» »

Das Leben nach der Depression

S[ommIer77x89 hat die Diskussion gestartet


Hey Leute,

ich wollte nur mal wissen wie ihr mit dem Leben umgeht, nachdem ihr eine Depression überwunden habt. Vielleicht ist auch jemand dabei, der keine Therapie gemacht hat und trotzdem eine Weg raus gefunden hat.

Also ich hatte wohl auch Depression. Dadurch das sich einige Lebenumstände verändert haben, habe ich es irgendwie geschafft die typischen Symtome abzulegen. Ich habe keine Therapie gemacht. Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl ganz gut gewesen. Im großen und ganzen geht es jetzt eigentich (einige Probleme immer noch wegen Familie aber da bin ich noch bei irgendwie damit umzugehen) So...also ich bin nun aus der schweren Depression raus..worüber ich auch heil froh bin..aber ich habe oft immer noch Angst oder Bedenken das sie irgendwann wieder kommt, und ich nichts dagegen tun kann. Weil ich halt oft daran denke wie schrecklich es war. Ich will endlich sagen können: ja das war scheiße aber jetzt ist es vorbei. Ich mag das Leben wieder, ich kann wieder mit Niederlagen umgehen ohne geich daran zu denken ob jetzt doch wieder die Depression wieder kommt. Im Grunde kann ich die Depression die hatte nicht vergessen. Bekloppt irgendwie ;-(...

Antworten
CPhuxrch


Wie hast Du denn die Depression überwunden ? Normal folgt das in einer Therapie mit Medikamente.

Zu deiner Frage: Ich halte mich von Stress fern sogut es geht.

S!om%mer 77x89


Also die Depression kam nicht einfach so..schon weil mein Leben völig chaotisch war..nach der Schule keine Ausbildung, somit keine Hoffnung mehr, keine Perspektiven, keine Zukunft. Dazu kamem noch Probleme in der Familie (Vater und sein Alkohol – es war schrecklich – ) Und als sich das dann alles änderte, weil ich endich eine Ausbildung hatte – in einer anderen Stadt – ich somit auch nicht mehr meinen Vater ertragen musste hat es sich wieder gelegt. Also ich bin sicher immer noch kein super positiver Mensch, aber die krassen Gefühle sind nicht mehr. Also so alleine wie sie kam, so ging sie auch wieder von allein. In beiden Fällen durch Lebensumstände.

IJn-K?og Nixto


ich hatte Gesprächstherapie in der mir beigebracht wurde, die kritischen Gedanken durch Ablenkgedanken zu erwürgen.

auch ich hellhörig auf die zeichen geworden und versuche sie zu vermeiden.

und letztendlich habe ich eingesehen, dass es besser für mich ist, bestimmtes verhalten zu vermeiden, was ich zu depri-zeiten reichlich gepflegt habe.

W)ave6ll


Ich bewundere jeden, der es rausgeschafft hat.

Ich bin schon solange ich mich erinnern kann depressiv gewesen und würde diesen Zustand wohl vermissen, wenn es nicht mehr so wäre, so komisch sich das jetzt anhört.

Ich nehme auch Medikamente die das Schlimmste verhindern und eine zweijährige Therapie habe ich auch hinter mir... das hat auf lange Sicht gesehen nix gebracht, bin heute genauso weit wie vorher. Die Medikamente sind gut, wenigstens kann ich damit durchschlafen, auch wenn ich mich morgens fühle als hätte mich ein Laster überfahren.

Aber irgendeinen Haken gibts ja immer :-/

Smommer7K78x9


@ inkognito:

uns musst du nie an die schwerde depression denken? also hast du keine angst das sie in schwerer form wiederkommt?

IRn-Kog MNixto


Natuerlich.aber ich weiss auch, dass sie nicht von heute auf morgen kommt und durch mein verhalten verstaerkt werden kann. Deswegen habe ich es auch selbst in der hand und lasse es nicht so weit kommen. Insofern ist es nur noch erinnerung und mahnung, aber kein vor furcht ersgarren.

Z)wacxk44


Vielleicht ist auch jemand dabei, der keine Therapie gemacht hat und trotzdem eine Weg raus gefunden hat.

Ja, hier ist so einer (wenn Du Psychotherapie meinst). Erste schwere Depression mit 39, 3 Monate stationäre medikamentöse Behandlung, zweite schwere Depression mit 57, ambulante medikamentöse Behandlung. Da zwei Auslaßversuche fehlgeschlagen haben, brauche ich meine ADs einfach weiterhin, kann damit aber gut leben. Ja, auch ich versuche, unnötigen Stress zu vermeiden, und meine leider übermäßig ausgeprägte Selbstkritik muß ich manchmal bremsen.

S#ommerx7789


hey zwack..."gut" zu lesen das es noch so jemanden gibt...aber wundert mich das du keine psychotherapie hattest. wolltest du nicht oder wurde es nicht angesprochen? achso..was meinst du mit "ADs?? o.O

Ja das mit der Selbstkritik ist wirklich sehr schwer. Ich verstehe im Grunde aber gar nicht warum man mit sich selbst so kritisch ist aber meistens mit anderen Menschen oft nachsichtig ist. Gut..oft bin ich auch mit anderen Menschen kritisch...aber wenn sie einen "fehler" machen versuche ich schon ihnen gut zu zu reden.

also meistens da fühle ich mich so im unteren mittelmaß sage ich mal...es gibt dann nichts direkt was mich ärgert oder was mich eben depressiv macht, aber ich kann dann auch nich sagen: ja heute war ein toller tag. und da will ich eigentlich wieder hin. aber kann man das überhaupt nach einer schweren depression wenn man keine psychotherapie gemacht hat??

oder ist es normal das man das mit den jahren verliert?? also ich bin eigentlich noch jung (mitte 20) aber früher als ich noch zur schule ging da war ich wirklich oft glücklich. und jetzt ertrage ich alles irgendwie..so ja es läuft schon irgendwie...aber super is es auch nicht..aber wenn es daran liegen würde, würde es mir schwer fallen dies so hinzunehmen.

S0ommer7Z7x89


eine zweijährige Therapie habe ich auch hinter mir... das hat auf lange Sicht gesehen nix gebracht

das tut mir ja wirklich leid zu lesen das es nichts gebracht hat. aber resprekt das du irgendwie gelernt hast mit der depression zu leben. ich persönlich könnte mir das gar nicht vorstellen. deswegen auch die große angst das sie wieder kommt.

K\ynxa


Hey,

da ich ebenfalls mit der Problematik vertraut bin möchte ich auch kurz meine Meinung äußern.

Ich litt seit ungefähr 4 Jahren an einer Depression, die sich über die Jahre noch verstärkt hat.

Zu Beginn meines Studiums vor genau einem Jahr war ich psychisch total am Ende und habe mich für fast 3 Monate in eine psychosomatische Fachklinik einweisen lassen. Im Nachhinein betrachtet hat mich dieser Aufenthalt in der Klinik gerettet und mir die Kraft gegeben mein Leben noch einmal selbst in die richtigen Bahnen zu leiten. Ich nehme immer noch meine Antidepressiva, habe aber vor diese im nächsten Frühjahr sukzessive abzusetzen. Bis ich das richtige AD(Antidepressivum) gefunden habe musste ich übrigens erst ein paar ausprobieren, aber ich habe inzwischen das richtig Medikament für mich persönlich gefunden.

Da ich auch sehr schwarze Phasen überstehen musste und nur im geringen Maße jünger bin als du kann ich deine Sorgen gut verstehen. Erst als ich annehmen konnte, dass ich an meiner Depression keine Schuld hatte, konnte ich mich auf die "Regeneration" meiner Psyche konzentrieren. Mir hat es geholfen meine Gedanken neu zu strukturieren. Mir wurde in der Klinik antrainiert Grübeleien und das damit einsetzende "Gedankenchaos" rechtzeitig zu verhindern. Diese Ruhe im Kopf und eine (durch positive Ereignisse gestärkte) Zuversicht für die Zukunft, hilft mir stabil zu bleiben – auch wenn ich Stress ausgesetzt bin. Das ist zumindest meine Strategie, um weiterhin handlungsfähig zu bleiben und der Depression möglichst keine Angriffsfläche zu bieten. Zu 100% kann Niemand, der depressive Phasen erlebt hat, verhindern, dass a) Angst aufkommt in die Depression zurück zu fallen und b)annehmen zu können, dass es nach dieser Krankheit für einen selbst nun ausschließlich ohne Hindernisse weitergeht. Zu akzeptieren, dass immer wieder Situationen aufkommen werden, die unsere Psyche angreifen, hilft die Angst vor diesen Situationen Stück für Stück abzubauen.

Und sei deine Lage für Dich im Moment auch noch so aussichtslos und unüberwindbar, versuche Dir folgendes vor Augen zu halten:

Du bist mit dieser Krankheit nicht allein und das du Dich mit dieser auseinandersetzt ist der erste Schritt, um diese erfolgreich ablegen zu können.

Vor ein paar Tagen habe ich folgendes Zitat von Reinhold Messner gelesen:

Der Weg entsteht im Gehen.

In diesem Sinne weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg aus der Depression.

Gruß David

W?avexll


Ein Mensch kann sich an alles gewöhnen wenn es sein muss, und sei es daran, dass er eben depressiv ist. Ich könnte es mir ohne meine tägliche "Dosis" Depression gar nicht mehr vorstellen. Grad jetzt im Sommer ist es für mich am Schlimmsten. Ich bin seit jeher ein Winterkind und verabscheue demnach Temperaturen über 18 Grad.

Ich kriege jedesmal die blinde Wut wenn ich diese "Sonnenanbeter" sehe, die beim kleinsten Sonnenstrahl ihre knappsten Klamotten rausholen und die Welt mit ihrer abartigen Wir-müssen-jetzt-alle-gut-drauf-sein-weil-die-Sonne-scheint-scheiß-Laune anstecken wollen. (Das ist übrigens ne Sache an die ich mich NIE gewöhne *g*)

Im Herbst/Winter fühle ich mich hingegen wohl und meine Depressionen nehmen leicht ab, verschwinden tun sie zwar nicht aber sie sind leichter "wegzustecken"

Z^waclk44


...aber wundert mich das du keine psychotherapie hattest. wolltest du nicht oder wurde es nicht angesprochen?

Sommer7789, beides. Meine Depression wurde als "endogen" betrachtet, d.h. ohne erkennbaren Anlaß. In der DKD in Wiesbaden hatte ich einmal Gelegenheit, mit einem Psychotherapeuten zu sprechen, der mich innerhalb von 15 Minuten mit derart (für mich) schockierenden Fragen bombadiert hat, dass ich beinahe in Panik verfiel. Dabei habe ich sehr schnell erkannt, dass das Wühlen in der Vergangenheit nicht unbedingt glücklich machen muß. Auf der anderen Seite hat dieses Gespräch doch seine Denkweise durchschimmern lassen, wovon ich sicher profitiert habe. Im Prinzip habe ich daran geglaubt, mich mit Hilfe der ADs (= Antidepressiva) am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Um mein Selbstbewußtsein zu stärken, habe ich einen Aufsatz für eine Fachzeitschrift geschrieben. Daneben habe ich einen Carnegie-Kurs besucht (geniales Konzept!), wo mir eben meine übersteigerte Selbstkritik aufgefallen ist.

Einmal wurde mir ein Aufenthalt in einer Klinik bei Siegen empfohlen. Ich bin hingefahren und habe den Chefarzt nach der Art der beabsichtigten Behandlung gefragt. Obwohl er mit dieser Frage schon öfter konfrontiert worden sein muß, geriet er so ins Schlingern, dass für mich dieses Projekt abgehakt war, bevor es begonnen hatte. Meinem Chef habe ich davon erzählt: "Also diesen Chefarzt könnten wir hier in unserer Firma absolut nicht gebrauchen."

Z{wackx44


Ein Mensch kann sich an alles gewöhnen wenn es sein muss, und sei es daran, dass er eben depressiv ist.

Wavell, das gilt sicher nicht für schwere Derpressionen, denn die sind die Hölle.

SGomDmerz7789


@ kyna

Erst als ich annehmen konnte, dass ich an meiner Depression keine Schuld hatte

oh ja...das ist sehr wichtig, denke ich auch. aber leider auch..wie so oft..sehr schwer. ich finde es ist schwer greifbar das es wirklich eine krankheit ist, für die man so wenig kann wie für die meisten physischen krankheiten.

dass es nach dieser Krankheit für einen selbst nun ausschließlich ohne Hindernisse weitergeht

das ist es was mir wirklich oft angst macht, das ich mit den hindernissen die noch kommen werden nicht klar komme. also so ganz "normale" sage ich mal. wie fest ins beurfsleben einsteigen oder mal eine familie zu haben..besser gesagt sind nicht diese dinge das hinderniss..sondern wenn es nicht so funktioniert wie man es nich vorstellt...und damit zureckt zu kommen ist ein wirklich großes hinderniss. und natürlich dann immer wieder einen neuen weg zu finden..und vor allem die hoffnung nicht aufzugeben. ja denn das schwierigste nach einer depression ist es die hoffnung wieder zufinden, die man verloren hat. aber wahrscheinlich muss man diese hindernisse genauso annehmen wie die krankheit selbst.

Du bist mit dieser Krankheit nicht allein und das du Dich mit dieser auseinandersetzt ist der erste Schritt, um diese erfolgreich ablegen zu können.

thx :)*

@ wavell

Ein Mensch kann sich an alles gewöhnen wenn es sein muss, und sei es daran, dass er eben depressiv ist

das kann ich mir wirklich gar nicht gut vorstellen. ich denke auch, wie zwack44 es schon sagt...das vielleicht bei leichten depressionen möglich ist. aber nicht bei schweren. (ich möchte jedoch nicht über dein gemütszustand urteilen)

Wir-müssen-jetzt-alle-gut-drauf-sein-weil-die-Sonne-scheint-scheiß-Laune anstecken wollen.

das kenn ich auch. aber ich merkte immer wieder wie schrecklich das eigentlich ist, so zu denken. denn das war nicht wirklich ich, sondern nur mein wut und hasserfülltes depressives verhalten und denken. ich habe oft überlegt warum ich so dachte. ich denke es war die unverständis darüber wie diese menschen sich noch über irgendetwas freuen können auf dieser erde, und daraus die unverständis zur mir selbst warum ich es nicht kann. und die wut auf mich DAS ich es nicht kann. und die verzweiflung über mein chaotischen "Ich" also im grunde...wenn du selbst nicht mit dir im reinen bist, kannst du es mit anderen auch nicht sein. meinst du nicht es könnte bei dir vielleicht ähnlich sein?

@ zwack44

dass das Wühlen in der Vergangenheit nicht unbedingt glücklich machen muß.

da hast du absolut recht!!!

habe ich einen Aufsatz für eine Fachzeitschrift geschrieben. Daneben habe ich einen Carnegie-Kurs besucht

ja dann hast du ja doch einiges für deine psyche ohne medikamente getan. das ist doch gut. ich finde das sehr wichtig. also ich war paar mal bei ner heilpraktkerin, hauptsächlich wegen lebensplanung etc., und da habe ich gemerkt wie wichtig es ist mit jemanden über seine gefühle und gedanken zu sprechen. einem einiges klarer wird, und vor allem neue denkweisen bekommt.

und krass mit der fachzeitschrift :)^

das du dann in der klinik in siegen so einen merkwürdigen arzt angetroffen hast ist natürlich nicht so schön. da kann man leider echt viel pech haben. also denke ich. hab da keine erfahrungen....

ja endogene depression...ich war letztens bei meinem hausarzt..(nur weil ich ne krankschreibung brauchte :-p ) und dann saß ich schon in dem zimmer und musste noch auf den arzt warten...naja und dann saß ich da und neben mir war der bildschirm von dem computer (von dem ich ja wusste das die schwester da meine akte aufgerufen hat) naja und musste so lange warten, dann dachte ich guck ich mal was da so steht :-p ...und dann stand da tatsächlic "reaktive depression" ich war ganz geschockt. also er hatte mich einmal zu symptomen für dep. gefragt..hatte verneint..(naja kann wohl nich so gut lügen^^) naja gut..mir ist ja eigentlich schon bewusst das ich ne ziemlich schwere depression hatte..aber war ja halt nie beim arzt oder psycho. aber als ich das dann gelesen hatte..das es wirklich so ist, ich es mir nicht einbilde oder es nur selbstmitleid ist das war ganz komisch. naja....

grüße an euch alle :-)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH