang" mal so richtig Aufmerksamkeit erregen.

Abgesehen davon finde ich die Diskussion über die "beste" Selbstmordmethode hier ziemlich makaber...

S aoir sxe


Ein Suizid geschieht nicht immer geplant, sondern auch durch eine Kurzschlussreaktion, wenn plötzlich noch etwas zum übrigen Leid hinzukommt und dann wählen manche eine Methode, ohne sich Gedanken um andere zu machen, weil man an diese Menschen, die es miterleben könnten, gar nicht mehr denken kann. Man ist völlig eingeschlossen in seiner tiefen Traurigkeit und möchte nur noch schnell sterben – egal wie.

Ich bin kein Freund von Suiziden, bei denen andere Menschen selbst Schaden nehmen (z. B. Zug), aber wie oben erklärt, ist man in solch einer Situation meist so verzweifelt, dass man nicht mehr an andere denken kann.

Suizidale Menschen sind selten herzlose Egoisten, die sich vorher freuen, wenn sie daran denken, dass durch ihren Tod hinterher viele andere Menschen leiden, wie Familie, Freunde etc., das ist ein Vorurteil, das mich immer wieder ärgert. Manchmal erscheint einem die eigene Situation einfach nur so ausweglos, dass man eine Erlösung im Tod sieht und durch den eigenen Tod nicht nur sich selbst vom Leiden befreien möchte, sondern auch seine Mitmenschen, weil man denkt, man sei nur noch eine Last für sie.

SSaoixrsxe


Ich könnte mir vorstellen, dass es Leute gibt, die meinen, dass andere an ihrem Schicksal schuld sind und sich denken: "andere Menschen haben mich immer so schlecht behandelt und ich war allen egal – nun sind mir die anderen eben auch egal".

Vielleicht wurde ihnen im Leben zu wenig Beachtung zuteil – und sie wollen wenigstens in ihrem "Abgang" mal so richtig Aufmerksamkeit erregen.

Glaubt mir, der Anteil dieser Menschen, die vor ihrem Suizid so denken, ist sehr gering. Vielmehr sieht man sich selbst als Belastung für andere.

H*atWa`ri


Was die Eingangsfrage angeht, denke ich, dass es (etwaige Rache-/Spontantaten mal ausgenommen) wohl ein Abwägen zwischen Annehmbarkeit für sich selbst, Erfolgsaussicht und der tatsächlichen Möglichkeit dessen ist.

EYhemalig|er Nut,zer (#[479013)


@ Antonio Vivaldi

Nein, ich bin kein "Intellektueller", aber der Vergleich deines Arztes geht schon in die richtige Richtung. Im Gegenzug dazu kann ich deiner gut gemeinten Formel vergleichsweise wenig entnehmen, da man sich bei einem Leben, welches täglich zwischen Arbeit und dem Umstand, von der Gesellschaft regelrecht zum Abschuss freigegeben zu sein, hin- und herpendelt, auch nicht mit dessen Kürze trösten kann. Außerdem muss ich gestehen, dass mir Verwandte und "Freunde" in dem Punkt vollkommen egal sind, da ich meine Existenz in keiner Weise als Bereicherung für diese sehe. Trotzdem vielen Dank für deine Wünsche und dir ebenfalls alles Gute.

@ Bodhran

Der Don ist doch nur ein Misanthrop, der mit sich selbst nix anzufangen weiß ;-).

Das trifft wohl so zu. Ich bin auch der Letzte, der der Allgemeinheit die maßgebliche Schuld an meiner Situation geben würde, aber auch unbedeutende Vorkommnisse können bei extremer Häufung sehr erdrückend sein, wenn man von jedem fälschlicherweise als schwächstes Glied der Gesellschaft eingestuft wird und dann nur noch ein stereotypes Programm abläuft. Diese Sache frisst einen förmlich auf.

waolfex61


Suizid, ist nur eine Art der Offenbarung! Sterben muss jeder. Der Eine greift halt, der Zeit, voraus.

Sind wir, die hochgelobte GESELLSCHAFT, die alles kontroliert und beherscht, unfähig die Leiden mancher Menschen zu erkennenen ??? Jeder Suizid ist stets ein grosser Hilferuf, nur WIR sind TAUB!

w6olfex61


Ich ziehe den Tod vor Allem vor! Endlich Ruhe!

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