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Übles Temperament

dnanae^8x7


Auslöser von Wut ist bei mir auch oft Hilflosigkeit.

Geht mir auch so. Ich fühle mich enorm leicht und schnell angegriffen und in eine Ecke gedrückt. Dann kommt der Gedanke "Das macht nie wieder jemand mit mir" rauf und auch gerne mal das wehret den Anfängen Gefühl und schon benehme ich mich unverhältnismäßig. Da bekommt dann der Typ der mich geschnitten hat nen großen Teil all dessen mit auf die Nuss was eigentlich zu meinen Eltern gehört.

Vielleicht ist es einfach der Hang zu einer unzulässigen Verallgemeinerung im ersten Moment. Dazu passt auch was a.fish beobachtet hat (und mir gar nicht auffiel obwohl wenn es richtig ist, wahrscheinlich weil ich das auch gern mache). Du hast diesem Menschen aufgrund seines Verhaltens in dieser einen Situation total viele Eigenschaften zugesprochen die sich daraus nicht ablesen lassen. Er hat sich damit in eine Kategorie Mensch eingeordnet in der eben auch dein Angreifer steckt oder ein Tierquäler. Diese Kategorie erfordert dann folgendes Verhaltensmuster sonst wird schlimmes passieren: Attacke!

Es ist irgendwie ein persönlicher Angriff, keine Gedankenlosigkeit die losgelöst von deiner Person passiert. Das meinte ich als ich davon schreib das du quasi die alte SItuation mit dem Messerangreifer wiederholst. Geistig ist bei dir der Depp hinterm Steuer nicht weit weg vom Raubmörder einsortiert.

SBhojxo


Offenbar ist die zu lange Zeit noch nicht vorbei.

Wäre ja auch vorbildlich ruckartig, Du oller Besserwisser. ;-D

Du hast diesem Menschen aufgrund seines Verhaltens in dieser einen Situation total viele Eigenschaften zugesprochen die sich daraus nicht ablesen lassen. Er hat sich damit in eine Kategorie Mensch eingeordnet in der eben auch dein Angreifer steckt oder ein Tierquäler. Diese Kategorie erfordert dann folgendes Verhaltensmuster sonst wird schlimmes passieren: Attacke!

Ja, da hast Du recht. Irgendwie gibt es bei mir eine ganz große Kategorie "schlechter Mensch", und Fremde rutschen da wahnsinnig schnell rein. Leute, die ich auch nur ein bisschen besser kenne, tun das nicht, das mache ich offenbar nur bei Leuten, die ich nicht oder fast gar nicht kenne. Und innerhalb dieser Kategorie mag es noch Abstufungen geben, aber wenn ich wütend bin, egalisiert sich das nahezu. "Wie, du hast nicht alles gelesen, ehe du antwortest? Du frisst wohl auch kleine Kinder und Hunde, du Scheißkerl!" Wenn ich darüber nachdenke, kriege ich es zwar auseinandersortiert, intellektuell auch ganz leicht, aber emotional nur erschreckend zäh.

Und vielleicht ist das auch der Grund, weshalb es mich so umfassend auf die Palme bringt, Fischlein Wenn ich mich ärgere, hab ich offenbar noch weniger Archetypen für Fremde parat als Du - weil bei mir schon im "Menno, da mault jemand die Kassiererin hinter der Kasse total blöd an" irgendwie immer für mich mitschwingt: "Solange es Menschen gibt, wird es ermordete Kinder, erschlagene Robbenbabys, Massentierhaltung und schlechte Schokolade geben, und ich kann überhaupt nichts dagegen tun". Dazu noch das Echo des Bewusstseins, dass ich selbst mich oft auch beknackt verhalte, und *trommelwirbel* - Wutanfall.

Echt pubertär. So viel egozentrischer Weltschmerz.

mtari)ka sctern


shojo, bevor du jetzt anfängst, dich als märtyrerin zu fühlen, wollte ich dich nur daran erinnern, dass in meiner auflistung von "schlechtem auf der welt" leute wie du ganz weit oben stehen ;-)

L!ewiaxn


...oder, um wieder auf das PGH-Buch zurueckzukommen, Wut, die irgendwie ihr wahres Ziel noch nicht gefunden hat. (Und moeglicherweise gibt's da noch anderes zu finden als den urspruenglichen Angreifer; oder warst du vorher anders in dieser Hinsicht?)

L<oqhuxe


@ Martienchen

Leider weiß ich das nicht genau, aber ich glaube, wenn ich mein Verhalten hinterfrage, ist mir das Ergebnis, also der Grund, auch eher peinlich. Also ich ahne da schon was. Mpf.

Ja, ich ahne da auch schon was.. ;-) Aber du hasts im Prinzip schon selbst geschrieben:

Wer mir -erstaunlicherweise- einen Spiegel vorgehalten hat, und das erkenne ich erst jetzt retrospektiv, das war/ist mein kleiner Bruder [...] Und selbst, obwohl ich nachfühlen kann, was er fühlt in einem solchen Moment widert er mich an. Weil er sich nicht im Griff hat. Weil er sich nicht kontrollieren kann. Und irgendwie, weitergedacht, ist es dann gerade dieses Unbeherrschte, Unkontrollierte, was mich an anderen Menschen grundsätzlich anwidert [...] Er kann mich innerhalb von Sekunden auf die Palme bringen. Warum? Im Zweifel, weil er so ist, wie ich sein kann (und früher manchmal war), aber niemals sein will. So will ich nicht sein.

Das ist nämlich ein sehr schönes Beispiel für die weitverbreitete Neurose, die sich Schattenboxen nennt :) Und das funktioniert so: Etwas mit dem man sich absolut nicht identifizieren möchte (z.B. unbeherrscht sein) wird komplett aus dem Bewusstein ins Unbewusste verdrängt und dort "eingekerkert". Man hat jetzt zwar die schöne Illusion, dass man garantiert keinen Hauch dieser Charaktereigenschaft mehr hat, aber sie ist natürlich immer noch da (als Schatten). Wenn man jetzt auf jemanden trifft der genau diese Eigenschaften zeigt bzw. offen auslebt, dann wird aber der entsprechende eigene Schatten wieder getriggert und es wiederholt sich der innere Konflikt. Das passiert allerdings unbewusst. Was man bewusst mitbekommt ist nur, dass es diese andere "unglaublich verachtenswerte" Person gibt die einem so wütend macht. Das man komischerweise oft der einzige ist der so stark emotional auf eine bestimmte Person reagiert, ist übrigens ein sehr guter Hinweis darauf, das man gerade wieder mit seinem eigenen Schatten boxt...

Rjanxi80


Bei mir hat das Lesen dieser Seiten ein ungutes Gefühl hinterlassen. Und immer wieder die Gedanken, man kann einen Menschen nicht ändern, wenn er es selber nicht möchte,- und, keiner hat das Recht einem anderen vorzuschreiben wie er sich zu verhalten hat. Selbst das Urteilen über andere ist doch schon recht überheblich. Und ich finde es wiedereinmal traurig, wie primitiv die Verhaltensweisen der Menschen sind,- von wegen intelligent und sozial, sie erschlagen, quälen und töten sich gegenseitig. Aber alle sind sie gegen Krieg... :-/

Leider hatte ich schon in meiner Kindheit Menschen erlebt die unkontrolliertes, gewalttätiges Verhalten an anderen ausgelebt haben. Meistens unter Alkoholeinfluss. Ich verabscheue dieses daher sehr, es ist nichts besonders rühmliches daran sich gehen zu lassen und dabei andere Menschen respektlos und verletzend zu behandeln. Sehr egoistisch scheint mir das. So eine Person sieht doch nur sich selbst und zweifelt in keinster Weise daran, das ihr Benehmen gerechtfertigt ist.

Klar, kenne ich Wut bei mir auch,- und trotz allem finde ich die Kartoffel-Flug-Aktion klasse. Seine Wut und Empörung raus zu lassen, warum nicht,- nur der Vorsatz andere Menschen damit "erziehen" zu wollen finde ich doch leicht größenwahnsinnig und total irreal. Es wird immer Idioten geben,- für den einen diesen, für den anderen jenen.

Das Urteilen über das Verhalten anderer zu lassen, führt meiner Meinung zu Zufriedenheit und Gelassenheit und Raum um das eigene Leben zu leben. Schade, das die Bibel gar keinen Einfluss mehr hat,- denn dort steht irgendwo der befreiende Satz: Richte nicht,...

Ich denke es kann auch nur die eigene Unzufriedenheit mit sich selbst und dem eigenen Leben sein, wenn Wut in einem brodelt,- oder ist es Hass? Es zerfrisst einen innerlich und lenkt nur ab von der Erkenntnis was man eigentlich selbst in seinem Leben anders tun will und nicht schafft.

Erst kürzlich hatte ich auch große Wut in mir gespürt und oft rege ich mich auch noch auf über das Verhalten anderer, das meiner Meinung nach daneben ist. Da ich mich aber bewusst gegen das Verurteilen und Bewerten andere Menschen entschieden habe, war mir schon nach kurzer Zeit klar, das nicht die Menschen für meine Wut verantwortlich sind,- sondern etwas was mit mir und meinen Erlebnissen zu tun hat. Ich kann einfach nichts daran ändern, wenn Menschen mich enttäuschen, verletzen ungerecht behandeln. Abstand kann ich dann davon nehmen und dem Jenigen sagen, wie sein Verhalten bei mir ankam,- doch meistens hat das nichts gebracht. Jeder hat seine eigenen Beweggründe,- und die gilt es zu akzeptieren. Alles andere ist vergeudete Zeit und Kraft,- oder eben einfach nur Ablenkung von den eigenen Schwächen.

So, wenn ich mich jetzt wiederholt habe,- mein Text belehrend oder sonstwie wirkt... ist mir das egal. Beleidigt habt ich niemanden, das ist mir wichtig. Der Sinn in einem Forum ist doch, dass jeder schreiben kann, wenn ihm danach ist und wenn er meint etwas hilfreiches beitragen zu können. Vielleicht kann jemand was davon mitnehmen, wenn nicht, kann er den Text einfach vergessen und übergehen. Anderen vorzuschreiben, was und wie sie hier schreiben,- oh man wie naiv und respektlos finde ich das.

Grüße

MParti^enhchexn


@ Loque

Nein, das meine ich nicht. Das, was Du meinst,ich doch bereits geschrieben, wie Du außerdem selbst bemerkst. ":/

L0oque


Aso, stimmt. Da hab ich a bissel was durcheinander gebracht. Das erste Zitat hab ich auf das Zweite bezogen. Das mit dem Schattenboxen trifft wohl aber nur auf das Beispiel mit deinem Bruder zu. Aber das ist ja sozusagen trotzdem noch aktuell und auch nur ein Beispiel für eine generelle Problematik...

M!artmienc`hen


Wieso Problematik? Niemand ist frei von menschlichen Schwächen, denke ich, und der eine ist jähzornig, der andere unordentlich. Dass man bei anderen oft dasjenige Verhalten scheiße findet, das man auch an sich selbst scheiße findet, ist wohl auch längst kein Geheimnis mehr.

Lboqxue


Naja, was man als problematisch sieht ist in gewisser weise immer auch subjektiv. Schattenboxen kann man selbstverständlich auch nicht als ein Problem sehen. Schließlich ist ja jeder bis zu einem gewissen Grad davon betroffen. Es ist also völlig "normal" so zu sein. Nur "normal" bedeutet nicht unbedingt, dass es "gut" ist. Ich stell jetzt außerdem einfach mal die kühne These auf, dass Schattenboxen niemanden Spaß macht und trotzdem machen es so viele. Könnte man das als "Problematik" bezeichnen? Um mal bei deinem Bsp. zu bleiben: fändst du es nicht auch besser wenn du etwas gelassener darauf reagieren könntest, wenn dich dein Bruder mal wieder "anfährt"? So wie sich deine Beschreibung anhört ist das noch immer sehr anstrengend für dich die Kontrolle nicht wieder zu verlieren.

Swhojxo


shojo, bevor du jetzt anfängst, dich als märtyrerin zu fühlen, wollte ich dich nur daran erinnern, dass in meiner auflistung von "schlechtem auf der welt" leute wie du ganz weit oben stehen

Pfui Teufel - hat Dir denn niemand beigebracht, dass man nicht sagt, "Leute wie du sind scheiße", sondern "dein Verhalten finde ich scheiße"? :-o

Nein, im Ernst - ich schätze, ich werde ab hier viel mit mir selbst und meinem näheren Umfeld ausmachen statt so im Internet, das fühlt sich ganz eigenartig an. Und auch nicht passend. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, mein Seelenleben hier derart auszuwalzen, bin einerseits recht froh drum, dass es so gekommen ist, andererseits aber geht es mir hier und da schon deutlich zu weit. Das ist ein wirklich schwieriges Thema für mich, bei dem ich mich wirklich ganz schön übel exponiert fühle, und ich glaube, im Forum ist es vor allem insofern gut positioniert, als ich hier kräftig überprüfen kann, wo ich stehe. Beispielsweise hätte ich zu Brotherhood ja auch einfach sagen können: Ich finde es ärgerlich, dass du offenbar das meiste nur überflogen hast und trotzdem so knackig urteilst; so etwas empfinde ich - hier und auch in jedem Faden - als sehr unhöflich. Hätte es auch getan; Höflichkeit und inhaltliche Klarheit schließen einander ja nicht aus.

Suhoxjo


Um mal bei deinem Bsp. zu bleiben: fändst du es nicht auch besser wenn du etwas gelassener darauf reagieren könntest, wenn dich dein Bruder mal wieder "anfährt"? So wie sich deine Beschreibung anhört ist das noch immer sehr anstrengend für dich die Kontrolle nicht wieder zu verlieren.

Ich bin zwar nicht Martienchen, aber - was um Himmels willen verlangen denn hier bloß manche Leute? Und warum theoretisierst Du so sehr? Es liegt doch auf der Hand, dass sie es besser fänd, gelassener zu sein, sie arbeitet daran, aber das ist ein Prozess, nicht mit einem Fingerschnippen getan. Und gerade wenn einem an jemandem eigentlich viel liegt, wenn da eine gemeinsame Geschichte ist, lang und oft schmerzhaft - ist es dann nicht schräg und irgendwie auch unmenschlich, wenn einen das, was er tut, ganz kalt lässt? Ich empfinde das als gar nicht so unbedingt erstrebenswert.

L(ovH6uxs


Wäre ja auch vorbildlich ruckartig, Du oller Besserwisser.

:-p

Nicht ablenken, Shojo. Die Botschaft war nicht, wie schnell du all die Eigenschaften los wirst, die dich in der Außenwelt so aufregen, sondern die Frage, ob du das tatsächlich willst. Denn dann müsstest du die Aufmerksamkeit von den Dingen abziehen, die dich aufregen. Willst du das wirklich? Du bräuchtest eine Fantasie, inwiefern das Leben dadurch bereichert würde und ich höre bei dir nur, dass du dann einen Verlust beklagen würdest. a.fish hat eine bezeichnende Alternative genannt: Dem Liedchen im eigenen Kopf zuzuhören.

dqanaex87


Und gerade wenn einem an jemandem eigentlich viel liegt, wenn da eine gemeinsame Geschichte ist, lang und oft schmerzhaft – ist es dann nicht schräg und irgendwie auch unmenschlich, wenn einen das, was er tut, ganz kalt lässt? Ich empfinde das als gar nicht so unbedingt erstrebenswert.

Ich fände das total traurig wenn es einen kalt lassen würde. Die Gefühle an sich sind ja gar nicht falsch, nur die Ausdrucksform ist nicht immer angemessen. Daran gilt es hier und da zu arbeiten, mal mehr mal weniger, aber doch nicht am Gefühlsleben. Meiner Meinung nach wäre es auch ziemlich ungesund sich einzureden das einen etwas kalt lässt wenn dem nicht so ist.

Das Beispiel bei Brotherhood finde ich gut. Shojos Ärger ist verständlich, aber die Ausdrucksform überarbeitungswürdig.

MHo1lliWenchen


@ Shojo

All die Leute, die irgendwelche Verkäufer zur Sau machen, um sich besser zu fühlen, die fahren wie die Henker und erst was merken, wenn jemand tot ist – oder nicht mal dann -, all die Leute, die ihre Kinder dafür anschnauzen (und Schlimmeres), dass sie ihre Wut nicht im Griff haben, Leute, die andere behandeln wie Müll, die ihre Hunde unfassbar schlecht behandeln, die sich großartig darin gefallen, andere von oben herab zu behandeln ... ich weiß nicht, was ich mit denen anfangen soll! Ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung, wenn ich diesen Schutz nicht oben habe, dass ich es richtig finde, sie zu verachten und zur Schnecke zu machen. Ich verstehe nicht, weshalb Menschen so ekelhaft sind. Ich will mit solchen Leuten nichts zu tun haben, aber sie sind überall. Ich will, dass sie einfach weg sind. Einfach nur verdammt noch mal weg!

Wie gut ich das verstehe… Sorry, das hilft jetzt keinem, aber es musste mal raus.

@ Martienchen

Nee. Eher im ganz Kleinen, dann, wenn ich bei anderen Menschen partout nicht weiterkomme und mich deshalb hilflos fühle. Wenn ich mich übergangen fühle und die dicke Mauer vor dem Verstand des anderen nicht durchbrechen kann. Dann steigt diese grässliche Hulk-Wut in mir hoch.

Was mich betrifft, ist es meist Wut gegen mich selbst, dass ich es nicht schaffe, mich so zu verhalten, dass es beim anderen ankommt, wie es soll. Ich bin also eigentlich stinksauer auf mich selbst, projiziere die Wut aber auf den anderen, weil der an meinem miesen Gefühl Schuld ist (aus meiner Sicht).

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