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Übles Temperament

NXu!rarihyxon


Ich nochmal o:)

Bei mir kommen da ein paar verschiedene Dinge zusammen, die sich arg vor den Karren kötteln.

Erstmal bin ich von Natur aus nicht körperlich aggressiv. Weder möchte ich gern jemanden schlagen (das tut ja auch der Hand weh), noch möchte ich geschlagen werden (was auch wieder weh tut).

Zum anderen habe ich halt trotzdem diese Tendenzen. Die Aussetzer etc, das macht einem Angst, ist wohl aber auch teilweise meiner krankheitsgeschichte geschuldet.

Zuletzt bin ich fest davon überzeugt, dass manchen Menschen einfach nur ein paar auf's Maul geschlagen gehört. Diese Ansicht mag teil meiner ursprünglichen Persönlichkeit sein. Manche verdienen es einfach. Ich möchte mich zwar zur ausführenden Kraft aufschwingen, aber... nunja.

Manchmal bekommt meine Freundin verbal eine von mir mit. Ich fühle mich danach immer ganz schrecklich. Ich werde nicht ausfallend oder beleidigend, aber meine Wut ist plötzlich auf die Nächstbeste Person gelenkt. Nachher tut mir das immer schrecklich leid und ich versuche meiner Freundin zu erklären, dass das gar nichts mit ihr zu tun hatte, sondern sie nur als Blitzableiter herhalten musste.

Ich weiß also schon, wann es den falschen trifft, und bereue das am Ende auch. Es ist mir einfach peinlich |-o

MLonGikax65


Wenn jemand ein schlechtes Gewissen hätte, würde ich nicht mehr grollen. Schlechtes Gewissen, darüber reden und weg damit vom Tisch, ich habe Verständnis dafür, dass sowas mal passiert. Grollen würde ich allerdings, wenn es für den anderen einfach so vorbei wäre, in der Regel, jedenfalls. Und dieser Groll schadet mir mehr als ihm.

M!o@lleien2chexn


@ a.fish

Ich wollte gestern noch etwas zu Deinem Geschriebenen (06.09.2012, 19:21 Uhr) schreiben, wusste aber gar nicht, wie ich es formulieren soll, aber Shojo hat es ja gut beschrieben.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich echt Mist gebaut habe, allerdings behalte ich das oft auch dann, wenn der andere schon 100 mal gesagt hat, dass er mir verzeiht. Da bin ich also nicht von der Gunst (oder Ungunst) des anderen abhängig.

Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn sich mein Gegenüber auf den Schlips getreten fühlt, ich mich aber vollkommen im Recht fühle bzw. meinen Ausraster als zumindest absolut logische Konsequenz des Handelns des anderen empfinde.

Nachdem ich meinen Vater am Telefon zusammengebrüllt hatte, hatte ich kein schlechtes Gewissen. Er hatte vorher, nachdem er meiner Schwester gegenüber Riesenbockmist gebaut hatte, auch keines und hält sich auch heute noch für im Recht. Ich würde ihn für dieselbe Sache auch wieder anschreien.

a!.fixsh


@ danae87

Muss ja auch keiner mitbekommen um sich überlegen zu fühlen. reicht ja schon wenn man sich in seinem eigenen Kämmerlein Bauchpinseln kann.

Aber wenn das Verhalten nach Außen – Reumütigkeit – postiv für den Betroffenen ist und das Verhalten nach Innen – wohlige Sebstquälerei – positiv für einen selber, dann ist doch alles sahne?

Noch nach zehn Jahren würde er dir an den Kopf werfen das du als Kind sein Lieblingsglas zerstört hast. Was würdest du denn da machen?

Vielleicht zur näheren Erläuterung, weil das evtl. anders rüberkam: ich beherrsche das von mir postulierte Ideal nicht. Der Aspekt, den ich großartig kann, ist mich ganz dolle viel schlecht und schuldig fühlen, aber daraus eine gute Lösung machen, gelingt mir selten. Ich kann mit Schuldgefühlen nicht umgehen, ich kann Versöhnungen schlecht annehmen und viel zu oft reagier ich vor allem anderen einfach trotzig. Ich halte das aber für einen Anwender-, nicht für einen Methodenfehler.

Wäre da also jemand dauerhaft schlecht auf mich zu sprechen, würde ich den Kontakt zu dieser Person meiden. Ich kann mich nicht entschuldigen und ich halte ja wie gesagt Entschuldigungen auch für wirkungslose Feigenblätter und deshalb würde ich mich darauf zurückziehen, die Beziehung zu dieser Person verbockt zu haben. Das ist nicht das, was ich ideal finde, aber wohl am ehesten das, was ich tue.

@ S. wallisii

schlechtes Gewissen anstatt den jeweiligen Impuls tatsächlich angehen zu müssen^^ die Faulheit daran gefällt mir jedenfalls

;-D Naja, wie geht man denn an? Wenn ich eine schlechte Eigenschaft an mir feststelle und lieber [hier positiven Wert einsetzen] wäre, dann übe ich und trainiere ich, bis [] zur default-(Re)Aktion wird. Aber im stillen Kämmerlein weiß ich, dass [] nur antrainiert ist und alles geänderte Verhalten nicht ändert, was ich im Innersten fühle, denke, will. Es ist mir bisher nicht gelungen, diesen Kernimpuls zu ändern und daher fände ich es.. anrüchig.. angesichts eines neuen Tricks, den ich gelernt habe und brav aufführe, in Selbstzufriedenheit auszubrechen. Und ich brauche den watchdog des schlechten Gewissens, der mir bei all zu unbeschwertem Umgang den Knüppel zwischen die Beine wirft, damit ich nicht vergesse, wo ich stehe.

S'. wUaBll3isxii


Erstmal würd ich meinen dass das nicht sehr nett ist^^ und da du anderen verzeihen als schnellst möglichst anzustreben und heilsam siehst (seh ich u.U. auch kritisch aber das ist ne andere Geschichte^^) irgendwie zweierlei-maßig.

Stell dir vor jemand anders bekäme eine solche Behandlung des Nachtragens von dir, nicht nur dass es ihn entmündigen würde, es würde auch absolut nicht-existentes Vertrauen in dessen Fähigkeit zur Wandlung ausstrahlen.

ich brauche den watchdog des schlechten Gewissens, der mir bei all zu unbeschwertem Umgang den Knüppel zwischen die Beine wirft, damit ich nicht vergesse, wo ich stehe.

hmja, es wäre natürlich fatal zu vergessen dass man ein total schlechter Mensch ist ;-D Das ist eben das tückische am schlechten Gewissen, eine Kontrollinstanz die nichts wirklich ändert sondern sogar zementiert. Selbsterfüllende Prophezeihung ohne Zukunft sozusagen.

Ohne den Eindruck erwecken zu wollen als könnte ich das so toll: sei doch etwas netter und nachsichtiger zu dir, dann klappts vllt auch mit dem Nachbarn ;-D ..sei er mal zu Spruchig-daherkomm-Zwecken stellvertretend für den Mensch der mal lieber wär genannt^^

LuovHxus


Man muss innerhalb dieses Spektrums eine eigene Auswahl treffen und sein eigenes Verhalten selbst beurteilen. Das kann einem niemand abnehmen.

:)z . Denn die einen

beharkt bei dem, was Du schreibst, LovHus, auch immer wieder so ein leises Unbehagen, so ein ganz schwammiger Eindruck, als würdest Du es Dir hier und da ein bisschen leicht machen.

und die anderen nervt, wie kompliziert ich es mir mache, wo es doch eigentlich allen ganz einfach ist.

Erst wenn man das ganze Spektrum gleichzeitig sieht, hat man weißes Licht. Alles andere ist gefärbt.

L"o-vHxus


a.fish

ist sich selber verzeihen natürlich oberste Devise.

Entweder fühlt man sich gar nicht schuldig, dann gibt es auch nicht, was man sich selber verzeihen müsste, oder man fühlt sich schuldig, dann bringt das auch keine Devise, auch nicht die oberste weg.

Sich selber verzeihen ist kein feel-good wellness gimick, sondern psychische Schwerstarbeit!

dvanaUeX87


a.fish

Aber wenn das Verhalten nach Außen – Reumütigkeit – postiv für den Betroffenen ist und das Verhalten nach Innen – wohlige Sebstquälerei – positiv für einen selber, dann ist doch alles sahne?

Wenn es dann irgendwie zum Selbstzweck wird nicht. Um sich den Status der wohligen Selbstquälerei zu erhalten muss man sich dann quasi immer wieder daneben benehmen. Damit man etwas "besonderes" ist muss man immer mehr Schuld anhäufen. So wird das einfach ein unguter Selbstläufer. Es kann sein das einige Menschen von einem schlechten Gewissen wirklich erzogen werden, aber bisher habe ich nur Leute kennengelernt die der tiefen und schmerzhaften Arbeit an sich selber auswichen weil sie sagten: "Ich mach das ja nicht mit Absicht und fühle mich am Ende bald schlechter als mein Opfer.

Ich kann mit Schuldgefühlen nicht umgehen, ich kann Versöhnungen schlecht annehmen und viel zu oft reagier ich vor allem anderen einfach trotzig. Ich halte das aber für einen Anwender-, nicht für einen Methodenfehler.

Meiner Meinung nach ist der Fehler im Anspruch und in der Methode

Es ist mir bisher nicht gelungen, diesen Kernimpuls zu ändern

schon enthalten. Nicht jeder Kernimpuls lässt sich einfach ausschalten. Einige davon sind einfach in unserer menschlichen Natur angelegt. Das zu erkennen und unter Anstrengung entgegen seiner Natur zu handeln ist etwas worauf man stolz sein kann.

Andere Kernimpulse beruhen auf persönlichen Erfahrungen oft schon als kleines Kind. Um die ändern zu können muss man erstmal ein Muster erkennen und sich dann die nächsten Jährchen bis Jahrzehnte daran setzen. Hier und da reicht ein ganzes Leben nicht aus um es wieder zu lösen. Allerdings darf man ruhig stolz darauf sein ein Muster erkannt zu haben, es idealerwiese kommunizieren zu können und daran zu arbeiten.

Sich selber verzeihen ist kein feel-good wellness gimick, sondern psychische Schwerstarbeit!

Genau das!

Zudem gibt es den einen Ausspruch in der Bibel der es einfach auf den Punkt bringt (um mal wieder zum Christentum zurück zukehren). "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Da drin befindet sich die einfach Erkentnis das wir den Maßstab den wir an uns selber anlegen immer auch an andere anlegen. Sind wir hart zu uns selbst, unversöhnlich und streng so fällt es uns auch sehr schwer dem anderen gegenüber versöhnlich aufzutreten. Es ist also durchaus im Sinne aller wenn der Einzelne lernt sich zu vergeben.

Wäre da also jemand dauerhaft schlecht auf mich zu sprechen, würde ich den Kontakt zu dieser Person meiden. [...] die Beziehung zu dieser Person verbockt zu haben.

Denn sowas hier, wäre dann viel seltener.

ich halte ja wie gesagt Entschuldigungen auch für wirkungslose Feigenblätter

Entschuldigungen sind nur dann wirkungslose Feigenblätter wenn die einzige akzeptierte Wirkung die Wiedergutmachung ist. Man kann Dinge nicht ungeschehen machen, aber man kann signalisieren das es einem Leid tut, man seinen Fehler eingesehen hat oder der Verletzung keine Absicht zu Grunde lag. Wenn das Gegenüber verzeihen kann dann kann eine Entschuldigung die Brücke über den Riss sein. Damit ginge man dann am Ende wieder nebeneinander auf der selben Seite bis der Riss verblasst und zusammen gerückt ist und damit ist es dann eben doch fast wieder so wie vorher.

an.fixsxh


@ S.wasllisii

Stell dir vor jemand anders bekäme eine solche Behandlung des Nachtragens von dir, nicht nur dass es ihn entmündigen würde, es würde auch absolut nicht-existentes Vertrauen in dessen Fähigkeit zur Wandlung ausstrahlen.

Genau und deshalb ist diese Denke nichts, was ich mir über einen anderen Menschen anmaßen würde. Ja, das sind zweierlei Maß, das sind zweierlei Skalen, die nicht mal im selben Messzentrum stehen. ;-D Andere Menschen müssen überhaupt nichts. Ich habe keine Ansprüche an andere Menschen, es gibt welche, die finde ich gut und welche, die finde ich nicht gut und eine ganz überwältigende Mehrheit, die ich nicht genug kenne, um irgendeine Meinung über sie zu haben. Aber mein Seal of Approval ist nichts, dem ich irgendein Gewicht zumesse – zumindest nicht mehr oder weniger als jedem anderen. Also, allen gar keins. ;-D Ich weiß, mit wem mein Utopia bevölkert wäre (eine Welt voller [[http://www.vice.com/alps/read/stuff-rais-bhuiyan-mark-stroman-welt-ohne-hass-todesstrafe]] Rais Bhuiyans), aber ich stricke daraus keinen Anspruch, dass irgendwer dem genügen muss.

Was nicht heißt, dass ich nicht gern mal belehre, was jemand meiner erlauchten Meinung nach tun sollte. ;-D

danae, Deinen Post finde ich sehr gelungen, da muss(te) ich erstmal drüber nachdenken. Und ich kann mich nicht über von Dir gemachte Erfahrungen mit Dir streiten und ich fänds auch nicht fruchtbar, an den anderen Punkten eine Nein-Doch-Nein-Doch-Diskussion zu starten, ich seh das einfach anders, aber an Deinen Schlussfolgerungen sehe ich nichts auszusetzen, wir sind da einfach anderer Meinung. Der einzige Punkt, wo ich widersprechen würde, ist die "Liebe Deinen Nächsten usw."-Kiste. Darüber habe ich mich aber schon des Öfteren ausgelassen (und evtl. erwecke ich in den Beiträgen in bissili den Eindruck, das mich das Thema ein klein wenig aufregt o:) ) und das hat mit dem Thema hier auch nicht mehr viel zu tun. Daher keine Widerworte, nur ein recht gestelzt klingendes, aber ehrliches: Danke für das Gespräch. Oder so ;-D

LMewixan


a.fish

Ich glaube, das Ganze ist viel weniger eine Frage von Argumenten als eher von irgendwelchen emotionalen Sachen, die da tief in dir (und natuerlich in anderer Weise auch bei den Diskutanten, die das anders sehen) verankert sind. Weswegen das Thema, soweit es dich beschaeftigt, auch etwas ist, das du mit dir selber ausmachen musst, und Aenderung wird nicht von den guten, aber persoenlichen Argmenten anderer Leute kommen. Was du dich immerhin mal fragen koenntest, ist, ob es die Stimme, die hier von anderen repraesentiert wird und gegen die du wenigstens mal auf dich ganz persoenlich bezogen hier anredest, nicht auch in dir selber vertreten ist, und wie du in dem Fall mit diesem Teil von dir umgehen magst (der z.B. vielleicht so ungezogene Sachen denken koennte wie "eigentlich faende ich es ganz gut, auch mal mit mir zufireden zu sein" 8-) ).

L|ewifan


"...zufrieden..."

S+. waulXlisii


Was nicht heißt, dass ich nicht gern mal belehre, was jemand meiner erlauchten Meinung nach tun sollte. ;-D

das ist gut, dann kann mein Bekehrungsversuch ja nicht zu aufdringlich auf dich gewirkt haben ;-D ;-)

LLovUHxus


Shojo

so ein leises Unbehagen, so ein ganz schwammiger Eindruck, als würdest Du es Dir hier und da ein bisschen leicht machen.

Ist mir noch nachgegangen |-o .

Du, Shojo, bist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Geschichten beschreiben Einzelfälle. Man kann sich beim Zuhören (oder Lesen) auf seine je ganz eigene Art identifizieren oder distanzieren. Und selbst wenn man nicht einverstanden ist: Hey, so ist es halt passiert, bin nicht stolz, will aber auf eine schwammige Weise noch was draus lernen. Und diese Lektionen kann jeder für sich halten, wie er will und meint.

Ich habe es nicht so mit Geschichten, dafür versuche ich mich immer wieder mit Erklärungen, Modellen, Verstehensgerüsten, Denkkorsetten, Landkarten in geistig-seelischem Terrain... Ihnen ist gemeinsam, dass sie vom Einzelfall abstrahieren und dafür klassifizieren, gruppieren, verallgemeinern. Damit geht auch immer Wichtiges eines Einzelfalles verloren, was die Erklärung in Kauf nimmt, weil sie ja nicht auf Vollständigkeit aus ist, sondern die Fokussierung auf einen typischen Aspekt bezweckt.

Ich denke, dass das Erfinden von Geschichten und das Ausknobeln von Erklärungen komplementäre Erkenntniswege sind, auch wenn einem der eine Weg mehr liegt als der andere.

aC.f2ixsh


@ Lewian

Ist das nicht das, was man üblicherweise tut?

dXan=ae87


a.fish

Da können wir uns drauf einigen. ;-D

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